Etzelkofen

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Etzelkofen
Wappen von Etzelkofen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Bern-Mittellandw
BFS-Nr.: 0537i1f3f4
Postleitzahl: 3306
Koordinaten: 603058 / 21479647.0841657.478894529Koordinaten: 47° 5′ 3″ N, 7° 28′ 44″ O; CH1903: 603058 / 214796
Höhe: 529 m ü. M.
Fläche: 2.8 km²
Einwohner: 291 (31. Dezember 2011)[1]
Einwohnerdichte: 114 Einw. pro km²
Website: www.etzelkofen.ch
Etzelkofen, aufgenommen aus einem Ballon am 16. April 2010

Etzelkofen, aufgenommen aus einem Ballon am 16. April 2010

Karte
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Etzelkofen ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland des Kantons Bern in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Etzelkofen liegt auf 529 m ü. M., 15 km nördlich der Kantonshauptstadt Bern (Luftlinie). Das Haufendorf erstreckt sich auf einem Höhenrücken zwischen den Talmulden von Mülchibach und Brandbach, im nordöstlichen Teil des Rapperswiler Plateaus, im Schweizer Mittelland.

Die Fläche des 2.8 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des zentralen Berner Mittellandes. Die westliche Grenze verläuft entlang des Mülchibachs, der durch den Länggengraben nach Norden zum Limpach fliesst. Von hier erstreckt sich der Gemeindeboden ostwärts über die Höhe von Etzelkofen und die Talmulde des Brandbachs bis auf die Waldhöhen von Buech-Ischlag (mit 595 m ü. M. die höchste Erhebung von Etzelkofen) und Rohole (576 m ü. M.). Dieses Molassegebiet wurde vom eiszeitlichen Rhonegletscher überformt. Nach Norden reicht der Gemeindebann bis auf den Schöniberg (546 m ü. M.), welcher die Abgrenzung zum Limpachtal bildet. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 7 % auf Siedlungen, 36 % auf Wald und Gehölze und 57 % auf Landwirtschaft.

Zu Etzelkofen gehören die Wohnsiedlung Buuchi am nördlichen Talhang des Brandbachs und einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Etzelkofen sind Mülchi, Büren zum Hof, Fraubrunnen, Grafenried, Iffwil und Scheunen im Kanton Bern sowie Messen im Kanton Solothurn.

Bevölkerung [Bearbeiten]

Mit 291 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2011) gehört Etzelkofen zu den kleinen Gemeinden des Kantons Bern. Von den Bewohnern sind 99.1 % deutschsprachig, 0.6 % englischsprachig und 0.3 % sprechen Französisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Etzelkofen belief sich 1850 auf 353 Einwohner, 1900 auf 275 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts pendelte die Bevölkerungszahl stets im Bereich zwischen 240 und 280 Personen. Seit 1980 (243 Einwohner) wurde eine deutliche Bevölkerungszunahme verzeichnet.

Politik [Bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 44.2 %, BDP 24.3 %, SP 6.0 %, glp 5.6 %, EDU 4.7 %, FDP 4.6 %, GPS 4.1 %, Piraten 1.6 %, EVP 0.7 %, CVP 0.7 %.[2]

Wirtschaft [Bearbeiten]

Etzelkofen war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Die Wasserkraft des Mülchibachs wurde früher für den Betrieb einer Mühle genutzt. Noch heute haben der Ackerbau, der Obstbau sowie die Milchwirtschaft und die Forstwirtschaft einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In Etzelkofen sind heute Betriebe der Elektrobranche, des Baugewerbes und der Solartechnik vertreten. Seit 1967 bestand ein grosses Ziegel- und Backsteinwerk. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in der Agglomeration Bern arbeiten.

Verkehr [Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen an einer Verbindungsstrasse von Fraubrunnen nach Messen. Durch einen Postautokurs, welcher die Strecke von Jegenstorf nach Messen bedient, ist Etzelkofen an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Geschichte [Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1295 unter dem Namen Etzelkoven. Später erschienen die Bezeichnungen Ezenchoven (1302), Ezzelkoven (1325) und Ezzenkoven (1327). Der Ortsname geht auf den althochdeutschen Personennamen Azzilo oder Ezzilo zurück. Mit der Namensendung -kofen, die typisch für im 7. und 8. Jahrhundert gegründete alemannische Siedlungen ist, bedeutet er so viel wie bei den Höfen der Leute des Azzilo/Ezzilo, wobei so genannte Aussiedlerhöfe gemeint sind.

Seit dem Mittelalter gehörte Etzelkofen zur Herrschaft Messen, die durch eine Schenkung 1278 an das Sankt-Ursen-Stift in Solothurn gelangte. Seit dem 14. Jahrhundert hatte auch das Kloster Fraubrunnen reichen Grundbesitz auf dem Gemeindegebiet und beanspruchte 1373 erfolglos Twing und Bannrechte über das Dorf. Die Oberhoheit und die hohe Gerichtsbarkeit über Etzelkofen oblagen bis 1406 den Kyburgern, danach Bern und dem Landgericht Zollikofen. Da aber Messen die niedere Gerichtsbarkeit innehatte und 1410 unter die direkte Herrschaft von Solothurn gelangte, gehörte Etzelkofen danach zur solothurnischen Landvogtei Bucheggberg.

Erst nach Abschluss des Wyniger Vertrages (1665) kam Etzelkofen an Bern und wurde der Landvogtei Fraubrunnen zugeordnet. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte das Dorf während der Helvetik zum Distrikt Zollikofen und ab 1803 zum Oberamt Fraubrunnen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Das Dorf hat mehrere charakteristische Bauernhäuser des bernischen Landstils aus dem 18. und 19. Jahrhundert bewahrt. Etzelkofen besitzt keine eigene Kirche, es gehört zur solothurnischen Pfarrei Messen

Bilder [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter
  2. http://www.wahlarchiv.sites.be.ch/wahlen2011/target/NAWAInternetAction.do@method=read&sprache=d&typ=21&gem=537.html abgerufen am 11. Juli 2012