Europäische Volkspartei

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Europäische Volkspartei
Logo der Europäischen Volkspartei
Partei­vorsitzender Joseph Daul
Gründung 1976
Haupt­sitz Rue du Commerce
Handelsstraat 10
Brussels, B-1000
Farbe(n) blau und orange
Parlamentsmandate
211/751
Staatliche Zuschüsse 6.482.715 € (2012, vorläufig)
Internationale Verbindungen CDI, IDU
EP-Fraktion EVP
Website www.epp.eu

Die Europäische Volkspartei (EVP; englisch European People’s Party, EPP) ist eine politische Partei auf europäischer Ebene, die sich aus christlich-demokratischen und konservativ-bürgerlichen Mitgliedsparteien aus der gesamten Europäischen Union zusammensetzt. Sie ist damit ein Bündnis politischer Parteien im Sinne des EU-Rechts und hat die Form einer internationalen Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht belgischen Rechts. Im Europäischen Parlament stellt die EVP eine Fraktion mit dem Namen Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten). Die Youth of the European People’s Party (YEPP, deutsch: Jugend der Europäischen Volkspartei) ist die Jugendorganisation der EVP.

Die EVP wurde von der CDU und CSU (Deutschland), der PSC und CVP (Belgien), des CDS (Frankreich), der Fine Gael (Irland), der DC und der SVP (Italien), der CSV (Luxemburg) und der KVP, CHU und ARP (heute im Christen Democratisch Appèl (CDA) vereinigt) aus den Niederlanden gegründet.

Mittlerweile sind 73 Parteien aus 39 Ländern Mitglieder der EVP, darunter die ÖVP, die französische UMP, die polnischen Regierungsparteien PO und PSL sowie der spanische Partido Popular. Die Mitgliedschaft ist gestaffelt in Vollmitglieder, assoziierte Mitglieder und Parteien mit Beobachterstatus. Vollmitglieder stammen aus EU-Mitgliedstaaten. Assoziierte Mitglieder stammen aus EFTA-Staaten oder EU-Beitrittskandidatenstaaten und beteiligen sich nicht an Abstimmungen zu EU-Fragen. Parteien mit Beobachterstatus stammen meist aus Mitgliedstaaten des Europarats und nehmen an den EVP-Treffen ohne Stimmrecht teil.

In der Legislaturperiode 2009–2014 stellte die EVP 13 Mitglieder der Europäischen Kommission (einschließlich des Kommissionspräsidenten), den Präsidenten des Europäischen Rates. Sie ist die größte Fraktion im Europäischen Parlament: Nach der Wahl 2009 hatte sie 265 Mitglieder, verlor 2014 aber 44 Sitze. Von 1990 bis Oktober 2013 war der ehemalige Premierminister Belgiens Wilfried Martens Präsident der EVP.

Die Geschichte der Europäischen Volkspartei[Bearbeiten]

Kongress in Warschau, 2009

Laut Webseite ist die EVP „die politische Mitte-Rechts-Familie“, deren Ursprünge tief in der Geschichte und Kultur des Europäischen Kontinents verankert sind und die von Anfang den Weg dafür bereitet hat.

Die EVP hat Ihre Ursprünge in den Nouvelles Equipes Internationales von 1946 oder 1948, über die Christdemokraten der Europäischen Union (gegründet im Jahre 1965) begründet, obwohl strittig ist, ob die Partei nicht letzten Endes vom Secretariat International des partis démocratiques d'inspiration chrétienne abstammt, welches im Jahre 1925 gegründet wurde.

Am 8. Juli 1976 wurde die Europäische Volkspartei in Luxemburg gegründet und der Belgier Leo Tindemans zum ersten Präsidenten gewählt. 1978 fand der I. Kongress der EVP in Brüssel statt, auf dem das politische Programm verabschiedet wurde.

Vor der ersten direkten Wahl zum Europaparlament 1979 wurde auf dem II. Kongress die Wahlplattform verabschiedet. Die EVP gewann 107 der 419 Sitze im Parlament. Durch den Beitritt Griechenlands zur Europäischen Gemeinschaft 1981 erhöhte sich die Zahl der Sitze im Europäischen Parlament auf 434, die Anzahl der Abgeordneten, die zur EVP gehören, auf 117. Im Jahr 1983 wurden die Sekretariate der EUCD und der EVP in Brüssel zusammengelegt und der deutsche CDU-Politiker Thomas Jansen zum Generalsekretär der EVP und der EUCD gewählt.

Auf dem V. Kongress 1984 in Rom verabschiedete die Partei das Aktionsprogramm für die zweite direkte Wahl zum Europäischen Parlament. Die EVP gewann 110 Sitze in der zweiten direkt gewählten Legislaturperiode. Die Niederländer Piet Bukman (Christen Democratisch Appèl) wurde 1985 zum Nachfolger von Leo Tindemans gewählt, der das Amt des Präsidenten seit der Gründung der EVP bis dahin innehatte.

1986 traten Spanien und Portugal der Europäischen Gemeinschaft bei und die Anzahl der Sitze im Europäischen Parlament erhöhte sich auf 518. Die portugiesische PSD, die spanische PDP (später in Democracia Cristiana umbenannt), die katalanische UDC und die baskische PNV (baskische Nationalisten) wurden Mitglied der EVP. Die EVP-Gruppe im Parlament vergrößerte sich dadurch um 9 MEPs auf insgesamt 118 Mitglieder. Im März 1986 trat ein französischer MEP der Gruppe bei, die somit 119 Mitglieder zählt. Jacques Santer wurde 1987 zum Präsidenten der EVP gewählt. Auf dem VII. Kongress der EVP in Luxemburg wurde das Arbeitsprogramm „On the People's Side“ angenommen.

Nach der dritten direkten Wahl zum Europäischen Parlament im Juni 1989 traten die spanischen Parlamentarier der Partido Popular der EVP-Fraktion bei. Der ehemalige belgische Premierminister Wilfried Martens wurde 1990 zum Präsidenten der EVP gewählt. Auf dem VIII. Kongress in Dublin wurde das EVP-Programm für die Europäische Union verabschiedet. Der spanische Partido Popular wurde 1991 Mitglied der EVP, die Österreichische Volkspartei, die schwedische KDS und die maltesische Partit Nazzjonalista wurden als assoziierte Mitglieder der EVP zugelassen.

1992 beschlossen die MEPs der Europäischen Demokraten (vor allem die konservativen Parteien aus Großbritannien und Dänemark sowie einige Mitglieder der französischen UDF), der Fraktion der EVP als assoziierte Mitglieder beizutreten. Diese wuchs dadurch auf 162 Mitglieder an und benannte sich in Fraktion der Europäischen Volkspartei und Europäischer Demokraten (EVP-ED) um. Konservative Parteien aus Skandinavien wurden 1993 als ständige Beobachter der EVP eingeladen. Auf dem X. Kongress in Brüssel wurde das Aktionsprogramm „Europa 2000 - Einheit und Vielfalt“ für die vierte Legislaturperiode des Europäische Parlament angenommen.

Nach der Gründung des Ausschusses der Regionen im Jahr 1994 als neue Institution der Europäischen Union wurde die EVP-Gruppe innerhalb des Rat der Regionen mit 85 Mitgliedern unter dem Vorsitz des Belgiers Jos Chabert formiert. Die Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz und die zypriotische Democratic Rally wurden als assoziierte Mitglieder zugelassen. Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni gewann die EVP 125 Sitze. Durch die Integration ähnlich denkender konservativer Parlamentarier aus Großbritannien, Dänemark und französischer Liberaler wuchs die EVP-Fraktion auf insgesamt 157 Mitglieder an. Der Deutsche Klaus Welle wurde zum Generalsekretär der EVP und EUCD gewählt.

Die finnische Kansallinen Kokoomus, die schwedische Moderata Samlingspartiet and Kristdemokratiska Samhällspartiet, die dänische Konservative Volkspartei, die Österreichische Volkspartei, die beiden italienischen Parteien Centro Cristiano Democratico (CCD) und Cristiani Democratici Uniti (CDU) wurden Vollmitglieder und die norwegische Høyre assoziiertes Mitglied der EVP. Die Europäische Union der Senioren (ESU) wurde ebenfalls 1995 gegründet. Die Europäische Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (Small and Medium Entrepreneurs Union, SME UNION) wurde 1996 gegründet (und 2012 aufgelöst[1]). Im Februar wurden sieben Parteien aus Mittel- und Osteuropa Kandidaten für den Beobachterstatus.

Auf dem XIII. Kongress 1999 in Brüssel wurde das Aktionsprogramm für 1999 bis 2004 mit dem Titel „Auf dem Weg in das 21. Jahrhundert“ verabschiedet. Alejandro Agag wurde als Nachfolger von Klaus Welle, der zum Generalsekretär der EVP-Fraktion im Parlament ernannt wurde, zum Generalsekretär der EVP und EUCD gewählt. Am 10. Oktober 2000 wurde Wilfried Martens zum Präsidenten und Alejandro Agag zum Generalsekretär der Internationalen Christdemokraten gewählt. Den Status als assoziiertes Mitglied erhielten in diesem Jahr die lettische Tautas Partija, die slowakische SMK-MKP, die tschechische US und die ungarische FKGP und FIDESZ - MPP. Auf dem XIV. EVP-Kongress im Januar 2001 in Berlin wurde das Grundsatzdokument „Eine Union der Werte“ verabschiedet. Die ungarische MDF wurde assoziiertes Mitglied, die italienische UDEUR und das französische RPR wurden Vollmitglieder.

Im März 2002 akzeptierte das politische Büro den Vorschlag, Alejandro Agag durch Antonio Lopez-Isturiz als Generalsekretär zu ersetzen, was auch geschah. Die EVP-Gruppe für der Europäischen Verfassungskonvent wurde auf Vorschlag von Wilfried Martens gegründet. Der Schweizer Evangelischen Volkspartei und der slowakischen KDH wurde der Status als assoziierte Mitglieder gewährt. Die slowakische SDKÚ wurde als Beobachter zugelassen. Im Oktober wurde auf dem XV. Kongress in Estoril das Kongressdokument „Die Verfassung für ein starkes Europa“ (Vertrag über eine Verfassung für Europa) angenommen.

Nach der Europawahl 2009 traten die Mitglieder der ED aus der gemeinsamen Fraktion aus und gründeten die neue Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten (ECR), sodass die Europäische Volkspartei wieder allein die EVP-Fraktion bildete. Zudem schloss sich der einzige für die ungarische Partei MDF ins Europäische Parlament gewählte Abgeordnete der ECR an, woraufhin diese Partei aus der EVP ausgeschlossen wurde.

Politische Positionen[Bearbeiten]

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Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2013

Als zentraler Bestandteil der Wahlkampagne für die Europawahl 2009 verabschiedete die EVP auf einem Parteikongress in Warschau im April 2009 ihr Wahlmanifest. Zu den Forderungen darin zählen:

  • Die Schaffung von mehr Beschäftigung.
  • Anhaltende Reformen und Investitionen in Bildung, lebenslanges Lernen und Arbeit um Chancen für alle zu schaffen.
  • Protektionismus muss abgewendet werden. Die Finanz- und Währungspolitik muss koordiniert werden
  • Erhöhte Transparenz und Aufsicht der Finanzmärkte
  • Europa zum Marktführer der Umwelttechnik machen
  • Den Anteil der Erneuerbaren Energien auf mindestens 20 % des Energiemix erhöhen
  • Familienfreundliche Flexibilität für berufstätige Eltern schaffen. Bessere Kinderbetreuung und Unterkünfte müssen geschaffen werden, familienfreundliche Steuerpolitik und die Elternzeit sollte gefördert werden.
  • Europa sollte eine Strategie finden, um gut ausgebildete Arbeiter aus der ganzen Welt anzuziehen, um die Europäische Wirtschaft wettbewerbsfähiger, dynamischer und wissensbasierter zu machen.

Struktur[Bearbeiten]

Angela Merkel auf dem EVP-Gipfel in Meise, Belgien
EVP-Kongress in Bonn, 2009

Die Organe der Europäischen Volkspartei sind das Präsidium als Verwaltungsorgan, der Vorstand als strategisches Organ und der Kongress zur Fassung von Grundsatzbeschlüssen und zur Wahl des Präsidiums. Die Stiftung der Europäischen Volkspartei, das Centre for European Studies, besitzt eigene Rechtspersönlichkeit.

Parteipräsidium[Bearbeiten]

Dem Präsidium gehören an

  • der Präsident,
  • zehn Vizepräsidenten,
  • der Schatzmeister und
  • der Generalsekretär,

die alle vom Kongress gewählt werden, sowie von Amts wegen

  • der Präsident der Europäischen Kommission,
  • der Präsident des Europäischen Rates,
  • der Hohe Repräsentant für Außen- und Sicherheitspolitik und
  • der Präsident des Europäischen Parlaments,

soweit diese der EVP angehören, und

  • der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament,

außerdem vom Vorstand zu wählende

  • Ehrenpräsidenten.

Das Präsidium tritt mindestens acht Mal im Jahr zusammen.

Der derzeitige EVP-Präsident ist Wilfried Martens, ehemaliger Ministerpräsident von Belgien. Martens wurde im Dezember 2009 auf dem EVP-Kongress in Bonn für drei weitere Jahre wiedergewählt. Auf dem Kongress wurden zudem die Kommissare Antonio Tajani (PdL), Michel Barnier (UMP), sowie der finnische Vizepremierminister Jyrki Katainen (Kok.), der ungarische Premierminister Viktor Orbán (Fidesz), der deutsche Staatssekretär Peter Hintze (CDU), der irische Oppositionsführer Enda Kenny (FG), und die MdEPs Rumiana Jeleva (GERB), Jacek Saryusz-Wolski (PO), Mário David (PSD) und Corien Wortmann-Kool (CDA) als EVP-Vizepräsidenten gewählt. Außerdem sind Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, Ratspräsident Herman Van Rompuy und EVP-Fraktionsvorsitzender Joseph Daul (UMP) von Amts wegen Präsidiumsmitglieder. Ingo Friedrich (CSU) ist Schatzmeister.

Generalsekretäre der EVP[Bearbeiten]

Die täglichen Geschäfte der EVP werden von einem Generalsekretär geführt. Dieses Amt hat derzeit Antonio López-Istúriz White (PP) inne.

Zeitraum Generalsekretär Land
1976 bis 1983 Jean Seitlinger Frankreich
1983 bis 1994 Thomas Jansen Deutschland
1994 bis 1999 Klaus Welle Deutschland
1999 bis 2002 Alejandro Agag Spanien
Seit 2002 Antonio López-Istúriz White Spanien

Vereinigungen[Bearbeiten]

Ähnlich wie in der CDU gibt es auch in der EVP (gemäß Art 17. der Satzung der EVP) Vereinigungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen:

Gründung Vereinigung
1978 Europäische Frauenunion

Europäische Kommunal- und Regionalpolitische Vereinigung

1995 Europäische Senioren-Union (ESU)
1976 Europäische Union Christlich-Demokratischer Arbeitnehmer (EUCDA)
0 Europäischer Arbeitskreis Christlich Demokratischer Juristen
2012 Europäischer Wirtschaftsbund (SME Europe)
1961 European Democrat Students (EDS)
1997 Youth of the European People’s Party (YEPP)
2014 Europäische Schüler Union (EUPAS)

Centre for European Studies[Bearbeiten]

Nach den Änderungen der EU-Bestimmungen, welche Europaparteien regulieren, wurde es möglich Europäische Stiftungen zu gründen, die mit den Parteien verbunden sind. Noch im selben Jahr hat die EVP ihre offizielle Denkfabrik, das Centre for European Studies (CES), gegründet. Das CES hat Mitglieder von verschiedenen nationalen Denkfabriken und Stiftungen, die EVP-Mitgliedsparteien nahestehen, etwa die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU), die Hanns-Seidel-Stiftung (CSU), die Fundación para el Análisis y los Estudios Sociales (PP), das Constantinos-Karamanlis-Institut für Demokratie (ND), die Jarl-Hjalmarson-Stiftung (MOD), die Politische Akademie der ÖVP, das estnische Institut Pro Patria und andere.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Auf Einladung des EVP-Präsidenten, des Kommissionspräsidenten, des Präsidenten des Europäischen Rates und des Parlamentspräsidenten treffen sich die EVP-Regierungschefs und -Oppositionsführer üblicherweise ein paar Stunden vor den Sitzungen des Europäischen Rates in der Académie Royale in Brüssel zum EVP-Gipfel um gemeinsame Positionen zu entwickeln. Zudem organisiert die Partei ‚EVP-Ministertreffen‘ vor den Treffen der Fachministerräte. Diese Zusammenkünfte werden generell in der Parteizentrale abgehalten. Die Zusammensetzung dieser Ministertreffen entspricht denjenigen der Ratsformationen. Des Weiteren organisiert die EVP kurzfristige Treffen mit den angehörigen Mitgliedern der Europäischen Kommission und lädt Kommissare zum EVP-Gipfeltreffen und/oder zu den EVP-Ministertreffen ein.

Auch die Kampagnen der EVP-Mitgliedsparteien vor Europawahlen werden von der EVP zentral koordiniert.

EVP-Mitglieder in europäischen Institutionen[Bearbeiten]

Die EVP stellt zur Zeit die Präsidenten zweier EU-Institutionen: Ratspräsident Herman Van Rompuy (Mitte), Kommissionspräsident José Manuel Barroso (Rechts)

Europäischer Rat[Bearbeiten]

Die EVP stellt derzeit (Dezember 2013) mit Herman Van Rompuy den Präsidenten des Europäischen Rates sowie elf der 28 Staats- und Regierungschefs:

Länder mit EVP-Regierungschef sind schwarz markiert

Zudem hat die EVP vier Staatspräsidenten als Mitglied, welche aufgrund ihrer rein repräsentativen Funktion nicht an den Treffen des Europäischen Rates teilnehmen: Bronisław Komorowski (Polen, PO), János Áder (Ungarn, Fidesz), Aníbal Cavaco Silva (Portugal, PSD)

Europäische Kommission[Bearbeiten]

Während der Wahlkampagne vor der Europawahl 2009 nominierte die EVP auf einem Parteikongress in Warschau im April 2009 José Manuel Barroso für eine zweite Amtszeit als Kommissionspräsident. Diese Nominierung wurde nach dem EVP-Wahlsieg vom Europäischen Rat bestätigt. Im Herbst 2009 wurde Barroso im Europäischen Parlament mit absoluter Mehrheit wiedergewählt.

Am 27. November 2009 gab Barroso die Mitglieder der Kommission Barroso II bekannt, welche 13 EVP-Mitglieder umfasst. Im Januar 2010 wurde die zunächst vorgeschlagene Rumiana Jeleva durch Kristalina Georgiewa ersetzt, nachdem im Europäischen Parlament die Fraktionen links der EVP gedroht hatten, der Kommission die Zustimmung zu verweigern.

Europäisches Parlament[Bearbeiten]

Im Europäischen Parlament stellt die EVP mit 265 MdEPs die größte Fraktion. Nach jeder Europawahl sind Kandidaten, die auf Listen der EVP Mitgliedsparteien gewählt wurden, verpflichtet der EVP-Fraktion beizutreten. Satzungsgemäß ist der Fraktionsvorsitzende der EVP, Joseph Daul, von Amts wegen auch Mitglied des Präsidiums der EVP.

Zudem stellte die EVP in der ersten Hälfte der Legislaturperiode 2009-14 mit Jerzy Buzek den Präsident des Europäischen Parlaments.

Über die EU hinaus[Bearbeiten]

Die assoziierten Parteien und Parteien mit Beobachterstatus in der EVP stellen fünf Regierungschefs in Nicht-EU-Mitgliedstaaten: Erna Solberg (Norwegen, Høyre), Iurie Leancă (Moldawien, PLDM), Nikola Gruevski (Mazedonien, VMRO-DPMNE), Vjekoslav Bevanda (Bosnien und Herzegovina, HDZ BiH) und Anna Maria Muccioli (San Marino, PDCS).

Die EVP stellt auch Fraktionen in der parlamentarischen Versammlung des Europarats, wo Pedro Agramunt (Spanien, Partido Popular) den Vorsitz hält, und in der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, wo Walburga Habsburg Douglas (Schweden, M) vorsitzt. Amtierender Präsident der parlamentarischen Versammlung des Europarats ist Jean-Claude Mignon (Frankreich, UMP). In den letzten Jahren hat die EVP über die europäischen Grenzen hinaus bilaterale Beziehungen mit anderen konservativen Parteien aufgebaut, insbesondere in Nordamerika. So hat die EVP eine enge Verbindung mit dem International Republican Institute (IRI).

Die EVP ist außerdem Mitglied von zwei globalen Parteiorganisationen der rechten Mitte: die Christlich Demokratische Internationale (CDI) und die Internationale Demokratische Union (IDU). Zudem gehört sie der Europäischen Bewegung International an.

Mitgliedsparteien[Bearbeiten]

Vollmitglieder[Bearbeiten]

Logo Kürzel Name der Partei Land MdEP
Centre Démocrate Humaniste Logo.svg CDH Centre Démocrate Humaniste (Christlich Soziale Partei) Belgien (Wallonie) 1+1
Christen-Democratisch en Vlaams Logo.svg CD&V Christen Democratisch en Vlaams (Christlich-Demokratisch und Flämisch) Belgien (Flandern) 2
DSB logo.jpg DSB Demokraten für ein starkes Bulgarien Bulgarien -
Demokratische Partei Bulgarien logo.gif DP Demokratitscheska Partija (Demokratische Partei) Bulgarien -
GERBparty logo.jpg GERB GERB (Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens) Bulgarien 6
SDS logo.jpg SDS Union der Demokratischen Kräfte Bulgarien -
Kristendemokraterne Logo.svg KD Kristendemokraterne (Christdemokraten) Dänemark -
Det Konservative Folkeparti Logo.svg K Det Konservative Folkeparti (Konservative Volkspartei) Dänemark 1
Cdu-logo.svg CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands Deutschland 29
Csu-logo.svg CSU Christlich-Soziale Union in Bayern Deutschland (Bayern) 5
IRL Logo.svg IRL Isamaa ja Res Publica Liit (Vaterlands- und Res-Publica-Union) Estland 1
Kansallinen Kokoomus Logo.svg KOK Kansallinen Kokoomus-Samlingspartiet (Nationale Sammlungspartei) Finnland 3
UMP.svg UMP Union pour un mouvement populaire (Union für eine Volksbewegung) Frankreich 20
NDlogo blue fonto.png ND Nea Dimokratia (Neue Demokratie) Griechenland 5
Fine Gael Logo.png FG Fine Gael (Familie der Iren) Irland 4
Logo-UDC.jpg UDC Unione di Centro (Union der Mitte) Italien 3
UDEUR Popolari-Unione Democratici per l’Europa Italien -
Forza Italia.svg FI Forza Italia (Vorwärts Italien) Italien 13
HDZ logo.svg HDZ Hrvatska demokratska zajednica (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) Kroatien 4
Croatian HSS Logo.png HSS Hrvatska seljačka stranka (Kroatische Bauernpartei) Kroatien 1
Vienotība-Logo.svg V Vienotība (Einigkeit) Lettland 4
TS-LKD Logo.svg TS-LKD Tėvynės Sąjunga - Lietuvos krikščionys demokratai (Vaterlandsbund - Christdemokraten Litauens) Litauen 2
CSV Logo.svg CSV Chrëschtlech Sozial Vollékspartei (Christlich Soziale Volkspartei) Luxemburg 3
PN Partit Nazzjonalista (Nationalistische Partei) Malta 3
CDA.svg CDA Christen Democratisch Appèl (Christlich-Demokratischer Aufruf) Niederlande 5
OEVP Logo.svg ÖVP Österreichische Volkspartei Österreich 5
Platforma-obywatelska.svg PO Platforma Obywatelska (Bürgerplattform) Polen 19
Polnische Bauernpartei (PSL) Logo.png PSL Polskie Stronnictwo Ludowe (Polnische Volkspartei) Polen 4
Partido Social Democrata Logo.svg PSD Partido Social Democrata (Sozialdemokratische Partei Portugals) Portugal 7
Cds simbolo 2.png CDS-PP Centro Democrático e Social – Partido Popular (Demokratisches und Soziales Zentrum – Volkspartei) Portugal
UDMR.svg UDMR Uniunea Democrată a Maghiarilor din România/Romániai Magyar Demokrata Szövetség (Demokratische Union der Ungarn in Rumänien) Rumänien 2
PD-L.jpg PD-L Partidul Democrat Liberal Rumänien 5
PNTCD.jpg PNŢCD Partidul Național Țărănesc Creștin Democrat Rumänien -
Kristdemokraterna Logo.svg KD Kristdemokraterna (Die Christdemokraten) Schweden 1
Moderata samlingspartiet Logo.svg M Moderata samlingspartiet (Die gemäßigte Sammlungspartei) Schweden 3
SDKU-DS Logo.svg SDKÚ-DS Slovenská Demokratická a Kresťanská Únia - Demokratická strana (Slowakische Demokratische und Christliche Union - Demokratische Partei) Slowakei 2
Partei der ungarischen Koalition Logo.svg SMK-MKP Strana Maďarskej Koalície/Magyar Koalíció Pártja (Partei der ungarischen Koalition) Slowakei 1
KDH Logo.svg KDH Kresťanskodemokratické hnutie (Christlich-Demokratische Bewegung) Slowakei 2
Most–Híd Logo.svg M-H Most–Híd (Brücke) Slowakei 1
SDS logotype.svg SDS Slovenska Demokratska Stranka (Slowenische Demokratische Partei) Slowenien 3
NSi-Logo.svg NSI Nova Slovenija - Krščanska Ljudska Stranka (Neues Slowenien – Christliche Volkspartei) Slowenien 2
Slovenska Ljudska Stranka logo.svg SLS Slovenska Ljudska Stranka (Slowenische Volkspartei) Slowenien
PP.png PP Partido Popular (Spanische Volkspartei) Spanien 16
UDC Unió Democràtica de Catalunya (Demokratische Union Kataloniens) Spanien (Katalonien) 1
TOP 09 Logo.svg TOP09 TOP09 Tschechien 4
KDU-CSL Logo 2012.svg KDU-ČSL Křesťanská a demokratická unie - Československá strana lidová (Christliche und Demokratische Union - Tschechoslowakische Volkspartei) Tschechien 3
FIDESZ-Logo.svg Fidesz-MPSZ Fidesz-Magyar Polgári Szövetség (Fidesz – Ungarischer Bürgerbund) Ungarn 12
Kdnp logo.png KDNP Kereszténydemokrata Néppárt (Christlich-Demokratische Volkspartei) Ungarn
DISY Dimokratikos Synagermos (Demokratische Versammlung) Zypern 2

Assoziierte Parteien[Bearbeiten]

Logo Kürzel Name der Partei Land
VMRO--DPMNE.gif VMRO-DPMNE Vnatrešna Makedonska Revolucionerna Organizacija – Demokratska Partija na Makedonija za Nacionalno Edinstvo (Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation – Demokratische Partei für Mazedonische Nationale Einheit) Mazedonien
Høyre-Logo.svg H Høyre (Konservative) Norwegen
Logo-CVP.svg CVP Christlichdemokratische Volkspartei Schweiz
URS Ujedinjeni regioni Srbije (Vereinte Regionen Serbiens) Serbien

Parteien mit Beobachterstatus[Bearbeiten]

Logo Kürzel Name der Partei Land
Logo-DemocraticPartyAlbania.svg PDSH Partia Demokratike e Shqipërisë (Demokratische Partei Albaniens) Albanien
Republican Party of Armenia logo.png HHK Hajastani Hanrapetakan Kussakzutjun (Republikanische Partei Armeniens) Armenien
OEK Orinats Erkir (Land des Rechts) Armenien
Scharangutjun (Erbe) Armenien
Sda-logo.png SDA Stranka Demokratske Akcije (Partei der demokratischen Aktion) Bosnien und Herzegowina
Logo of the HDZ BiH.svg HDZBiH Hrvatska Demokratska Zajednica Bosne i Hercegovine (Kroatische Demokratische Union Bosniens und Herzegowinas) Bosnien und Herzegowina
Partyja demokratskog progresa Logo.png PDP Partija Demokratskog Progresa Bosnien und Herzegowina
Kristillisdemokraatit Logo.png KD Suomen Kristillisdemokraatit (Christdemokraten) Finnland
ENM logo.jpg ENM Vereinte Nationale Bewegung Georgien
Südtiroler Volkspartei Logo.svg SVP Südtiroler Volkspartei Italien (Südtirol)
LDK logo.svg LDK Lidhja Demokratike e Kosovës (Demokratische Liga des Kosovo) Kosovo
PLDM Logo.svg PLDM Partidul Liberal Democrat din Moldova (Liberaldemokratische Partei Moldawiens) Moldawien
Kristelig Folkeparti Logo.svg KRF Kristelig Folkeparti (Christliche Volkspartei) Norwegen
PDCS Partito Democratico Cristiano Sammarinese (Christdemokratische Partei San Marinos) San Marino
VMSZ Allianz der Vojvodiner Ungarn (Vajdasági Magyar Szövetség) Serbien (Vojvodina)
NRU Narodnyj Ruch Ukrajiny (Volksbewegung der Ukraine) Ukraine
LogoUDAR.png UDAR Ukrainische demokratische Allianz für Reformen Ukraine
ВО «Батьківщина».png VOB Batkiwschtschyna (Vaterland) Ukraine
Vereinigte Bürgerpartei Weißrusslands Logo.png AHP Abjadnanaja Hramadsjanskaja Partyja (Vereinigte Bürgerpartei Weißrusslands) Weißrussland
Logo Partyja BNF.gif BNF Partyja BNF (Belaruski Narodny Front) Weißrussland

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Europäische Volkspartei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitteilung über die Auflösung der Organisation, Webpräsenz der ehemaligen SME Union, 23. August 2012.