Eulenhof (ob Breitenau)

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Blick vom Mühlberg in Richtung Ungetsheim

Eulenhof war ein Einöd-Hof nahe bei Feuchtwangen im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Lage[Bearbeiten]

Der Eulenhof befand sich direkt an der Kreisstraße AN36 auf einer Höhe von 509 - 516 m ü. NN, etwa auf halbem Weg zwischen den Ortschaften Breitenau und Gehrenberg. Westlich steigt das Gelände zum 527 m hohen Mühlberg an, über dessen Höhenzug die Wasserscheide zwischen der Wörnitz und der Sulzach verläuft. 3 km östlich führt im Tal der Sulzach die Bundesstraße 25 vorbei, die hier Romantische Straße genannt wird.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Wohnhaus war als einstöckiges Köbler-Haus mit Fachwerkgiebel in fränkischer Bauart ausgeführt. Es gab des Weiteren einen Brunnen, eine Scheune und einen Stall in Massivbauweise sowie einen 70 m² großen Weiher. 200 Meter nördlich (direkt am Durchgangsweg) stand ein kleines Gesindehaus mit Schafstall; 350 Meter südöstlich befand sich ein weiterer, 250 m² großen Weiher. Das kleine Gehöft, dessen Bauten im bayerischen Urkataster von 1808 ersichtlich sind, bewirtschaftete eine Fläche von insgesamt etwa 40 Hektar.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Aus alten Kirchenbüchern ist eine Ersterwähnung aus dem Jahr 1589 überliefert. (Horn, Babylonia)[2] Aus den alten Steuerbüchern verbürgt seit dem Mittelalter eine frühere Benennung als "Meylenhof".

  • 1831 Eulenhof, Einöde im Landgericht Feuchtwangen und in der Pfarrei Breitenau, mit 6 Einwohnern, 2 Stunden von Feuchtwangen entfernt. [4]
  • 1928 abgegangen durch Abbruch
  • nur der Brunnen und die Fundamente des Wohnhauses sind heute (deutlich kleiner) modern überbaut, die Weiher sind zugeschüttet, die ehemaligen Standorte der übrigen Gebäude sind als Obstplantage renaturiert und eingezäunt.

Sage[Bearbeiten]

Das Wilde Heer soll in den Zwölf-Nächten/Rauhnächten (durch den Schornstein) um Mitternacht im Eulenhof aus- und eingefahren sein.[5] Wer diesem Geisterzug begegnete musste zumindest ein Jahr mit ihm ziehen, ehe er (am gleichen Ort und zur gleichen Zeit) wieder entlassen wurde oder es geschah ihm Schlimmeres (körperliche Misshandlung, bis zum Tod durch die Geister). Ein in solcher Weise Mitgenommener verstarb in der Regel bald. Der Ort war deshalb verrufen und wurde in der Zeit zwischen Weihnachten und dem Drei-Königs-Tag strikt gemieden (fränkisch: do geht´s um).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eulenhof auf Bayernatlas Classic
  2. Arbeitsgemeinschaft für Heimatgeschichte Feuchtwangen, Kirchenbücher, Breitenau: Beerdigungen der evang.-luth. Pfarrei Breitenau 1575 - 1700 [1]
  3. Feuchtwanger Heimatgeschichte Band 4 - D. Weiss: Grundherrschaften und andere Hoheitsrechte im Bereich des markgräflichen Oberamts Feuchtwangen im Jahr 1732, Feuchtwangen 1994 [2]
  4. Joseph Anton Eisenmann/Karl Friedrich Hohn: Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, oder ..., Erlangen 1831, Seite 403 [3]
  5. Feuchtwanger Heimatbogen: Das Wilde Heer am Eulenhof aus "Am Sagenbrünnlein des Landkreises Feuchtwangen", Sommer & Söhne, Feuchtwangen 1950: [4]

49.2054710.27224Koordinaten: 49° 12′ N, 10° 16′ O