Ettingen

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Ettingen
Wappen von Ettingen
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Arlesheimw
BFS-Nr.: 2768i1f3f4
Postleitzahl: 4107
UN/LOCODE: CH ETT
Koordinaten: 608396 / 25918047.4833317.550017342Koordinaten: 47° 29′ 0″ N, 7° 33′ 0″ O; CH1903: 608396 / 259180
Höhe: 342 m ü. M.
Fläche: 6.35 km²
Einwohner: 4887 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 770 Einw. pro km²
Website: www.ettingen.ch
Ettingen

Ettingen

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Ettingen (Schweizerdeutsch: Ettige) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arlesheim des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Ettingen liegt im Leimen- beziehungsweise Birsigtal auf 342 m ü.M. am Fusse des Blauen. Seine Nachbargemeinden sind Blauen, Pfeffingen, Aesch, Therwil und die beiden im Kanton Solothurn liegenden Dörfer Witterswil und Hofstetten-Flüh. Ettingen liegt an den BLT-Tramlinien 10 und 17, welche das Dorf einerseits mit Rodersdorf und andererseits mit der Stadt Basel verbinden. Zudem ist Ettingen durch die Buslinie 68 mit Hofstetten und Aesch verbunden. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 635 Hektar, davon sind 35 % Landwirtschaftsfläche, 50 % Wald und 15 % Siedlungsgebiet.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen ist viergeteilt in zwei blaue und zwei weisse Flächen. In der oberen rechten, weissen Ecke befindet sich ein durchgehendes rotes Kreuz. Dieses erinnert an die frühere Zugehörigkeit zum Kloster Reichenau. Die Aufteilung in blaue und weisse Viertelflächen stammt aus dem Wappen des Fürstensteiner-Geschlechts, welches über dem Dorf (aber rechtlich/politisch nicht mit ihm verbunden) eine Burg bewohnte.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte von Ettingen reicht bis ins Jahr 10'000 v. Chr. zurück, als sich im Büttenenloch eiszeitliche Menschen aufhielten und später jungsteinzeitliche Sippen ansiedelten (4.500 - 1.800 v. Chr.).

Das jetzige Dorf Ettingen entstand im 5. oder 6. Jahrhundert entlang einem Bach, dem Dorfbach, welcher heute unter der Dorfstrasse versteckt verläuft. Es gliederte sich in drei Höfe, dem Oberhof, dem Mittel- oder Pfandhof, sowie dem Niederhof. Der Führer der alemannischen Sippe, die diese Höfe aufbaute, Etto oder Atto, gab dem Dorf seinen Namen.

Das Dorf Ettingen gehörte zum Fürstbistum Basel, bis dieses aufgelöst wurde. Die hohe Gerichtsbarkeit verlieh der Fürstbischof zeitweise den Grafen von Thierstein, die niedere dem Kloster Reichenau (Bodensee), aus dessen Wappen Ettingen das rote Kreuz übernommen hat. Güter und Menschen gehörten unter anderem verschiedenen Klöstern der Stadt Basel. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde Ettingen dem Kanton Basel zugesprochen und löste sich 1833 bei der Basler Kantonstrennung von ihr und ging zum Halbkanton Basel-Landschaft über.

Bevölkerung[Bearbeiten]

44 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch und 29 % reformiert. Der Ausländeranteil beträgt 12.9 %.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Ettingen sind keine grossen Firmen angesiedelt, doch sind verschiedene Kleinunternehmen ansässig. Ettingen hat im Westen eine kleine Gewerbezone eingerichtet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Katholische Kirche in Ettingen, Kanton Basel-Landschaft
  • Kirche St. Peter und Paul, erbaut 1717 mit einem Glasgemälde von Jacques Düblin von 1937
  • Dorfmuseum "Guggerhuus", Schanzgasse 1

Kultur[Bearbeiten]

  • Musikverein Ettingen (Blasmusik-Verein), gegründet am 18. Januar 1925 spielt mit 31 Musikantinnen und Musikanten in Harmoniebesetzung in der 3. Stärkeklasse.
  • Kirchenchor Ettingen, gegründet am 25. Juli 1886
  • Männerchor Ettingen, mit seinen regelmässigen Konzerten und Gesangsvorträgen pflegt er den guten Kontakt zu den Einwohnern.
  • Gugger-Gugge Ettingen (Guggenmusik), 1967 durch Mitglieder des Musikverein Ettingen gegründet.

Sport[Bearbeiten]

Die 1. Mannschaft des FC Ettingen spielt in der 4. Liga, die 2. Mannschaft ebenfalls in der 4. Liga. Der Club Unihockey Leimental ist ein 2006 entstandener Bund aus den Unihockeyvereinen UHC Squirrels Ettingen-Laufen (der wiederum aus dem ehemaligen UHC Ettingen und dem UHC Laufen entstand), UHC Wildcats Flüh-Hofstetten, HC Oberwil und UHC Therwil. Die Herrenmannschaft spielt in der 1. Liga Grossfeld, der dritthöchsten Schweizer Unihockey-Spielklasse. Das Damenteam spielt ab der Saison 2006/07 in der Nationalliga A, der höchsten Schweizer Unihockey-Spielklasse. Der Volleyballclub Ettingen spielt momentan in der 3. Liga, der zweituntersten Spielklasse im Volleyball. Weiter gibt es noch den Tennisclub (TC) Swisscom Ettingen und den Turnverein Ettingen.

Bekannte Personen[Bearbeiten]

  • Peter Brodmann-Kron, Autor diverser Publikationen über Schlangen und Amphibien
  • René Brodmann, Fussballspieler beim FC Zürich, Mitglied der Schweizer Fussball Nationalmannschaft, 5 Länderspieleinsätze (Zeitraum 1962-1966, Vereine FC Ettingen, FC Nordstern Basel, FC Grasshopper Club Zürich 1958-61, FC Zürich 1962-66), Trainer FC St.Gallen 1967 - 1968
  • Simone Grippo, Fussballspieler bei der AC Chievo Verona
  • Arthur Stöcklin-Thüring (Hanslis), (20. August 1873 - 23. April 1954) Maurermeister, Leiter der Meliorationsunternehmen in Ettingen 1905-1928 und von Wegbauarbeiten, Verfasser einer Schrift über Ettingen
  • Justus Stöcklin-Spinnler, geb. 4. Mai 1860 Ettingen, gest. 12. Juli 1943 Basel, verfasste weit verbreitete Rechenbücher

Literatur[Bearbeiten]

  • Arbeitsgemeinschaft zur Herausgabe von Baselbieter Heimatkunden: Heimatkunde Ettingen. 3 Bände: 1. Ettingen der Lebensraum; 2. Ettingen die Geschichte; 3. Ettingen die Gemeinschaft. Verlag des Kantons Basel-Landschaft, 1993. - Band 4: Ettingen: Die Bürgergemeinde, das (un)bekannte Wesen. Ettingen 1999.
  • Paul Brodmann: Heimatkunde des Dorfes und der Pfarrei Ettingen, herausgegeben bei Anlass der Erbauung des Thurmes und der Einweihung des neuen melodischen Geläutes im Jahr 1883. Basel 1883
  • Augustin Kunz: Heimatkunde von Ettingen. Handschriftliches Manuskript (Staatsarchiv Basel-Landschaft, Handschriften SL 5250, 38/01 S. 359ff.), transkribiert und kommentiert durch H. Utz, Kulturhistorischer Verein Ettingen 2001
  • Hans Utz: Bedürftig, in Ettingen. Arme Menschen als Pioniere des Wohlfahrtsstaates. (Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel-Landschaft, Band 78), Verlag des Kantons Basel-Landschaft, 2002.
  • Hans Utz: Die Meliorationen von Ettingen. (Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel-Landschaft, Band 44), Verlag des Kantons Basel-Landschaft, 1993.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ettingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)