Eugene Pallette

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Eugene Pallette (* 8. Juli 1889 in Winfield, Kansas; † 3. September 1954 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmschauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Eugene Pallettes Stern auf dem Hollywood Walk of Fame

1889 in Kansas als Sohn eines Schauspielerpaars geboren, kam Eugene Pallette bereits in jungen Jahren mit dem Showgeschäft in Kontakt. Gingen seine Eltern auf Tournee, zog er mit ihnen von Stadt zu Stadt, bis er schließlich eine Militärakademie in Indiana besuchte, um seine Schulausbildung abzuschließen. Nebenbei war er als Jockey tätig. Wie seine Eltern wollte er jedoch Schauspieler werden, weshalb er nach Los Angeles zog. Ab 1913 arbeitete er beim Film zunächst als Stuntman. Ein Jahr später erhielt er Hauptrollen als Bösewicht, aber auch als romantischer Held neben Stummfilmstars wie Dorothy Gish. 1915 bzw. 1916 wirkte er in D. W. Griffiths filmischen Meilensteinen Die Geburt einer Nation (The Birth of a Nation, in einer kleinen Rolle als verwundeter Soldat) und Intoleranz (Intolerance, als Prosper Latour in der „Renaissance-Episode“) mit.

Mit dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg musste Pallette 1916 seine Karriere für zwei Jahre unterbrechen, um seinen Militärdienst in einem Fliegerkorps zu leisten. Da er während und nach dieser Zeit mehr und mehr an Gewicht zunahm, kam er ab 1919 fast nur noch für Nebenrollen in Frage, darunter die des Aramis in der Dumas-Verfilmung Die drei Musketiere (The Three Musketeers, 1921) mit Douglas Fairbanks. Zeitweilig wandte er sich von der Schauspielerei ab, um sich in Texas mit Ölgeschäften ein Vermögen zu verdienen. Nach einer Fehlinvestition, die ihn seinen gesamten Gewinn kostete, kehrte er jedoch auf die Leinwand zurück. 1927 und 1928 spielte er in diversen Kurzfilmkomödien der Roach-Studios neben Laurel und Hardy, Mabel Normand, Charley Chase, Max Davidson und den Kleinen Strolchen.

Mit dem Aufkommen des Tonfilms Ende der 1920er Jahre kam schließlich auch Pallettes tiefe „Froschstimme“ zum Einsatz, die ihm neben seiner nunmehr korpulenten Statur und seinem Schauspieltalent als unverwechselbaren Charakterdarsteller etablierte. Dabei konnte er sowohl in komischen als auch in zwielichtigen Rollen überzeugen. Der erste Tonfilm, in dem er mitwirkte, war 1928 Lights of New York, der erste durchgängige Tonlangfilm überhaupt. Sein zweiter Tonfilm war Die Stimme aus dem Jenseits (The Canary Murder Case 1929), der Erstling der Philo-Vance-Reihe, in der er zwischen 1929 und 1934 als bauernschlauer Sergeant Ernest Heath für den Comic Relief sorgte. Seine vielleicht bekanntesten Rollen hatte Pallette als Patriarch in der Filmkomödie Mein Mann Godfrey (My Man Godfrey, 1936) neben William Powell und Carole Lombard und als Bruder Tuck in Robin Hood, König der Vagabunden (The Adventures of Robin Hood, 1938) an der Seite von Errol Flynn und Olivia de Havilland.

1944 wurde er als Vater von Jeanne Crain in In the Meantime, Darling besetzt. Angeblich soll Pallette sich am Filmset geweigert haben, sich neben den schwarzen Schauspieler Clarence Muse zu setzen. Der Regisseur Otto Preminger äußerte sich später, dass Pallette ein überzeugter Anhänger Hitlers war und sicher war, dass Deutschland den Zweiten Weltkrieg gewinnen würde. Nach diesem Eklat mit Muse wurde Pallette vom Studioboss Darryl F. Zanuck entlassen und spielte die restlichen zwei Jahre seiner Karriere ausschließlich in B-Filmen.[1] Nach mehr als 250 Filmen zog er sich 1946 auf seine Ranch nach Oregon zurück, wo er sich aus Angst vor einem nuklearen Angriff der Sowjetunion einen Bunker baute. Zwei Jahre später kehrte er jedoch nach Los Angeles zurück.[2]

Seine erste Frau war die Schauspielerin Phyllis Gordon. Von 1932 bis zu seinem Tod war er in zweiter Ehe mit Marjorie Cagnacci verheiratet. Er starb 1954 im Alter von 65 Jahren in seinem Apartment in Los Angeles an Kehlkopfkrebs. Seine Gebeine wurden im Krematorium des Valhalla Memorial Parks in Hollywood verbrannt und die Asche anschließend auf dem Green Lawn Cemetery in Grenola, Kansas, in einem nicht gekennzeichneten Grab nahe dem Grabmal seiner Eltern bestattet. Für seine Verdienste um den US-amerikanischen Film erhielt Eugene Pallette einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame (6702 Hollywood Boulevard).

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fujiwara, Chris, The World and Its Double: The Life and Work of Otto Preminger. New York: Macmillan Publishers 2009. ISBN 0-86547-995-X, S. 34
  2. Lindsay Barnett: Eugene Pallette. In: Los Angeles Times, 8. Juni 2010.