Eurobanknoten

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Eurobanknoten
Eurobanknoten
Staat:

BelgienBelgien Belgien
DeutschlandDeutschland Deutschland
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GriechenlandGriechenland Griechenland
IrlandIrland Irland
ItalienItalien Italien
LettlandLettland Lettland
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NiederlandeNiederlande Niederlande
OsterreichÖsterreich Österreich
PortugalPortugal Portugal
SlowakeiSlowakei Slowakei
SlowenienSlowenien Slowenien
SpanienSpanien Spanien
Zypern RepublikRepublik Zypern Zypern

assoziierte Euronutzer:
(mit Recht zur Ausgabe
eigener Euromünzen)
AndorraAndorra Andorra
MonacoMonaco Monaco
San MarinoSan Marino San Marino
VatikanstadtVatikanstadt Vatikanstadt

„passive“ Euronutzer:
KosovoKosovo Kosovo
MontenegroMontenegro Montenegro

Unterteilung: 100 Cent
ISO-4217-Code: EUR
Abkürzung: / EUR
Wechselkurs:
(12. September 2014)

1 EUR = 1,2089 CHF
1 CHF = 0,8272 EUR

1 EUR = 0,7966 GBP
1 EUR = 138,72 JPY
1 EUR = 1,2931 USD

Die Eurobanknoten bilden zusammen mit den Euromünzen das Bargeld des Euro. Die Eurobanknoten wurden am ersten Geltungstag, dem 1. Januar 2002, in Umlauf gebracht, während die Euromünzen in so genannten Starterkits bereits einige Tage zuvor ausgegeben wurden. Die Währung selbst wurde bereits am 1. Januar 1999 zunächst nur als Buchgeld eingeführt. Von den Eurobanknoten gibt es bisher zwei Serien. Bei der ersten Serie der Eurobanknoten gibt es sieben Nennwerte, von der zweiten Serie ist bisher der 5- und der 10-Euro-Schein in den Verkehr gebracht worden. Der 10-Euro-Schein wurde am 13. Januar 2014 der Öffentlichkeit vorgestellt und am 23. September 2014 in Umlauf gebracht.[1]

Gestaltungswettbewerb[Bearbeiten]

Bereits am 15. November 1994 legte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelungen der neuen Banknoten fest: 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 ECU. Erst über ein Jahr später wurde in Madrid der Name „Euro“ für die neue Währung vom Europäischen Rat festgelegt.

Der Gestaltungswettbewerb, an dem die von den nationalen Zentralbanken nominierten Grafiker und Designer-Teams teilnahmen, startete am 12. Februar 1996 und lief bis zum 13. September desselben Jahres. Die Dänische Zentralbank beteiligte sich nicht am Wettbewerb.

In den Jahren 1995/96 wurden die Vorgaben für den Wettbewerb erarbeitet. So wurden unter anderem die beiden Themen „Zeitalter und Stile in Europa“ und „abstraktes/modernes Design“ festgelegt. Des Weiteren sollten die Währungsbezeichnung und die Abkürzungen der ausgebenden Stelle die einzigen Wörter auf den Banknoten sein. Weitere wichtige Rahmenbedingungen bei der Gestaltung waren, dass die Geldscheine eindeutig „als Europäische Banknoten erkennbar sein sollten und eine kulturelle und politische Aussage enthalten, die alle Europäer anspricht“. Zudem mussten alle Entwürfe „die Gleichstellung von Mann und Frau berücksichtigen und jede Art nationaler Voreingenommenheit vermeiden“. Vorgegeben waren u. a. auch die Größe der einzelnen Banknote und deren Grundfarben, die Epochen für das Thema „Zeitalter und Stile“ und die zwölf Sterne der EU, die auf der Vorderseite abgebildet sein mussten. Auf der Rückseite war die Nutzung der Sterne optional.

Am 26./27. September wählte eine Expertengremium zu beiden Themen die jeweils fünf besten Entwürfe aus. Es folgte eine Umfrage unter knapp 2000 EU-Bürgern, bevor der Rat des EWI die von Robert Kalina gestalteten Entwürfe als Gewinner bestimmte. Zur Begründung heißt es: „weil sie historische Entwicklungen in den Bereichen Technik, Kunst und Kommunikation in einer harmonischen Darstellung vereinen; sie stehen stellvertretend für den Beginn eines neuen Europa mit einem gemeinsamen kulturellen Erbe und der Vision einer gemeinsamen Zukunft im neuen Jahrtausend“. Die auf der Vorderseite der Banknoten abgebildeten Tore und Fenster symbolisieren „den Geist der Offenheit und der Zusammenarbeit“. Die auf den Rückseiten abgebildete Brücken symbolisieren die „Verbundenheit zwischen den Völkern Europas und zwischen Europa und der übrigen Welt“.

Die Scheine zeigen fiktive Motive der europäischen Architektur, jeweils aus verschiedenen kunstgeschichtlichen Epochen. Es wurde bewusst darauf verzichtet, reale Personen oder Bauwerke darzustellen, um zu vermeiden, dass sich – auch unabsichtlich – einzelne Eurostaaten bevorzugt oder benachteiligt fühlen.

Die erstmalige Präsentation der Entwürfe erfolgte am 13. Dezember auf Pressekonferenzen in Dublin und Frankfurt. Am 30. August 2001 stellte Wim Duisenberg, der damalige Präsident der EZB, in Frankfurt das endgültige Erscheinungsbild der Eurobanknoten vor.[2]

Diskussionen um Nennwerte[Bearbeiten]

Schon vor Einführung des Euro gab es Diskussionen um kleinere Stückelungen. Insbesondere Italien hatte sich für einen Ein-Euro-Schein starkgemacht. Im Oktober 2003 kam es zu einem neuerlichen Vorstoß des italienischen Finanzministers Giulio Tremonti, der durch seinen österreichischen Amtskollegen Karl-Heinz Grasser unterstützt wurde. Der Gedanke war, die Menge der umlaufenden Münzen zu verringern und die Inflation zu senken, da viele Menschen den Wert von Gütern als zu gering einschätzen würden, solange sie mit Münzen bezahlen. Die Europäische Zentralbank, die allein über die Stückelung der Banknoten entscheidet, hatte im November 2004 nach Auswertung einer Studie beschlossen, keine Ein-Euro-Banknote auszugeben. Die Forderung nach einer Banknote im Wert von zwei Euro wurde nach dieser Entscheidung nicht weiterverfolgt. Im Mai 2012 wurde erneut ein Vorstoß unternommen, die Einführung durch die Zentralbank prüfen zu lassen.[3] Die Diskussion kam im Rahmen der Diskussion über die Abschaffung von 1- und 2-Cent-Münzen auf.

Im April 2013 wurden Diskussionen um die Abschaffung der 500-Euro-Banknote laut. Der Analyst bei der Bank of America Athanasios Vamvakidis schreibt, dass diese Banknoten oft zum „Matratzen-Geld“ würden. Eine Studie der EZB besagt, dass nur etwa 30 % der umlaufenden 500-Euro-Banknoten für Zahlungen genutzt werden und eine weitere Studie der britischen Regierung geht davon aus, dass 90 % der im Land gehandelten Scheine dieser Größenordnung in den Händen des organisierten Verbrechens seien.[4] Außerdem sei die 500-Euro-Note die Banknote mit dem höchsten Wert innerhalb der G10.[5] Der EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio bestätigte in Brüssel, dass dieses sicherlich eine Diskussion wert sei.[6]

Hauptartikel: Ein-Euro-Banknote

Bargeldumlauf[Bearbeiten]

Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit März 2013 nicht mehr aktuell zu sein: Angaben zu den Umlaufmengen & den Umlaufwerten Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/fehlend

Nach Angaben der Europäischen Zentralbank waren im März 2013 circa 15,2 Mrd. Eurobanknoten mit einem Gesamtwert von 896 Mrd. Euro im Umlauf. Häufigste Banknote ist die zu 50 Euro, sowohl zahlen- als auch wertmäßig. Auf sie entfällt knapp über ein Drittel des im Umlauf befindlichen Wertes. Ein weiteres Drittel des Bargeldumlaufs deckt die 500-Euro-Note ab, die nach der 200-Euro-Note die zweitseltenste ist. Die Euromünzen machen mit 23,5 Mrd. Euro nur 2,6 % des gesamten Bargeldumlaufs (aus Noten und Münzen) von 920 Mrd. Euro aus.[7]

Nennwert Umlaufmenge Anteil (Menge) Umlaufwert Anteil (Wert)
5 Euro 1.550 Mio. 10,2 % 7,7 Mrd. € 0,9 %
10 Euro 2.045 Mio. 13,4 % 20,4 Mrd. € 2,3 %
20 Euro 2.864 Mio. 18,9 % 57,3 Mrd. € 6,4 %
50 Euro 6.287 Mio. 41,4 % 314,3 Mrd. € 35,1 %
100 Euro 1.684 Mio. 11,1 % 168,4 Mrd. € 18,8 %
200 Euro 183 Mio. 1,2 % 36,5 Mrd. € 4,1 %
500 Euro 583 Mio. 3,8 % 291,5 Mrd. € 32,4 %
Insgesamt 15.196 Mio. 100,0 % 896,1 Mrd. € 100,0 %

Erste Serie (2002)[Bearbeiten]

Stückelungen[Bearbeiten]

Die Euro-Banknoten der ersten Serie gibt es in Stückelungen von 5 €-, 10 €-, 20 €-, 50 €-, 100 €-, 200 €- und 500 €-Scheinen.

Abbildungen und Abmessungen[Bearbeiten]

Die Vorderseite (oder recto) stellt ein oder mehrere Fenster oder Tore dar, während auf der Rückseite (oder verso) eine Brücke zu sehen ist, die die Verbindung der einzelnen Länder innerhalb der Europäischen Union symbolisieren soll. Dabei sind keine realen Bauwerke abgebildet, sondern eine Zusammenstellung aus Stilmerkmalen einzelner Epochen in einer archetypischen Abbildung. Auf der Rückseite sind das europäische Festland, Nordafrika sowie ein Teil des asiatischen Gebietes der Türkei abgebildet. Außerdem sind mit den Azoren, Madeira, Französisch-Guayana, Guadeloupe, Martinique, Réunion, Kanarische Inseln auch Inseln und Territorien abgebildet, in denen der Euro offizielles Zahlungsmittel ist. Es fehlen Malta, aufgrund des gewählten Maßstabes, und Zypern, das derzeit östlichste Land der EU. Diese beiden Länder waren zum Zeitpunkt der Euro-Einführung noch nicht Mitglied der EU.

Allen Noten gemeinsam sind die europäische Flagge, die Abkürzung der Europäischen Zentralbank in den verschiedenen Arbeitssprachen der EU im Jahr 2002, die Jahreszahl der Erstausgabe (2002), die Unterschrift des amtierenden EZB-Präsidenten, eine Europakarte (inklusive der französischen Überseedépartements) auf der Rückseite, beidseitig der Name „Euro“ in lateinischen („EURO“) und griechischen Buchstaben („ΕΥΡΩ“) der Schriftart Frutiger.

Die fünf Abkürzungen der Europäischen Zentralbank sind: BCE (Französisch, Irisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch), ECB (Dänisch, Englisch, Niederländisch, Schwedisch), EZB (Deutsch), ΕΚΤ (Griechisch; Buchstaben Epsilon, Kappa und Tau des griechischen Alphabets) sowie EKP (Finnisch)

Da am 1. November 2003 Wim Duisenberg seinen Präsidentenposten an Jean-Claude Trichet abgab, wechselte auf den nachfolgend gedruckten Scheinen auch die Unterschrift, aber nicht die Jahreszahl 2002. Banknoten mit der Unterschrift von Mario Draghi kamen im März 2012 erstmals in Umlauf.[8] Die Banknoten wurden nach einem EU-weiten Wettbewerb, an dem 29 Designer teilnahmen und 44 Entwürfe[9] einreichten, von dem Österreicher Robert Kalina gestaltet.

Nennwert Vorderseite Rückseite Farbe Baustil(e)
Periode
Format *
Gewicht *
Position des Plattencodes
5 Euro 5 Euro, Vorderseite 5 Euro, Rückseite Grau Klassik (Antike)
Vor dem 11. Jahrhundert
120 mm × 62 mm
0,68 g
linker Bildrand
10 Euro 10 Euro, Vorderseite 10 Euro, Rückseite Rot Romanik
11.–12. Jahrhundert
127 mm × 67 mm
0,72 g
8-Uhr-Stern
20 Euro 20 Euro, Vorderseite 20 Euro, Rückseite Blau Gotik
13.–14. Jahrhundert
133 mm × 72 mm
0,81 g
9-Uhr-Stern
50 Euro 50 Euro, Vorderseite 50 Euro, Rückseite Orange Renaissance
15.–16. Jahrhundert
140 mm × 77 mm
0,92 g
rechter Bildrand
100 Euro 100 Euro, Vorderseite 100 Euro, Rückseite Grün Barock und Rokoko
17.–18. Jahrhundert
147 mm × 82 mm
1,02 g
rechts vom 9-Uhr-Stern
200 Euro 200 Euro, Vorderseite 200 Euro, Rückseite Gelb Industriezeitalter / Eisen- und Glasarchitektur
19. Jahrhundert
153 mm × 82 mm
1,07 g
rechts vom 8-Uhr-Stern
500 Euro 500 Euro, Vorderseite 500 Euro, Rückseite Lila Moderne Architektur
20.–21. Jahrhundert
160 mm × 82 mm
1,12 g
9-Uhr-Stern

* Alle Eurobanknoten haben einheitlich eine Stärke von rund 0,10 mm, und ihre Grammatur („Flächengewicht“, flächenbezogene Masse) beträgt bedruckt 85 g/m². Die üblichen Bündel mit 100 Stück (neuer) Banknoten messen um die Schleife etwa 12 mm. Zehn derartige Bündel stapeln sich etwa 130 mm hoch. In der Herstellung kosten die Geldscheine pro Stück durchschnittlich acht Cent.[10]

Sicherheitsmerkmale[Bearbeiten]

Notenwertübergreifende Sicherheitsmerkmale[Bearbeiten]

Taktile Bildelemente in der Vergrößerung
50-Euro-Schein unter UV-Licht fotografiert
50-Euro-Schein im Infrarotbereich fotografiert

Die Euro-Banknoten weisen verschiedene Sicherheitsmerkmale[11] auf, mit denen Fälschungen verhindert oder zumindest erschwert werden sollen. Weiterhin soll mit der sogenannten „EURion-Konstellation“ das Vervielfältigen durch Kopierer oder Scanner verhindert werden.

  • Das verwendete Papier besteht aus reiner stärkefreier Baumwolle. Die Stärkefreiheit kann mit speziellen Prüfstiften nachgewiesen werden. Ist Stärke vorhanden, so verfärbt sich das Papier an der mit dem Stift behandelten Stelle. Wenn eine echte Banknote mit Stärke in Berührung gekommen ist, kann sich auch diese verfärben. Allerdings lassen sich sehr gute Falsifikate mit dem Stift nicht identifizieren, da sie oft mit Chemikalien behandelt werden, die eine Reaktion mit der Stärke verhindern. Gelegentlich wird auch stärkefreies Baumwollpapier verwendet, obwohl die Beschaffung nicht einfach ist.
  • Wasserzeichen
  • Sicherheitsfaden, der im Durchlicht sichtbar wird und mit dem Notenwert und dem Wort „Euro“ (durchbrochen) beschriftet ist
  • Stichtiefdruck; dadurch sind einige Bildelemente ertastbar
  • Durchsichtsregister: Eine Wertangabe ist teils von der Vorderseite, teils von der Rückseite aufgedruckt und wird im Gegenlicht vollständig sichtbar; dabei ergänzen sich beide Seiten exakt.
  • Mikroschrift
  • Infrarot-Eigenschaften: Mit Hilfe eines Infrarotgerätes werden der rechte Teil des Stichtiefdrucks und der Folienstreifen sichtbar.
  • Unter Schwarzlicht (UV-Licht) werden verschiedenfarbige Fasern im Papier sichtbar. Außerdem leuchten die EU-Flagge, der Sternenkreis sowie Teile des Druckbildes auf der Vorder- und der Rückseite des Scheines. Das Papier selbst fluoresziert jedoch nicht. Amateurhaft gefertigtes Falschgeld, das oft aus normalem Papier hergestellt wird, fluoresziert auf der gesamten Fläche bläulich weiß. Echte Banknoten, die beispielsweise in der Waschmaschine mitgewaschen wurden, fluoreszieren ebenfalls auf der gesamten Fläche, da die optischen Aufheller im Waschmittel sich auf der Banknote niederschlagen und diese unter UV-Licht blau fluoreszieren. Bei Falsifikaten wird zunehmend das UV-Bild imitiert.
  • Speziell für die Automatenerkennung sind Euro-Banknoten mit einer magnetischen Sicherheitsmarkierung versehen.[12] Diese Sicherheitsmarkierung kann mittels magnetischer Messinstrumente nachgewiesen und mit magneto-optischen Sensoren dargestellt werden.

Notenwertspezifische Sicherheitsmerkmale[Bearbeiten]

  • Spezial-Folienstreifen (Metallglanz) mit Kinegramm, der beim Kippen zwischen Euro-Symbol und jeweiligem Wert wechselt. (bei 5-, 10- und 20-Euro-Scheinen: Vorderseite am rechten Rand)
  • Perlglanzstreifen (Iriodinstreifen), der beim Kippen der Banknote goldfarben sichtbar wird und wieder verschwindet (mit Euro-Symbol und jeweiligem Wert) (bei 5-, 10- und 20-Euro-Scheinen, Hinterseite links der Mitte).
    Bisher ist keine Fälschung bekannt, die diese Eigenschaft besitzt. Entweder fehlt dieses Merkmal ganz, oder der Goldschimmer verschwindet beim Kippen nicht.[13]
  • Spezial-Folienelement mit Hologramm, das das Architekturmotiv oder die Wertzahl zeigt (bei 50-, 100-, 200 und 500-Euro-Scheinen, Vorderseite rechts)
  • Strichcode: Im Durchlicht (Banknote gegen die Lichtquelle halten) wird links das Wasserzeichen-Tormotiv mit der jeweiligen Wertzahl sichtbar, rechts davon (im bedruckten Bereich) der Code aus sechs oder acht senkrechten Wasserzeichen-Streifen, je 2,5 mm breit und 35 mm hoch. Von der Rückseite – im Bereich von Osteuropa auf der aufgedruckten Europakarte – ist dieser wertspezifische Strichcode von links nach rechts zu lesen. Im Scan wird ein dunkler Streifen als Zahl 1, ein heller als 0 gelesen und dann als Manchester-Code interpretiert. Das Streifenpaar „01“ wird dabei zu 1 decodiert, „10“ wird zu 0. Nur die Banknoten zu 20 und 500 Euro haben vier gleiche Klarziffern codiert, sichtbar als gleichmäßig gestreiftes Muster. Die fünf anderen Banknotenwerte haben an unterschiedlichen Positionen genau einen mit 5 mm doppelt so breiten dunklen Balken, weil hier zwei dunkle Streifen aneinanderliegen.
Note Strichcode Manchester-Dekodierung
5 Euro 01 10 10 100
10 Euro 01 01 10 110
20 Euro 10 10 10 10 0000
50 Euro 01 10 10 10 1000
100 Euro 01 01 10 10 1100
200 Euro 01 01 01 10 1110
500 Euro 01 01 01 01 1111
  • Farbwechsel: Beim Kippen der Banknote ändert sich die Farbe des Aufdrucks der großen Wertzahl der Rückseite (rechts unten) von Purpurrot nach Braun (bei 50-, 100-, 200- und 500-Euro-Scheinen).

Bisher sind keine gefälschten Eurobanknoten bekannt, bei denen der Farbwechsel der Wertzahl vollständig nachgeahmt werden konnte. Entweder schillert die Farbe beim Kippen nur auf oder wechselt nicht vollständig zu Braun, sondern zu Dunkelrot bzw. Dunkellila (gilt für eine sehr gute Fälschung eines 200-Euro-Scheines aus Bulgarien). Der Unterschied zum echten Farbwechsel ist sehr auffällig und leicht zu erkennen.

Hält man das Farbelement schräg gegen das Licht, wird bei waagerechter Haltung ein grüner Schimmer sichtbar, der den vollständigen Farbwechsel bestätigt. Auf allen Banknoten ab 50 Euro vollzieht sich der gleiche Farbwechsel, sodass man anhand einer Vergleichsbanknote den Farbwechsel bei allen Scheinen überprüfen kann. Nicht selten wird der Farbwechsel auf Falschgeld gar nicht imitiert, sondern die Wertzahl ist nur in Lila aufgedruckt.[14]

Weitere Sicherheitsmerkmale[Bearbeiten]

Es gibt auf den Euro-Banknoten auch versteckte Sicherheitsmerkmale, so ein als M-Feature (M für maschinenlesbar) bezeichnetes Merkmal, eine Beschichtung mit einem Oxidgemisch verschiedener Lanthanoide, das mit Hilfe starker Lichtblitze ausgelesen eine charakteristische Antwort liefert. Diese Sicherheitsmerkmale werden automatisiert in den Filialen der nationalen Zentralbanken des Eurosystems überprüft. Bisher konnte dieser Test Fälschungen sicher erkennen. Jede Banknote soll im Durchschnitt alle drei Monate in einer Zentralbankfiliale auf diese Merkmale überprüft werden und so der Umlauf von Falschgeld entdeckt und unterdrückt werden. Bisher konnten allerdings alle Fälschungen auch anhand der bekannten Sicherheitsmerkmale erkannt werden.

Fälschungen und Manipulationen[Bearbeiten]

Das Fälschen der Banknoten ist verboten. Das Copyrightzeichen © weist auf die Beanspruchung von Schutzrechten bezüglich der Vervielfältigung hin. Bei der Verwendung des Copyrightzeichens sind nach ISO 16016 noch die Angabe des Rechteinhabers (EZB) und die Jahreszahl der Erstveröffentlichung (2002) nötig.

Bis 2003 stieg die Fälschungsrate der Eurobanknoten deutlich an, sodass an einer Erweiterung der Sicherheitsmerkmale gearbeitet wird, unter Umständen die Integration von elektronischen Chips zur Identifikation der Banknote, auch wenn die Anzahl der Fälschungen, die dem Banknotenumlauf entnommen wurden, seit 2004 nur noch geringfügig steigt.

Nummerierungssysteme[Bearbeiten]

Seriennummer[Bearbeiten]

Jeder nationalen Zentralbank (NZB) des Eurosystems wurde ein individueller Kennbuchstabe zugeteilt, der als erstes Zeichen der Seriennummer auf allen Banknoten erscheint, deren Druck die nationale Zentralbank in Auftrag gegeben hat.[15] Ein Buchstabe einer bestimmten NZB bedeutete dabei ursprünglich (bei der Grundausstattung zur Euroeinführung 2002), dass diese NZB den Schein auch in ihrem Zuständigkeitsbereich in Umlauf gebracht hat. Bei späteren Ausgaben kann es auch bedeuten, dass die NZB die Banknoten im Rahmen des dezentralen Poolingverfahrens der Banknotenherstellung einer anderen Zentralbank für die Ausgabe in deren Zuständigkeitsbereich zur Verfügung gestellt hat. Banknoten mit dem Buchstaben einer NZB wurden auch nicht immer von einer nationalen Druckerei gedruckt, siehe Druckereikennung. Die Buchstaben W, K und J wurden bisher nicht genutzt, sie sind für EU-Staaten reserviert, die derzeit (Stand 1. Januar 2002) nicht am Euro teilnehmen. Nach der Euro-Einführung in Estland wurde der nächste „freie“ Buchstabe D vergeben, die Buchstaben A, B und C sind derzeit noch unbelegt.

Dem NZB-Buchstaben folgen eine zehnstellige Nummer und eine Prüfziffer (1–9). Die Prüfziffer ist dabei so gewählt, dass folgende Prüfbedingung erfüllt ist: Ersetzt man den Buchstaben der Seriennummer durch seinen ASCII-Wert (A = 65 … Z = 90), so ergibt sich insgesamt eine Zahl, die durch 9 teilbar ist, der Neunerrest ist also 0. Dies lässt sich einfach prüfen, indem man die wiederholte Quersumme der Ziffernfolge bildet, diese ergibt beim Neunerrest 0 immer 9 (ansonsten sind Neunerrest und wiederholte Quersumme identisch). Dies gilt offenbar nicht nur bei den Banknoten der ersten Serie; auch alle bei der Vorstellung der zweiten Serie zu sehenden Seriennummern lassen sich so prüfen, indem man hier beide Buchstaben durch ihren jeweiligen ASCII-Wert ersetzt.

Es existieren auch andere, dazu äquivalente Prüfverfahren: Statt des ASCII-Werts kann man auch die Zuordnung A = 2 … Z = 27 oder A = 11 … Z = 36 benutzen. Ersetzt man den Buchstaben durch seine Position im Alphabet (A = 1 … Z = 26), so ist bei Banknoten der ersten Serie der Neunerrest grundsätzlich 8. Bildet man den Neunerrest nur der elf Ziffern der Seriennummer ohne den Buchstaben, so ergibt sich ein Wert, der der folgenden Tabelle zu entnehmen ist.

Eine gültige Prüfziffer ist natürlich keine Garantie, dass der Schein echt ist. Nur durch die korrekte Prüfziffer wird der Schein nicht gültig, auch wenn die Erfahrung zeigt, dass viele Fälscher falsche Prüfziffern auf ihre Scheine drucken. Aber auch bei einer willkürlichen Nummernvergabe einschließlich der als Prüfziffer nie verwendeten „0“ hätten 10 % der gefälschten Banknoten eine korrekte Prüfziffer. Zur Echtheitskontrolle sollte man sich eher anderer Methoden bedienen (siehe unten).

NZB-Kennung[Bearbeiten]
Kennbuchstabe Land Name in der Landessprache Neunerrest Anmerkung
Z Belgien België (nl), Belgique (fr), Belgien (de) 0
Y Griechenland Ελλάδα 1 ursprünglich für Dänemark vorgesehen
X Deutschland Deutschland 2
W Dänemark Danmark 3 nicht genutzt, ursprünglich für Griechenland vorgesehen
V Spanien España 4
U Frankreich France 5
T Irland Ireland (en), Éire (ga) 6
S Italien Italia 7
R Luxemburg Lëtzebuerg 8 nicht im Umlauf
Q nicht vergeben
P Niederlande Nederland 1
O nicht vergeben
N Österreich Österreich 3
M Portugal Portugal 4
L Finnland Suomi (fi), Finland (sv) 5
K Schweden Sverige 6 nicht genutzt
J Großbritannien United Kingdom 7 nicht genutzt
I nicht vergeben
H Slowenien Slovenija 0 seit 2007
G Zypern Κύπρος (el), Kibris (tr) 1 seit 2008
F Malta Malta 2 seit 2008
E Slowakei Slovensko 3 seit 2009
D Estland Eesti 4 seit 2011
C Lettland Latvija 5 seit 2014
  • Die Vergabe der Buchstaben für die ursprünglichen 15 EU-Staaten erfolgte in der ersten Serie von Z an rückwärts im Alphabet, nach dem Namen des Landes in der Landessprache. Dabei wurden auch Buchstaben für die EU-Staaten Großbritannien, Dänemark und Schweden vergeben, die den Euro 2002 nicht einführten. Die Buchstaben Q, O und I wurden nicht verwendet, um Verwechslungen mit den Zahlen 0 und 1 vorzubeugen.
Systematik des numerischen Teils[Bearbeiten]

Beim Druck der Eurobanknoten wurde nicht in allen Ländern die laufende Seriennummer, beginnend mit *0000000001* und streng aufsteigend, angebracht. Da immer mehrere Banknoten gleichzeitig gedruckt werden (20 bis 60 Scheine auf einer Druckplatte), sind Teile der Seriennummer zur Anzeige der Position des Scheins auf dem ungeschnittenen Druckbogen vorgesehen. Andere Nummerierungen sehen Nummernkreise für die verschiedenen Wertstufen vor. Diese Bereiche sind je nach auftraggebendem Land an unterschiedlichen Stellen in der Seriennummer untergebracht und schränken den verfügbaren Nummernraum ein:

Code Land Nummernsystem Mögliche Kombinationen in Mio.
D Estland NNNNNNNNNN 70.000
E Slowakei NNNNNNNNNN 70.000
F Malta NNNNNNNNNN 70.000
G Zypern NNNNNNNNNN 70.000
H Slowenien PPNNNNNNNN ≈ 54.400
L Finnland DDDPPNNNNN ≈ 3000[N 1]
M Portugal DNNNNNNNNN 10.000
N Österreich XYNNNNNNNN 35.300
P Niederlande NNNNNNNNNN 70.000
S Italien NNNNNNNNNN 70.000
T Irland DNNNNNNNNN 10.000
U Frankreich PPNNNNNNNN ≈ 54.400[N 2]
V Spanien NNNNNNNNNN 70.000
X Deutschland NNNNNNNNNN 70.000
Y Griechenland NNNNNNNNNN 70.000
Z Belgien DPPNNNNNNN ≈ 5180

Schlüssel zu den Buchstaben:

D: Nummernkreis für den Wert des Scheins, wobei z. B. bei der Seriennummer alle 5-Euro-Scheine mit einer 1 anfangen, alle 10-Euro-Noten mit einer 2, usw., oder 063 bis 076 für 5 Euro, 077 bis 096 für 10 Euro usw. Länder, die eine solche Systematik benutzen, können maximal nur 10 Mrd. Banknoten herausgeben.

N: Fortlaufende Nummer. Diese Nummer wird für jede Wertstufe einzeln von …0001 an lückenlos aufsteigend verwendet. Beispielsweise wurde ein Schein mit fortlaufender Nummer 5678912345* später gedruckt als ein Schein desselben Wertes mit der Nummer 1234567891*.

P: Position des Scheins auf dem Druckbogen, wobei die verschiedenen möglichen Positionen fortlaufend nummeriert werden.

X: Position des Scheines auf der x-Achse der Druckplatte.

Y: Position des Scheines auf der y-Achse der Druckplatte.

  1. Finnland durchbrach teilweise die eindeutige Kennzeichnung des Wertes. Es existieren 5-Euro-Scheine mit Nummern, die zuvor für 10-Euro-Scheine vorgesehen waren.
  2. Bei französischen 10- und 20-Euro-Scheinen werden, um zusätzliche Nummernräume zu erschließen, an den ersten beiden Stellen der Seriennummer auch unzulässige Werte für die Bogenpositionscodierung benutzt, welche über die Anzahl der möglichen Positionen hinausgehen. So gibt es bei 20-Euro-Scheinen Seriennummern bis U84, bei 10-Euro-Scheinen bis U64.

Somit ergeben sich insgesamt (über) 522,28 Mrd. Nummernkombinationen, von denen Ende 2008 schon 49,63 Mrd. verbraucht waren; das sind 9,5 %. Das System erschöpft sich, auch aufgrund der signifikant unterschiedlichen Auflagen der verschiedenen Herausgeber, aber schon viel eher. So sind die Seriennummern der deutschen 10-Euro-Banknoten nach elf Jahren bereits bei X80… angelangt.[16] Dort wurde also bereits mehr als drei Viertel des derzeitigen Nummernraumes ausgeschöpft.

Plattencode[Bearbeiten]

10 Euro – 8-Uhr-Stern
20 Euro – 9-Uhr-Stern

Etwas versteckt auf der Vorderseite befindet sich eine weitere kurze Zeichenfolge, der Plattencode, wobei der erste Buchstabe die Druckerei kennzeichnet, die die Banknote hergestellt hat. Diese Druckereikennung lässt nicht zwangsläufig auf die NZB-Kennung schließen, denn Banknoten, die von einem bestimmten Land herausgegeben wurden, können in einem anderen Land gedruckt worden sein. Deutschland, Großbritannien und Frankreich haben jeweils zwei Druckereien in der Codeliste. Die Codes A, C und S wurden für Druckereien reserviert, die derzeit keine Eurobanknoten herstellen. Die drei folgenden Ziffern geben die Nummer der Druckplatte bzw. die Serie an. Die letzten beiden Stellen dieser kurzen Zeichenfolge geben die relative Position der Banknote auf dem Druckbogen an, also von A1 (oben links) bis J6 (unten rechts), je nach Größe des Druckbogens.

Beispiel
  • R001H4
  • Druckerei: Bundesdruckerei Berlin
  • Nummer der Druckplatte: 001
  • Position auf der Druckplatte: 8. von oben (H) und 4. von links (4)
Druckereikennung[Bearbeiten]
Code Druckerei[17] Ort Land Anmerkung
A Bank of England Printing Works Loughton Großbritannien keine Noten im Umlauf
B nicht vergeben
C AB Tumba Bruk Tumba Schweden keine Noten im Umlauf
D Setec Oy Vantaa Finnland der Druck von Banknoten wurde noch vor 2003 eingestellt
E Oberthur Technologies Chantepie Frankreich
F Österreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH[18] Wien Österreich
G Koninklijke Joh. Enschedé Haarlem Niederlande
H De La Rue plc. Gateshead Großbritannien
I nicht vergeben
J Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato Rom Italien
K Central Bank of Ireland Dublin Irland
L Banque de France Chamalières Frankreich
M Fábrica Nacional de Moneda y Timbre Madrid Spanien
N Bank von Griechenland Athen Griechenland
O nicht vergeben
P Giesecke & Devrient GmbH München/Leipzig Deutschland
Q nicht vergeben
R Bundesdruckerei Berlin Deutschland
S Dänische Nationalbank Kopenhagen Dänemark keine Noten im Umlauf
T Belgische Nationalbank Brüssel Belgien
U Valora SA (Banco de Portugal) Carregado Portugal

Die Buchstaben B, I, O, Q sind nicht vergeben. Die Vergabe der Buchstaben erfolgte ähnlich wie bei den Seriennummern, invers alphabetisch bezüglich des Landes, für das die Druckerei voraussichtlich Banknoten drucken würde. Die Druckerei Valora in Portugal kam erst später dazu und bekam damit das U.

Von den angeführten Druckereien haben die beiden deutschen den größten Anteil am Druckvolumen bewältigt. Von den 14,8899 Mrd. zum 1. Januar 2002 hergestellten Euro-Banknoten stammen 4,7829 Mrd. von der deutschen NZB, der Deutschen Bundesbank. Auch von den 51,613 Mrd. Euromünzen der Erstproduktion stammt rund ein Drittel, nämlich 17 Mrd., aus Deutschland.

Brüchige Banknoten[Bearbeiten]

Am 2. November 2006 wurde in der Öffentlichkeit bekannt, dass schätzungsweise tausend Banknoten, mutwillig oder versehentlich, chemisch so behandelt wurden, dass sie bei Kontakt mit Feuchtigkeit (beispielsweise Schweiß auf der Hand) anfangen, sich aufzulösen.[19][20] Erstmals aufgetreten ist dieser Effekt im Juni und Juli 2006 in der Region Berlin/Potsdam. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Ursache eine mutwillige chemische Behandlung war. Bei der Chemikalie handelt es sich (höchstwahrscheinlich) um Sulfate, mit denen die Scheine bepudert sind. Dies konnte jedoch nicht verifiziert werden. Es steht mit Sicherheit fest, dass die Scheine echt sind, es sich also nicht um Fälschungen handelt.

Kritik an Papierqualität[Bearbeiten]

Als Konservierungsstoffe werden den humanen Hormonhaushalt schädigende metallorganische Verbindungen des Zinns (zum Beispiel: TBT) eingesetzt, was Ärzte kritisch sehen.[21] Die EZB gibt an, in neuen Scheinen seit 2002 kein TBT mehr einzusetzen.[22]

Zweite Serie (2013) „Europa-Serie“[Bearbeiten]

Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit Dezember 2013 nicht mehr aktuell zu sein: Möglicherweise alte Daten zur Veröffentlichung von weiteren Noten der Europa-Serie Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/fehlend

2005 begann die Entwicklung einer zweiten Generation von Euro-Banknoten. Zunächst wurden dazu geeignete Sicherheitsmerkmale aus rund 200 auf dem Markt befindlichen Sicherheitsmerkmalen ausgewählt.[23]

Bereits seit 2008 verkündete die EZB in größeren Intervallen, dass eine zweite Eurobanknoten-Serie in Arbeit sei. Die ursprünglich genannten Ausgabetermine von erst 2010[24] und hiernach 2011[25] konnten aufgrund nötiger Weiterentwicklungen bezüglich der Sicherheitsmerkmale nicht eingehalten werden.

Am 9. November 2012 gab die Europäische Zentralbank in einer Mitteilung des Präsidenten Mario Draghi bekannt,[26] dass ab dem Jahr 2013 eine neue Banknotenserie, die so genannte „Europa-Serie“ eingeführt wird. Am 10. Januar 2013 wurden die neuen Fünf-Euro-Noten offiziell präsentiert und sind seit dem 2. Mai 2013 im Umlauf.[10][27] Die Präsentation der 10-Euro-Note erfolgte am 13. Januar 2014; in den Zahlungsverkehr gelangt sie am 23. September 2014.[28] Die 20-Euro-Note soll Anfang 2016 eingeführt werden. Die anderen Nennwerte sollen in aufsteigender Reihenfolge später folgen.[29][30][31] Die Einführungsdaten der übrigen Noten der Europa-Serie sind noch nicht bekannt (Stand: Dezember 2013).[32][33]

Stückelungen[Bearbeiten]

Die Euro-Banknoten der zweiten Serie sollen in den Jahren ab 2013 in aufsteigender Reihenfolge in Stückelungen von 5 €-, 10 €-, 20 €-, 50 €-, 100 €-, 200 €- und 500 €-Scheinen – wie bei der ersten Serie – eingeführt werden.[34]

Gestaltung und Abmessungen[Bearbeiten]

Mit der Gestaltung der zweiten Serie der Euro-Banknoten wurde Reinhold Gerstetter beauftragt, der schon die letzte Banknoten-Serie der Deutschen Mark gestaltet hat.[35] Die Stückelungen, die Hauptfarben sowie das Leitmotiv „Zeitalter und Stile“ bleiben erhalten,[36] jedoch werden neue und verbesserte Sicherheitsmerkmale eingeführt. Gleichzeitig wurden bereits einzelne Sicherheitsmerkmale präsentiert: ein Hologrammstreifen und ein Wasserzeichen, die das Porträt der Europa darstellen, sowie eine grüne Wertziffer mit Kippeffekt (Smaragd-Zahl).

Nach dem Beitritt Bulgariens zur EU wird die Währungsbezeichnung EURO neben der bisherigen Benennung in lateinischen und griechischen Buchstaben (EYPΩ) nun auch in der kyrillischen Schreibweise „ЕВРО“ aufgeführt;[37] das kyrillische „В“ entspricht dem lateinischen V oder W, das „Р“ dem R. Die Scheine tragen die Jahreszahl der Erstausgabe (2013).

Die neuen Euro-Noten halten weiterhin das Prinzip hoch, dass der Euro grundsätzlich die Währung für alle EU-Mitglieder werden soll. Und gestalterisch haben sie eine mögliche Erweiterung der heutigen Euro-Zone daher bereits vorweggenommen. Auf den Scheinen sind folglich alle EU-Mitglieder repräsentiert, nicht nur die Euro-Staaten. Daher kommen nun Hinweise auf jene Länder hinzu, die bisher nicht vertreten waren, weil sie zum Zeitpunkt der Einführung des Euro noch nicht Mitglied der EU waren.[38]

Die Akronyme der Europäischen Zentralbank wurden also um die Schreibweisen in den neuen EU-Sprachen ergänzt: zu den fünf bisherigen Abkürzungen BCE (Französisch, Irisch, Italienisch, Portugiesisch, Rumänisch, Spanisch), ECB (Dänisch, Englisch, Lettisch, Litauisch, Niederländisch, Schwedisch, Slowakisch, Slowenisch, Tschechisch), EKP (Estnisch, Finnisch), ΕΚΤ (Griechisch) sowie EZB (Deutsch) kamen neu die Varianten BĊE (Maltesisch), EBC (Polnisch), EKB (Ungarisch) und ЕЦБ (Bulgarisch; in kyrillischen Buchstaben) hinzu. Auf den Scheinen stehen sie – nach der von der EU festgelegten protokollarischen Reihenfolge für Länder und Amtssprachen – in der Abfolge BCE, ECB, ЕЦБ, EZB, EKP, EKT, EKB, BĊE, EBC. Die Abkürzung ESB (Kroatisch) erscheint nicht auf den Banknoten.

Zusätzlich sind nun auch die Staaten Malta und Zypern auf der Europakarte abgebildet, welche 2004 der EU beigetreten sind und 2008 den Euro eingeführt haben.

Nennwert Vorderseite Rückseite Farbe Baustil(e)
Periode
Format
Gewicht
Erstausgabe Position des
Plattencodes
5 Euro 5 Euro, Vorderseite 5 Euro, Rückseite Grau Klassik (Antike)
Vor dem 11. Jahrhundert
120 mm × 62 mm
0,71g[39]
2. Mai 2013[40] oberer Bildrand, rechts
10 Euro 10 Euro, Vorderseite 10 Euro, Rückseite Rot Romanik
11.–12. Jahrhundert
127 mm × 67 mm 23. September 2014[41] oberer Bildrand, rechts

Eine Oberflächenbeschichtung soll die Haltbarkeit der neuen Scheine gegenüber den alten erhöhen, führt dadurch aber zu einem leicht erhöhten Gewicht und geringfügig gestiegenen Produktionskosten.[10]

Sicherheitsmerkmale[Bearbeiten]

Gegenüber der ersten Euro-Serie wurden die vorhandenen Sicherheitsmerkmale verbessert und weiterentwickelt, jedoch wurde auf den Wasserzeichen-Strichcode und das Durchsichtsregister verzichtet.

Die neuen verbesserten Sicherheitsmerkmale des 5-Euro-Scheins beinhalten:

  • Sicherheitsfaden: mit kleinem weißen €-Zeichen
  • Porträt-Wasserzeichen: die phönizische Königstochter Europa zeigt sich schemenhaft
  • Mikroschrift: im Aquädukt
  • Porträt-Hologramm: Porträt der Europa im silbernen Streifen, zudem noch ein fiktives Bauwerk im Stil der jeweiligen Periode
  • Smaragd-Zahl
  • Fühlbares Relief: an beiden Rändern, der großen Wertzahl und dem Euro-Schriftzug der Vorderseite
  • Bestimmte Druckbilder unter ultraviolettem Licht (UV-A und UV-C)[42]
  • verbessertes Sicherheitspapier
  • Perlglanzstreifen (Rückseite)

Die neuen Sicherheitsmerkmale des 10-Euro-Scheins beinhalten[43]:

  • Wasserzeichen der Europa bei schräger Betrachtung
  • dunkler Sicherheitsfaden mit €-Symbol und Wertzahl
  • Silberner Streifen im Abbild der Europa
  • Wertzahl schimmert beim Kippen Smaragdgrün
  • Relief fühlbar über Hauptmotiv, Schrift und Wertzahl
  • fluoreszierende Fasern unter UV-Licht erkennbar
  • Wasserzeichen sichtbar bei durchscheinendem Licht
  • Unter UV-C Licht ist eine Positiv-Negativ-Abbildung eines Kreises mit Sternen und Euro-Zeichen in gelber und oranger Farbe sichtbar
  • Perlglanzstreifen (Rückseite)

Nummerierungssysteme[Bearbeiten]

Im Gegensatz zur Vorgängerserie gibt es auf den Banknoten der Europa-Serie keinen Hinweis mehr auf die auftraggebende Zentralbank, nur noch die Druckerei ist gekennzeichnet.[39]

Seriennummer[Bearbeiten]

Die Seriennummern der Europaserie beginnen mit zwei Buchstaben, gefolgt von einer Folge von zehn Ziffern. Diese (vollständige) Seriennummer wird als Langform bezeichnet, während eine Kurzform dieser Nummer in Form der letzten sechs Ziffern der Langform um 90° gedreht auf der Note hinzugefügt wurde.[35] Die erste Stelle der Seriennummer gibt dabei die Druckerei an, in der die Banknoten hergestellt wurde, während die zweite Stelle wie die folgenden zehn Ziffern zur eindeutigen Kennzeichnung der Banknote innerhalb der Ausgaben einer Druckerei gehört. Ersetzt man die 2 Buchstaben durch ihre Position im Alphabet (A = 1 … Z = 26), so ist bei Banknoten der zweiten Serie der Neunerrest, mit den zehn Ziffern, grundsätzlich 7. Bildet man den Neunerrest nur der zehn Ziffern der Seriennummer ohne die 2 Buchstaben, so ergibt sich ein Wert, der der folgenden Tabelle zu entnehmen ist. Bis jetzt bestimmt, nur bei Frankreich (nur Banque de France), der 2. Buchstabe den Neunerrest der zehn Ziffern mit. Dieser ist noch zusätzlich in der unteren Tabelle (Spalte: Neunerrest) bei den Codes N,U,V und Z mit angegeben.

Plattencode[Bearbeiten]

Wie schon bei der ersten Euro-Banknotenserie befindet sich versteckt auf der Vorderseite der Plattencode. Auch dessen Aufbau hat sich nicht geändert, nur werden die neu zugeteilten Druckereikennungen verwendet.

Druckereikennung[Bearbeiten]

Jeder Druckerei der Eurobanknoten wurde ein individueller Kennbuchstabe zugeteilt, der in der Seriennummer und im Plattencode auftaucht[44]:

Code Druckerei Ort Land Neunerrest
A nicht vergeben
B nicht vergeben
C nicht vergeben
D Polska Wytwórnia Papierów Wartościowych Warschau Polen
E Oberthur Fiduciaire Chantepie Frankreich
F nicht vergeben
G nicht vergeben
H De La Rue Currency Loughton Vereinigtes Königreich
I nicht vergeben
J De La Rue Currency Gateshead Vereinigtes Königreich
K nicht vergeben
L nicht vergeben
M Valora SA Carregado Portugal
N Österreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH Wien Österreich A=1
O nicht vergeben
P Joh. Enschede Security Printing BV Haarlem Niederlande
Q nicht vergeben
R Bundesdruckerei GmbH Berlin Deutschland
S Banca d’Italia Rom Italien A=5
B=4
C=3
D=2
E=1
T Central Bank of Ireland Dublin Irland
U Banque de France Chamalières Frankreich A=3
B=2
C=1
D=0
E=8
F=7
V Fábrica Nacional de Moneda y Timbre Madrid Spanien A=2
W Giesecke & Devrient GmbH Leipzig Deutschland
X Giesecke & Devrient GmbH München Deutschland
Y Bank von Griechenland Athen Griechenland
Z Belgische Nationalbank Brüssel Belgien B=6

Schwierigkeiten bei der Einführung[Bearbeiten]

Obwohl die Deutsche Bundesbank nach eigenen Angaben den Herstellern von Automaten frühzeitig angeboten hatte, die neuen 5-Euro-Scheine zu testen, kam es nach der Ausgabe der Scheine zu größeren Problemen bei der Akzeptanz der Scheine durch Automaten. Die Deutsche Bahn etwa musste einräumen, dass wegen eines fehlenden Software-Updates ungefähr die Hälfte der Automaten die neuen Scheine nicht akzeptiere. Viele Aufsteller von Zigarettenautomaten versahen ihre Geräte mit einem Zusatzschild, welches auf die spätere Akzeptanz des neuen Scheins vertröstete, aber auch Parkhausbetreiber und nahezu alle anderen Aufsteller von Automaten mit Akzeptanz von Geldscheinen waren von dem Problem betroffen. Selbst einen Monat nach der Einführung der neuen Scheine hatte sich die Situation nur geringfügig verbessert.[45] Dies ist ein Grund dafür, warum beim 10-Euro-Schein die Zeit zwischen Präsentation und Einführung deutlich verlängert wurde. Den Automatenaufstellern soll mehr Zeit zur Umstellung bleiben.

Handlungsrahmen für die Wiederausgabe von Eurobanknoten[Bearbeiten]

Möchte ein Bargeldakteur, also Kreditinstitute oder Wertdienstleister, Bargeld ohne Beteiligung der zuständigen nationalen Zentralbank (in Deutschland die Deutsche Bundesbank) in den Umlauf geben, so ist er dazu verpflichtet, vorher die Umlauffähigkeit und die Echtheit der Noten zu überprüfen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Barbara Aulinger: Vom Gulden zum Euro. Geschichte der Österreichischen Banknoten. Böhlau Verlag, Wien, Köln, Weimar 2000, ISBN 3-205-99027-7
  • Klaus W. Bender: Geldmacher, Das geheimste Gewerbe der Welt. Wiley-VCH Verlag, Weinheim, 2004, ISBN 3-527-50113-4
  • Euro-Katalog, Münzen und Banknoten 2005. Leuchtturm Albenverlag 2004, ISBN 3-00-012679-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eurobanknoten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.n-tv.de/wirtschaft/So-sieht-der-neue-10-Euro-Schein-aus-article12068331.html
  2.  Europäische Zentralbank (Hrsg.): Der Euro im Entwurf. deutsche Fassung, September 2003 Auflage. n/a, 2011, ISBN 92-9181-394-X.
  3. http://www.hpmartin.net/content/vor-abschaffung-von-1-und-2-cent-m%C3%BCnzen
  4.  Rolf Benders: Zu groß für die Welt. In: Handelsblatt. Nr. 70, 11. April 2013, ISSN 0017-7296, S. 25.
  5. Kampf gegen Kriminelle: EZB soll den 500-Euro-Schein abschaffen. Abgerufen am 27. April 2013.
  6. Kampf gegen Schwarzgeld: EZB denkt über Aus für 500-Euro-Schein nach. Abgerufen am 27. April 2013.
  7. ECB: Banknotes and coins circulation
  8. Pressenotiz der Deutschen Bundesbank
  9. Abbildungen der 44 Entwürfe für die Eurobanknoten (PDF, 27,6 MiB)
  10. a b c Dorit Heß: Neue Merkmale sollen Fälschern das Leben erschweren. In: Handelsblatt. Nr. 247, 20. Dezember 2012, ISSN 0017-7296, S. 34 f.
  11. Seite der Bundesbank über Sicherheitsmerkmale und Falschgelderkennung von Eurobanknoten
  12. Bundesbank: Erkennen von Falschgeld
  13. Bundesbank: Perlglanz
  14. Bundesbank: Farbwechsel
  15. Ländercodes auf der EZB-Website
  16. die höchsten Seriennummern bei EuroTracer eingetragener deutscher 10-Euro-Scheine
  17. [1]
  18. ÖBS
  19. Bundesbank: Brüchige Euro-Banknoten
  20. http://www.stern.de/panorama/bruechige-geldscheine-experten-raetseln-ueber-broesel-euros-575478.html Stern Online.
  21. Schadstoff-Risiken: So giftig ist der Euro. 28. Dezember 2001. Abgerufen am 14. Juni 2013.
  22. Umweltauswirkungen der Euro-Banknoten. Europäische Zentralbank. 20. Dezember 2007. Abgerufen am 14. Juni 2013.
  23. Dorit Heß: Auf Nummer sicher. In: Handelsblatt. Nr. 247, 20. Dezember 2012, ISSN 0017-7296, S. 34 f.
  24. EZB entwickelt neue Geldscheine, Focus Online.
  25. Mehr Sicherheit: EZB will ab 2013 neue Euroscheine ausgeben, Spiegel Online vom 4. November 2012. Abgerufen am 5. November 2012.
  26. Facelift für Euro-Geldscheine ab 2013, Südtirol Online vom 8. November 2012.
  27. EZB: PRESSEMITTEILUNG: 5-€-Banknote der Europa-Serie ab 2. Mai 2013 im Umlauf. Abgerufen am 2. Mai 2013.
  28. EZB: Eckdaten zur Europa-Serie. Abgerufen am 31. Dezember 2013.
  29. EZB: PRESSEMITTEILUNG: Eurosystem führt zweite Euro-Banknotenserie ein. Abgerufen am 10. November 2012.
  30. EZB: Die neue 5-€-Banknote. Abgerufen am 10. Januar 2013.
  31. [2]
  32.  Dorit Heß: Sicherheit zum Anfassen. In: Handelsblatt. Nr. 78, 23. April 2013, ISSN 0017-7296, S. 32 f..
  33. EZB: GETTING READY FOR THE NEW €10. Abgerufen am 4. November 2013.
  34. Notenbank: Neue Euro-Banknotenserie (2013)
  35. a b EZB: Das Design der Europa-Serie. Abgerufen am 10. November 2012.
  36. Beschluss der EZB vom 19. April 2013 über Stückelung, Merkmale, Reproduktion, Umtausch und Einzug von Euro-Banknoten pdf, 8,4 KB, abgerufen am 3. Mai 2013.
  37. Die bulgarisch-kyrillische Schreibweise Euro Abgerufen am 3. Mai 2013.
  38. Europäische Zentralbank (EZB): Der Euro: Unser Geld Abgerufen am 12. Januar 2014
  39. a b Euro-Scheine verlieren ihre Länderkennung, welt.de vom 14. Februar 2013.
  40. Mitteilung 3005/2013 der Deutschen Bundesbank vom 24. Mai 2013, BAnz AT 06.06.2013 B5
  41. Mitteilung Nr. 3002/2014 der Deutschen Bundesbank vom 15. August 2014, BAnz AT 29.08.2014 B4
  42. Informationsseite der EZB zu den Sicherheitsmerkmalen der neuen Euro-Serie.
  43. Leitfaden für Personen, die mit Bargeld arbeiten: Entdecken Sie die neue 10-€-Banknote der EZB
  44. ECB: Banknotes - Design elements - Serial numbers on the Europa series of banknotes. Abgerufen am 2. Januar 2014.
  45. http://www.wiwo.de/politik/europa/geldpruefer-an-automaten-droht-aerger-mit-fuenf-euro-schein/8315034.html