Eugen Sutermeister

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Eugen Sutermeister

Franz Eugen Sutermeister (* 16. November 1862 in Küsnacht; † 8. Juni 1931 in Bern; heimatberechtigt in Zofingen)[1] war ein Schweizer Graveur, erster bernischer Reiseprediger für Taubstumme, Fürsorger und Dichter.

Biografie[Bearbeiten]

Mit vier Jahren verlor Sutermeister wegen einer Hirnhautentzündung sein Gehör. Aus Gehorsam gegenüber seinem Vater Otto Sutermeister trat er in eine Graveur-Lehre ein.[2]

1896 erschien Sutermeisters erste Veröffentlichung: Lieder eines Taubstummen (ein Titel, der eigentlich einen Widerspruch darstellt, wenn man darunter Gesang versteht). Sutermeister bewies darin seine ausgewiesene dichterische Sprachkompetenz, die vor allem Hörende beeindrucken musste.[2]

Dann aber welche Lustgefühle gemach mich überkommen;
mich trägt und wiegt die Flut im Spiele, wiewohl ich nie geschwommen -
In süssem Taumel überlassen den Wassern und den Winden,
das ist mein inneres Tonerfassen, das ist mein Klangempfinden.
Aus: "Der taubstumme Dichter"

1905 liess Sutermeister kurze Predigten für Taubstumme drucken, und 1907 gründete er die Schweizerische Taubstummen–Zeitung.[1] 1911 gründete er den Schweizerischen Taubstummenverein; seit 1911 war er Zentralsekretär des Schweizerischen Fürsorgevereins für Taubstumme.

Sutermeister war zudem landeskirchlicher reformierter Taubstummenprediger, Mitarbeiter an Zeitschriften wie Schweizer Hausfreund, Neuer Hausfreund, Fürs Heim usw. 1912 wurde er zum Mitglied der Französischen Akademie ernannt.[3]

Schriften[Bearbeiten]

  • Gedichte "Abrüstungskonferenz", "Ein Tabaklied" und "Idylle". In: Werner Schmid (Herausgeber). Das fröhliche Schweizerbuch: Novellen, Skizzen und Gedichte von neunundsechzig schweizerischen Dichtern und Dichterinnen. Zürich(/Leipzig/Stuttgart): Rascher & Cie., A.-G., Verlag, 1931. Seiten 366-368.
  • Quellenbuch zur Geschichte des schweizerischen Taubstummenwesens: Ein Nachschlagebuch für Taubstummenerzieher und -freunde. (Band 1: Kapitel 1-6; Band 2: Kapitel 7-12; mit 400 Bildern) Bern: Selbstverlag / Bern, Althof: Bühler & Werder[?]. 1929.
  • Bibliographie des Schweizerischen Taubstummenwesens von seinen Anfängen bis zur Gegenwart: Eine Vorarbeit. Bern: Selbstverlag. 1920.
  • Lieder eines Taubstummen. 1896.
  • Der taubstumme Dichter.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Fritz Schoder: Sutermeister, Eugen. In: Otto Mittler und Georg Boner (Redaktion): Biographisches Lexikon des Aargaus, 1803–1957. Aarau: Verlag H. R. Sauerländer & Co., 1958. S. 774.
  2. a b Heinrich Beglinger: "Eugen Sutermeister - ein Pionier der ersten Stunde" (PDF; 3,1 MB). Hommage an Eugen Sutermeister: Würdigung des sonos-Gründers. Zeitschrift des Schweizerischen Verbandes für Gehörlosen- und Hörgeschädigten-Organisationen, 104. Jahrgang, Nr.5, Mai 2010. Seiten 4-8.
  3. Heinrich Türler / Freunde vaterländischer Geschichte (Herausgeber). Neues Berner Taschenbuch auf das Jahr 1932, 37. Jahrgang. Bern: K. J. Wyss Erben, AG, 1931. Seite 241.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Eugen Sutermeister – Quellen und Volltexte