Ettelbrück

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Ettelbrück
Wappen Karte
Wappen von Ettelbrück Lage von Ettelbrück im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 51′ N, 6° 6′ O49.8456361111116.1007722222222Koordinaten: 49° 50′ 44″ N, 6° 6′ 3″ O
Distrikt: Diekirch
Kanton: Diekirch
Einwohner: 8278 (1. Januar 2014)[1]
Fläche: 15,2 km²
Bevölkerungsdichte: 545,3 Einw./km²
Gemeindenummer: 00002007
Website: www.ettelbruck.lu
Politik
Bürgermeister: Jean-Paul Schaaf (CSV)
Wahlsystem: Proporzwahl
Rathaus von Ettelbrück
Kirche im Stadtzentrum

Ettelbrück (luxemburgisch Ettelbréck, französisch Ettelbruck) ist eine Stadt und eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und die größte Gemeinde im Kanton Diekirch mit 8278 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014). Zusammen mit den Gemeinden Bettendorf, Colmar-Berg, Diekirch, Erpeldingen und Schieren bildet Ettelbrück den Kern der Nordstad. Diese Region gilt neben den Städten Luxemburg und Esch an der Alzette als dritter Entwicklungspol des Großherzogtums. Bei Ettelbrück fließen die Flüsse Alzette, Sauer und Wark zusammen.

Stadtbild[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ettelbrück hat eine Fläche von 15,18 km². Sie besteht aus den drei Ortschaften Ettelbrück, Grentzingen und Warken.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name der Stadt leitet sich wahrscheinlich ab von „Atilbriga“, durch die Verbindung von „atil“, des keltischen Worts für fruchtbare Erde, und „briga“, des keltischen Worts für Ort, Siedlung. Atilbriga war die erste bronzezeitliche Siedlung in der fruchtbaren Ettelbrücker Talsenke. [2]

Die folgende Herleitung wird auch z.T. erwähnt, ist jedoch wesentlich unwahrscheinlicher: Danach soll der Name der Stadt auf den Hunnenkönig Attila (auch als „Etzel“ bekannt; † 453) zurückgehen. Hunnen sollen bei der heutigen Gemeinde Schieren eine Brücke über den Fluss gebaut haben und der späteren Stadt so den Namen gegeben haben. Brücke des Etzel → Ettelbrück.

Ihre schwerste Zeit hatte die Stadt, wie alle anderen Gemeinden des Öslings, während des Zweiten Weltkrieges, als das Sauertal die Südflanke der Ardennenoffensive bildete.

Verkehr[Bearbeiten]

Ettelbrück hat einen Schnellzughalt an der Luxemburger Nordbahn. Ferner zweigt hier die Bahnstrecke Ettelbruck–Diekirch ab.

Kunst und Kultur[Bearbeiten]

Ende der 1990er Jahre wurde in Ettelbrück ein Zentrum für Künste Centre des Arts Pluriels Edouard Juncker eröffnet, in denen Theater oder Konzerte abgehalten werden.

Das bedeutendste Museum ist das Musée Mémorial Général Patton. Es behandelt den Zweiten Weltkrieg mit Schwerpunkt auf den General George S. Patton, der die Ardennenoffensive entscheidend geprägt hat und den die Stadt Ettelbrück als Kriegshelden verehrt. An der nördlichen Ausfahrt der Stadt befindet sich ein Denkmal zu Ehren des Generals, der die Stadt jedoch niemals betreten hat.

Verschiedenes[Bearbeiten]

Die Stadt Ettelbrück ist von den Hügeln Haard, Kneppchen, Lopert und Nuck umgeben. Der Bach Wark durchfließt die Stadt und mündet an ihrem Ausgang in die Alzette.

Ettelbrück ist als regionales Zentrum täglicher Anlaufpunkt für Menschen der umliegenden Gemeinden. In Ettelbrück befinden sich viele Schulen, das größte Akut-Krankenhaus im Norden des Landes, das Centre Hospitalier du Nord (CHdN) [3] und die ehemalige Zentralpsychiatrie Luxemburgs.

Die Zentralpsychiatrie hatte einen bedeutenden Einfluss auf den Ruf und das Bild der Stadt. Das „Geckenhaus in Ettelbrück“ hatte zeitweise eine Höchstbelegung von 1300 Patienten, verfügte über einen schönen Pavillonpark, imposante Bauten und seit den 1970er Jahren zusätzlich über ein symbolträchtiges unverkleidetes Betonhochhaus. Im Rahmen von Reformmaßnahmen besteht das heutige Centre Hospitalier Neuro-Psychiatrique (CHNP) aus einer psychiatrischen Rehabilitationsklinik mit nur noch rund 200 Betten, einem kleineren Zentrum für geistig Behinderte und einem Altenwohnheim mit angegliederter Psychogeriatrie.[4]

Um die Verkehrssituation zu beruhigen, wurde Anfang der 1990er Jahre eine Umgehungsstraße gebaut und die alte Hauptstraße zu einer Fußgängerzone umfunktioniert.

Sport[Bearbeiten]

Ettelbrück ist eines der sportlichen Zentren Luxemburgs und beheimatet einige bedeutende Sportvereine, welche der nationalen Spitze angehören. Eine besondere Rolle spielen der Rekordmeister im Basketball, der BBC Etzella, der Fußballverein Etzella Ettelbrück und der Schwimmverein SCDE (Swimming club le dauphin Ettelbruck) mit den drei Schwimmern Raphael Stachiotti, Christine Maillet und Laurent Carnol, die Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking dabei waren.

Im Mai 2006 war Ettelbrück Austragungsort der UEFA U-17-Fußball Europameisterschaft. Vom 18. bis 23. August 2008 wurde in Ettelbrück die Indiaca-Weltmeisterschaft ausgetragen.

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Charles Goerens (* 1952), luxemburgischer Politiker
  • Michael Hermesdorff (1833-1885), Domorganist und Dommusikdirektor von Trier, Musikwissenschaftler, Herausgeber der Zeitschrift „Cäcilia“ und bedeutender Choralforscher, wirkte hier von 1852–1855 als Organist und Musiklehrer.
  • Joël Zangerle (* 1988), luxemburgischer Radrennfahrer

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ettelbrück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2014 (franz.)
  2. Geschichte von Ettelbrück auf der Website ettelbruck-info.lu, gesehen 26. März 2011
  3. Website des Centre Hospitalier du Nord (CHdN), gesehen 26. März 2011
  4. Website des Centre Hospitalier Neuro-Psychiatrique, gesehen 26. März 2011 (französisch)