Eugen Roth (Dichter)

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Eugen Roth (* 24. Januar 1895 in München; † 28. April 1976 ebenda) war ein deutscher Lyriker und populärer Dichter meist humoristischer Verse. Mit seinen heiter-nachdenklichen Ein Mensch-Gedichten und Erzählungen gehört er zu den meistgelesenen Lyrikern im deutschsprachigen Raum.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Eugen Roth war der Sohn des Münchener Journalisten und Schriftstellers Hermann Roth. In München und im Kloster Ettal besuchte er das Gymnasium.

Im Ersten Weltkrieg wurde Eugen Roth als Freiwilliger beim bayerischen Reserveinfanterieregiment 16 bereits zu Beginn seines Kriegseinsatzes Ende Oktober 1914 schwer verwundet. Seitdem lehnte er Militär und Krieg grundsätzlich ab.

Er studierte daraufhin an der Ludwig-Maximilians-Universität München Geschichte, Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie und promovierte 1922 zum Dr. phil. Von 1927 bis zu seiner fristlosen Entlassung durch die Nationalsozialisten im April 1933 war er Lokalredakteur der Münchner Neuesten Nachrichten.[1]

1935 erschien in einem Kleinverlag Ein Mensch, in dem er in heiteren und ansprechenden Versen den Menschen und seine Schwächen unter die Lupe nahm. Über Nacht wurde Roth damit zum erfolgreichen Lyriker. Die Auflage von Ein Mensch erreichte 450.000, Die Frau in der Weltgeschichte 240.000 und der Wunderdoktor 230.000 Exemplare. Trotz seiner antimilitaristischen Haltung wurde er im Zweiten Weltkrieg eingezogen und auf Lesereise zur Truppenbetreuung geschickt.[2] Unter dem Titel Ein Mensch lädt Kameraden ein / mit ihm ein Stündchen froh zu sein erschien eine Sonderausgabe für die Wehrmacht.[3]

Nach dem Krieg reflektierte Roth seine Rolle in der NS-Zeit selbstkritisch.[4] Seine Bücher erreichten weiterhin hohe Auflagen. Er wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.[5] Eugen Roth wurde in der Nähe seines Wohnhauses auf dem Nymphenburger Friedhof in München beigesetzt.

[Bearbeiten] Werke (Auswahl)

  • Der Ruf. Berlin, Der Weiße Ritter-Verlag L. Voggenreiter, 1923, 64 S.
  • Ein Mensch. Heitere Verse. Weimar: Duncker, 1935, 125 S.
  • Die Frau in der Weltgeschichte. Ein heiteres Buch. Mit 60 Bildern von Fritz Fliege. Weimar: Duncker, 1936, 94 S.
  • Das große Los. Nach alten und neuen Berichten dargestellt. München, Knorr & Hirth, 1938, 207 S.
  • Der Wunderdoktor. Heitere Verse. Weimar: Duncker, 1939, 127 S.
  • 150 Jahre Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg, 1789–1939. Oldenburg: G. Stalling, 1939.
  • Recht, Erzählung, Weimar, Alexander Dunker, 1939
  • Der Fischkasten. Erzählungen. Reclam-Universal-Bibliothek Nr. 7533. Verlag von Philipp Reclam jun., Leipzig 1942, 66 S.
  • Tierleben. Mit Bildern von Julius Himpel. München: Hanser, Band 1: 1948, 240 S.; Band 2: 1949, 296 S.
  • Heitere Kneipp-Fibel. Mit Zeichnungen von Claus Arnold. München: Ehrenwirth, 1954, 67 S.
  • Doktor Eugen Roths Humorapotheke. München: Hanser, 1957 (4 Bücher in Kassette: Die Frau in der Weltgeschichte, Ein Mensch, Mensch und Unmensch und Der Wunderdoktor)
  • Von Mensch zu Mensch. Zum 65. Geburtstag von Eugen Roth herausgegeben. München: Hanser, 1960, 8 Blatt
  • Von Mensch zu Mensch. Illustriert von Alfred Zacharias. Düsseldorf: Deutscher Bücherbund, 1960, 367 S.
  • Lebenslauf in Anekdoten. 2. Auflage. München: Hanser, 1962, 159 S.
  • Der letzte Mensch. Heitere Verse. München: Hanser, 1964, 112 S.
  • Das Eugen-Roth-Buch. München: Hanser, 1966, 399 S.
  • Das neue Eugen-Roth-Buch. Einmalige Sonderausgabe. München: Hanser, 1970, 383 S.
  • Erinnerungen eines Vergesslichen. Anekdoten und Geschichten. München: Hanser, 1972, 160 S., ISBN 3-446-11582-X

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Literatur

  • Christian Adam: Lesen unter Hitler : Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich. Galliani, Berlin 2010, ISBN 978-3-86971-027-3, S. 268ff
  • Melanie Schütte: Facetten des „Menschen“. LIT Verlag, Münster 1993, ISBN 3-89473-670-4.

[Bearbeiten] Weblinks

 Wikiquote: Eugen Roth – Zitate

Mehrere Links zu seinen Versen:

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Eugen-Roth-Biografie von Christian Bergmüller
  2. Biographie von Eugen Roth abger. 1. Mai 2011
  3. Soldatenbücherei des Oberkommandos der Wehrmacht, Bd. 20
  4. Biographie von Eugen Roth abger. 1. Mai 2011
  5. Deutschlandradio, Aberg. 1. Mai 2011
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