Eugène Dodeigne

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Skulpturen „Große Familie“ auf der Skulpturenmeile Hannover

Eugène Dodeigne (* 27. Juli 1923 in Rouvreux (bei Lüttich), Belgien; lebt in Bondues (Nord-Pas-de-Calais) Frankreich) ist ein belgischer Bildhauer, der seit vielen Jahren in Frankreich lebt und arbeitet. Er gehört zu den bedeutenden Vertretern der Modernen Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg; bekannt ist er für seine monumentalen Steinskulpturen. Dodeigne spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte und für die Entwicklung der Skulptur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Eugène Dodeigne lernte sein Handwerk ab 1936 bei seinem Vater, der ein Steinmetz war. Er studierte nach seiner handwerklichen Ausbildung Zeichnung und Skulptur, anfangs an der École des Beaux-Arts in Tourcoing, später an der Schule der Académie des Beaux-Arts in Paris in der Werkstatt von Marcel Gimond. Seine ersten Skulpturen sind noch aus Holz, er wechselt dann zu Steinskulpturen.

Sein Frühwerk ist von den abstrakten, glatten Formen, wie sie bei Constantin Brâncuși vorkommen, beeinflusst. In den 60er Jahren werden seine Arbeiten expressiver und schroffer. Sein Werk ist in dieser Zeit von der Kunst Alberto Giacomettis und Germaine Richiers inspiriert.

Eugène Dodeigne hat seine ersten Ausstellungen 1953 in der Galerie Marcel Evrard in Lille und in der Galerie Verannemanin Brüssel, 1957 im Palais des Beaux-Arts in Brüssel, danach in der Galerie Claude Bernard, der Galerie Pierre Loeb und der Galerie Jeanne Bucher in Paris. Es folgen Ausstellungen in Berlin, Hannover, Rotterdam, Brüssel und Pittsburgh. Dodeigne bekommt Ende der fünfziger und in den sechziger Jahren eine breite internationale Anerkennung. Im Jahr 1959 ist Dodeigne Teilnehmer der documenta II, 1964 der documenta III in Kassel. Er stellt 1959 auf der Biennale de Paris aus und ist 1967 auf der Biennale von Tokio und der Exposition internationale de sculpture contemporaine in Montréal vertreten.

Mahnmal für das frühere KZ-Außenlager Hannover-Misburg
Skulpturengruppe Die große Familie am Trammplatz in Hannover

Nach 1968 widmet er sich einer Reihe von Skulpturen, die in völlig neuer Art und Weise die glatten Oberflächen und die unregelmäßigen Volumen des explodierten Steines miteinander verbinden. Ab den siebziger Jahren werden Dodeignes monumentale Skulpturen unter freiem Himmel in zahlreichen Städten, Museen und deren Parks errichtet. Dazu gehören Lille, Dünkirchen, Villeneuve-d’Ascq, Antwerpen, Lüttich, Hannover (Skulpturenmeile), Utrecht, später Bobigny, Argentan, Paris, Grenoble im Jahre 1998, danach Créteil. Im Jahr 1987 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Nordhorn.

Seine Arbeiten sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, insbesondere in Nordeuropa (Deutschland, Österreich, Belgien, Norwegen, Niederlande), in Frankreich, in den Vereinigten Staaten und der Schweiz enthalten.

Ein bekanntes Werk von Eugène Dodeigne ist das Mahnmal, das am 2. Juni 1989 in Hannover-Misburg auf dem Gelände der Gedenkstätte des Außenlagers des ehemaligen KZ Neuengamme errichtet wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hannelore Kersting (Bearb.): Kunst der Gegenwart. 1960 bis 2007. Städtisches Museum Abteiberg Mönchengladbach, 2007, ISBN 978-3-924039-55-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eugène Dodeigne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien