Eugen Richter

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Dieser Artikel bezieht sich auf den Reichstagsabgeordneten Eugen Richter. Der gleichnamige FDP-Politiker ist unter Eugen Richter (FDP) zu finden.
Eugen Richter
Eugen Richter
Eugen-Richter-Turm

Eugen Richter (* 30. Juli 1838 in Düsseldorf; † 10. März 1906 in Berlin-Lichterfelde) war ein deutscher Politiker (Deutsche Fortschrittspartei, Deutsche Freisinnige Partei, Freisinnige Volkspartei) und Publizist in der Zeit des Deutschen Kaiserreichs. Auch von seinen Gegnern wurde er als einer der brilliantesten Redner auf der Linken des Preußischen Abgeordnetenhauses und des Deutschen Reichstags anerkannt. Richter war einer der wichtigsten Vertreter des Manchesterliberalismus in Deutschen Kaiserreich.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

[Bearbeiten] Kindheit und Schulzeit

Eugen Richter wurde geboren als einer von zwei Söhnen des Ehepaars Adolph Leopold Richter (1798-1876) und Bertha Richter, geb. Maurenbrecher. Sein Vater war wie schon der Großvater Militärarzt, bis 1848 als preußischer Regimentsarzt in Düsseldorf und danach als Generalarzt in Koblenz. Seine Mutter stammte aus einer in Düsseldorf alteingesessenen Familie von Postmeistern. Zu seiner Verwandtschaft gehörten Adolf Richter, Präsident der Deutschen Friedensgesellschaft, und der Historiker Wilhelm Maurenbrecher. In Koblenz besuchte Eugen Richter das örtliche Gymnasium, wo seine späteren Parlamentskollegen der Zentrumspartei Karl von Huene und Hermann Mosler zu den Mitschülern zählten. Als ihm 1855 die Aufgabe übertragen wurde, eine Rede zum Geburtstag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. zu halten, versuchte er „etwas von Verfassungsrechten und angestammten Freiheiten unter Bezugnahme auf die Schweizer und Niederländer hineinzubringen“,[1] was allerdings der Zensur des Schuldirektors zum Opfer fiel.

[Bearbeiten] Studium und Berufstätigkeit

Zum Wintersemester 1856 nahm Eugen Richter das Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Bonn auf. Bereits zum Sommersemester 1857 wechselte er an die Universität Heidelberg, wo er für drei Semester blieb und insbesondere Vorlesungen bei Karl Heinrich Rau hörte sowie dessen Kollegien und Seminarübungen besuchte. „Dort gehörte er bald zu einem kleinen Kreise badischer Kameralisten, die in Raus Studierstube zusammenkamen und volkswirtschaftliche Fragen gründlich erörterten.“[2] Er hielt dabei Vorträge über die Geldkrise von 1857 sowie die Wuchergesetzgebung von 1857, die er Zeitungen als Artikel anbot.[3] 1858-1859 studierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Geprägt von Robert von Mohl und Karl Heinrich Rau, war er davon überzeugt, dass es die primäre Aufgabe der Politik sei, durch die Prinzipien des Rechtsstaats und des freien Marktes das Funktionieren der bürgerlichen Gesellschaft zu gewährleisten. Wirtschaftlichen Krisen, beispielsweise aufgrund von Kriegen, Missernten, technischem Wandel oder Fehlinvestitionen, sollte nicht durch staatliche Intervention, sondern durch möglichst unbeschränkte Kapitalbildung, Verbesserung der Produktivitität und individuelle und gesellschaftliche Selbsthilfe, zum Beispiel durch Genossenschaften, Versicherungen oder wohltätige Einrichtungen, begegnet werden.

Schon kurz nach der Gründung des „Volkswirtschaflichen Kongresses“, der führenden Vereinigung der deutschen Freihändler, 1858 wurde Eugen Richter Mitglied und nahm regelmäßig an dessen Konferenzen teil. Die Reisen finanzierte er dabei aus den Honoraren, die er nebenher mit seinen Zeitungsartikeln verdiente.[4] Zudem wurde er Anhänger der Genossenschaftsidee von Hermann Schulze-Delitzsch und engagierte sich in Konsumvereinen. 1867 verfaßte er dazu ein „ein Noth- und Hilfsbuch, für deren Gründung und Einrichtung“. 1863 nahm er als Delegierter am ersten Vereinstag Deutscher Arbeitervereine teil. Die Erfahrungen, die er 1859 bis 1864 in verschiedenen Justizbehörden machte, bestimmten sein negatives Bild der Bürokratie. Richters satirische Schriften über die Behinderung der Gewerbefreiheit und den politischen Alltag der Reaktion wie die Magdeburger Spukgeschichte (1862) führten zu Disziplinarmaßnahmen. Als er ohne Besoldung zwangsversetzt werden sollte, schied er aus dem Staatsdienst aus.

Auf Drängen seiner Eltern widmete er sich zuerst nicht dem Journalismus, sondern nahm eine Stelle bei der „Magdeburger Feuerversicherung“ an, wo sich um die Pressearbeit kümmerte. Unter dem Namen seines Vorgesetzten Knobloch erschien ein Buch zum Feuerversicherungsrecht. Als er jedoch gegen seine Überzeugungen die Meinungen seines Arbeitgebers publizistisch unterstützen sollte, gab er diese Stelle auf und zog nach Berlin, wo er allein von seiner Tätigkeit als Journalist und Publizist lebte. 1864 lehnte es die preußische Regierung ab, seine Wahl zum Bürgermeister von Neuwied zu bestätigen.

[Bearbeiten] Parlamentarische Tätigkeit

von links nach rechts: die Führer der Fortschrittspartei: Ludwig Loewe Rudolf Virchow Albert Haenel Albert Traeger Eugen Richter um 1881

Richter gehörte 1869 bis 1906 als Mitglied zunächst der Fortschrittspartei, später der Freisinnigen und der Freisinnigen Volkspartei dem preußischen Abgeordnetenhaus und bereits seit 1867 dem Reichstag des Norddeutschen Bundes und ab 1871 dem Reichstag des Kaiserreiches an, wo er von 1874 bis 1906 den Wahlkreis Arnsberg 4 (Hagen-Schwelm) vertrat.

Wie sich der elsaß-lothringische Abgeordnete Abbé Emile Wetterlé später erinnerte, hielt Eugen Richter seine Reden nie von der Tribüne, sondern immer von seinem Platz aus: „Wenn ihm der Präsident das Wort erteilte, versammelten sich alle Mitglieder um ihn.“ Nach Einschätzung Emile Wetterlés hatten nur „wenige Debattierer den Mut, ihre Kraft mit dem gefürchteten Polemiker zu messen. Kardorff und Kanitz, wie Bebel und Singer nahmen nur widerwillig den Kampf mit dem Mann an, dem es immer gelang, das Lachen auf seiner Seite zu haben.“[5]

Der in einer Wohnung voller Karteikästen und Vogelkäfige lebende Einzelgänger war prädestiniert für die Rolle des unbeugsamen Gegenspielers von Otto von Bismarck. Sein ständiger Widerspruch reizte den Kanzler einmal bis zu der Drohung, den Raum zu verlassen, sobald Richter das Wort ergreife, „weil der oppositionelle Duft, welcher die ganze Person umgibt, meine Nerven affiziert“. Richters Hauptwaffe wurde das Budgetrecht; er war bekannt für die akribische Überprüfung jedes einzelnen Haushaltstitels und die Entdeckung getarnter Etatposten wie des „ausgestopften Hauptmanns“. In Preußen ließ er seine Fraktion als einzige gegen Johannes von Miquels Steuerreformen stimmen, die dem Staat zu hohe Einnahmen garantierten. Er kritisierte den Erwerb jeder einzelnen Kolonie des Deutschen Reiches, wie beispielsweise des „Sandlochs Angra-Pequena“ (Südwestafrika), auch wenn er gelegentlich zugestand, dass eine Erwerbung vorteilhafte Aspekte haben könnte. Richter störte es nicht, wegen der ständigen Rede vom „Pfennig des Steuerzahlers“ als Buchhalter und „Zahlenknecht“ von Franz Mehring charakterisiert zu werden.

Richter lehnte Ausnahmegesetze grundsätzlich ab, so die Gesetze des Kulturkampfes gegen die katholische Kirche, die von den Antisemiten geforderten Sondergesetze gegen die Juden, die Gesetze gegen die Polen sowie das Sozialistengesetz und die Umsturzvorlage gegen die SPD. Aus der Erfahrung der Fortschrittspartei, die durch die Verfolgung in der Reaktionszeit gestärkt worden war, schloss er, dass solche Maßnahmen auch im Sinne ihrer Befürworter kontraproduktiv sein würden. Bisweilen wird behauptet, dass er 1884 dafür gesorgt habe, dass eine mögliche Mehrheit gegen die Verlängerung des Sozialistengesetzes nicht zustande kam. Hierzu habe er Abgeordnete seiner Partei zur Abwesenheit „abkommandiert“. Richter wies diese Behauptung mit dem Argument zurück, dass, selbst wenn alle Abgeordneten bei der Abstimmung zugegen gewesen und gegen die Verlängerung gestimmt hätten, es zu einer Mehrheit gegen das Gesetz nicht gelangt hätte.[6]

[Bearbeiten] Parteiführer

Ab den 1870er Jahren entwickelte sich Richter zu einem und dann dem unumstrittenen Führer der Deutschen Fortschrittspartei.[7] Als einer der Führer der 1884 aus der Fusion mit der Liberalen Vereinigung hervorgegangenen Deutschen Freisinnigen Partei, die von manchen die „Kronprinzenpartei“ genannt wurde, hatten Richter und seine liberalen Freunde darauf vertraut, dass mit Kaiser Friedrich III. der Übergang zur parlamentarischen Verfassungsordnung gelingen werde. Der frühe Tod des Kaisers 1888 zerstörte diese Hoffnung. Die Anfang 1884 mit von Stauffenberg vereinbarte Fraktionsgemeinschaft mit der von der Nationalliberalen Partei abgespaltenen Liberalen Vereinigung, deren Mitglieder auch die Sezessionisten genannt wurden, führte wenige Monate später zur Fusion und damit zur Entstehung der Deutschen Freisinnigen Partei (DFP). Die DFP mit ihren bei der Fusion im März 1884 100 Abgeordneten sollte dem Kronprinzen bei einem Thronwechsel eine solide parlamentarische Plattform bieten, um eine liberale Regierung berufen zu können. Als Richter 1893 jeden Kompromiss mit dem rechten Flügel seiner Partei bei der Militärvorlage Leo von Caprivis verweigerte spaltete sich die Deutsche Freisinnige Partei in den rechten und den linken Flügel unter Eugen Richter, der sich den Namen Freisinnige Volkspartei gab, um eine Fusion mit der in Süddeutschland starken Deutschen Volkspartei von Leopold Sonnemann und Friedrich von Payer vorzubereiten. Dazu kam es allerdings nicht, auch wenn die Fraktionen im Reichstag eng kooperierten. Eine Zusammenarbeit mit den aus der Jugendorganisation der antisemitischen und staatssozialistischen Christlich-Sozialen hervorgegangenen Nationalsozialen Friedrich Naumanns lehnte Eugen Richter ab, weil er deren Programm nicht für liberal hielt.[8] Um seine Eigenständigkeit zu wahren, nahm er nach Ansicht seiner Kritiker die Stagnation des Liberalismus in Kauf, nach Ansicht seiner Anhänger beharrte er auf den Prinzipien des klassischen Liberalismus, auch in einem ungünstigen Umfeld. Wie er es einmal selbst ausdrückte:[9]

„Den rechten Kämpfer jedoch für die Rechte und Freiheiten des Volkes erkennt man daran, daß er auch in den für den Liberalismus ungünstigen Zeiten auf dem Platze bleibt.“

Eugen Richter: Rede im Reichstag 1884.

Die Massenbasis suchte er mit Organisationstalent durch den Ausbau der mehreren hundert lokalen Wahlvereine sowie durch ein intensives journalistisches Engagement zu stärken. Er konnte damit seine Partei zu ihren größten Wahlerfolgen bei der Wahl von 1884 mit 17,6 % der Stimmen im ersten Wahlgang und bei der Wahl von 1890 mit 16,0 % der Stimmen führen. Den nötigen finanziellen Spielraum sicherten Spenden von Parteifreunden, die ihm zum 50. und 60. Geburtstag jeweils 100.000 Mark überreichten, und eine Erbschaft über eine halbe Million Mark.

[Bearbeiten] Journalist und Publizist

Titelblatt der Freisinnigen Zeitung vom 1. Juni 1892 mit einem Teil des Leitartikels "Nieder mit den Antisemiten!"

Erste Schritte als Journalist machte Richter bereits während seiner Studienzeit. 1858 konnte er eine Ausarbeitung an der Universität als Artikel bei der „Illustrirten Zeitung“ platzieren. Die Zeitung war so zufrieden, dass sie ihm ihm folgenden Jahr das Angebot machte, die Redaktion des Blattes zu übernehmen. Vermutlich aus Rücksicht auf seine Eltern, denen eine Tätigkeit als Journalist zu unsicher erschien, lehnte er dies ab, schrieb aber für das Blatt weiter Beiträge für „fünf Pfennige die Druckzeile“.[10]

Zusammen mit Hugo Hermes, Ludolf Parisius und später auch Ludwig Löwe gab Eugen Richter den „Reichsfreund - Neues Wochenblatt für Stadt und Land“ von 1882 bis 1891 heraus. Der Titel bezog sich ironisierend auf den insbesondere von Otto von Bismarck häufig erhobenen Vorwurf, die Fortschrittlichen seien „Reichsfeinde“.[11] Im Jahr 1885 begründete er die Freisinnige Zeitung, für die er als Herausgeber fungierte und zumeist die Leitartikel schrieb. Darüber hinaus schrieb er für führende liberale Zeitungen und auch für Provinzblätter regelmäßig Leitartikel. In zahlreichen Broschüren befasste er sich mit politischen Tagesfragen, wobei die Titel sich oft schon polemisch gegen bestimmte Gesetzesvorlagen oder politische Gegner richteten, so zum Beispiel „Gegen die Konservativen“, „Gegen die Sozialdemokraten“, „Gegen die Nationalliberalen“, „Die Gefahren der Reaktion, insbesondere auf dem Gebiete der Wirtschaftspolitik“, „Gegen die Verlängerung der Wahlperiode“, „Gegen das Tabakmonopol“, „Gegen die Zoll- und Steuervorlagen des Kanzlers“, „Gegen die Militärvorlage“ oder "Gegen Kornzölle“.

In einem Kompendium stellte er in nach dem Alphabet angeordneten Artikeln seine Positionen sowie die seiner Partei und ihrer Gegner zusammen. Es erschien in neun Auflagen, erstmals 1877 unter dem Titel „Politischer Katechismus für freisinnige Landsleute“ und später bis 1903 als „Politisches ABC-Buch. Ein Lexikon parlamentarischer Zeit- und Streitfragen.“

[Bearbeiten] Letzte Ruhestätte

1903 erkrankte Richter an Rheuma und an einem Augenleiden, sodass er sein Mandat aufgeben musste. Er ist begraben auf dem Luisenstädtischen Friedhof in Berlin-Kreuzberg. Eine Porträtbüste des Bildhauers Ernst Wenck ziert das Grab. Als Richter starb, war die Entwicklung bereits über ihn hinweggegangen.[12][13] Die Freie Demokratische Partei zählt ihn, nach der Abwendung vom Sozialliberalismus, zu ihren Vorkämpfern. (Quelle fehlt) Entschieden Liberale[14] und ‚Libertäre.[15][16] beziehen sich positiv auf ihn.

Zu seinen Ehren wurde in seinem Wahlkreis Hagen, finanziert durch privaten Spenden, der Eugen-Richter-Turm errichtet. Einige Straßen, so in Düsseldorf, Erfurt, Hagen, Kassel, Karlsruhe und in Worms, sind nach ihm benannt.

[Bearbeiten] Politische Positionen

[Bearbeiten] Kampf gegen den Antisemitismus

Wie Berolina die Sechs siebte. - Am 27. Oktober 1881 erhalten bei den Reichstagswahlen die Kandidaten der Fortschrittspartei (Rudolf Virchow, Eugen Richter, Albert Träger, Kurt von Saucken-Tarputschen, Ludwig Loewe und Moritz Klotz) im ersten Wahlgang die meisten Stimmen in allen sechs Berliner Wahlkreisen. Die Kandidaten der antisemitischen Berliner Bewegung fallen durch das Sieb.[17]

Mit der Veröffentlichung des Artikels „Unsere Aussichten“ durch Heinrich von Treitschke in den Preußischen Jahrbüchern und den Reden des Hofpredigers Adolph Stöcker, der eine antiliberale und staatssozialistische Christlich-Soziale Arbeiterpartei zu etablieren suchte, erfuhr der Antisemitismus, der schon seit einigen Jahren geschwelt hatte, ab Ende der 1870er Jahre einen Aufschwung. Spielte sich die Auseinandersetzung zunächst in der Publizistik ab, in erster Linie im Antisemitismusstreit, so kam es im folgenden immer mehr zu unmittelbaren Übergriffen gegen Juden, wie der Kantorowicz-Affäre, oder dem Neustettinger Synagogenbrand, und Versuchen, die rechtliche und gesellschaftliche Stellung der Juden zu schmälern, zum Beispiel mit der Antisemitenpetition. Hiergegen leisteten Richter und die Fortschrittspartei sowie der linke Flügel der Nationalliberalen unter Theodor Mommsen und Heinrich Rickert, der sich 1880 als "Liberale Vereinigung" von den Nationalliberalen trennte und 1884 mit der Fortschrittspartei zur Deutsch-Freisinnigen Partei zusammenschloss, als einzige politische Richtung entschiedenen Widerstand, während sich der rechte Flügel der Nationalliberalen, die beiden konservativen Parteien, das Zentrum und die Sozialdemokraten abwartend neutral verhielten oder sogar mit dem Antisemitismus kokettierten.

Bereits im Februar 1880 äußerte der Kronprinz und spätere Kaiser Friedrich gegenüber dem Vorsitzenden der jüdischen Korporation von Berlin, Meyer Magnus, seine Mißbilligung der antisemitischen Bewegung. Diese sei eine „Schmach für Deutschland“ (nach anderen Berichten „eine Schmach unserer Zeit“[18]). Er habe sich bei seinen Auslandsreisen den Ausländern gegenüber dafür geschämt.[19] Diese Worte des Kronprinzen in einer nicht-öffentlichen Sitzung der Victoria-Invalidenstiftung brachte Richter an die Öffentlichkeit. Im November 1880 interpellierte die Fortschrittspartei im Preußischen Landtag und fragte an, wie sich die Regierung zur Antisemitenpetition und deren Forderungen stelle, und ob eine Beschränkung der Rechte der Juden beabsichtigt sei. Von Seiten der Regierung wurde dies verneint, allerdings nur geschäftsmäßig und ohne eine Verurteilung der antisemitischen Bewegung. Der Fortschrittliche Rudolf Virchow beklagte diese Antwort in der zweitägigen Debatte mit den Worten:

„Nun, meine Herren, wenn ich die Antwort, welche die Königliche Staatsregierung gegeben hat, als eine korrekte bezeichnet habe, so kann ich doch nicht leugnen, daß sie im Ganzen wohl etwas wärmer hätte sein können. Sie war korrekt, aber kühl bis ans Herz hinan!“

Die Judenfrage vor dem Preußischen Landtage. 1880, S. 24, (online).

Während am ersten Tag der Debatte, dem 20. November 1880, eher gemäßigte Stimmen von allen Seiten laut wurden und sich ein Konsens zur Verurteilung der antisemitischen Bewegung zu bilden schien, meldeten sich am 22. November 1880 Abgeordnete der Konservativen, Jordan von Kröcher, der Christlich-Sozialen, Adolph Stöcker, und des Zentrums, Julius Bachem, zu Wort, die offen ihren Antisemitismus ausdrückten. In einer scharfen Rede wies Richter dies zurück. Er sagte, die Konsequenzen der antisemitischen Bewegung voraus:

„Meine Herren! die ganze Bewegung hat einen durchaus ähnlichen Charakter in Bezug auf das letzte Ziel, in Bezug auf die Methode, wie die sozialistische. (Zuruf.) Das ist es, worauf es ankommt. Die kleinen graduellen Unterschiede treten vollständig zurück, das ist gerade das besonders perfide an der ganzen Bewegung, daß während die Sozialisten sich bloß kehren gegen die wirthschaftlich Besitzenden, hier der Racenhaß genährt wird, also etwas, was der einzelne nicht ändern kann und was nur damit beendigt werden kann, daß er entweder todtgeschlagen oder über die Grenze geschafft wird.“

'Die Judenfrage vor dem Preußischen Landtage. 1880, S. 63, (online), (online).

Und er schloss mit den Worten:

„Eben um der Regierung eine Gelegenheit zu bieten, sich darüber auszusprechen, wie sie dazu steht, einschließlich des Reichskanzlers, das ist der Grund, weshalb wir die Interpellation gestellt haben, und wir freuen uns des Erfolges und wünschen, daß im ganzen Lande von nun an eine kräftige Reaktion diese antisemitische Bewegung niederschlägt, die wahrlich nicht zur Ehre und zur Zier unseres Landes gereicht. (Bravo! links, Zischen rechts.)“

Die Judenfrage vor dem Preußischen Landtage, 1880, S. 65, (online), (online).

Als Reaktion auf eine antisemitische Veranstaltung am 17. Dezember 1880 in den Reichshallen in Berlin, auf der Ernst Henrici gegen die Juden gehetzt hatte, luden die Fortschrittler Hermes, Klotz, Knörcke, Langerhans, Löwe, Parisius, Richter, Straßmann und Virchow die Wahlmänner aller Parteien für den 12. Januar 1881 ebenfalls in die Reichshallen zu einer Versammlung ein, um zu demonstrieren, dass die Bürger von Berlin keineswegs auf Seiten der antisemitische Bewegung standen, sondern diese verurteilten.[20] Vor den 2.500 Teilnehmern hielten der fortschrittliche Rudolf Virchow, der nationalliberale Albrecht Weber und Richter die Reden, und im Anschluss wurde eine Resolution angenommen, die die antisemitische Bewegung scharf zurückwies.[21]

In seiner von häufigem Beifall unterbrochenen Rede geißelte Richter die besonders unter Studenten grassierende antisemitische Bewegung:

„Und was sehen wir jetzt für eine unerhörte Erscheinung? Junge Leute, welche die große Zeit noch gar nicht mit politischem Bewußtsein durchlebt haben wie wir — denn sie drückten damals die Schulbank in Quarta und Quinta (Heiterkeit) — junge Leute, die noch gar nicht bewiesen haben, was sie werth sind, die drängen sich vor und wagen es, diesen jüdischen Rittern des Eisernen Kreuzes und den Vätern, die für Deutschland ihre Söhne dahingegeben, entgegenzuschleudern, daß sie nicht zur deutschen Nation gehören?!! (Lang andauernder, stürmischer Beifall. Rufe: Pfui!)“

Verurtheilung der antisemitischen Bewegung durch die Wahlmänner von Berlin.

Er wendete die Vorwürfe, die Juden seien an den höheren Schulen überrepräsentiert, gegen ihre Urheber:

„1870 schlugen sich die Deutschen tapfer gegen den Feind, heute glaubt man ein tapferer Deutscher zu sein, wenn man erst die Juden hinaushaut und dann unter sich in Versammlungen allerlei Klatschgeschichten über sie erzählt, die nicht nur keines deutschen Mannes, sondern überhaupt keines erwachsenen Mannes würdig sind! (Allseitiger Beifall.) Heute sieht man es als eine Heldenthat an, wenn man mehr trinkt, wie die Juden, und tadelt es als gebildete Nation, daß die Juden so viel Kinder auf höhere Schulen schicken, und wenn man dann alle diese wackeren Thaten verrichtet hat — dann singt man: "Deutschland, Deutschland über Alles!" (Stürmische Heiterkeit.) Wahrlich: Unseren Freund Hoffmann von Fallersleben hat ein gütiges Geschick davor bewahrt, diesen Mißbrauch seines prachtvollen Liedes mit erleben zu müssen, denn, das gestehe ich offen: wenn das deutsch, wenn das christlich sein soll, dann möchte ich lieber überall in der Welt sein, als im christlichen Deutschland! (Lebhafter Beifall.)“

„Den deutschen Handwerkern, Arbeitern und Geschäftleuten gereicht es zur Ehre, daß diese Bewegung, angeblich in ihrem Interesse geführt, doch nicht aus ihren Kreisen entstanden ist (Lebhafter Beifall), so wenig wie die Kornzollagitation aus den Kreisen der Landwirthe hervorging. ... Solche Leute, die sich „gebildet“ nennen, sind es, welche die Judenhetze inszenirt haben; freilich zeigt sich auch hier wieder, daß die größere geistige Bildung, wenn sie nicht gepaart ist mit der Bildung des Herzens und wahrer Religiosität — nicht jener Religiosität, die zwar Gott auf den Lippen, aber den Teufel im Herzen hat — oft zu nichts weiter führt, als zur Rohheit in raffinirterer Form! (Beifall.) ... Die Sozialdemokratie predigte ja Haß und Neid, entfesselte die Leidenschaften, aber doch nur gegen gewisse wirthschaftliche und äußere Verhältnisse; aber diese Bewegung verlangt ein Ausnahmerecht gegen den Menschen als solchen, gegen seine Abstammung, ja gegen seine Körperbeschaffenheit.“

Verurtheilung der antisemitischen Bewegung durch die Wahlmänner von Berlin.

Er beendete seine Rede mit dem Aufruf:

„In diesem Sinne lassen Sie auch uns in einer Liga ohne Unterschied der Parteien ankämpfen gegen die Schlechtigkeit dieser Bewegung und lassen Sie uns in dieser Resolution anknüpfend an den Neujahrsgruß der Stadtverordneten an den Kaiser und dessen Erwiderung uns einig fühlen in der Ueberzeugung, daß nur in dem friedlichen und einträchtigen Zusammenwirken aller Kräfte des nationalen Lebens, vor dem kein Unterschied des Bekenntnisses Berechtigung hat, die Wohlfahrt des Deutschen Reiches und seiner einzelnen Bürger gedeihen kann. (Lebhafter, anhaltender Beifall.)“

Verurtheilung der antisemitischen Bewegung durch die Wahlmänner von Berlin.

Für seine Verteidigung der Juden gegen die Angriffe der antisemitischen Bewegung wurde Richter von dem Antisemiten Ernst Henrici als „Judenknecht“ bezeichnet.[22]

Aus der jüdischen Gemeinschaft kamen auch kritische Stimmen:

„Damals begann der Antisemitismus seinen Siegeslauf. Die jüdischen Parlamentarier hätten ihm wohl entgegentreten können, die Löwe, Bamberger, Hirsch, waren keine eifrigen Juden, aber doch Männer von starkem Ehrgefühl. Richter aber paßte es keineswegs, daß seine Gefolgschaft die Rolle der Judenverteidigung übernahm, und so mußten sie schweigen. Der gutherzige und wohlwollende Rickert gründete den Abwehrverein. Richter blieb der Leitung fern. Er erinnerte sich der Juden zwar bei den Wahlen, und die stets geldbedürftige Parteileitung kargte dann nicht mit Forderungen, wohl aber mit Mandaten. Als die deutschfreisinnige sich wiederum schied, wurde das noch schlimmer. Die freisinnige Vereinigung hatte ja kaum einen sicheren Sitz zu vergeben, aber die richtersche Volkspartei war wohl in der Lage, einen zielbewußten Juden in den Landtag zu bringen. Aber Richter wollte nicht. In seinem Blatte fielen gelegentlich antisemitische Bemerkungen wie im sozialistischen ‚Vorwärts‘, und die entsprechenden Bemühungen der jüdischen Notablen blieben erfolglos.“

zitiert nach Adolf Friedemann, Eugen Richter, 1906, S. 11-12.

[Bearbeiten] Kampf gegen den Sozialismus

Titelseite der "Irrlehren der Sozialdemokratie", November 1890.
Titelseite der "Sozialdemokratischen Zukunftsbilder", November 1891.

Richter beobachtete die Entstehung und Entwicklung der sozialistischen Bewegung in Deutschland von den Anfängen an aus nächster Nähe und wurde einer der heftigsten politischen Gegner der Sozialdemokratie und der jungen sozialistischen Arbeiterbewegung. Er selbst engagierte sich in der liberalen Arbeiterbewegung vor allem als Genossenschafter. Seine ersten Erlebnisse stammten aus den 1860er Jahren. Einerseits waren dies die Angriffe Ferdinand Lassalles und seiner Anhänger gegen Hermann Schulze-Delitzsch und das von ihm begründete Genossenschaftswesen, für das sich Richter auch selbst in Konsumgenossenschaften einsetzte. Zum anderen verfolgte er in Berlin hautnah die stillschweigende Zusammenarbeit der Lassallianer mit den Konservativen unter Otto von Bismarck. Während die Fortschrittspartei im Preußischen Verfassungskonflikt in einem erbitterten Kampf mit der Regierung lag, zettelten die Anhänger des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins Saalschlachten in fortschrittlichen Veranstaltungen an. Die Behörden schritten dann nicht ein, um das Vereinsrecht der Fortschrittspartei vor den Übergriffen zu schützen, sondern lösten die ihnen unerwünschten Versammlungen auf. In seiner ersten Schrift von 1863 gegen die Sozialdemokraten „Die wirtschaftlichen Bestrebungen von Schulze-Delitzsch im Gegensatz zu den sozialdemokratischen Irrlehren von Lassalle“ stellte Eugen Richter das Genossenschaftswesen auf Selbsthilfe den von Lassalle geforderten „Produktiv-Associationen mit Staatshülfe“ gegenüber. In dem 1865 erschienenen Buch „Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei in Deutschland seit dem Tode Ferdinand Lassalles“ dokumentierte er die inneren Streitereien und Unregelmäßigkeiten der Nachfolger Lassalles, insbesondere die regierungsfreundliche Propaganda im Zentralorgan „Der Social-Demokrat“ durch Johann Baptist von Schweitzer.

Bereits in seiner Schrift Die Fortschrittspartei und Sozialdemokratie machte er deutlich, was das Ziel seiner Partei war:

„Lassen Sie uns den Kampf der Fortschrittspartei mit den anderen politischen Parteien nach rechts hin immer als Nebensache betrachten und verweisen wir unsere Freunde, wie andere politische Parteien, darauf, daß es unsere Hauptaufgabe ist, den uns allen gemeinsamen Gegner, die Sozialdemokratie, zu besiegen.“

Die Fortschrittspartei und Sozialdemokratie, S. 31.

Richter kehrte zu dem Thema zurück anlässlich der Versuche Bismarcks, nach zwei Attentaten auf den Kaiser 1878 ein Sozialistengesetz durch den Reichstag zu bringen. Dies führte zu den Broschüren „Die Fortschrittspartei und die Sozialdemokratie“ und „Die Sozialdemokraten, was sie wollen und wie sie wirken“. Seine Reichstagsrede zur Ablehnung der ersten Version des Sozialistengesetzes vom 23. Mai 1878 wurde als die Broschüre „Attentat und Sozialistengesetz“ herausgegeben. In dieser Reichstagsrede erklärte er:

„Der sozialistische Staat hat die Vernichtung der persönlichen und politischen Freiheit zur Vorbedingung. (Widerspruch bei den Sozialisten.) — Jawohl! Krasser Despotismus einer Majorität oder einzelner weniger Leute, die dem Einzelnen vorschreibt, was er zu arbeiten hat, was er dafür für einen Lohn empfängt und was er dafür zu konsumiren hat; das ist der sozialistische Staat. (Widerspruch.) Es ist ja alles, was die Sozialisten wollen, gedruckt zu lesen; über ihre Tendenz ist ja nur die Polizei im Unklaren. (Große Heiterkeit.)“

Stenographische Berichte des Deutschen Reichstags, 3. Legislaturperiode, 1878,2, 54. Sitzung, S. 1515–1523., Eugen Richter gegen das Sozialistengesetz (1. Version).

Richter verkannte Bismarcks Ziel, sowohl Sozialdemokraten wie auch Liberale zu schwächen. Die Fortschrittspartei verlor 1878 viele Wähler und Mandate. (Quelle fehlt)

In ihrer Anfangszeit sei die von Johann Baptist von Schweitzer geführte Vorgängerorganisation der sozialdemokratischen Partei, der ADAV, im geheimen von Bismarck unterstützt worden, um die Fortschrittspartei zu schwächen:

„Herr Bebel hat hier im Reichstag über Herrn von Schweitzer, der bis zum Jahr 1872 Präsident des allgemeinen deutschen Arbeitervereins in Berlin gewesen ist, am 9. Dezember 1875 folgendes erklärt: Wir aber wissen es, daß Herr von Schweitzer, der sozialistische Führer, im geheimen ein politisches Werkzeug der preußischen Regierung war, der unter radikaler Maske den Regierungsagenten spielte. Meine Herren, der Herr Hasenclever, der zu jener Zeit, als von Schweitzer Präsident des Vereins war, Sekretär des Vereins war, hat den Herrn Abgeordneten Bebel noch nicht berichtigt in Bezug auf diesen Punkt.“

„Ich kann nicht sagen, daß ich es für eine Verleumdung halte, wenn man eine solche Behauptung aufstellt, daß die sozialdemokratische Bewegung in Berlin bis in das Jahr 1872 hinein wesentlich und in der Hauptsache ein Kunstprodukt gewesen ist, das von einer Seite unterstützt und subventionirt worden ist.“

Die Mentalität der Sozialisten führte er auf die Denkgewohnheiten des Obrigkeitsstaates zurück:

„Meine Herren, der Herr Abgeordnete Jörg hat die sozialistische Bewegung bezeichnet als einen Schatten, der das moderne Kulturleben begleitet. Ich weise das zurück. Meine Herren, das ist der Schatten des untergehenden Polizeistaats, der noch in unser Kulturleben hineinfällt; der Polizeistaat hat die Menschen erzogen in dem Wahn, daß es nur auf den Staat und die Staatsgewalt ankomme, um die größte Glückseligkeit auf der Welt hervorzubringen. Daher ist in den Köpfen jener Leute die Meinung entstanden, daß es nur darauf ankomme, des Staatsruders sich zu bemächtigen, seine Leute in die Leitung des Staates einzusetzen, und jene geträumte Glückseligkeit sei sofort zu erreichen, die angeblich jetzt aus bösem Willen von denen, die den Staat leiten, ihnen vorenthalten wird.“

Die Sozialdemokratie könne erfolgreich nur von einem fortschrittlichen Standpunkt und mit geistigen Mitteln bekämpft werden:

„Herr von Helldorff bezeichnet das noch näher: der loyale, ruhige Bürger verlangt, daß etwas geschehe, der schlichte Sinn des Volks verlangt, daß etwas geschehe. Ja, meine Herren, einen Bruchtheil des Volks außerhalb hat man bei dieser Vorlage auf seiner Seite, das ist derjenige Bruchtheil des Volks, der Ruhe für die erste Bürgerpflicht hält, (Heiterkeit) derjenige, der, wenn auf der Straße etwas passirt, den Kopf aus seiner Zipfelmütze heraussteckt und fragt, was da los sei und dann sagt, sofort müsse nach der Polizei geschickt werden. Hat man nach der Polizei geschickt, so zieht er den Kopf wieder zurück und legt sich wieder auf das Ruhelager und bleibt nach wie vor der ruhige, loyale Bürger, der niemandem etwas zu Leid thut. Meine Herren, diese staatserhaltenden Kräfte erhalten am wenigsten den Staat. (Große Heiterkeit.)“

Er attackierte auch die utopische Dimension seiner sozialdemokratischen Konkurrenz. Sein auf den Optimismus in Edward Bellamys Looking Backward 2000–1887 (1888) antwortender Roman Sozialdemokratische Zukunftsbilder. Frei nach Bebel (1891) wurde nach nicht widerlegten Behauptungen der Sozialdemokraten auch von Arbeitgebern an ihre Belegschaften verschenkt. Das Buch erreichte eine Auflage von über 250.000 Exemplaren und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Darin malte Richter ein Horrorbild das nach einer sozialdemokratischen Revolution entstehen sollte: eine ‚Erziehungsdiktatur‘, allgegenwärtige staatliche Kontrollen und sogar die Verstaatlichung der individuellen ‚Aussteuer‘.

[Bearbeiten] Kampf gegen das Sozialistengesetz

Eugen Richter lehnte das Sozialistengesetz und auch alle anderen Gesetze ab, die zur Verfolgung der Sozialdemokraten angestrebt wurden, wie beispielsweise die so genannte "Umsturzvorlage". Dies beruhte auf seinem Verständnis einer umfassenden Freiheit des Einzelnen, die auch für diejenigen verteidigt werden müsse, deren Programm "die Vernichtung der persönlichen und politischen Freiheit zur Vorbedingung" habe:[23]

„Uns, meine Herren, werden Sie stets in der Opposition finden, wenn es darauf ankommt, diese persönliche, politische und wirthschaftliche Freiheit des Einzelnen zu beschränken, während die Sozialisten, wenn es sich nicht gerade um die Freiheit des Arbeitnehmers handelt, das habe ich schon einmal zu bemerken Gelegenheit gehabt, weit mehr mit den andern Parteien des Hauses zusammenstimmen, wie mit uns.“

Die Sozialdemokratie müsse hingegen mit geistigen Mitteln bekämpft werden, die allein wirksam seien:[24]

„Der Herr Minister mag sagen: ja, die Mittel reichen nicht, es muß außerdem noch etwas geschehen zur Bekämpfung der Agitation; aber, meine Herren, in dem Augenblick, wo Sie die eine Partei mundtodt machen, da machen Sie es doch ganz unmöglich, diese Partei zu bekämpfen, wenigstens wirksam zu bekämpfen in ihrer Agitation. Es wird ja diese ganze Kraft gelähmt, und doch müssen wir der Meinung sein, daß schließlich allein auf diesem Weg der Ueberzeugung diese Bewegung eingeschränkt werden kann. Es hilft nun einmal nichts, diese Bewegung muß auf demselben Wege wieder hinaus aus dem deutschen Volke, wo sie hineingekommen ist; ein anderer Weg führt nicht zum Ziel.“

„Wenn wir alle unsere Kraft auf dieses Gesetz stellen, auf die polizeiliche Verfolgung, dann ist dies, wie dies richtig bemerkt wurde, die Bankerotterklärung der bürgerlichen Gesellschaft als solche, gegenüber der Sozialdemokratie noch etwas zu vermögen.“

Eugen Richter lehnte eine Verfolgung der Sozialdemokraten auch aus rechtsstaatlichen Gesichtspunkte ab, weil diese der Gleichheit vor dem Gesetz als "Ausnahmegesetze" widersprächen. Inkonsequenterweise bediene sich die Regierung gleichzeitig sehr ähnlicher Argumente, die sie bei den Sozialdemokraten als die Ordnung untergrabend verfolgen wolle:[25]

„Wenn nun ein Sozialdemokrat eine Rede für das Verbot der Sonntagsarbeit hält, können Sie ihn dann mit Gefängniß bestrafen, und wenn Herr von Helldorff in seinem Kreise eine solche Rede hält, diesen nicht? was wäre das für eine Gesetzgebung, was für eine Verwaltung! Die Sache würde freilich praktisch sich so gestalten, daß man die Verfolgung an Personen knüpft und sagt, wo die und die Personen auftreten, da werden die Ziele der Sozialdemokratie verfolgt, da müssen wir einschreiten.“

Es drohe außerdem eine Ausweitung der Verfolgung auch auf unpolitische Vereine von Arbeitern und die andere Parteien, wobei er besonders den Liberalismus für bedroht hielt:[26]

„Wir lesen ja in der Presse, daß die Fortschrittspartei, die liberale Partei den Sozialdemokratismus erzeugt habe. Nun, meine Herren, welche Logik liegt denn da näher, als die Quelle zu verstopfen und ein weiteres Gesetz auch gegen diese Parteien zu kehren.“

An die Unterstützer des Sozialistengesetzes gewandt, warnte er davor, dass ihre Vorgehensweise selbst in ihrem Sinne kontraproduktiv sein werde:[27]

„Kann man der sozialdemokratischen Bewegung mehr nützen, als es dadurch geschieht?“

[Bearbeiten] Kampf gegen den konservativen Staatssozialismus

Ohne Beleg wird bisweilen behauptet, dass Richter soziale Reformen wie die Versicherungsgesetze mit der Begründung ablehnte, damit verwöhne man den Arbeiter, statt ihn auf den freien Wettbewerb der Kräfte vorzubereiten. In Leitartikeln für die Freisinnige Zeitung vom 17. und 18. April 1889 führte er als Gründe für die Ablehnung des beabsichtigten Altersversorgungsgesetzes hingegen zwölf Gründe auf: die systematisch ungerechte Behandlung von Frauen, Handwerkern, Handlungsgehilfen und Landarbeitern, die mangelhafte Versorgung von Witwen und Waisen, die Unsicherheit und Dürftigkeit der Rente, die Verdrängung der betrieblichen Altersversorgung, die obrigkeitliche Überwachung der Arbeiter, die Notwendigkeit von Steuererhöhungen und einer umfangreichen Bürokratie sowie die Behinderung der Kapitalbildung, insbesondere durch genossenschaftliche Pensionskassen. Letztlich etabliere man damit ein System, das zum Staatsbankrott führe:

„Indem man alle selbstständige Kassenbildung erschwert oder beschränkt, drängt man auf den Weg der Staatshilfe und erweckt hier Ansprüche an den Staat, die kein Staatswesen auf Dauer befriedigen kann. Man schafft im günstigsten Fall schablonenmäßige dürftige Einrichtungen, deren Unzulänglichkeit und Ungeeignetheit für diese Lebensverhältnisse mehr geeignet sind, neue Unzufriedenheit hervorzurufen, als vorhandene zu beseitigen.“

Eugen Richter: Zwölf Gründe gegen das Altersversorgungsgesetz. Freisinnige Zeitung, Nr. 92, V. Jahrgang, Donnerstag, 18. April 1889

[Bearbeiten] Verteidigung des Parlamentarismus

Schonungslos bekämpfte Richter das persönliche Regiment Kaiser Wilhelm II.. Am 18. Mai 1897 fertigte er die Regierung im Reichstag mit den Worten ab:

„Und wo ist denn eine Garnitur von neuen Ministern (Heiterkeit links), die sich hinter den Herren hier könnte aufführen lassen? So weit Sie blicken, nichts als geschmeidige Höflinge, die sich jeder Ansicht von oben anschließen! Avancirte Büreaukraten oder schneidige Husarenpolitiker (sehr gut! links), das ist es, was sich einer solchen Politik zur Verfügung stellen kann. (Lebhafte Zustimmung links.) Handlanger, aber im gewöhnlichen Sinne des Worts! (Stürmisches Bravo links. — Händeklatschen.)“

Eugen Richter gegen das persönliche Regiment Wilhelms II.

Und er betonte demgegenüber den Vorrang des Parlaments vor dem Monarchen:

„Daran wollen wir uns doch auch erinnern, daß das Deutsche Reich als solches keine angestammte Dynastie hat, und daß das Kaiserthum in Deutschland nicht älter ist als der Reichstag. (Sehr gut! links. Glocke des Präsidenten.)“

Dies löste den Rücktritt Heinrich von Böttichers aus.

[Bearbeiten] Kritik des Imperialismus

Grundsätzlich bezweifelte Richter die Sinnhaftigkeit der deutschen Kolonialpolitik. In seiner Rede gegen die „Hunnenrede“ Wilhelms II. am 20. November 1900 führte er aus:

„Ich meine aber auch, daß die Erfahrungen des letzten Jahres gerade geeignet sind, diejenigen, welche noch Phantasien nachgegangen sind über Weltreich und Weltherrschaft, zu ernüchtern. Was haben denn die Engländer mit ihrem Imperialismus für Erfahrungen gemacht? Zwei Milliarden hat ihnen der südafrikanische Krieg gekostet und 40 000 ihrer besten Truppen! Und was haben sie erreicht? Sie haben sich nur ein neues Irland da unten geschaffen, noch schwieriger zu behandeln als das europäische Irland! Und was haben die Amerikaner auf den Philippinen erreicht? Trotz einer ständigen großen Armee, trotz großer finanzieller Aufwendungen können sie dort keinen dauernden Friedenszustand schaffen. (...). Darum, meine Herren, die Zukunft Deutschlands liegt wahrhaftig nicht auf dem Wasser, die Zukunft Deutschlands liegt im Lande selbst (sehr richtig! links) und da bieten sich so viel schwierige und große Aufgaben für die Regierungen dar, deren Lösung weit fruchtbringender ist und viel dankbarer empfunden wird als alle überseeischen Probleme in Ostasien oder sonst wo. (Lebhafter Beifall links.“

Eugen Richter zur Hunnenrede Wilhelms II.

In seiner Rede gegen die Flottenaufrüstung am 14. November 1899 argumentierte er im Reichstag ähnlich.

„Allerdings ist gesagt worden, die Flügel des deutschen Adlers sollen weiter ausgebreitet werden. Wir suchen nach allerlei Punkten herum, auf denen wir uns festsetzen können als Stützpunkt für unseren Handel. Meine Herren, die Kolonien, die wir haben, wollen vom Reich gestützt werden, sie stützen nicht den Handel. Was wir zu unseren Kolonien zuschießen, kostet mehr, als der ganze Ein- und Ausfuhrwerth der Handelsbeziehungen Deutschlands mit diesen Kolonien bedeutet. (Sehr richtig! links.) Der Himmel bewahre uns, daß wir noch mehr solcher Punkte bekommen.“

Das Ziel der Politik müsse ein anderes sein:

„Es geht deshalb gar nicht anders, als daß man aufhört mit der fortgesetzten Vermehrung der Soldaten, der Schiffe, der Kolonien und auch der afrikanischen Eisenbahnen. Es muß an die Stelle der Phantasien über Weltpolitik und Weltwirtschaft und Weltreich mehr das nüchterne Einmaleins wieder zu seinem Rechte kommen. Nicht der Glanz und der Ruhm des Monarchen und auch nicht die Macht des Reiches ist der Selbstzweck eines Staatswesens, sondern nur die Wohlfahrt des Volkes und aller seiner einzelnen Berufsklassen.“

Eugen Richter: Rede im Reichstag 1900.[28]

[Bearbeiten] Verteidigung der Religionsfreiheit

Im Gegensatz zu vielen in seiner eigenen Partei, der Deutschen Fortschrittspartei, lehnte Eugen Richter die Verfolgung der katholischen Kirche im Zuge des "Kulturkampfs" ab. Stattdessen empfahl er ein Programm der konsequenten Trennung von Staat und Kirche:[29]

„Meine Herren, man gebe dem Volke volle Vereins- und Versammlungsfreiheit, man schaffe freie Privatschulen, man befreie die öffentlichen Schulen von der Aufsicht der Geistlichkeit, man schaffe Civilstands-Register und führe die obligatorische Civilehe ein, man dotire die Kirche aus öffentlichen Mitteln nicht mehr, als sie aus privatrechtlichen Titeln verlangen kann. Man lasse nicht aus öffentlichen Mitteln unter dem Namen Religionsunterricht oder Theologie auf Schulen, Gymnasien, Universitäten Dinge lehren, welche in schneidendem Widerspruche mit der wissenschaftlichen Erkenntniß unserer Zeit stehen. Man verweise die Geistlichen für die Eintreibung ihrer Kirchensteuer auf den gewöhnlichen Civilprozeß; dann wird es sehr bald Tag werden, dann werden die schwarzen Gespenster, vor denen sich viele der Herren so zu fürchten scheinen, sehr bald verschwinden.“

– Rede im Reichstag am 25. November 1871.

Abgesehen von prinzipiellen Erwägungen sei eine Verfolgung auch im Sinne ihrer Befürworter kontraproduktiv:[30]

„Glauben Sie in der That, daß die Regierung hierbei mit diesen Mitteln ihre eigenen Zwecke erreichen werde? Glauben Sie, daß, wenn die Staatsbehörde die Jugend systematisch verdummen läßt, durch Strafrechts-Paragraphen die Eltern vor den Folgen jener Verdummung geschützt werden können? (Heiterkeit; Sehr gut! im Centrum.) Glauben Sie, daß überhaupt mit Haß- und Verachtungsparagraphen sich einen Opposition niederhalten läßt? Der Herr Vorredner hat ganz recht, solche Verfolgungen dienen nur dazu, die Opposition zu schüren, den Märtyrern aus diesem Paragraphen wird hundertfach die Kraft des Widerstandes erwachsen, mit diesen Paragraphen schlagen Sie die ultramontane Partei nicht, Sie kitzeln Sie nur, (große Heiterkeit.) und sie stacheln sie nur auf zu energischem Widerstande.“

– Rede im Reichstag am 25. November 1871.

Richtig sagte er voraus, dass die Gesetze des Kulturkampfs der Vorläufer auch für andere Verfolgungen werden würden:[31]

„Das kann mich nicht trösten, daß der reaktionäre Spieß, nachdem er bisher mehr gegen links gekehrt war, nun gegen das Centrum gerichtet wird, dieselbe Hand, die ihn nach rechts gedreht hat, kann ihn auch wieder nach links drehen. Haben wir doch schon gelesen, daß die sächsische Regierung in ihrem besonderen Polizeieifer versucht hat, ob sich nicht im Bundesrathe bei dieser Gelegenheit ein ähnliches Gesetz auch gegen die socialdemokratische Partei machen ließe.“

– Rede im Reichstag am 25. November 1871.

Eugen Richter wandte sich auch gegen die Verfolgung von nicht-etablierten Religionsgemeinschaften:[32]

„Meine Herren, die Geschichte der Freireligiösen, der Dissidenten ist eine wahre Leidensgeschichte (sehr richtig! links); und wenn man keinen Titel des Gesetzes findet, den man gegen sie gebrauchen kann, so sagt man — und das spreche ich aus den Wahrnehmungen der Praxis heraus —: gewiß, es besteht Religionsfreiheit, aber ihr habt ja überhaupt keine Religion, Und deshalb kann auch die Religionsfreiheit für euch nicht gelten. Man konstruirt dabei von Obrigkeits wegen einen Normalbegriff von Religion und sagt: alle Bestimmungen von Religionsfreiheit finden aus diejenigen keine Anwendung, deren Bestrebungen sich nicht unter diesen Normalbegriff von Religion bringen lassen.“

– Rede im Reichstag vom 5. Dezember 1900

Er missbilligte dabei besonders den Anspruch des Staates festzustellen, was als eine Religion gelten dürfe:[33]

„Wir wollen nicht bloß den freien Austritt aus einer anerkannten Kirche, sondern wollen auch, daß der Ausgetretene sich einer Gemeinschaft anschließen und darin diejenigen Ansichten bethätigen kann, die seinem eigenen Glauben, seiner eigenen Ueberzeugung entsprechen. Unser Programm geht dahin: gleiches Recht für alle Bekenntnisse, nicht bloß für die Bekenntnisse der anerkannten Religionsgemeinschaften. (Sehr gut! links.) Wir wollen nicht, daß die Erlangung von Rechten abhängig wird von einer Anerkennung, d. h. von einer Konzession der Obrigkeit, von einer Abstempelung des Bekenntnisses, welches einer Religionsgemeinschaft unterliegt.“

– Rede im Reichstag vom 5. Dezember 1900

[Bearbeiten] Kritik an Eugen Richter

Franz Mehring, kritisierte Richter: „Die freihändlerische Bourgeoisie mußte den großen Krach aus der Welt zu hexen, die ruchlosesten Gründungen als „korrekteste“ Geschäfte darzustellen suchen, und das gelang ihr nur unvollkommen, trotz der massivsten Unwahrheit, welche die Eugen Richter und Konsorten bei der Lösung dieser erhebenden Aufgabe entwickelten. Am wenigsten entwaffneten sie den „Sozialismus des dummen Kerls“ durch einen künstlich gezüchteten Philosemitismus, der nicht klüger, aber noch widerlicher war, als der naturwüchsige Judenhaß der Bauern und Handwerker.“[34]

„In dem er sich unfähig zeigte, eine klare Alternative zur Politik Bismarcks zu vertreten, und die Bestrebungen zur gesamtdeutschen Vereinigung der kleinbürgerlichen Demokraten Mitte der 70er Jahre hintertrieb, trug er zum Versagen des Linksliberalismus in Deutschland bei.“[35]

„So vielseitig Richter bei der Entwicklung der Parteipublizistik auch war, inhaltlich glichen seine unzähligen Artikel und Broschüren und ABC-Büchlein einer trockenen Registratur politischer Fakten, die jahrelang fast allein von ihm gestaltete ‚Freisinnige Zeitung‘ - auch in der Form - einem umgestülpten Karteikasten. Lag auch die Vermittlung von Material für den politischen Kampf in seiner Absicht, so wird (…) jedoch auch deutlich, daß das Unvermögen, politische Zusammenhänge in journalistisch ansprechender Form darzustellen, zugleich eine Begleiterscheinung der schwindenden Potenz des Linksliberalismus war.“[36]

[Bearbeiten] In der Literatur

Reaktionäre Charaktere in der Literatur des Kaiserreichs rekurrieren teils auf Richter als Antipoden von Bismarck und Wilhelm II. So heißt es in Theodor Fontanes Effi Briest über den Baron von Innstetten, der von einem Besuch bei Otto von Bismarck zurückkehrt:

„Um neun erschien dann Innstetten wieder zum Tee, meist die Zeitung in der Hand, sprach vom Fürsten, der wieder viel Ärger habe, zumal über diesen Eugen Richter, dessen Haltung und Sprache ganz unqualifizierbar seien, …“

Theodor Fontane: Effi Briest. 1896, 13. Kapitel, (online).

In Heinrich Manns Roman Der Untertan sagt Diederich Heßling:

„Hier kam ihm ein Einfall, oder war es eine Erinnerung, er wußte nicht. „Seine Majestät haben das erhabene Wort gesprochen: ‚Mein afrikanisches Kolonialreich für einen Haftbefehl gegen Eugen Richter!‘ Ich aber, meine Herren, liefere Seiner Majestät die nächsten Freunde Richters!““

Heinrich Mann: Der Untertan. 1914, S. 445–446, (online).

[Bearbeiten] Posthume Rezeption

„Wenn man so dem Toten Gerechtigkeit widerfahren läßt, darf man auch nicht vergessen, daß er kein schöpferischer Kopf war. Er war wirklich groß nur in der Kritik, und er wußte daß wohl selbst. Nie hat er darum ein Amt, positive Macht erstrebt. Er wuchs nur an der Größe anderer. Solange er die Klinge mit Bismarck kreuzen konnte war er ein Held. Mit dem Sturz des Riesen fiel auch er ins Bodenlose. Was er später noch leistete, war Kleinarbeit.“

Adolf Friedemann, Eugen Richter, 1906, S. 11.

Ludwig Erhard betonte 1963 in einem Interview mit Günter Gaus den über seinen Vater vermittelten Einfluss Eugen Richters auf sein politisches Denken:

„Erhard: Nein, gar nicht, denn mein Vater hat ja von nichts aus begonnen und hat es aus seiner Sicht sicher weit gebracht. Kaiser- und königstreu ist vielleicht auch nicht ganz der richtige Begriff, er war eigentlich mehr obrigkeitstreu; aber doch nicht in dem sklavischen Sinne, sondern er gehörte der Freisinnigen Partei an, er war ein Mann Eugen Richters, und mit diesem Geist sind wir auch schon von der Jugend auf getränkt worden.

Gaus: Sie haben also durchaus die Erinnerung, dass Sie bereits in Ihrem Elternhaus Kontakt zu politischen Vorstellungen gewonnen haben?

[Bearbeiten] Werke

  • Über die Freiheit des Schankgewerbes. Ein Beitrag zur Reform der preußischen Gewerbepolizei, insbesondere des Conzessionswesens. Verlag des Handels- und Gewerbe-Vereins für Rheinland und Westphalen, Düsseldorf 1862.
  • Die wirtschaftlichen Bestrebungen von Schulze-Delitzsch im Gegensatz zu den sozialdemokratischen Irrlehren von Lassalle. Düsseldorf 1863.
  • Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei in Deutschland seit dem Tode Ferdinand Lassalles. Zusammengestellt und aktenmäßig belegt aus den beiden Organen der Partei, dem Sozialdemokrat in Berlin und dem Nordstern in Hamburg. Berlin 1865. Digisat
  • Die Consumvereine, ein Noth- und Hilfsbuch, für deren Gründung und Einrichtung. Verlag von Franz Duncker. Berlin 1867. Digisat
  • Eugene Richter: Cooperative Stores, Their History, Organization, and Management. Verlag Leypoldt & Holt, 1867. Digisat
  • Das preußische Staatsschuldwesen und die preußischen Staatspapiere. Maruschke & Berendt. Breslau 1869. Digisat
  • Das neue Gesetz betreffend die Konsolidation Preußischer Staatsanleihen mit den Ausführungsbestimmungen erläutert. Breslau 1870.
  • Politischer Katechismus für freisinnige Landsleute. Berlin 1877.
  • Zeuge Stöcker. Ein Zeitbild aus dem Jahre 1885. Die Prozeßverhandlungen wegen Beleidigung des Hofpredigers Stöcker vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Berlin I. Verlag "Fortschritt Aktiengesellschaft", Berlin 1885. Digisat
  • Die Irrlehren der Sozialdemokratie. Verlag "Fortschritt Aktiengesellschaft", Berlin 1890 (EOD-Network 2011, ISBN 3-226-00155-8).
  • Sozialdemokratische Zukunftsbilder - Frei nach Bebel. Verlag "Fortschritt Aktiengesellschaft", Berlin 1891 (Lichtschlag, 2007, ISBN 3-939562-00-9). DigisatDigisat,
  • Jugenderinnerungen von Eugen Richter, Mitglied des Reichstages. Verlag "Fortschritt Aktiengesellschaft", Berlin 1892 (wiederveröffentlicht, Adamant Media Corporation, 2001, ISBN 0-543-93998-7). Digisat
  • Im Alten Reichstag, Band I. Verlag "Fortschritt Aktiengesellschaft", Berlin 1894.
  • Im Alten Reichstag, Band II. Verlag "Fortschritt Aktiengesellschaft", Berlin 1896.
  • Politisches ABC-Buch. Ein Lexikon parlamentarischer Zeit- und Streitfragen. 8. Aufl. Verlag "Fortschritt Aktiengesellschaft", Berlin 1896 (BiblioBazaar, 2009, ISBN 1-117-48194-8). Digisat
  • (Ohne Namensnennung, vermutlich von Eugen Richter: ) Sozialistenspiegel. Verlag von O. Gartz, Berlin SW. Berlin 1903.
  • Die deutsche Fortschrittspartei und die nationalliberale Partei. Berlin 1874.
  • Die Fortschrittspartei und die Sozialdemokratie. Vortrag des Abgeordneten Eugen Richter, gehalten am 9. Mai 1877 im Wahlverein der Fortschrittspartei im 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Berlin 1877.
  • Die falsche Eisenbahnpolitik des Fürsten Bismarck, dargelegt von Eugen Richter vor dem Preußischen Abgeordnetenhaus in drei Reden am 26. April 1876, 12. und 13. Dezember 1877 nebst Einleitung und Anmerkungen dazu. Politische Zeitfragen Nr. 3, Broschürenfonds der deutschen Fortschrittspartei, Buchhandlung von C. Barthel in Berlin. Berlin 1878.
  • Die Fortschrittspartei und die Sozialdemokratie. Neue mit Anmerkungen vermehrte Ausgabe. Politische Zeitfragen Nr. 1. Berlin 1878.
  • Die Sozialdemokraten, was sie wollen und wie sie wirken. Politische Zeitfragen Nr. 3. Berlin 1878.
  • Selbstverwaltung und Beamtenregierung. Ein Vortrag über die Fehler und Mängel der neueren preußischen Verwaltungsgesetze im liberalen Wahlverein zu Brieg, 4. 1. 1878. Politische Zeitfragen Nr. 4. Berlin 1878.
  • Gegen die Steuerprojekte des Reichskanzlers. Politische Zeitfragen Nr. 6. (Anonym erschienen). Berlin 1878.
  • Attentat und Sozialistengesetz. Reichstagsrede vom 23. 5. 1878 nebst Einleitung und Schlußbemerkungen zur Reichstagsauflösung. Politische Zeitfragen Nr. 7. Berlin o. J. (1878).
  • Gegen Kornzölle. Vortrag über die Verteuerung der Nahrungsmittel und die Schädigung der Landwirtschaft durch Kornzölle in der allgemeinen Wählerversammlung am 27. 1. 1879. Politische Zeitfragen Nr. 12. Berlin 1879.
  • Die neuen Zoll- und Steuervorlagen. Statistisch beleuchtet vom Abgeordneten Eugen Richter. Politische Zeitfragen Nr. 13. Berlin 1879.
  • Die Zollprojekte des Reichskanzlers. Rede des Abgeordneten Richter (Hagen) gehalten in der Reichstagssitzung vom 15. März 1879. Berlin 1879.
  • Der Kampf gegen die Reaktion und die bevorstehenden Landtagswahlen. Rede in Stettin am 4. September für die Landtagswahlen von 1879. Berlin 1879.
  • Gegen die Zoll- und Steuervorlagen des Kanzlers. Reichstagsrede vom 5. 5. 1879. Berlin 1879.
  • Die Gefahren der Reaktion, insbesondere auf dem Gebiete der Wirtschaftspolitik. Rede in der Parteiversammlung in der Turnhalle aus Anlaß des Parteitages 24. 11. 1878 (anonym erschienen). Berlin 1879.
  • Osterbriefe für Bürger und Bauern. Gegen die beabsichtigte Einführung von 166 Millionen Mark Steuern. 1879.
  • Die steigenden Lebensmittelpreise und die neuen Zölle. Vortrag 1. 12. 1879 im Landtagswahlkreis Berlin IV. (anonym erschienen). Berlin 1879.
  • Die neue Militärvorlage, geschichtlich und statistisch, militärisch und volkswirtschaftlich beleuchtet. Politische Zeitfragen Nr. 16. (anonym erschienen). Berlin 1880.
  • Große Steuererhöhungen, kleine Steuerklasse. Budgetrede vom 12. 11. 1880. Berlin 1880.
  • Gegen die Nationalliberalen. Erwiderung (des Abgeordneten) Eugen Richter auf den Angriff (des Abgeordneten) Rickert gegen die Fortschrittspartei. Reichstagsrede 15. 4. 1880. 1880.
  • Über Handwerkerfragen. Vortrag in Berlin am 11. 2. 1881. 1881.
  • Die Hamburg-Altonaer Zollfrage. 1881.
  • Unsere Gegner, ihre Abstimmungen und Reden in den Reichstagssessionen 1878 (II), 1879, 1880. (anonym erschienen). Berlin 1881.
  • Über unsere Gegner im Reichstage, Abstimmungen und Charakteristisches von 143 Abgeordneten. (anonym erschienen). 1881.
  • Die Steuerdebatte mit dem Reichskanzler. Drei Reden der Abgeordneten Richter und Rickert und des Kanzlers im Abgeordnetenhause (4. und 5. 2. 1881). Berlin 1881.
  • Die neuen Steuern und die reaktionären Bestrebungen. Vortrag in Görlitz, 3. 3. 1881. 1881.
  • Der Reichskanzler und die Stadt Berlin. Vortrag in Berlin am 8. April 1881. 1881.
  • Haftpflicht und Unfallversicherung. Reichstagsrede 2. 4. 1881. 1881.
  • Die Antwort der Fortschrittspartei im Reichstage auf das Kanzlerprogramm in der Kaiserlichen Botschaft. Etatsrede vom 17. November 1881. (anonym erschienen). Berlin 1881.
  • Gegen das Tabakmonopol. Rede des Abgeordneten Eugen Richter, gehalten am 12. März 1882 im großen Tivoli-Saale zu Berlin. Berlin 1882.
  • Gegen Bebel. Die verwerflichen Ziele Bebels und der Sozialdemokratie. Dargestellt in Auszügen aus den Reichstagsreden Bebels nach den amtlichen stenographischen Berichten und nach den Schriften Bebels. Berlin 1883.
  • Der Reichskanzler und die Deutsche freisinnige Partei. Die Reden des Fürsten Bismarck und die Antwort des Abgeordneten Eugen Richter in der Reichstagssitzung vom 9. Mai 1884. Berlin 1884.
  • Die Reichstagssession 1884, dargestellt für freisinnige Wähler. (anonym erschienen). 1884.
  • Über die Militärvorlage. Reichstagsrede des Abgeordneten Eugen Richter, gehalten am 13. Januar 1887. Berlin 1887.
  • Der Spiritusring und die neue Branntweinsteuer. Vortrag nach stenographischer Aufzeichnung. Berlin 1887.
  • Aus der letzten Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses. Wahlbeeinflussung (Elbing-Marienburg) und Hetze der Kartellparteien gegen die Krone. Vollständiger amtlicher stenographischer Bericht aus der Sitzung vom 26. Mai 1888. Mit Ausführungen Richters. Berlin 1888.
  • Gegen die Verlängerung der Wahlperiode. Reichstagsrede 3. 2. 1888. 1888.
  • Eugen Richter gegen von Bennigsen. Rede des Abgeordneten Eugen Richter zum Reichshaushaltsetat in der Reichstagssitzung vom 31. Oktober 1889. Berlin 1889.
  • Die neue Militärvorlage. Geschichtlich und statistisch erläutert, militärisch und wirtschaftlich beleuchtet. Berlin 1890.
  • Gegen die Sozialdemokraten. Vortrag des Abgeordneten Eugen Richter in Hagen-Eilpe (am 15. Februar 1890, abends). Berlin 1890.
  • Die geheimen Ausgaben und der Welfenfonds, Vortrag des Abgeordneten Eugen Richter, gehalten am 6. April 1891 im Wahlverein der Fortschrittspartei für den 2. Berliner Reichstagswahlkreises. Nordhannoversche Buch- und Kunstdruckerei, Zeven 1891 [1]
  • Gegen den neuen Entwurf des Volksschulgesetzes. Rede des Abgeordneten Eugen Richter, gehalten im Abgeordnetenhaus am 26. Januar 1892. Berlin 1892.
  • Etatsrede über Deutschlands Wehrkraft und Finanzlage von Eugen Richter, gehalten im Reichstage am 30. November 1892. Berlin 1892.
  • Gegen die Militärvorlage. Reichstagsrede von Eugen Richter, gehalten am 10. Dezember 1892. Berlin 1892.
  • Gegen die Militärvorlage! Reichstagsrede von Eugen Richter, gehalten am 4. Mai 1893. Berlin 1893.
  • Die Militärvorlage und sonstige Tagesfragen. Ein Wahlbüchlein von Eugen Richter, Mitglied des Reichstages. Berlin 1893.
  • Richter gegen Bebel. Zwei Reichstagsreden über den sozialdemokratischen Zukunftsstaat von Eugen Richter, gehalten am 4. und 6. Februar 1893. Berlin 1893.
  • Zu den Berliner Landtagswahlen. Rede des Abgeordneten Eugen Richter, gehalten im Wintergarten am 10. September vor Wahlmännern des I. Berliner Landtagswahlkreises. Berlin 1893.
  • Gegen die projektierten Stempeelsteuern auf Quittungen, Frachtbriefe, Checks und Giro-Anweisungen. Berlin 1893.
  • Der russische Handelsvertrag und die Nationalliberalen. Rede des Abgeordneten Eugen Richter, gehalten im Abgeordnetenhaus am 28. Februar 1894. Berlin 1894.
  • Über Landwirtschaftskammern und Landwirtschaft. Rede des Abgeordneten Eugen Richter, gehalten im Abgeordnetenhaus am 7. Februar 1894. Berlin 1894.
  • Gegen die Zwangsinnungen. Berlin 1896.
  • Gegen die Sozialdemokratie, von Eugen Richter, Mitglied des Reichstages. Berlin 1896.
  • Die Flottenrede des Abgeordneten Eugen Richter in der Reichstagssitzung vom 7. 12. 1897 mit dem Text des Flottengesetzentwurfs. (Sonderdruck aus der Freisinnigen Zeitung). 1897.
  • Flotte und Flottengesetz. Berlin 1898.
  • Die Kanalrede des Abgeordneten Eugen Richter in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 17. April 1899. Nach dem amtlichen stenographischen Bericht. Berlin 1899.
  • Rede des Abgeordneten Eugen Richter zum neuen Flottenplan, gehalten im Reichstage bei der Etatsberatung am 14. Dezember 1899. Nach dem amtlichen stenographischen Bericht. Berlin 1899.
  • Schulze-Delitzsch. Ein Lebensbild, zur Denkmalsenthüllung verfaßt. Berlin 1899.
  • Rudolf Virchow als Politiker. Festrede des Abgeordneten Eugen Richter bei der 80-jährigen Geburtstagsfeier am 15. Oktober zu Berlin. Berlin 1901.
  • Für die Freiheit des Vereinswesens. Rede, gehalten in der Sitzung des Reichstages vom 18. Mai 1897. In: Vorkämpfer deutscher Freiheit. Heft 27. Buchhandlung National-Verein G.m.b.H. München 1911

[Bearbeiten] Literatur

  • Dr. Friedrich Herder: Eugen Richter, der Führer der Fortschrittspartei, nebst einer einleitenden Geschichte der Partei vom liberalen Standpunkte dargestellt. Julius Engelmann, Berlin 1881
  • Kamp: Wider Eugen Richter und sein Gefolge! oder liberal- nicht doktrinär! Wahlrede von … gehalten am 26. Oktober mit Nachträgen versehen und hrsg. vom Vorstand des nationalliberealen Wahlvereins in Oldenburg. Schmidt in Komm, Oldenburg 1884
  • Henriette van der Meij: Eugen Richter. Willink, Haarlem 1889
  • Franz Mehring: Herrn Eugen Richters Bilder aus der Gegenwart. Eine Entgegnung. Wörlein, Nürnberg 1892
  • Wie kam es doch? Ein von Eugen Richter vergessenes Kapitel. Aus glücklich bewahrten Briefen. Fr. Wilh. Grunow, Leipzig 1892
  • Friedrich Richter: Ein Wort über den Abgeordneten Dr. Eugen Richter. Th. Gotthardt, Wittenberge 1892
  • Eugen Richter's Sozialistenspiegel. Die Wahlfälschungen der Aktiengesellschaft Fortschritt. Buchhandlung Vorwärts, Berlin 1903
  • Eugen Richter. 10. März 1906. Deutsche Presse, Berlin 1906
  • Adolf Friedemann: Eugen Richter. In: Die Welt. Zentralorgan der zionischen Bewegung. X. Jg. Köln 1906, Nr. 11, Köln vom 16. März 1906, S. 11-12
  • Felix Rachfahl: Eugen Richter und der Linksliberalismus im Neuen Reiche. Heymanns, Berlin 1912, S.262-374
  • Conrad Bornhak: Eugen Richter. Ein politisches Charakterbild. In: Deutsche Revue, 38. Oktober 1913 (Sonderdruck), S. 77-82
  • Richard Eickhoff: Politische Profile. Erinnerungen aus vier Jahrzehnten an Eugen Richter, Carl Schurz und Virchow, Werner Siemens und Bassermann, Fürst Bülow, Hohenlohe u.a. Reissner, Dresden 1927
  • Heinz Röttger: Bismarck und Eugen Richter im Reichstage 1879 - 90. Pöppinghaus, Bochum-Langendreer 1932 (Münster, Univ., Diss., 1932)
  • Leopold Ullstein: Eugen Richter als Publizist und Herausgeber. Ein Beitrag zum Thema „Parteipresse“ Reinicke, Leipzig 1930 (Reinicke, Leipzig 1950)
  • Eugen Richter und der Wahlkreis Hagen-Schwelm. Zum 60. Todestag des bedeutenden Parlamentariers am 10. März 1966. Ein Überblick in den Ausstellungsräumen des Stadtarchivs Hagen, 10. - 22. März 1966. Hagen 1966 (Ausstellungskatalog des Stadtarchivs Hagen 6)
  • H. Müller / Helmuth Stoecker: Richter, Eugen. In: Biographisches Lexikon zur Deutschen Geschichte. Von den Anfängen bis 1917. Hrsg. von Karl Obermann u.a. Verlag der Wissenschaften, Berlin 1967, S. 392
  • Heinz Brestel: Zukunftsbilder aus der Vergangenheit. Mit Faksimile-Nachdrucken von August Bebel, „Unsere Ziele“, 1870, Eugen Richter, „Sozialdemokratische Zukunftsbilder“, 1893. Eine historische Kontroverse, wiederentdeckt für die Gegenwart. Fortuna-Finanz-Verlag Heidelberger, Niederglatt 1979 ISBN 3-85684-021-4.
  • Ina Susanne Lorenz: Eugen Richter - Der entschiedene Liberalismus in wilhelminischer Zeit 1871 bis 1906. Matthiesen, Husum 1980 (Historische Studien 433) ISBN 3-7868-1433-3.
  • Gustav Seeber: Eugen Richter – Liberalismus im Niedergang. In: Gestalten der Bismarckzeit. Band 2, Akademie-Verlag, Berlin 1986, S. 302–324
  • Ralph Raico: Eugen Richter and late German Manchester liberalism. A reevaluation. In: the review of Austrian economics. - Boston, Mass. 4 (1990), S. 3–25
  • Dietrich Schabow: Eugen Richter (1838-1906). 1864 zum Bürgermeister von Neuwied gewählt. Bedeutender Politiker des Kaiserreiches. In: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Neuwied 1991. Herausgegeben vom Landkreis Neuwied 1992
  • Ralph Raico: Die Partei der Freiheit - Studien zur Geschichte des deutschen Liberalismus. Lucius & Lucius, Stuttgart 1999, S. 87–151, Digisat
  • Klaus-Dieter Weber: Richter, Eugen. In: Demokratische Wege. Deutsche Lebensläufe aus fünf Jahrhunderten. Hrsg. von Manfred Asendorf und Rolf von Bockel. J. B. Metzler, Stuttgart / Weimar 1997 ISBN 3-476-01244-1, S. 516-518
  • Detmar Doering: Eugen Richters Bedeutung für die Gegenwart. In: Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung. Band 19, 2007, S. 211–223.
  • Jürgen Frölich: Der linksliberale Freisinn – die Partei Eugen Richters? In: Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung. Band 19, 2007, S. 31–46

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Eugen Richter: Jugenderinnerungen. Berlin 1893, S. 11.
  2. Leopold Ullstein: Eugen Richter als Publizist und Herausgeber. S. 6 f.
  3. Leopold Ullstein: Eugen Richter als Publizist und Herausgeber. S. 7 f..
  4. Leopold Ullstein: Eugen Richter als Publizist und Herausgeber. S. 8 f.
  5. Vgl. Abbé E. Wetterlé: And yet few men exercised over Parliament an action so powerful as his. When the President granted him leave to speak, all the members gathered around him, for he never left his seat to mount the tribune. ... Bismarck, who could not stand contradiction, used to leave the assembly as soon as Richter began to speak. ... Few debaters had the courage to try their strength with the terrible polemist. Kardorf and Kanitz, like Bebel and Singer, only reluctantly accepted the struggle with the man who always succeeded in having the laugh on his side. In: Behind the Scenes in the Reichstag, New York, 1918, S. 47-48. (online)
  6. Politisches ABC-Buch, 9. Auflage. Verlag "Fortschritt, Aktiengesellschaft", Berlin 1898, Seite 3, (online)
  7. Vgl. Dr. Friedrich Herder: Eugen Richter, der Führer der Fortschrittspartei, nebst einer einleitenden Geschichte der Partei. Berlin 1881.
  8. Nationalsoziale Partei. In: Eugen Richter: Politisches ABC-Buch. 9. Auflage. Verlag "Fortschritt, Aktiengesellschaft", Berlin 1898, S. 274 (online)
  9. Zitiert nach: Ralph Raico: Die Partei der Freiheit. Stuttgart 1999, S. 87, der als Quelle angibt: Stenographische Berichte des Reichstags 1884, S.1115.
  10. Leopold Ullstein: Eugen Richter als Publizist und Herausgeber. Seite 8-9.
  11. Der Reichsfreund: Neues Wochenblatt für Stadt und Land. Verlag der A.G. Fortschritt, Berlin 1882-1891. (online)
  12. Biographisches Wörterbuch zur Deutschen Geschichte. 2. Bd.: I-R. Francke, München 1974 ISBN 3-7720-1082-2, Spalte 2320.
  13. „Der Linksliberalismus Richterscher Prägung hatte sich in seiner Prinzipienhaftigkeit selbst überlebt.“ (Hans Herzfeld (Hrsg.): Geschichte in Gestalten. Bd. 4 R-Z. Fischer Bücherei, Frankfurt am Main 1963, S. 34 (Das Fischer Lexikon Sonderband 40).
  14. liberalismus-portalliberalismus-portal
  15. Murray Rothbard: The Libertarian Heritage: The American Revolution and Classical Liberalism.
  16. Libertäre Plattform: Was ist Liberalismus?
  17. Berliner Wespen. 14. Jahrgang, Nr. 43, 2. November 1881.
  18. Antisemiten-Spiegel. Verlag und Druck von A. W. Kafemann, Danzig 1890, S. 25. (online)
  19. Eugen Richter: Politisches ABC-Buch, 9. Auflage. Berlin 1898, Artikel "Antisemiten", (online).
  20. Leopold Auerbach: Das Judenthum und seine Bekenner. Verlag von Sigmar Mehring, Berlin 1890, S. 47, (online)
  21. Die Verurtheilung der antisemitischen Bewegung durch die Wahlmänner von Berlin: Bericht über die allgemeine Versammlung d. Wahlmänner aus d. 4. Berliner Landtags-Wahlkreisen am 12. Jan. 1881. C. Bartel, Berlin 1881.
  22. Was ist der Kern der Judenfrage? Vortrag, gehalten am 13. Januar 1881 von Dr. Ernst Henrici. Verlag der „Wahrheit“, Berlin 1881, S. 11, (online)
  23. Eugen Richter gegen das Sozialistengesetz (1. Version), Rede im Reichstag vom 23. Mai 1878.
  24. Eugen Richter gegen das Sozialistengesetz (1. Version), Rede im Reichstag vom 23. Mai 1878.
  25. Eugen Richter gegen das Sozialistengesetz (1. Version), Rede im Reichstag vom 23. Mai 1878.
  26. Eugen Richter gegen das Sozialistengesetz (1. Version), Rede im Reichstag vom 23. Mai 1878.
  27. Eugen Richter gegen das Sozialistengesetz (1. Version), Rede im Reichstag vom 23. Mai 1878.
  28. Zitiert nach: Ralph Raico: Die Partei der Freiheit, Lucius & Lucius, 1999, S.144, der als Quelle angibt: SBR, 1900b, S442ff.
  29. [http://www.eugen-richter.de/Archiv/Reden/Reichstag_25_11_1871.html Rede vom 25. November 1871.
  30. [http://www.eugen-richter.de/Archiv/Reden/Reichstag_25_11_1871.html Rede vom 25. November 1871.
  31. [http://www.eugen-richter.de/Archiv/Reden/Reichstag_25_11_1871.html Rede vom 25. November 1871.
  32. Rede vom 5. Dezember 1900
  33. Rede vom 5. Dezember 1900
  34. Franz Mehring: Geschichte der Sozialdemokratie, Band 4, Bis zum Erfurter Programm. Dietz, Stuttgart, 1906, S. 97–98. (online)
  35. Müller, Stoecker, S. 392.
  36. Gustav Seeber, S. 316.

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