Eurobahn

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eurobahn
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Basisinformationen
Unternehmenssitz Hamm
Webpräsenz www.eurobahn.de
Bezugsjahr 2011
Eigentümer Keolis Deutschland GmbH & Co. KG
Geschäftsführung

Roland Zschunke[1]

Betriebsleitung Thomas Görtzen
Verkehrsverbund Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter
Verkehrsgemeinschaft Münsterland
Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe
OWL Verkehr „Der Sechser“
Verkehrsverbund Rhein-Ruhr
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn 10
Anzahl Fahrzeuge
Triebwagen 24 dreiteilige und 2 zweiteilige Talent
43 Stadler Flirt (Elektro)
Statistik
Fahrleistung 9,8 Mio. km pro Jahr
Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien 703 km
Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 2 Betriebswerke (Bw)
Streckennetz der Eurobahn seit 2012

Unter der Marke Eurobahn (Eigenschreibweise eurobahn) betreibt die Keolis Deutschland Schienenpersonennahverkehr in Nordrhein-Westfalen mit Anschlussverkehr nach Venlo und am Tagesrand nach Kassel. Zur Wartung der Züge werden Werkstätten in Hamm-Heessen (für Elektrotriebwagen) und Bielefeld (für Dieseltriebwagen) betrieben. Die Keolis Deutschland GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin ist eine Tochter der Keolis-Gruppe, einer Tochter der französischen Staatsbahn SNCF.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Eurobahn wurde im Jahre 1998, als Eurobahn Verkehrsgesellschaft mbH & Co.KG, mit Sitz in Wachenheim, gegründet. Die Gesellschafter waren VIA Générale de Transport et d'Industrie (VIA GTI) mit 60 % und Rhenus, die zum Rethmann-Konzern gehört; mit 40 %.

Die erste von der Eurobahn bediente Bahnstrecke war die im Jahr 1999 reaktivierte Donnersbergbahn von Alzey nach Kirchheimbolanden, in Rheinland-Pfalz, wo der Betrieb am 30. Mai 1999 aufgenommen wurde.

Am 28. Mai 2000 wurde der Betrieb zwischen Bielefeld und Rahden bzw. Lemgo, in NRW, übernommen (Ravensberger-Bahn und der Lipperländer).

Ab dem 25. November 2000 hat das Tochterunternehmen Freiberger Eisenbahngesellschaft mbH den Betrieb auf der Strecke Freiberg – Holzhau, in Sachsen übernommen.

Aus der Eurobahn Verkehrsgesellschaft mbH & Co.KG. wurde dann am 20. September 2001 die Rhenus Keolis GmbH & Co.KG, mit Sitz in Mainz. Die Gesellschafter sind nun Rhenus mit 51 % und Keolis mit 49 %. In diesem Unternehmen werden die Eisenbahnbetriebe Alzey, Bielefeld und Freiberg und die Busbetriebe in Bad Kreuznach und Zweibrücken zusammengeführt. Zum Start der Rhenus Keolis hatte das Unternehmen ca. 180 Mitarbeiter.

Die Betriebsübernahme zwischen Hildesheim - Löhne (Weser-Bahn) und Hildesheim - Bodenburg (Lammetalbahn) erfolgte am 14. Dezember 2003, diese Doppelstrecke wurde jedoch zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 an die Nordwestbahn abgegeben.

Die Gesellschafter Keolis und die Rhenus teilten das Unternehmen zum 1. Dezember 2007 in die Keolis Deutschland, die den Betrieb von nun an als Marke Eurobahn in Bielefeld übernahm, und die Rhenus Veniro, die die anderen beiden Eisenbahnunternehmen und die Busbetriebe übernahmen.

Aktueller Betrieb[Bearbeiten]

Countdown bis zur Betriebsaufnahme im Hellweg-Netz, 2008

Die Eurobahn gewann im März 2006 die Ausschreibungen für das Hellweg-Netz (RB 50, 59, 69, 89) in Nordrhein-Westfalen. Die Betriebsaufnahme erfolgte zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2008. Die Eurobahn fährt auf diesem Netz mit Triebwagen vom Typ Stadler Flirt. Die Ausschreibung ist zehn Jahre gültig.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 fahren einzelne Züge der Eurobahn über Warburg hinaus nach Kassel-Wilhelmshöhe und zurück.[2] Die zuständigen Verkehrsverbünde gleichen durch diese Fahrten den ausgedünnten Fernverkehr auf der Mitte-Deutschland-Verbindung aus.

Im März 2007 gewann die Eurobahn die Ausschreibung des Maas-Rhein-Lippe-Netzes. Damit hat sie ab Dezember 2009 für 16 Jahre die Linien RE 3 und RE 13 übernommen. Allerdings konnte die Übernahme der beiden Linien nicht wie geplant stattfinden, da das zuständige Eisenbahnbundesamt die Zulassung der für den Einsatz im Maas-Rhein-Lippe-Netz vorgesehenen 14 fünfteiligen FLIRT-Triebwagen vorerst verweigert hat.[3][4] Grund hierfür waren fehlende Nachweise von Seiten des Herstellers Stadler Rail. Deshalb hat die Eurobahn den Betrieb nur mit einem Notfahrplan aufgenommen, der Ersatzzüge der DB auf der Linie RE 13 vorsah.[5]

Am 19. Februar 2010 hat das Eisenbahnbundesamt die Zulassung für die fünfteiligen FLIRT-Triebwagen erteilt.[6] Seit dem 23. Juli 2010 liegt die Zulassung der vierteiligen Fahrzeuge für den kurzen niederländischen Abschnitt östlich von Venlo vor[7], so dass seit dem 25. Juli 2010 diese Fahrzeuge bis nach Venlo fahren dürfen. Aus Kapazitätsgründen war bis zur Zulassung der fünfteiligen Fahrzeuge ein Umstieg in Mönchengladbach notwendig.

Linie Name KBS Zuglauf Vertragslaufzeit
RE 3 Rhein-Emscher-Express 415, 416 DüsseldorfDuisburgOberhausenGelsenkirchen – Dortmund – Hamm Dezember 2009 –

Dezember 2025

RE 13 Maas-Wupper-Express 485, 455 Venlo – Mönchengladbach – Düsseldorf – WuppertalHagen – Hamm Dezember 2009 –

Dezember 2025

RB 50 Der Lüner 411 DortmundLünen – Münster Dezember 2008 –

Dezember 2018

RB 59 Hellweg-Bahn 431 Dortmund – Unna – Soest Dezember 2008 –

Dezember 2018

RB 67 Der Warendorfer 406 BielefeldGütersloh – Warendorf – Münster Dezember 2013 –

Dezember 2025

RB 69 Ems-Börde-Bahn 400, 410 Bielefeld – Gütersloh – Hamm – Münster Dezember 2008 –

Dezember 2018

RB 71 Ravensberger Bahn 386 Bielefeld – Bünde – Rahden Dezember 2013 –

Dezember 2025

RB 73 Der Lipperländer 404 Bielefeld – Lemgo-Lüttfeld Dezember 2013 –

Dezember 2025

RE 82 Der Leineweber 404, 405 Bielefeld – Lage – Detmold (– Altenbeken) Dezember 2013 –

Dezember 2025

RB 89 Ems-Börde-Bahn 410, 430 Münster – Hamm – Soest – Lippstadt – PaderbornWarburg Dezember 2008 –

Dezember 2018

Zukünftiger Betrieb[Bearbeiten]

Am 6. November 2014 verkündeten der NWL, der ZVM sowie Regio Twente, dass die Eurobahn ab Dezember 2017 den SPNV auf dem sogenannten Teutoburger Wald-Netz von der Westfalenbahn und DB Regio für 15 Jahre, sofern kein unterlegener Bieter Einspruch einlegt, übernimmt. [8]

Linie Name KBS Zuglauf Vertragslaufzeit Heutiger Betreiber
RB 61 Wiehengebirgsbahn 370, 375, 386 Bielefeld – OsnabrückRheineBad BentheimHengelo Dezember 2017 –

Dezember 2032

Westfalenbahn
RB 65 Ems-Bahn 410 Münster – Rheine Dezember 2017 –

Dezember 2032

Westfalenbahn
RB 66 Teuto-Bahn 385 Münster – Osnabrück Dezember 2017 –

Dezember 2032

Westfalenbahn
RB 72 Ostwestfalen-Bahn 405 Herford – Detmold – Altenbeken – Paderborn Dezember 2017 –

Dezember 2032

Westfalenbahn
RE 78 Porta-Express 124, 400 NienburgMinden – Bielefeld (– Rheda-Wiedenbrück) Dezember 2017 –

Dezember 2032

DB Regio

Ehemaliger Betrieb[Bearbeiten]

Linie Name KBS Zuglauf Vertragslaufzeit Neuer Betreiber
RB 77 Weser-Bahn 372 HildesheimHamelnLöhne – Bünde Dezember 2003 –

Dezember 2011

NordWestBahn
RB 79 Lammetalbahn 373 Hildesheim – Bodenburg Dezember 2003 –

Dezember 2011

NordWestBahn
Fernverkehr Fernverkehr 400, 415 Bielefeld – Köln Dezember 2000 –

Januar 2001

keiner

Fernverkehr zwischen Köln und Bielefeld[Bearbeiten]

Vom 1. Dezember 2000 bis zum 28. Januar 2001 betrieb die Eurobahn außerdem zwischen Köln Hauptbahnhof und Bielefeld Hauptbahnhof einen privaten Fernverkehrszug, zum Einsatz kamen reguläre Talent-Triebwagen aus dem Nahverkehrsbestand. Sie gehörte damit zu den ersten Unternehmen, welche nach der 1994 eingeleiteten Bahnreform neben der DB Reise & Touristik AG auf dem deutschen Schienenpersonenfernverkehrsmarkt agierte. Die Fahrzeit betrug zweieinhalb Stunden, die Verbindung wurde jedoch nur freitags und sonntags angeboten (je ein Zugpaar). Zwischenhalte waren Gütersloh Hauptbahnhof, Dortmund Hauptbahnhof, Bahnhof Düsseldorf Flughafen und Düsseldorf Hauptbahnhof.

Eine einfache Fahrt über die Gesamtstrecke kostete inklusive Platzreservierung 40 D-Mark. Damit lag der Fahrpreis um ein Drittel unter dem der DB, darüber hinaus wurde ein Begrüßungsgetränk gereicht. Wegen mangelnder Bekanntheit und der daraus resultierenden schlechten Auslastung stellte das Unternehmen das Angebot jedoch nach nur zwei Monaten wieder ein. Pro Fahrt saßen nur 20 bis 30 Fahrgäste in den Zügen.[9][10][11][12]

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Die Eurobahn setzt zur Zeit auf dem OWL-Netz (RB67, RB71, RB73 und RE82) 24 dreiteilige Bombardier Talent-Dieseltriebwagen (VT 2.01–VT 2.09, VT 2.12 und VT 3.01-VT 3.14) und 2 zweiteilige Bombardier Talent-Dieseltriebwagen (VT 2.10 und VT 2.11) ein. Die 3.??-Serie der Bombardier Talent-Dieseltriebwagen wurde auf Grund der neuen Linien, die seit Ende 2013 betrieben werden, von der NordWestBahn, der Bayerische Oberlandbahn und der Prignitzer Eisenbahn GmbH angeschafft. Zunächst wurden diese Fahrzeuge in der ursprünglichen Farbgebung eingesetzt und trugen stattdessen Aufkleber wie "Ich bin eine Eurobahn". Mittlerweile wurden alle Züge im weiß-gelben Eurobahn-Look lackiert.

Auf den restlichen Strecken kommen 43 FLIRT-Elektrotriebwagen zum Einsatz. Die E-Triebwagen gliedern sich in 25 4-Teiler (ET 5.01–ET 5.25) des Baujahrs 2008, 4 4-Teiler aus einer Nachbestellung des Jahres 2009 (ET 6.01-ET 6.04) und 14 5-Teiler (ET 7.01-ET 7.14) ebenfalls aus 2009. Das Eisenbahn-Bundesamt hatte letzteren allerdings zu Beginn die Zulassung verweigert. Schuld daran sollten fehlende Unterlagen des Herstellers Stadler Rail sein.[3][4] Die Eurobahn konnte daher den Betrieb auf dem Maas-Rhein-Lippe-Netz nur eingeschränkt aufnehmen und veröffentlichte einen Ersatzfahrplan.[5] Für den Ersatzverkehr auf dem RE 13 wurden 15 Lokomotiven der Baureihe 185, 6 Dieseltriebwagen der Baureihe 642 und zahlreiche Personenwagen verschiedenster Bauarten angemietet.

Einsatz der Fahrzeuge:

Betriebswerke[Bearbeiten]

Zur Wartung ihrer Dieseltriebwagen unterhält die Eurobahn ein Betriebswerk (Bw) im Bielefelder Ortsteil Sieker. Ein weiteres Betriebswerk wurde im Jahre 2008 in Hamm-Heessen errichtet, welches der Wartung der Elektrotriebwagen des Hellweg-Netzes und des Maas-Rhein-Lippe-Netzes dient. An diesem Standort stehen vier Wartungsgleise sowie eine Waschanlage zur Verfügung. Es können 43 Fahrzeuge gewartet werden.

Kundencenter[Bearbeiten]

Das Kundencenter und die Verwaltung der Niederlassung Eurobahn befinden sich direkt gegenüber dem Westausgang des Bahnhofs Hamm in der Unionstraße 3. Ein weiteres Kundencenter liegt am Hauptbahnhof Düsseldorf in der Immermannstraße 65a (Bahnhofsvorplatz).

Siehe auch[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eurobahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Eurobahn – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatStefan Hennigfeld: Roland Zschunke neuer Geschäftsführer bei Keolis Deutschland. In: Eisenbahnjournal Zughalt.de. 17. Juli 2012, abgerufen am 17. Juli 2012.
  2. Fahrplan (PDF; 767 kB)
  3. a b EBA: Fehlende Nachweise des Herstellers verhindern Zulassung neuer Fahrzeuge des Typs „Flirt“
  4. a b Verzögerte Fahrzeugzulassung verschiebt Start der Eurobahn auf RE 3 und RE 13
  5. a b Ersatzkonzept der Eurobahn für den RE 3 und RE 13 ab 14. Dezember 2009 (Version vom 16. Februar 2010 im Internet Archive)
  6. Fahrzeugzulassung (Version vom 26. Februar 2010 im Internet Archive)
  7. Eurobahn-Züge erhalten Zulassung bis Venlo
  8. Eurobahn wird neuer Betreiber des Teutoburger Wald-Netzes
  9. Berliner Zeitung: Konkurrenz für Deutsche Bahn im Fernverkehr – Eurobahn fährt für 40 Mark von Bielefeld nach Köln
  10. WDR: Dschungel - Ist die Bahn zu Retten? Teil 1: Eurobahn & Co (PDF; 44 kB)
  11. Pressemeldung der Eurobahn vom 27. November 2000: Eurobahn ab 1. Dezember im Fernverkehr aktiv (Version vom 6. Juli 2002 im Internet Archive)
  12. Pressemeldung der Eurobahn vom 26. Januar 2001: Mangelnde Auslastung: Fernzug nach Köln wird eingestellt (Version vom 12. Juli 2002 im Internet Archive)

52.0151238.570796Koordinaten: 52° 0′ 54″ N, 8° 34′ 15″ O