Europäische Volkspartei

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Europäische Volkspartei
Partei­vor­sit­zender Wilfried Martens
Gründung 1976
Haupt­sitz Rue du Commerce
Handelsstraat 10
Brussels, B-1000
Farben blau und orange
Website www.epp.eu

Die Europäische Volkspartei (EVP, engl. European People's Party, EPP) ist eine europäische politische Partei, die sich aus christlich-demokratischen und konservativ-bürgerlichen Mitgliedsparteien aus der gesamten Europäischen Union zusammensetzt. Im Europäischen Parlament stellt die EVP eine Fraktion mit dem Namen Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten). Die Youth of the European People's Party (YEPP, deutsch: Jugend der Europäischen Volkspartei) ist die Jugendorganisation der EVP.

Die EVP wurde von der CDU und CSU (Deutschland), der PSC und CD&V-N-VA (ursprünglich CVP) (Belgien), des CDS (Frankreich), der FG (Irland), der DC und der SVP (Italien), der CSV (Luxemburg) und der KVP, CHU und ARP (heute im Christen Democratisch Appèl (CDA) vereinigt) aus den Niederlanden gegründet.

Mittlerweile sind 48 Parteien aus 25 Mitgliedstaaten der EU Mitglieder der EVP, darunter die ÖVP, die französische UMP, die polnischen Regierungsparteien PO und PSL sowie der spanische Partido Popular. Parteien aus Kroatien, Norwegen, Serbien und der Schweiz sind assoziierte Mitglieder der EVP. Parteien wie die türkische AKP haben den Beobachterstatus. Seit 1990 ist der ehemalige Ministerpräsident Belgiens Wilfried Martens Präsident der EVP.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Generalsekretäre der EVP

Zeitraum Generalsekretär Land
1976 bis 1983 Jean Seitlinger Frankreich
1983 bis 1994 Thomas Jansen Deutschland
1994 bis 1999 Klaus Welle Deutschland
1999 bis 2002 Alejandro Agag Spanien
Seit 2002 Antonio Lopez-Isturiz Spanien

[Bearbeiten] Die Geschichte der Europäischen Volkspartei

Am 8. Juli 1976 wurde die Europäische Volkspartei in Luxemburg gegründet und der Belgier Leo Tindemans zum ersten Präsidenten gewählt. 1978 fand der I. Kongress der EVP in Brüssel statt, auf dem das politische Programm verabschiedet wurde.

Vor der ersten direkten Wahl zum Europaparlament 1979, wurde auf dem II. Kongress die Wahlplattform verabschiedet. Die EVP gewann 107 der 419 Sitze im Parlament. Durch den Beitritt Griechenlands zur Europäischen Gemeinschaft 1981 erhöhte sich die Zahl der Sitze im Europäischen Parlament auf 434, die Anzahl der Abgeordneten, die zur EVP gehören, auf 117. Im Jahr 1983 wurden die Sekretariate der EUCD und der EVP in Brüssel zusammengelegt und der deutsche CDU-Politiker Thomas Jansen zum Generalsekretär der EVP und EUCD gewählt.

Auf dem V. Kongress 1984 in Rom verabschiedete die Partei das Aktionsprogramm für die zweite direkte Wahl zum Europäischen Parlament. Die EVP gewann 110 Sitze in der zweiten direkt gewählten Legislaturperiode. Die Niederländer Piet Bukman (Christen Democratisch Appèl) wurde 1985 zum Nachfolger von Leo Tindemans gewählt, der das Amt des Präsidenten seit der Gründung der EVP bis dahin innehatte.

1986 traten Spanien und Portugal der Europäischen Gemeinschaft bei und die Anzahl der Sitze im Europäischen Parlament erhöhte sich auf 518. Die portugiesische PSD, die spanische PDP (später in Democracia Cristiana umbenannt), die katalanische UDC und die baskische PNV (baskische Nationalisten) wurden Mitglied der EVP. Die EVP-Gruppe im Parlament vergrößerte sich dadurch um 9 MEPs auf insgesamt 118 Mitglieder. Im März 1986 trat ein französischer MEP der Gruppe bei, die somit 119 Mitglieder zählt. Jacques Santer wurde 1987 zum Präsidenten der EVP gewählt. Auf dem VII. Kongress der EVP in Luxemburg wurde das Arbeitsprogramm "On the People's Side" angenommen.

Nach der dritten direkten Wahl zum Europäischen Parlament im Juni 1989 traten die spanischen Parlamentarier der Partido Popular der EVP-Fraktion bei. Der ehemalige belgische Premierminister Wilfried Martens wurde 1990 zum Präsidenten der EVP gewählt. Auf dem VIII. Kongress in Dublin wurde das EVP-Programm für die Europäische Union verabschiedet. Der spanische Partido Popular wurde 1991 Mitglied der EVP, die Österreichische Volkspartei, die schwedische KDS und die maltesische Partit Nazzjonalista wurden als assoziierte Mitglieder der EVP zugelassen.

1992 beschlossen die MEPs der Europäischen Demokraten (vor allem die konservativen Parteien aus Großbritannien und Dänemark sowie einige Mitglieder der französischen UDF), der Fraktion der EVP als assoziierte Mitglieder beizutreten. Diese wuchs dadurch auf 162 Mitglieder an und benannte sich in Fraktion der Europäischen Volkspartei und Europäischer Demokraten (EVP-ED) um. Konservative Parteien aus Skandinavien wurden 1993 als ständige Beobachter der EVP eingeladen. Auf dem X. Kongress in Brüssel wurde das Aktionsprogramm „Europa 2000 - Einheit und Vielfalt“ für die vierte Legislaturperiode des Europäische Parlament angenommen.

Nach der Gründung des Rats der Regionen im Jahr 1994 als neue Institution der Europäischen Union wurde die EVP-Gruppe innerhalb des Rat der Regionen mit 85 Mitgliedern unter dem Vorsitz des Belgiers Jos Chabert formiert. Die Schweizerische Volkspartei und die zypriotische Democratic Rally wurden als assoziierte Mitglieder zugelassen. Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni gewann die EVP 125 Sitze. Durch die Integration ähnlich denkender konservativer Parlamentarier aus Großbritannien, Dänemark und französischer Liberaler wuchs die EVP-Fraktion auf insgesamt 157 Mitglieder an. Der Deutsche Klaus Welle wurde zum Generalsekretär der EVP und EUCD gewählt.

Die finnische Kansallinen Kokoomus, die schwedische Moderata Samlingspartiet and Kristdemokratiska Samhällspartiet, die dänische Konservative Volkspartei, die Österreichische Volkspartei, die beiden italienischen Parteien Centro Cristiano Democratico (CCD) und Cristiani Democratici Uniti (CDU) wurden Vollmitglieder und die norwegische Høyre assoziiertes Mitglied der EVP. Die Europäische Union der Senioren (ESU) wurde ebenfalls 1995 gegründet. Die SME-Union wurde 1996 gegründet. Im Februar wurden sieben Parteien aus Mittel- und Osteuropa Kandidaten für den Beobachterstatus.

Auf dem XIII. Kongress 1999 in Brüssel wurde das Aktionsprogramm für 1999 bis 2004 mit dem Titel "Auf dem Weg in das 21. Jahrhundert" verabschiedet. Alejandro Agag wurde als Nachfolger von Klaus Welle, der zum Generalsekretär der EVP-Fraktion im Parlament ernannt wurde, zum Generalsekretär der EVP und EUCD gewählt. Am 10. Oktober 2000 wurde Wilfried Martens zum Präsidenten und Alejandro Agag zum Generalsekretär der Internationalen Christdemokraten gewählt. Den Status als assoziiertes Mitglied erhielten in diesem Jahr die lettische Tautas Partija, die slowakische SMK-MKP, die tschechische US und die ungarische FKGP und FIDESZ - MPP. Auf dem XIV. EVP-Kongress im Januar 2001 in Berlin wurde das Grundsatzdokument "Eine Union der Werte" verabschiedet. Die ungarische MDF wurde assoziiertes Mitglied, die italienische UDEUR und das französische RPR wurden Vollmitglieder.

Im März 2002 akzeptierte das politische Büro den Vorschlag Alejandro Agag durch Antonio Lopez-Isturiz als Generalsekretär zu ersetzen, was auch geschah. Die EVP-Gruppe für der Konvent für eine Verfassung für Europa wurde auf Vorschlag von Wilfried Martens gegründet. Der Schweizer Evangelischen Volkspartei und der slowakischen KDH wurde der Status als assoziierte Mitglieder gewährt. Die slowakische SDKÚ wurde als Beobachter zugelassen. Im Oktober wurde auf dem XV. Kongress in Estoril das Kongressdokument „Die Verfassung für ein starkes Europa“ (Vertrag über eine Verfassung für Europa) angenommen.

[Bearbeiten] Mitglieder, Mitgliedsparteien

(Alphabetisch nach Ländern sortiert)

Kürzel Name der Partei Land
CDH Centre Démocrate Humaniste Belgien (Wallonie)
CD&V Christen Democratisch en Vlaams Belgien (Flandern)
BNZS-NS Balgarski Zemedelski Naroden Sajuz – Naroden Sajuz (Bulgarische Agrarische Volksunion) Bulgarien
DSB Demokraten für ein starkes Bulgarien Bulgarien
DP Demokraticeska Partija Bulgarien
GERB GERB (Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens) Bulgarien
SDS Union der Demokratischen Kräfte Bulgarien
KD Kristendemokraterne Dänemark
KF Det Konservative Folkeparti Dänemark
CDU Christlich Demokratische Union Deutschland
CSU Christlich-Soziale Union in Bayern Deutschland (Bayern)
IRL Isamaa ja Res Publica Liit (Vaterlands- und Res-Publica-Union) Estland
KOK Kansallinen Kokoomus-Samlingspartiet Finnland
UMP Union pour un mouvement populaire Frankreich
ND Nea Dimokratia Griechenland
FG Fine Gael (Familie der Iren) Irland
UDC Unione dei Democratici Cristiani e Democratici di Centro (UDC) Italien
UDEUR Popolari-Unione Democratici per l'Europa (UDEUR) Italien
PdL Popolo della Libertà Italien
TP Tautas Partija (Volkspartei) Lettland
JL Jaunais Laiks (Neue Zeit) Lettland
TS-LKD Tėvynės Sąjunga - Lietuvos krikščionys demokratai (Vaterlandsunion - Christdemokraten) Litauen
CSV Chrëschtlech Sozial Vollékspartei Luxemburg
PN Partit Nazzjonalista Malta
CDA Christen Democratisch Appèl Niederlande
ÖVP Österreichische Volkspartei Österreich
PO Platforma Obywatelska (Bürgerplattform) Polen
PSL Polskie Stronnictwo Ludowe (Polnische Volkspartei) Polen
CDS-PP Centro Democrático e Social – Partido Popular (Portugiesische Volkspartei) Portugal
PSD Partido Social Democrata Portugal
UDMR Uniunea Democrată a Maghiarilor din România/Romániai Magyar Demokrata Szövetség (Demokratische Union der Ungarn in Rumänien) Rumänien
PD Partidul Democrat Liberal Rumänien
PNŢCD Partidul Naţional Ţărănesc Creştin Democrat Rumänien
KD Kristdemokraterna Schweden
M Moderata samlingspartiet Schweden
SDKÚ-DS Slovenská Demokratická a Kresťanská Únia - Demokratická strana (Slowakische Demokratische und Christliche Union - Demokratische Partei) Slowakei
SMK-MKP Strana Maďarskej Koalície/Magyar Koalíció Pártja (Partei der ungarischen Koalition) Slowakei
KDH Kreťansko-Demokratické Hnutie (Christlich-Demokratische Bewegung) Slowakei
NSI Nova Slovenija - Krščanska Ljudska Stranka Slowenien
SDS Slovenska Demokratska Stranka (Slowenische Demokratische Partei) Slowenien
SLS Slovenska Ljudska Stranka (Slowenische Volkspartei) Slowenien
PP Partido Popular Spanien
UDC Unió Democràtica de Catalunya Spanien (Katalonien)
KDU-ČSL Křesťanská a demokratická unie - Československá strana lidová (Christliche und Demokratische Union - Tschechoslowakische Volkspartei) Tschechien
MDF Magyar Demokrata Fórum Ungarn
Fidesz-MPSZ Fidesz-Magyar Polgári Szövetség (Fidesz – Ungarischer Bürgerbund) Ungarn
KDNP Christlich-Demokratische Volkspartei Ungarn
DISY Dimokratikos Synagermos (Demokratische Versammlung) Zypern

[Bearbeiten] Assoziierte Parteien

Kürzel Name der Partei Land
HDZ Hrvatska demokratska zajednica (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) Kroatien
HSS Hrvatska seljačka stranka (Kroatische Bauernpartei) Kroatien
Høyre Høyre Norwegen
CVP Christlichdemokratische Volkspartei Schweiz
DSS Demokratska Stranka Srbije Serbien
G17+ G17 Plus Serbien

[Bearbeiten] Parteien mit Beobachterstatus

Kürzel Name der Partei Land
PDSH Partia Demokratike e Shqipërisë Albanien
SDA Stranka Demokratske Akcije Bosnien und Herzegowina
HDZBiH Hrvatska Demokratska Zajednica Bosne i Hercegovine (Kroatische Demokratische Union Bosniens und Herzegowinas) Bosnien und Herzegowina
PDP Partija Demokratskog Progresa Bosnien und Herzegowina
KD Suomen Kristillisdemokraatit Finnland
ENM Vereinte Nationale Bewegung Georgien
SVP Südtiroler Volkspartei Italien (Südtirol)
DC Demokratski centar Kroatien
VMRO-DPMNE Vnatrešna Makedonska Revolucionerna Organizacija-Demokratska Partija na Makedonija za Nacionalno Edinstvo Mazedonien
PPCD Partidul Popular Crestin Democrat Moldawien
KRF Kristelig Folkeparti Norwegen
PDCS Partito Democratico Cristiano Sanmarinese San Marino
VMSZ Allianz der Vojvodiner Ungarn (Vajdasági Magyar Szövetség) Serbien
AKP Adalet ve Kalkınma Partisi (Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei) Türkei
Ruch Narodnyj Ruch Ukrajiny Ukraine
NU Nascha Ukrajina Ukraine
Batkiwschtschyna Ukraine
AHP Abjadnanaja Hramadsjanskaja Partyja Weißrussland
PBNF Partyja BNF (Belaruski Narodny Front "Adradschenje") Weißrussland

[Bearbeiten] Vereinigungen

Ähnlich wie in der CDU gibt es auch in der EVP (gemäß Art 17. der Satzung der EVP) Vereinigungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen:

Gründung Vereinigung
1976 Europäische Union Christlich-Demokratischer Arbeitnehmer (EUCDA)
1978 Europäische Kommunal- und Regionalpolitische Vereinigung

Europäische Frauenunion

1996 Europäische Mittelstandsunion
0 Europäischer Arbeitskreis Christlich Demokratischer Juristen
1995 Europäische Senioren-Union (ESU)
1997 Youth of the European People’s Party (YEPP)
1961 European Democrat Students (EDS)

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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