Eunapios von Sardes

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Eunapios von Sardes (griechisch Εὐνάπιος Eunápios, latinisiert Eunapius; * im Zeitraum 347–349 in Sardes; † nach 414) war ein spätantiker Philosoph (Neuplatoniker), Geschichtsschreiber und Rhetoriklehrer. Das soziale Umfeld, dem er entstammte und in dem er sich zeitlebens bewegte, war die Welt der Philosophen und Rhetoriker, die als Anhänger der alten Religion zum damals im Römischen Reich vorherrschenden Christentum in Opposition standen.

Leben[Bearbeiten]

Der größte Teil der Fakten, die über Eunapios’ Leben bekannt sind, wird durch die Selbstzeugnisse in seiner Biographiensammlung von Sophisten überliefert.

Die Familie des Eunapios gehörte zur lokalen Prominenz seiner Heimatstadt Sardes, der Hauptstadt der Provinz Lydia im Westen Kleinasiens. Er war wohl mit dem Rhetor Eunapios verwandt, den die Lydier mit einer Gesandtschaftsreise zu Kaiser Julian betrauten; seine Cousine Melite heiratete den Neuplatoniker Chrysanthios von Sardes, den Julian zum Oberpriester der Provinz Lydia ernannte.

Eunapios wurde im Zeitraum 347–349 geboren. Die traditionelle Chronologie, der zufolge seine Geburt 345/346 zu datieren ist, ist von Richard Goulet in einer eingehenden Untersuchung verworfen worden,[1] doch ist Goulets Datierung (349) auf Widerspruch gestoßen;[2] ein anderer Vorschlag lautet 347 oder 348.[3] Folgt man Goulets Argumentation, so verschieben sich dementsprechend auch spätere Ereignisse. Seine erste Schulbildung erhielt Eunapios in seiner Heimatstadt bei Chrysanthios, der ihm grammatische und literarische Kenntnisse beibrachte. Eunapios gibt an, dass seine Familie ihn in seinem sechzehnten Lebensjahr zum Studium nach Athen schickte;[4] er sollte sich für eine Tätigkeit als Sophist qualifizieren. Sein dortiger Lehrer war der dem christlichen Glauben anhängende berühmte Sophist Prohairesios, bei dem er rund fünf Jahre blieb und den er als väterlichen Freund beschreibt. Er besuchte aber auch den Unterricht des Diophantos und Sopolis, die Konkurrenten des Prohairesios waren. Seine Familie war zwar, wie aus seinen Worten hervorgeht, relativ arm, konnte sich aber immerhin diese Ausbildung für ihn leisten.[5] Während seiner Studienzeit wurde er in die Mysterien von Eleusis durch denselben, namentlich nicht genannten Hierophanten eingeweiht, bei dem auch Kaiser Julian seine Initiation empfangen hatte.

Nach der fünfjährigen Studienzeit verließ er Athen, nachdem der schon sehr betagte Prohairesios seine Lehrtätigkeit eingestellt hatte.[6] Er wollte sich nach Ägypten begeben, vielleicht um sich dort medizinische Kenntnisse anzueignen, wurde aber von seinen Eltern nach Sardes zurückgerufen, da er dort den Beruf eines Rhetoriklehrers ausüben sollte. In Sardes setzte er sein Philosophiestudium bei Chrysanthios fort, dessen Vertrauter er bis zum Tod des verehrten Lehrers um 390 blieb. Er suchte auch den berühmten Neuplatoniker Maximos von Ephesos auf und nahm an seinem Unterricht teil. 414 muss Eunapios noch am Leben gewesen sein; sein späteres Schicksal ist unbekannt.

Ein Freund des Eunapios war Oreibasios von Pergamon, der Leibarzt Kaiser Julians. Oreibasios, der ein bedeutender medizinischer Schriftsteller war, verfasste auf Wunsch des Eunapios ein medizinisches Handbuch, das er ihm widmete, und regte ihn seinerseits zur Abfassung seines Geschichtswerks an. Eunapios interessierte sich für medizinische Fragen und besaß auf diesem Gebiet einige Kenntnisse.[7] So wirkte er mehrmals bei Aderlässen des Chrysanthios mit, auch bei dessen letzten, tödlich verlaufenden Aderlass, wobei er sich zusammen mit Oreibasios umsonst bemühte, das Leben seines betagten Lehrers zu erhalten.

Werke[Bearbeiten]

Historien[Bearbeiten]

Eunapios verfasste ein Geschichtswerk in griechischer Sprache, das gewöhnlich als „Historien“ bezeichnet wird; der ursprüngliche Titel lautete wohl „Historische Aufzeichnungen“ (historiká hypomnḗmata) oder „Geschichte nach Dexippos“ (historía hē metá Déxippon).[8] Die letztere Bezeichnung bezieht sich darauf, dass Eunapios die Historien als Fortsetzung der von Dexippos verfassten Chronika betrachtete; daher begann er mit dem Jahr 270, dem Todesjahr des Kaisers Claudius Gothicus, mit dessen Regierungszeit Dexippos dieses Werk beendet hatte.

Von den 14 Büchern, aus denen die Historien bestanden, sind nur umfangreiche Fragmente erhalten geblieben. Über die Stadien der Abfassung und das Ende des behandelten Zeitraums gehen in der Forschung die Meinungen auseinander. In einer der Fassungen führte Eunapios seine Darstellung bis zum Jahr 404; vermutlich erweiterte er sie später um Nachrichten aus der Zeit bis (mindestens) 414.[9] Jedenfalls ist von Entstehung des Werks in Etappen auszugehen. Es war wohl mindestens eine Fassung bereits im Umlauf, bevor die mit dem Jahr 404 endende entstand. Als Endjahr einer älteren Version sind die Jahre 364 (Todesjahr des Kaisers Jovian), 378 (Tod des Kaisers Valens), 383 (ungefähr), 395 (Tod Kaiser Theodosius’ I.) und 396 in Betracht gezogen worden.[10]

Während die etappenweise Erweiterung des dargestellten Zeitraums unzweifelhaft ist und nur deren Einzelheiten unklar sind, bestehen hinsichtlich der Frage einer inhaltlichen Überarbeitung durch den Autor grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten in der Forschung. In einer überarbeiteten Fassung (néa ékdosis), die im 9. Jahrhundert dem byzantinischen Gelehrten Photios neben einer älteren vollständig vorlag, war die scharf antichristliche Tendenz durch Entfernung einer Reihe von Passagen abgemildert; der behandelte Zeitraum war Photios’ Bericht zufolge der gleiche (bis 404) und die Überarbeitung war auf so achtlose Weise erfolgt, dass der Sinnzusammenhang empfindlich gestört wurde. Ob die Unterschiede zwischen den Fassungen ausschließlich auf Eingriffe eines späteren christlichen Bearbeiters, der antichristliche Polemik teilweise entfernte, zurückzuführen sind oder ob sowohl der Autor selbst als auch ein Christ inhaltliche Änderungen vornahmen, wird in der Forschung kontrovers diskutiert. Auf jeden Fall ist von Bearbeitung durch einen Christen auszugehen; unklar ist, ob aus einer Äußerung des Eunapios hervorgeht, dass er selbst eine Neufassung geschrieben hat.[11]

Die Historien stellten die Reichsgeschichte in der Art einer Chronik dar. Die Ausführlichkeit der Schilderung variierte stark; die ersten neun Jahrzehnte Reichsgeschichte (270–360) fanden im ersten Buch Platz, das zweite Buch schilderte die Jugend Kaiser Julians, der Rest des behandelten Zeitraums wurde auf die übrigen zwölf Bücher verteilt, wobei Julians kurze Regierungszeit (360–363) breiten Raum einnahm. Für chronologische Fragen interessierte sich Eunapios nicht, vielmehr bezeichnete er sie als unwesentlich für das Verständnis der Geschichte; daher pflegte er sich auf die Nennung des jeweils regierenden Kaisers zu beschränken und auf genauere zeitliche Bestimmungen zu verzichten. Damit grenzte er sich von der Vorgehensweise des Dexippos ab, die er kritisierte.[12]

Eine zentrale Gestalt in den Historien ist der christenfeindliche Kaiser Julian, den Eunapios panegyrisch preist und als idealen Herrscher stilisiert. Trotz seiner Bewunderung für Julian ist jedoch seine Einschätzung dieses Kaisers nicht gänzlich unkritisch.[13] Christliche Kaiser wie Konstantin den Großen und Theodosius I. stellt er in sehr ungünstigem Licht dar. Theodosius’ Versuche, germanische Kräfte für die Stabilisierung des Reichs nutzbar zu machen, hält er für ebenso verfehlt wie die exzessive Steuereintreibung; außerdem wirft er ihm luxuriöse Lebensführung vor. Andererseits spendet er dem ebenfalls christlichen Kaiser Valentinian II. uneingeschränktes Lob.[14] Generell ist Eunapios’ Beschreibung von Leben und Taten der Kaiser stark von propagandistischen Erfindungen geprägt, obwohl er seine Wahrheitsliebe betont.[15] Den Niedergang des Reichs führt er auf die Abwendung von der früheren Staatsreligion zurück, wodurch die Gunst der göttlichen Vorsehung abhandengekommen sei.

Für den Perserkrieg Julians diente Eunapios ein schriftlicher Bericht des Augenzeugen Oreibasios über den Feldzug als Quelle. Ereignissen im Westen des Imperiums scheint Eunapios relativ wenig Beachtung geschenkt zu haben. Einer Hypothese zufolge benutzte er dafür eine lateinische Quelle, bei der es sich um die (verlorenen) Annalen des Virius Nicomachus Flavianus handeln könnte.[16] Stilistisch war neben Herodot ein Geschichtsschreiber des 3. Jahrhunderts, Herodian, sein Vorbild, dessen rhetorische Schmuckmittel er schätzte.[17]

Biographiensammlung[Bearbeiten]

Eunapios verfasste nach 396 (möglicherweise 399 oder zu Beginn des 5. Jahrhunderts)[18] ein Werk mit dem Titel „Leben der Philosophen und der Sophisten“ (gewöhnlich lateinisch kurz als Vitae sophistarum bezeichnet). Diese Schrift, die 24 Biographien von Intellektuellen umfasst, ist vollständig erhalten. Zu den biographisch porträtierten Persönlichkeiten zählen insbesondere die Neuplatoniker Plotin, Porphyrios, Iamblichos von Chalkis, Aidesios, Sopatros von Apameia, Eustathios und dessen Frau Sosipatra, Maximos von Ephesos, Priskos und Chrysanthios von Sardes. Weitere Lebensbeschreibungen handeln von Sophisten und Rednern wie Prohairesios, Libanios und Himerios sowie von vier iatrosophistischen Ärzten, darunter Oreibasios. Alle behandelten Persönlichkeiten gehörten dem griechischen Kulturkreis an. Da sie zum Teil Zeitgenossen des Autors waren, konnte er auch auf eigene Erinnerungen zurückgreifen. In seiner Einleitung beruft er sich auf mündliche Überlieferung, deren Zuverlässigkeit zwar zweifelhaft sei, der aber doch erhebliche Bedeutung zukomme, da nur wenige schriftliche Quellen zur Verfügung stünden. Anschließend weist er auf ältere biographische Literatur hin, wobei er unter anderem Porphyrios und Philostratos nennt.

Unter dem Gesichtspunkt der unterschiedlichen Überlieferungslage teilt Eunapios zunächst in der Einleitung die ältere Geschichte der Philosophie und der Rhetorik in drei Zeiträume ein. Später kommt er auf das Thema zurück und nimmt eine neue, vierteilige Periodisierung der gesamten Philosophie- und Rhetorikgeschichte bis zu seiner Gegenwart vor; die letzte Periode beginnt im 3. Jahrhundert und umfasst noch seine Zeitgenossen, sie allein ist das Thema seiner Schrift.[19] Den Anstoß zu seinem Konzept einer Gliederung der Philosophiegeschichte nach einzelnen Blütezeiten verdankt er Philostratos, dessen Einfluss auf ihn beträchtlich ist, obwohl Eunapios eine flüchtige Arbeitsweise seines Vorgängers bemängelt.

Als kulturgeschichtliche Quelle sind die Biographien des Eunapios, zumal die Schilderungen zeitgenössischer Verhältnisse und Ereignisse, von hohem Wert. Sie vermitteln einen detaillierten Eindruck von der Gedankenwelt der Kreise, auf die sich Kaiser Julian stützte, als er seinen kurzlebigen Versuch einer Erneuerung der alten Religion und Zurückdrängung des Christentums unternahm. Eunapios beschreibt in den einzelnen Porträts beispielhaft sein Ideal der Tugendhaftigkeit und philosophischen Lebensführung, womit er offenbar ein Gegenbild zum Heiligkeitsideal der christlichen Hagiographie präsentieren will. Dennoch verschweigt er einzelne negative Charakterzüge seiner Helden nicht. Bei der Charakterisierung der verschiedenen Gestalten geht es ihm in erster Linie nicht um individuelle Besonderheiten, sondern um das Exemplarische. Sein besonderes Interesse gilt den persönlichen Beziehungen zwischen den Neuplatonikern, ihrer biographischen Verflechtung und ihrer gemeinsamen Geisteshaltung und Spiritualität. Eine zentrale Rolle schreibt er Iamblichos zu, in dessen Wirken er den Ausgangspunkt der Blüte des Neuplatonismus sieht. Ebenso wie im Geschichtswerk ist ihm auch hier die positive Darstellung der Kulturpolitik Kaiser Julians ein wichtiges Anliegen; die persönlichen Beziehungen des Kaisers zu den einzelnen dargestellten Persönlichkeiten vermerkt er präzis und beschreibt er mit Sorgfalt. Bei der Schilderung der religiösen Konflikte drückt er seine tiefe Verachtung für den Märtyrerkult der Christen und für das Mönchtum offen aus; in den Mönchen sieht er Menschen, die ein Schweineleben führen.[20]

In die Darstellung länger zurückliegender Zeiten (Biographie des Porphyrios) sind frei erfundene, teils romanhafte Elemente eingeflossen. Stilistisch folgt Eunapios dem Vorbild von Philostratos’ „Biographien der Sophisten“ und steigert dabei sogar die dortigen Tendenzen. Sein Stil wirkt uneinheitlich und gekünstelt.[21]

Rezeption[Bearbeiten]

Eunapios, Vitae sophistarum, Titelblatt einer 1596 in Heidelberg erschienenen Ausgabe

Zosimos verwendete die Historien für seine „Neue Geschichte“ der Römischen Kaiserzeit. Photios berichtet von sehr weitreichender Übereinstimmung der beiden Quellen. Die Frage, inwieweit dies zutrifft, wird von den Althistorikern unterschiedlich beurteilt.[22] Jedenfalls ist die Darstellung des Zosimos, der sich ab dem 5. Buch seines Geschichtswerks dann auf Olympiodoros von Theben stützte, insgesamt wesentlich knapper als die des Eunapios.

In der Forschung ist die Ansicht vertreten worden, dass Ammianus Marcellinus Material aus den Historien verwertet haben könnte, zumindest bei der Schilderung von Kaiser Julians Perserfeldzug.[23] Diese Hypothese hat sich aber nicht durchgesetzt.[24] Auch für die Historia Augusta (in neuerer Zeit allerdings weniger), die Epitome de Caesaribus und die Chronik des Hieronymus werden die Historien als Quelle erwogen.[25] Ferner hat sie der Kirchengeschichtsschreiber Philostorgios benutzt.[26] Ob auch der Kirchengeschichtsschreiber Sozomenos die Historien herangezogen hat, wie oft angenommen wird, ist zweifelhaft.[27] Gesichert ist hingegen, dass Petros Patrikios[28] und Johannes von Antiochia zu den Benutzern der Historien gehörten.[29]

Die überarbeitete Fassung der Historien (nea ekdosis) lag im 9. Jahrhundert Photios vollständig vor, ebenso wie eine ältere Version, mit der er sie verglich. Er kritisierte den Stil des Werks und verurteilte die Angriffe auf die christlichen Kaiser.

Anscheinend hat der byzantinische Gelehrte Arethas von Caesarea eine Abschrift der nea ekdosis der Historien mit Scholien versehen.[30] Die Anfertiger zweier Auszugsammlungen, der Excerpta de sententiis und der Excerpta de legationibus, die im Auftrag des Kaisers Konstantin Porphyrogennetos († 959) arbeiteten, entnahmen der nea ekdosis (vermutlich der Abschrift des Arethas) eine Reihe von Passagen. Auch in der Suda, einer byzantinischen Enzyklopädie des 10. Jahrhunderts, findet sich Material aus den Historien.[31]

Die Vitae sophistarum fanden in der Spätantike und im Mittelalter offenbar wenig Anklang; es sind nur zwei mittelalterliche Handschriften bekannt, die aus dem 12. bzw. 14. Jahrhundert stammen. Zu dieser bescheidenen Rezeption dürfte neben der christenfeindlichen Tendenz auch der eigenwillige Stil, der die Lektüre erschwert, beigetragen haben. In der Renaissance wurde das Werk durch eine Reihe von Abschriften in Humanistenkreisen bekannt, doch erschien der erste, von Hadrianus Junius besorgte Druck erst 1568 in Antwerpen.[32] Dabei handelt es sich um eine zweisprachige griechische und lateinische Ausgabe. Eine längere Zeit maßgebliche Edition veröffentlichte Jean François Boissonade de Fontarabie 1822 in Amsterdam.

In der althistorischen Forschung wird Eunapios’ Leistung als Geschichtsschreiber generell negativ beurteilt, wobei auf seine bewusste Geringschätzung der Chronologie und auf die propagandistischen Erfindungen hingewiesen wird. Der hohe Wert seiner Werke als kulturgeschichtliche Quellen für seine Zeit und sein Milieu wird jedoch gewürdigt.

Textausgaben und Übersetzungen[Bearbeiten]

  • Matthias Becker: Eunapios aus Sardes: Biographien über Philosophen und Sophisten. Einleitung, Übersetzung, Kommentar (= Roma Aeterna. Beiträge zu Spätantike und Frühmittelalter. Band 1). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-515-10303-9 (erste deutsche Übersetzung der Vitae philosophorum et sophistarum mit umfangreichem Kommentar samt Einleitung).
  • Roger C. Blockley (Hrsg.): The Fragmentary Classicising Historians of the Later Roman Empire. Eunapius, Olympiodorus, Priscus and Malchus. Cairns, Liverpool 1981–1983
    • Band 1, 1981, S. 1–26, 97–106, ISBN 0-905205-07-3 (Einführung).
    • Band 2, 1983, S. 1–150, ISBN 0-905205-15-4 (griechischer Text der Fragmente des Geschichtswerks mit englischer Übersetzung).
  • Maurizio Civiletti: Eunapio di Sardi: Vite di Filosofi e Sofisti. Testo greco a fronte. Introduzione, traduzione, note e apparati di Maurizio Civiletti. Mailand 2007, ISBN 978-88-452-5841-1 (griechischer Text der Vitae mit italienischer Neuübersetzung und umfangreichem Kommentar).
  • Olivier D'Jeranian: Eunape de Sardes. Vies de philosophes et de sophistes. Texte traduit, annoté et présenté par Olivier D'Jeranian. Houilles 2009, ISBN 978-2-84578-101-6 (französische Neuübersetzung der Vitae mit einer kurzen Einführung und einigen Anmerkungen).
  • Giuseppe Giangrande (Hrsg.): Eunapii vitae sophistarum. Istituto Poligrafico dello Stato, Rom 1956 (kritische Edition der Sophistenviten).
  • Wilmer Cave Wright (Hrsg.): Philostratus and Eunapius: The Lives of the Sophists. Harvard University Press, Cambridge (Massachusetts) und London 1989 (Nachdruck der Ausgabe London 1922), ISBN 0-674-99149-4 (griechischer Text und englische Übersetzung; Digitalisat).

Literatur[Bearbeiten]

  • Antonio Baldini: Ricerche sulla Storia di Eunapio di Sardi. CLUEB, Bologna 1984
  • Matthias Becker: Der schlechtere Weg ist das Ziel. Zum Leitbild des Philosophen in den Biographien des Eunapios. In: Zeitschrift für Antikes Christentum. Band 15, 2011, S. 450–475
  • Matthias Becker: Philosophen zwischen Reichtum und Armut – Sozialer Status und asketischer Anspruch bei Eunapios aus Sardes, in: Millennium. Jahrbuch zu Kultur und Geschichte des ersten Jahrtausends n. Chr. Band 9, 2012, S. 123-143.
  • Richard Goulet: Eunape de Sardes. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 3, CNRS Éditions, Paris 2000, ISBN 2-271-05748-5, S. 310–324
  • Richard Goulet: Études sur les Vies de philosophes dans l’Antiquité tardive. Vrin, Paris 2001, ISBN 2-7116-1509-X
  • Johannes Hahn: Quellen und Konzeption Eunaps im Prooemium der 'Vitae Sophistarum'. In: Hermes. Band 118, 1990, S. 476–497
  • José A. Ochoa: La transmisión de la Historia de Eunapio. Asociación Cultural Hispano Helénica, Madrid 1990, ISBN 84-87724-00-0
  • Robert J. Penella: Greek Philosophers and Sophists in the Fourth Century A.D. Studies in Eunapius of Sardis. Francis Cairns, Leeds 1990, ISBN 0-905205-79-0
  • Martin Steinrück: Haltung und rhetorische Form. Tropen, Figuren und Rhythmen in der Prosa des Eunap von Sardes. Olms, Hildesheim 2004, ISBN 3-487-12654-0
  • Edward Watts: Orality and Communal Identity in Eunapius’ Lives of the Sophists and Philosophers. In: Byzantion. Bd. 75, 2005, S. 334–361

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Richard Goulet: Sur la chronologie de la vie et des œuvres d’Eunape de Sardes. In: The Journal of Hellenic Studies. Bd. 100, 1980, S. 60–72, hier: 60–64, 67; zustimmend dazu François Paschoud: Eunape, Olympiodore, Zosime. Scripta minora. Bari 2006, S. 169 Anm. 43; Blockley (1981) Band 1 S. IX.
  2. Beispielsweise bei Thomas M. Banchich: On Goulet’s Chronology of Eunapius’ Life and Works. In: The Journal of Hellenic Studies. Bd. 107, 1987, S. 164–167. Antwort darauf: Richard Goulet: Études sur les Vies de philosophes dans l’Antiquité tardive. Paris 2001, S. 337–344.
  3. Penella (1990) S. 2–4; Andrea Luciani: Note sulla cronologia della vita e sui maestri di Eunapio di Sardi. In: Rivista Storica dell’Antichità. Bd. 32, 2002, S. 237–249, hier: 244; Aaron E. Baker: Eunapius and Zosimus: Problems of Chronology and Composition. Diss. Brown University 1987 (Mikrofilm), S. 1–18, 103–110.
  4. Nach Goulets Ansatz im September 364, siehe Goulet (1980) S. 60–64; Alan D. Booth: On the Date of Eunapius’ Coming to Athens. In: The Ancient History Bulletin. Bd. 1, 1987, S. 14–15. Nach der traditionellen Chronologie traf Eunapios im September 362 in Athen ein; siehe dazu Banchich (1987) S. 164; Goulet (2000) S. 311f. Vgl. Baker (1987) S. 11–13, 18.
  5. Eunapios, Vitae sophistarum 10,1,6. Siehe dazu Goulet (2000) S. 310f., Penella (1990) S. 1f.
  6. Zur Dauer des Aufenthalts in Athen siehe Thomas M. Banchich: Eunapius in Athens. In: Phoenix. Bd. 50, 1996, S. 304–311.
  7. Eunapios, Vitae sophistarum 23,6,3–8. Siehe dazu Penella (1990) S. 6f.
  8. Zu den verschiedenen überlieferten Titeln siehe Blockley (1981) Band 1 S. 2, Goulet (2000) S. 319f.
  9. Goulet (2000) S. 320; anderer Meinung ist Roger C. Blockley: The Ending of Eunapius’ History. In: Antichthon. Bd. 14, 1980, S. 170–176, hier: 175f.
  10. Goulet (2000) S. 321f.; Timothy D. Barnes: Constantine and Eusebius. Cambridge (Mass.) 1981, S. 403f. Anm. 5; Baker (1987) S. 28, 39; Penella (1990) S. 9–13; Paschoud (2006) S. 93–106; Wolf Liebeschuetz: Pagan Historiography and the Decline of the Empire. In: Gabriele Marasco (Hrsg.): Greek and Roman Historiography in Late Antiquity. Fourth to Sixth Century A. D. Leiden 2003, S. 177–218, hier: 179–184.
  11. Gegen Neufassung des Autors: Aaron Baker: Eunapius’ Νέα Ἔκδοσις and Photius. In: Greek, Roman, and Byzantine Studies. Bd. 29, 1988, S. 389–402; Goulet (1980) S. 69–71; Goulet (2000) S. 322f.; Goulet (2001) S. 344–347. Für Neufassung des Autors: Walter R. Chalmers: The ΝΕΑ ΈΚΔΟΣΙΣ of Eunapius’ Histories. In: The Classical Quarterly. Bd. 47 (= New Series Bd. 3), 1953, S. 165–170; Paschoud (2006) S. 184–189, 192f.; Timothy D. Barnes: The Sources of the Historia Augusta. Bruxelles 1978, S. 114.
  12. Zu Eunapios’ einschlägigen Äußerungen siehe Richard Goulet: Histoire et mystère. Les Vies de philosophes de l’Antiquité tardive. In: Widu Wolfgang Ehlers (Hrsg.): La biographie antique. Genève 1998, S. 217–265, hier: 228f.; Roger C. Blockley: Dexippus of Athens and Eunapius of Sardis. In: Latomus. Bd. 30, 1971, S. 710–715, hier: 710–712; Abraham B. Breebaart: Eunapius of Sardes and the Writing of History. In: Mnemosyne. Bd. 32, 1979, S. 360–375, hier: 363–368.
  13. Kenneth S. Sacks: The Meaning of Eunapius’ History. In: History and Theory. Bd. 25, 1986, S. 52–67, hier: S. 55f.
  14. Eunapios, „Historien“ Fragment 58,1 Z. 6f., Ausgabe von Blockley (1983) S. 82f.
  15. Zur Darstellung des Theodosius siehe David F. Buck: Eunapius of Sardis and Theodosius the Great. In: Byzantion. Bd. 58, 1988, S. 36–53. Eunapios’ Schilderung der Regierungszeit von Theodosius’ Sohn und Nachfolger Arcadius untersucht Buck in dem Aufsatz The Reign of Arcadius in Eunapius’ Histories. In: Byzantion. Bd. 68, 1998, S. 15–46. Buck geht von der plausiblen, aber nicht völlig gesicherten Annahme aus, dass sich Eunapios’ Darstellung anhand der davon abhängigen „Neuen Geschichte“ des Zosimos zuverlässig rekonstruieren lässt. Zu Eunapios’ Wahrheitsverständnis siehe Blockley (1981) Band 1 S. 9f.
  16. Für Nicomachus-Benutzung treten ein: Antonio Baldini: Eunapio, Olimpiodoro ed una tradizione occidentale post-flavianea. In: Rivista Storica dell’Antichità. Bd. 28, 1998, S. 149–181, hier: 154f., 171–177; Beatrice Girotti: Da Evagrio a Zosimo: nota sulle fonti del primo libro della Storia Nuova. In: Rivista Storica dell’Antichità. Bd. 32, 2002, S. 151–166, hier: 156–160, 165f.; François Paschoud (Hrsg.): Zosime: Histoire nouvelle. Band 1, Paris 1971, S. LV; dagegen ist Baker (1987) S. 45f.
  17. Giuseppe Giangrande: Herodianismen bei Eunapios. In: Hermes. Bd. 84, 1956, S. 320–331; David F. Buck: Dexippus, Eunapius, Olympiodorus: Continuation and Imitation. In: The Ancient History Bulletin. Bd. 1, 1987, S. 48–50, hier: 50 (online).
  18. Zur Datierung siehe Thomas M. Banchich: The Date of Eunapius' Vitae Sophistarum. In: Greek, Roman, and Byzantine Studies. Bd. 25, 1984, S. 183–192; Penella (1990) S. 9; Thomas M. Banchich: Eutropius, Eutychianus, and Eunapius’ Vitae Sophistarum. In: Historia. Bd. 49, 2000, S. 248–250; Goulet (2000) S. 315.
  19. Zu diesen Einteilungen siehe Johannes Hahn: Quellen und Konzeption Eunaps im Prooemium der ‚Vitae sophistarum’. In: Hermes. Bd. 118, 1990, S. 476–497; Antonio Baldini: Nota alla prefazione delle Vitae Sophistarum di Eunapio. In: Simblos. Bd. 2, 1997, S. 191–210, hier: 200–209; Richard Goulet: Eunape et ses devanciers: A propos de Vitae Sophistarum p.5.4–17 G. In: Greek, Roman, and Byzantine Studies. Bd. 20, 1979, S. 161–172.
  20. Eunapios, Vitae sophistarum 6,11,6.
  21. Giuseppe Giangrande: Herodianismen bei Eunapios. In: Hermes. Bd. 84, 1956, S. 320.
  22. Blockley (1980) S. 170 und Anm. 1; Blockley (1981) Band 1 S. 2; Paschoud (2006) S. 127–141, 285; Baker (1987) S. 52–101; Ochoa (1990) S. 243–258.
  23. Walter R. Chalmers: Eunapius, Ammianus Marcellinus, and Zosimus on Julian's Persian Expedition. In: The Classical Quarterly. Bd. 54 (= New Series Bd. 10), 1960, S. 152–160, hier: 157–160; Timothy D. Barnes: The Epitome de Caesaribus and its Sources. In: Classical Philology. Bd. 71, 1976, S. 258–268, hier: 266f.
  24. Dagegen argumentiert Charles W. Fornara: Julian’s Persian expedition in Ammianus and Zosimus. In: The Journal of Hellenic Studies. Bd. 111, 1991, S. 1–15. Auf Ablehnung stößt die Hypothese auch bei Goulet (1980) S. 72, Paschoud (2006) S. 99–101, 105f. und Ochoa (1990) S. 283–289.
  25. Eine Verwendung in der Historia Augusta befürwortet Barnes (1978) S. 117. Für Verwendung durch Hieronymus plädiert Thomas M. Banchich: Eunapius and Jerome. In: Greek, Roman, and Byzantine Studies. Bd. 27, 1986, S. 319–324; vgl. dazu die skeptische Position von Baker (1987) S. 40–45. Dass eine frühe Fassung der Historien eine Quelle der Epitome de Caesaribus war, vermuten Barnes (1978) S. 119f. und Blockley (1981) Band 1 S. 2; anderer Meinung sind Baker (1987) S. 39f. und Ochoa (1990) S. 280–283, 289.
  26. Ochoa (1990) S. 263–268.
  27. Ochoa (1990) S. 271–274, 289. Gegen ein Abhängigkeitsverhältnis plädiert detailliert David F. Buck: Did Sozomen use Eunapius’ Histories? In: Museum Helveticum. Bd. 56, 1999, S. 15–25 (online).
  28. Ochoa (1990) S. 259–263.
  29. Ochoa (1990) S. 274–277.
  30. Thomas M. Banchich: Eunapius and Arethas. In: Greek, Roman, and Byzantine Studies. Bd. 24, 1983, S. 181–184; Ochoa (1990) S. 49–55.
  31. David F. Buck: Eunapius, Eutropius and the Suda. In: Rheinisches Museum für Philologie. Bd. 135, 1992, S. 365–369 (online; PDF; 912 kB).
  32. Die Bayerische Staatsbibliothek bietet ein Digitalisat der Heidelberger Ausgabe von 1596.