Eurex

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Eurex Zürich AG
Eurex Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1998
Sitz Eschborn, Deutschland (Eurex Frankfurt AG)
Leitung Andreas Preuß, Chief Executive Officer (CEO)
Branche Aktien-, Aktienindex-, Zinsderivate [u.a.], Clearing-Dienstleistungen
Website www.eurexchange.com

Die European Exchange, kurz Eurex, ist eine der weltweit größten Terminbörsen für Finanzderivate (Futures und Optionen), die 1998 aus dem Zusammenschluss der DTB (Deutsche Terminbörse) und der zur SWX Swiss Exchange gehörenden SOFFEX (Swiss Options and Financial Futures Exchange) hervorging. Die Marke Eurex ist geschützt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Ende des Jahres 1996 unterzeichnen Deutsche Börse AG und SWX Swiss Exchange einen „Letter of Intent“, eine gemeinsame Handels- und Clearing-Plattform für ihre derivativen Produkte zu schaffen. Am 4. September 1997 wurde im schweizerischen Bürgenstock die Bildung einer solchen Plattform offiziell bekannt gegeben; schließlich konnte im Laufe des Jahres 1998 die Fusion zwischen der DTB (Deutsche Terminbörse) und der SOFFEX (Swiss Options and Financial Futures Exchange) zur Eurex (European Exchange) technisch und organisatorisch umgesetzt werden. Seit September 1998 handeln die Mitglieder beider Börsen nun auf der gemeinsamen Handels- und Clearing-Plattform. Damit gehören die beiden Börsen zu den ersten Institutionen, die den Zugang zu Derivate-Märkten über elektronische Handelsplattformen ermöglicht haben.

Bis 2012 war die Muttergesellschaft der Eurex Frankfurt AG die Eurex Zürich AG, die 100 % der Anteile hielt und an der die Deutsche Börse AG und die SWX Swiss Exchange zu gleichen Teilen beteiligt war. Tochtergesellschaften der Eurex Frankfurt AG sind die U.S. Exchange Holdings, Inc., Eurex Clearing AG (ECAG), Eurex Repo GmbH und die Eurex Bonds GmbH. Die Eurex Deutschland AG ist der öffentlich-rechtliche Teil der Eurex. Die Eurex AG gehört seit 2012 zu 100 % der Deutsche Börse Group.

Zu den ersten Produkten, die neben den von der DTB und der SOFFEX übernommenen Produkten an Eurex neu eingeführt werden, gehören Optionen auf den Euro-Schatz-Futures, Dreimonats-EURIBOR-Futures, Euro-Buxl-Futures sowie Futures auf den EURO STOXX 50 (Index-Future). Im Geschäftsjahr 1998 wurden bereits knapp über 248 Millionen Kontrakte durch insgesamt 313 registrierte Mitglieder gehandelt.

Seit 1999 steht den Marktteilnehmern eine grafische Benutzeroberfläche für den Handel an Eurex zur Verfügung; im Zuge der Kooperation zwischen Eurex und der Helsinki Exchange Group Ltd. (HEX) werden im September 1999 neue Produkte auf skandinavische Indizes und Einzelwerte eingeführt. Gegenüber dem Vorjahr kann Eurex im Jahr 1999 ein deutliches Wachstum an Mitgliedern (auf über 400) und im Volumen (insgesamt rund 380 Millionen gehandelte Kontrakte) verzeichnen.

Gestaffelt über das Jahr 2000 werden immer mehr Optionen auf einzelne Werte des EURO STOXX 50 Index eingeführt. Ebenso wird in der Folgezeit das Angebot an Futures und Optionen auf Branchenindizes des EURO STOXX und des STOXX Europe 600 kontinuierlich erweitert. Erstmals können auch Optionen auf die liquidesten amerikanischen Einzelwerte an Eurex gehandelt werden. Neben dem Geschäft mit Futures und Optionen baut Eurex ein weiteres Standbein im außerbörslichen Handel und Clearing auf: Gemeinsam mit institutionellen Marktteilnehmern betreibt Eurex ab Oktober 2000 die beiden Plattformen Eurex Bonds und Eurex Repo für den Handel mit Staatsanleihen beziehungsweise den Repohandel mit Staatsanleihen und Jumbo-Pfandbriefen.

Die Vielzahl neuer Produkte und die stetige Verbesserung der Handels- und Clearingbedingungen führen dazu, dass im Jahr 2001 nunmehr über 674 Millionen Kontrakte an Eurex gehandelt werden.

Ein weiterer Meilenstein ist im November 2002 die Einführung des Handels mit Futures und Optionen auf börsengehandelte Index-Fondsanteile, so genannte Exchange Traded Funds (ETFs). Durch die wiederum erweiterte Sektorproduktpalette sowie Optionen auf immer mehr Einzelwerte aus ganz Europa und den USA werden im Jahr 2002 über 800 Millionen gehandelter Kontrakte registriert.

Anfang des Jahres 2003 ergänzt Eurex ihre Produkte im Zinsbereich um Futures auf den Zinssatz EONIA (European Overnight Index Average). Der Vertrag zum gemeinsamen Betrieb der Eurex zwischen der Deutsche Börse AG und der SWX Swiss Exchange wird vorzeitig bis zum Jahr 2014 verlängert. Ende des Jahres 2003 wird die Grenze von einer Milliarde gehandelter Kontrakte, insgesamt 1,014 Milliarden, erreicht.

Eurex startet im Februar 2004 in Chicago die Terminbörse Eurex US und dehnt damit ihr Geschäftsmodell auch auf den Handel und das Clearing von USD-denominierten Produkten in den USA aus. Mit 1,066 Milliarden gehandelten Kontrakten wird der Wert des Jahres 2003 nochmals übertroffen.

Im Frühjahr 2006 findet ein Wechsel auf dem Posten des Vorstandsvorsitzenden statt; Andreas Preuß übernimmt die Geschäfte seines Vorgängers Rudolf Ferscha. In das Produktsortiment neu aufgenommen werden so genannte Weekly Options, der Bereich der Aktienindexderivate wird somit auch auf den kurzfristigen Laufzeitenbereich erweitert. Ebenso wird das Angebot an Aktienderivaten weiter ergänzt - um Futures und Optionen auf Basiswerte aus den Mid Cap-Indizes MDAX und SMIM sowie erstmals auch auf spanische und schwedische Basiswerte. Ebenso werden Aktienindexoptionen auf MDAX und SMIM eingeführt. Die Bestrebungen nach Asien zeigen Wirkung: die erste Eurex-Anbindung eines Mitglieds in Singapur wird vollzogen. Ab 1. Oktober 2006 übernimmt die MAN Group 70 % der Eurex US und führt diese unter dem Namen USFE (US Futures Exchange) weiter. Zum Jahresende hat sich das Handelsvolumen auf 1,53 Milliarden gehandelte Kontrakte, also um 22 % im Vergleich zum Vorjahr, gesteigert.

Handelsvolumen[Bearbeiten]

  • 1998: 248 Millionen Kontrakte durch 313 registrierte Mitglieder
  • 1999: 380 Millionen Kontrakte durch über 400 registrierte Mitglieder
  • 2001: 674 Millionen Kontrakte
  • 2002: 801 Millionen Kontrakte
  • 2003: 1,014 Milliarden Kontrakte
  • 2004: 1,066 Milliarden Kontrakte
  • 2005: 1,25 Milliarden Kontrakte
  • 2006: 1,53 Milliarden Kontrakte
  • 2007: 1,9 Milliarden Kontrakte
  • 2008: 2,165 Milliarden Kontrakte
  • 2009: 1,7 Milliarden Kontrakte
  • 2010: 1,9 Milliarden Kontrakte

Produkte[Bearbeiten]

Eurex bietet ein umfangreiches Angebot an Aktien-, Aktienindex-, Zins-, Volatilitäts- und ETFs- Derivaten an.

Aktienderivate[Bearbeiten]

Im Aktienoptionssegment können Investoren an Eurex knapp 200 Aktienoptionen auf amerikanische, deutsche, finnische, französische, italienische, niederländische, schweizerische, schwedische und spanische Basistitel handeln, darunter Aktienoptionen auf 49 der 50 Werte des EURO STOXX 50 Index. Nach und nach wird von Eurex auch die Anzahl an Futures auf Aktien (Single Stock Futures) erweitert. Auf mittlerweile insgesamt rund 370 Einzelwerte können nunmehr auch Futures gehandelt werden.

Aktienindexderivate[Bearbeiten]

Im Bereich der Aktienindexderivate umfasst das Produktangebot Futures und Optionen auf die führenden internationalen Blue-Chip-Indizes, europäische Midcap-Segmente sowie verschiedene Branchenindizes. Im Einzelnen sind dies:

  • Futures und Optionen auf den EURO STOXX 50 Index
  • Futures und Optionen auf den STOXX Europe 50 Index
  • Futures und Optionen auf den STOXX Europe 600 Index
  • Futures und Optionen auf den STOXX Europe Mid 200 Index
  • Futures und Optionen auf den Dow Jones Global Titans 50 Index
  • Futures und Optionen auf den Dow Jones Italy Titans 30 Index
  • Futures und Optionen auf den DAX, MDAX und TecDAX
  • Futures und Optionen auf den SMI und SMIM
  • Weekly Options auf den EURO STOXX 50 Index, DAX und SMI
  • Futures und Optionen auf den OMX-Helsinki 25 Index
  • Futures und Optionen auf EURO STOXX Sector Indizes
  • Futures und Optionen auf STOXX Europe 600 Sector Indizes

Volatilitätsindexderivate[Bearbeiten]

Die neuesten Erweiterungen sind Volatilitäts-Futures auf die Volatilitäts-Indizes der Deutsche Börse AG (VDAX-NEW), SWX Swiss Exchange (VSMI) und STOXX Ltd. (VSTOXX). Damit können Marktteilnehmer zum ersten Mal Volatilitätsschwankungen auf den deutschen, schweizerischen und europäischen Aktienmärkten mit einer börsengehandelten Futures-Familie absichern.

  • VDAX-NEW-Futures
  • VSMI-Futures
  • VSTOXX-Futures

Exchange-traded funds-Derivate[Bearbeiten]

Im November 2002 wurde an Eurex der Handel mit Futures und Optionen auf börsengehandelte Index-Fondsanteile, so genannte Exchange-traded fund (ETFs), eingeführt. Die entsprechenden Basiswerte sind:

  • DAX EX
  • EURO STOXX 50 EX
  • iShares EURO STOXX 50 EX
  • XMTCH on SMI

Zinsderivate[Bearbeiten]

Die Zinsderivate decken die deutsche Zinskurve im Laufzeitenbereich von bis zu 35 Jahren sowie die Schweizer Zinskurve im Laufzeitenbereich von 8 bis 13 Jahren ab:

  • Euro-Schatz-Futures (Basiswert Bundesschatzanweisungen mit einer Restlaufzeit zwischen 1,75 und 2,25 Jahren)
  • Euro-Bobl-Futures (Basiswert Bundesobligationen mit einer Restlaufzeit zwischen 4,5 und 5,5 Jahren)
  • Euro-Bund-Futures (Basiswert Bundesanleihen mit einer Restlaufzeit zwischen 8,5 und 10,5 Jahren)
  • Euro-Buxl-Futures (Basiswert Bundesanleihen mit einer Restlaufzeit zwischen 24 und 35 Jahren)
  • CONF-Futures (Basiswert Schuldverschreibungen der Schweizerischen Eidgenossenschaft)

Auf Euro-Schatz-, Euro-Bobl- sowie Euro-Bund-Futures können auch Optionen gehandelt werden.

Weitere Produkte im Bereich der Zinsderivate sind die folgenden Geldmarktderivate:

  • Einmonats-EONIA-Futures (Basiswert EONIA-Zinssatz)
  • Dreimonats-EURIBOR-Futures (Basiswert European Interbank Offered Rate)
  • Optionen auf Dreimonats-EURIBOR-Futures

Die Zinsderivate machen rund die Hälfte des Handelsvolumens an Eurex aus. Der Euro-Bund-Futures stellt mit rund einer Million gehandelter Kontrakte pro Tag das umsatzstärkste Produkt an Eurex dar.

Energiederivate[Bearbeiten]

Seit 5. Dezember 2007 bietet die Eurex in Kooperation mit der European Energy Exchange AG (EEX) den Handel mit Energiederivaten, im Bereich CO2-Futures an. Ebenfalls kooperieren die beiden Clearinghäuser der Eurex und der EEX in dieser Hinsicht. Die Kontrakte werden physisch durch die European Commodity Clearing AG (ECC) beliefert.

Eurex Bonds und Eurex Repo[Bearbeiten]

Das Geschäftsmodell von Eurex erstreckt sich nicht nur auf Termingeschäfte, sondern ebenso auf außerbörsliche Kassamarktgeschäfte.

Eurex Bonds[Bearbeiten]

Die Eurex Bonds GmbH wurde im Jahr 2000 als gemeinsame Initiative der Eurex Frankfurt AG und führender Finanzinstitute ins Leben gerufen. Sie bietet eine elektronische Plattform für den außerbörslichen Handel und das Clearing von

  • allen festverzinslichen Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland (Bundesanleihen, Bundesobligationen und Bundesschatzanweisungen)
  • unverzinslichen Schatzanweisungen (Bubills) der Bundesrepublik Deutschland
  • europäischen Staatsanleihen
  • Anleihen (Agencies) von supranationalen Institutionen und staatlich garantierte Anleihen
  • Jumbo-Pfandbriefen deutscher Emittenten, festverzinsliche Schuldverschreibungen der deutschen Bundesländer sowie so genannte Slimbos
  • gedeckten Schuldverschreibungen (Covered Bonds) verschiedener europäischer Emittenten
  • ausgewählten europäischen Unternehmensanleihen (Corporate Bonds)
  • Basisinstrumenten für alle in die Fixed Income Futures (Euro-Schatz-, Euro-Bobl- und Euro-Bund-Futures) lieferbaren Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland und Basisinstrumenten für ausgewählte festverzinsliche Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland, die nicht in die Fixed Income Futures (Euro-Schatz-, Euro-Bobl- und Euro-Bund-Futures) lieferbar sind.

Durch die Anbindung der Eurex Bonds Handelsplattform an das Clearingsystem der Eurex Clearing AG besteht eine unmittelbare Verbindung von Kassa- und Terminmarkt, durch die der elektronische Handel der Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland und der Basistitel für alle in die Fixed Income-Derivate lieferbaren Schuldverschreibungen in einem zentralen Quotebuch möglich wird.

Eurex Repo[Bearbeiten]

An Eurex Repo können Marktteilnehmer eine breite Auswahl an Sale and Repurchase Agreements (Repos), unter anderem für deutsche und österreichische Staatsanleihen, Jumbo-Pfandbriefe, Länderanleihen, Schuldverschreibungen der KfW Bankengruppe sowie der europäischen Investmentbankanleihen handeln. Repos kombinieren den Verkauf von Wertpapieren mit dem Rückkauf gleichartiger Papiere auf Termin.

Eurex Repo operiert auf zwei verschiedenen Märkten, dem Euro Repo Markt und dem Schweizer Franken Repo Markt.

Der Euro Repo Markt ermöglicht europäischen Finanzdienstleistern den Zugang zur Refinanzierung mit europäischen Wertpapieren. Eurex Repo gibt den institutionellen Investoren die Möglichkeit, in verschiedenen standardisierten General Collateral Basket-Segmenten ihr Liquiditätsmanagement zu optimieren und von der Markttransparenz eines elektronischen Handelssystems zu profitieren.

Am Schweizer Franken Repo Markt verwalten über einhundert internationale Banken ihre Liquidität. Die Marktteilnehmer können ihr Funding und Collateral Management direkt am Schweizer Interbankenmarkt sowie über eine Beteiligung an den meist täglich stattfindenden Auktionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vornehmen.

Über Eurex Repo finden die Marktteilnehmer somit Zugang zu verlässlichen Handels-, Clearing- und Abwicklungssystemen für den europäischen und schweizerischen Repo Markt.

Bei den Repo Geschäften zwischen zwei institutionellen Investoren tritt wiederum die Eurex Clearing AG als zentraler Kontrahent auf und garantiert den Marktteilnehmern somit die tatsächliche Erfüllung der eingegangenen Leistungsverpflichtungen.

Grundsätzlich sind Eurex Bonds und Eurex Repo für alle interessierten Kreditinstitute und Finanzdienstleister offen. Die Unternehmen müssen in ihrem jeweiligen Sitzstaat einer Finanzmarktaufsicht unterstehen. Für Privatanleger ist der Handel an Eurex Bonds und Eurex Repo derzeit nicht möglich, da es ein reiner Interbankenhandel ist und die Kontraktgrösse im mehrstelligen Millionenbereich liegt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Markenregister