Ettal

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Dieser Artikel behandelt die bayerische Gemeinde Ettal. Zum gleichnamigen Atoll im Pazifik siehe Etal (Atoll).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ettal
Ettal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ettal hervorgehoben
47.56666666666711.1877Koordinaten: 47° 34′ N, 11° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Unterammergau
Höhe: 877 m ü. NHN
Fläche: 14,75 km²
Einwohner: 794 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82488
Vorwahl: 08822
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 115
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ammergauer Str. 8
82488 Ettal
Webpräsenz: www.ettal.de
Bürgermeister: Josef Pössinger (FWG)
Lage der Gemeinde Ettal im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
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Ettal ist eine kleine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Unterammergau. Sie besteht aus dem Hauptort Ettal und den Ortsteilen Graswang, Linderhof, Dickelschwaig und Rahm.

Geographie[Bearbeiten]

Ettal liegt rund zehn Kilometer nördlich von Garmisch-Partenkirchen in der Region Oberland auf dem Ettaler Sattel zwischen dem fünf Kilometer nordwestlich gelegenen Oberammergau im Ammertal und Oberau, das etwa fünf Kilometer südöstlich im Loisachtal liegt. Die Bundesstraße 23 verbindet die genannten Orte.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 1565 mm und liegt damit im obersten Dreißigstel der von den Messstellen des Deutschen Wetterdienstes erfassten Werte.[2] Der trockenste Monat ist der Oktober; am meisten regnet es im Juli. Im niederschlagsreichsten Monat fällt etwa 2,4-mal mehr Regen als im trockensten Monat. Bei den jahreszeitlichen Niederschlagsschwankungen liegt Ettal sogar im obersten Hundertstel aller Messstationen.

Geschichte[Bearbeiten]

Kloster Ettal wurde von Kaiser Ludwig dem Bayern im Graswangtal am 28. April 1330 als Teil eines Gelöbnisses gegründet. Der Ort Ettal war vor 1803 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts des gefreiten (ehemals reichsunmittelbaren) Klostergerichts Ettal. Das Kloster Ettal wurde 1803 säkularisiert, und seine Besitzungen gingen an den Staat. Die ehemaligen Klostergebäude wurden vom Staat versteigert und es siedelten sich neue Familien an.

Die politische Gemeinde Ettal entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 und setzte sich aus den Bauern von Graswang und Linderhof und den Familien in Ettal zusammen. Pfarrei und Schule wurden im ehemaligen Kloster rechts der Kirche untergebracht. In einem bescheidenen Gemeinwesen entwickelte sich eine Musikkapelle mit Sängern, die Freiwilligen Feuerwehren in Ettal und Graswang, der Veteranenverein nach dem Krieg 1870/71 und 1899 der Volkstrachtenverein. Auf dem Gelände des Linderhofs, der im Besitz der Wittelsbacher war, ließ König Ludwig II. ab 1869 das Schloss Linderhof mit großen Parkanlagen errichten.

Im Jahr 1878 errichtete Sigmund Schuckert in Ettal das erste Wärmekraftwerk der Welt. Dieses bestand aus 24 von einer Dampfmaschine angetriebenen Generatoren und diente dazu, in Schloss Linderhof eine permanente elektrische Beleuchtung einzurichten.[3]

Nach mehrfachem Besitzwechsel erwarb 1900 Kloster Scheyern die ehemaligen Klostergebäude und gründete zunächst ein Priorat, das 1907 wieder zur Abtei erhoben wurde. Heute beherbergen die Klostergebäude neben der Abtei auch ein Jungeninternat mit Tagesheim sowie ein Gymnasium, das Benediktinergymnasium Ettal.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1910 1970 1987 2000 2006 2011
Einwohner 741 1022 911 860 811 794

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Josef Pössinger (Freie Wählergemeinschaft).

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus acht Mitgliedern, alle gehören der Freien Wählergemeinschaft an.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Geteilt von Gold und Blau; oben ein wachsender, rot bewehrter schwarzer zweiköpfiger Adler, unten das Wort „etal“ in gotischen Kleinbuchstaben.

Bedeutung: Der Doppeladler geht auf den Gründer Kaiser Ludwig den Bayern zurück, dessen Wappentier dieser Adler war. „etal“ ist der ursprüngliche Name von Ettal und bedeutet Tal der Ehe (Gelöbnis, Versprechen) Kaiser Ludwig der Bayer gab das Versprechen ab, hier an dieser Stelle ein Kloster zu gründen.


Bauwerke[Bearbeiten]

Weltbekannt sind vor allem

Siehe auch die Liste der Baudenkmäler in Ettal

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Wirtschaftliche Bedeutung am Ort hat insbesondere Kloster Ettal mit seinen Betrieben. Zum Kloster gehören landwirtschaftliche Betriebe, mehrere Gasthöfe sowie ein Gymnasium mit angeschlossenem Internat sowie ein Kunstverlag, eine Destillerie und eine Brauerei.

Bildung[Bearbeiten]

Es existieren folgende Einrichtungen:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ettal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Ortsteil Graswang – Reiseführer

Ettal im Panoport Reiseführer www.ammergau.de

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Über 97 Prozent aller Messstellen zeigen niedrigere Werte an.
  3. David Gugerli: Redeströme. Zur Elektrifizierung der Schweiz. 1880–1914. Chronos, Zürich 1996, ISBN 3-905311-91-7 (Zugleich: Zürich, Universität, Habilitations-Schrift, 1994/1995).