Eugendorf

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Eugendorf
Wappen von Eugendorf
Eugendorf (Österreich)
Eugendorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Salzburg-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: SL
Fläche: 29 km²
Koordinaten: 47° 52′ N, 13° 7′ O47.86694444444413.124166666667560Koordinaten: 47° 52′ 1″ N, 13° 7′ 27″ O
Höhe: 560 m ü. A.
Einwohner: 6.760 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 233 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5301
Vorwahl: 06225
Gemeindekennziffer: 5 03 10
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorf 3
5301 Eugendorf
Website: www.eugendorf.at
Politik
Bürgermeister: Johann Strasser (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(25 Mitglieder)
16 ÖVP, 4 SPÖ, 4 Grüne, 1 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Eugendorf im Bezirk Salzburg-Umgebung
Anif Anthering Bergheim Berndorf bei Salzburg Bürmoos Dorfbeuern Ebenau Elixhausen Elsbethen Eugendorf Faistenau Fuschl am See Göming Großgmain Hallwang Henndorf am Wallersee Hintersee Hof bei Salzburg Köstendorf Lamprechtshausen Mattsee Neumarkt am Wallersee Nußdorf am Haunsberg Oberndorf bei Salzburg Obertrum am See Plainfeld Sankt Georgen bei Salzburg Sankt Gilgen Schleedorf Seeham Seekirchen am Wallersee Straßwalchen Strobl Thalgau Wals-Siezenheim Grödig Koppl Salzburg SalzburgLage der Gemeinde Eugendorf im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Rotte Gersbach in der Ortschaft Kirchberg

Eugendorf ist eine Gemeinde im Norden des Bundeslandes Salzburg in Österreich und hat 6760 Einwohner (Stand 1. Jänner 2013).

Geografie[Bearbeiten]

Eugendorf liegt im Bezirk Salzburg-Umgebung rund 10 km nordöstlich der Landeshauptstadt Salzburg. Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Thalgau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 10 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Eugenbach (986)
  • Eugendorf (2043)
  • Kalham (462)
  • Kirchberg (194)
  • Knutzing (156)
  • Neuhofen (301)
  • Pebering (444)
  • Reitberg (1206)
  • Schaming (318)
  • Schwaighofen (605)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Eugendorf, Kirchberg, Neuhofen und Schwaighofen.

Nachbargemeinden von Eugendorf sind:

Seekirchen am Wallersee Seekirchen am Wallersee Henndorf am Wallersee
Hallwang Nachbargemeinden Thalgau
Koppl Plainfeld Thalgau

Landschaft und Gewässer[Bearbeiten]

Die ziemlich genau 29 km2 große Gemeinde Eugendorf befindet sich auf 560 m Seehöhe im leicht hügeligen Salzburger Alpenvorland. Im Südwesten der Gemeinde liegen die Ausläufer des 899 m hohen Heubergs, es gibt aber insgesamt keine größeren Erhebungen. Die stark verbauten Gebiete um den Ortsteil Eugenbach, dem historischen Eugendorf sowie dem Gewerbegebiet Straß befinden sich im Westen der Gemeinde, der größte Teil der übrigen Gemeindefläche wird zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt. Größere zusammenhängende Waldgebiete gibt es kaum, lediglich ein rund 1,5 km langes Waldgebiet im Südosten bildet die Grenze zu Plainfeld und Thalgau, und ein etwa gleich langes Waldstück liegt im Nordwesten im Grenzgebiet zu Seekirchen am Wallersee.

Der Ort liegt an keinem größeren Gewässer. Im Gemeindegebiet existieren rund zehn im Wesentlichen unbedeutende Bäche (als größter davon der Eugenbach), die in unterschiedliche Richtungen abfließen, hauptsächlich aber in die Fischach – den Abfluss des Wallersees – entwässern. Diese bildet vollständig die Grenze zur Gemeinde Seekirchen am Wallersee. Die östlichsten Gewässer fließen direkt in den Wallersee, der sich nur wenige Kilometer nördlich von Eugendorf befindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Eugendorf ist urkundlich erstmals im Jahr 736 erwähnt. Als Ortsbezeichnung wird in den ältesten Urkunden Jupindorf, auch Jubindorf angegeben, was auf eine alte Siedlungssippe zurückgeht, deren Oberhaupt eine Person namens Juvino (Juppin) oder Jubianus war. Das b wurde später in Anlehnung an den Ortsnamen Eugenbach durch g ersetzt. Die Form Eugendorf ist erstmals 1326 erwähnt. Der Ortsname steht demnach mit dem Personennamen Eugen in keiner Beziehung.[2]

Eugendorf wird zum ersten Mal unter Herzog Hubert von Bayern erwähnt, der bis 736 regierte und der Kirche von Salzburg neun Mansi (Huben (Hufen)) in Jupindorf übergab. Die Erwähnung von neun Mansi (Siedlungsfamilien mit Gesinde) beweist, dass der Ort Straß und Teile von Eugenbach verbunden waren. Außerdem wurde in Eugendorf eine Kirche errichtet, die als Urkirche dieser Gegend gilt. Diese wurde bereits 788 im Indiculus Arnonis erwähnt.

Im Laufe der Zeit siedelten sich in Eugendorf, vor allem im Hochmittelalter, verschiedene Adelsgeschlechter an. Dazu gehörten unter anderem die Kalhamer. Diese waren einst eine mächtige Dienstmannschaft des Erzbischofs von Salzburg und verfügten über einen beachtlichen grundherrlichen Besitz. Außerdem waren ihnen militärische Aufgaben zugewiesen. Als Ministerialen konnten sie ihrerseits Lehen weiter verleihen und sich so eine ritterliche Gefolgschaft aufbauen. Eine Reihe von solchen Rittern standen in ihrer Abhängigkeit: so die Knutzinger, die Pabenschwandter und wahrscheinlich auch die Mühlberger. Neben dem Kalhamer Adel gab es die Ritter von Unzing (heutiges zu Salzburg gehörendes Itzling).

In der Zeit nach 1100 waren durch die wachsende Bevölkerung mehrere Grafschaften in kleinere Sprengel geteilt worden. Damals dürfte das Eugendorfer Gericht entstanden sein; die Kalhamer übten in Eugendorf über 200 Jahre lang auch die Gerichtsbarkeit aus.

Besonders ab dem 18. Jahrhundert erhöhte sich die Bedeutung Eugendorfs. Unter Kaiserin Maria Theresia (1740–1780) entstand die erste Volksschule und die ersten Vereine wurden zu dieser Zeit gegründet. 1803 wurde die kommunale Verwaltung eingeführt und 1805 gab es den ersten Gemeindevorsteher mit zwei Räten an seiner Seite. 1874/75 erhielt Eugendorf ein eigenes Postamt.

Blick nach Eugendorf mit Gewerbegebiet. Rechts die heute als Radweg genutzte Trasse der ehemaligen Salzkammergut-Lokalbahn

Die Bevölkerung nahm in der Folge stark zu. Zählte man in Eugendorf 1855 noch 1.329 Einwohner so sind es heute über 6.200. Förderlich für den Aufschwung in der Zeit um 1900 war auch die 1891 erfolgte Eröffnung des Teilstücks Salzburg–Mondsee der Salzkammergut-Lokalbahn (im Volksmund auch: Ischlerbahn). Diese verband die Stadt Salzburg und den Flachgau mit dem oberösterreichischen Salzkammergut und diente bis zu ihrer Stilllegung im Jahr 1957 der Personen- und Güterbeförderung.

Ausschlaggebend für den bedeutenden wirtschaftlichen Zuwachs der letzten Jahrzehnte war der Bau der Westautobahn (A1) nach 1955, bei dem Eugendorf mit einer eigenen Abfahrt ausgestattet wurde. In der Folge siedelten sich etliche größere Betriebe an. Später entstanden die Gewerbe- und Industriegebiete Knoten-Straß, Gewerbestraße und Nordstraße. Von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung sind dabei mehrere Einrichtungshäuser mit einem weiträumigen Einzugsgebiet. Auch wurde Bauland ausgewiesen, mehrere neue Siedlungen wurden errichtet und Schulen wurden zum Teil neu gebaut, zum Teil renoviert und erweitert. Zudem errichtete die Gemeinde zwei Kindergärten, ein Altenwohnhaus und einen Sportplatz.

Im Zuge der 1250-Jahr-Feier im Jahre 1987 wurde Eugendorf zur Marktgemeinde erklärt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Eugendorf hat 25 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2009 wie folgt zusammen:[3]

Direkt gewählter Bürgermeister ist Johann Strasser (ÖVP).[4]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde ist: „In Grün im Schildfuß ein oben und unten silbern gesäumter silberner Schräglinksbalken, überhöht von einem silbernen Bockshaupt mit Halsstück.“

Der im Wappen dargestellte „Schräglinksbalken“ steht für die Römerstraße, die schon früh eine wichtige Rolle für Eugendorf spielte und der Steinbock war das Wappentier der Ritter zu Kalham.

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Verkehr

Eugendorf hat einerseits durch seine Nähe zur Landeshauptstadt und andererseits durch seine Bedeutung als Wirtschaftsstandort einen großen Anteil an Pendlern und ein entsprechend hohes Verkehrsaufkommen, sodass dem öffentlichen Verkehr große Bedeutung zukommt. Der Ort ist mit der S-Bahn Salzburg (Linie S2) an das regionale Schienennetz angebunden. Wichtig sind auch die hauptsächlich zu den Stoßzeiten in sehr kurzen Abständen verkehrenden Postbusse. Von und nach Salzburg verkehren pro Tag und Richtung mehr als 70 Busse, die rund 20 % der Pendler befördern.

Individualverkehr

Eugendorf ist zusätzlich bedingt durch seine Lage und mit seinem Anschluss an die Westautobahn ein wichtiger und stark frequentierter Knotenpunkt für den Verkehr in die umliegenden Gemeinden.

Der Ort liegt an der verkehrsreichen Wiener Straße (B1), der ehemaligen Bundesstraße 1. Im Gemeindegebiet kreuzt diese regional wichtige Landesstraßen nach Seekirchen am Wallersee und Obertrum sowie nach Thalgau und Mondsee. Des Weiteren gibt es eine wichtige Verbindungsstraße zur Wolfgangsee Straße (B 158).

Die Westautobahn durchquert das Gemeindegebiet in Ost-West-Richtung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Eugendorf

Sehenswert ist die Pfarrkirche Eugendorf.

Sport[Bearbeiten]

Als Sportvereinigung existiert der USC Eugendorf, der über eine Sportanlage unter anderem für Fußball und Tennis verfügt. Im Verein konstituierte sich 2010 auch eine Frauenfußballmannschaft.

Die ehemalige Trasse der Salzkammergut-Lokalbahn ist heute Teil des Mozart-Radwegs, eines Radwanderwegs durch Oberbayern und den Salzburger Flachgau.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eugendorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Franz Hörburger: Salzburger Ortsnamenbuch, bearbeitet von Ingo Reiffenstein und Leopold Ziller, herausgegeben von der Salzburger Gesellschaft für Landeskunde, Salzburg 1982 (ohne ISBN).
  3. Gemeindevertretungswahlen am 9. März 2014 in Eugendorf, abgerufen in salzburg.gv.at
  4. Bürgermeisterwahl Eugendorf, abgerufen in salzburg.gv.at