Europäischer Filmpreis 2012

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Michael Haneke
Statistik
(ohne Berücksichtigung des Publikumspreises und der Auszeichnung für den besten Erstlingsfilm)
N=Nominierung; S=Sieg
Film N S
Liebe 6 4
Die Jagd 5 1
Shame 5 2
Dame, König, As, Spion 4 2
Cäsar muss sterben 3 0
Ziemlich beste Freunde 3 0
Barbara 2 0
Faust 2 0
Der Gott des Gemetzels 2 0
Die Königin und der Leibarzt 2 0
Once Upon a Time in Anatolia 2 0
À perdre la raison 1 0
Angels’ Share – Ein Schluck für die Engel 1 0
Beyond the Hills 1 0
Io sono Li 1 0
Paradies: Liebe 1 0

Die 25. Verleihung des Europäischen Filmpreises fand am 1. Dezember 2012 in Valletta, Malta, statt. Nachdem im Vorjahr die Fernsehgala in Berlin stattgefunden hatte, wurde sie zum ersten Mal an den europäischen Inselstaat vergeben und fand damit gleichzeitig geographisch soweit südlich wie nie zuvor statt. Als bester Film wurde Michael Hanekes Liebe ausgezeichnet, der vier seiner sechs Nominierungen in Siege umsetzen konnte.

Die Preisgala wurde im Mediterranean Conference Centre am Hafen von Valletta veranstaltet. Die Moderation übernahm zum vierten Mal die Deutsche Anke Engelke. Neben ca. 1000 europäischen Filmschaffenden wurden der deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neumann, die österreichische Ministerin für Kunst und Kultur, Claudia Schmied, sowie die Kulturminister Meli Kraniqi (Kosovo) und Zaneta Jaunzeme-Grende (Lettland) erwartet.[1]

Bereits als Gewinner fest standen die britische Schauspielerin Helen Mirren, der italienische Regisseur und Drehbuchautor Bernardo Bertolucci sowie die schwedische Filmproduzentin Helena Danielsson. Mirren, 2007 mit dem Darstellerpreis für ihre Leistung in Die Queen ausgezeichnet, wurde Ende September 2012 von der Europäischen Filmakademie (EFA) der Preis in der Kategorie Beste europäische Leistung im Weltkino zuerkannt.[2] Anfang Oktober wurde Bertolucci als Gewinner des Ehrenpreises für ein Lebenswerk bekannt gegeben. Der Filmemacher hatte bei der ersten Verleihung des Europäischen Filmpreises im Jahr 1988 einen Spezialpreis für sein Oscar-prämiertes Werk Der letzte Kaiser erhalten und war zuletzt 2004 für Die Träumer für den Regie-Publikumspreis nominiert. Danielsson wurde Mitte November als Preisträgerin des jährlich vergebenen Prix EURIMAGES bekannt gegeben, der das Schaffen von europäischen Koproduzenten durch EURIMAGES ehrt. Danielsson gründete 2003 die Produktionsfirma Hepp Film und arbeitet daneben bei der Tre Vänner Produktion AB mit. Unter ihrer Mitwirkungen entstanden Filme wie das Drama Bessere Zeiten oder der Action-Thriller Easy Money – Spür die Angst (2011).[3]

Die Preisverleihung wurde wie im Vorjahr als Live-Stream über das Internet angeboten. Zusammenfassungen der Gala werden im deutschsprachigen Raum von arte (Deutschland, 2. Dezember) und ORF (Österreich, 4. Dezember) ausgestrahlt.[4]

Preisträger und Nominierungen[Bearbeiten]

Die Nominierungen waren am 3. November 2012 auf dem Europäischen Filmfestival von Sevilla bekannt gegeben worden.[5]

Bester europäischer Film[Bearbeiten]

präsentiert von Amira Casar und Carlos Saura

Liebe (Amour) – Drehbuch und Regie: Michael Haneke, Produktion: Margaret Ménégoz, Stefan Arndt, Veit Heiduschka und Michael Katz

Barbara – Drehbuch und Regie: Christian Petzold, Produktion: Florian Koerner von Gustorf und Michael Weber
Cäsar muss sterben (Cesare deve morire) – Regie: Paolo und Vittorio Taviani, Drehbuch: Paolo und Vittorio Taviani, in Zusammenarbeit mit Fabio Cavalli, Produktion: Grazia Volpi
Die Jagd (Jagten) – Regie: Thomas Vinterberg, Drehbuch: Thomas Vinterberg und Tobias Lindholm, Produktion: Morten Kaufmann und Sisse Graum Jørgensen
Shame – Regie: Steve McQueen, Drehbuch: Steve McQueen und Abi Morgan, Produktion: Iain Canning und Emile Sherman
Ziemlich beste Freunde (Intouchables) – Drehbuch und Regie: Olivier Nakache und Éric Toledano, Produktion: Nicolas Duval, Yann Zenou und Laurent Zeitoun

Beste Regie[Bearbeiten]

präsentiert von Mads Mikkelsen

Michael HanekeLiebe (Amour)

Nuri Bilge CeylanOnce Upon a Time in Anatolia (Bir Zamanlar Anadolu’da)
Steve McQueenShame
Paolo und Vittorio TavianiCäsar muss sterben (Cesare deve morire)
Thomas VinterbergDie Jagd (Jagten)

Beste Darstellerin[Bearbeiten]

Beste Darstellerin: Emmanuelle Riva, die der Verleihung aus Krankheitsgründen fernblieb

präsentiert von Carice van Houten

Emmanuelle RivaLiebe (Amour)

Émilie Dequenne – À perdre la raison
Nina HossBarbara
Margarethe TieselParadies: Liebe
Kate WinsletDer Gott des Gemetzels (Carnage)

Bester Darsteller[Bearbeiten]

Bester Darsteller: Jean-Louis Trintignant, der ein Theaterengagement der Preisverleihung vorzog.

präsentiert von Maciej Stuhr

Jean-Louis TrintignantLiebe (Amour)

François Cluzet und Omar SyZiemlich beste Freunde (Intouchables)
Michael FassbenderShame
Mads MikkelsenDie Jagd (Jagten)
Gary OldmanDame, König, As, Spion (Tinker Tailor Soldier Spy)

Bestes Drehbuch[Bearbeiten]

Bestes Drehbuch: Thomas Vinterberg

präsentiert von Danis Tanović

Tobias Lindholm und Thomas VinterbergDie Jagd (Jagten)

Michael HanekeLiebe (Amour)
Cristian Mungiu – Beyond the Hills (După dealuri)
Olivier Nakache und Éric ToledanoZiemlich beste Freunde (Intouchables)
Roman Polański und Yasmina RezaDer Gott des Gemetzels (Carnage)

Beste Kamera („Carlo-Di-Palma-Preis“)[Bearbeiten]

präsentiert von Jim Sheridan

Sean BobbittShame

Bruno DelbonnelFaust (Фауст)
Darius KhondjiLiebe (Amour)
Gökhan TiryakiOnce Upon a Time in Anatolia (Bir Zamanlar Anadolu’da)
Hoyte van HoytemaDame, König, As, Spion (Tinker Tailor Soldier Spy)

Bester Schnitt[Bearbeiten]

präsentiert von Marama Corlett und Thure Lindhardt

Joe WalkerShame

Janus Billeskov Jansen und Anne ØsterudDie Jagd (Jagten)
Roberto PerpignaniCäsar muss sterben (Cesare deve morire)

Bestes Szenenbild[Bearbeiten]

präsentiert von Marama Corlett und Thure Lindhardt

Maria DjurkovicDame, König, As, Spion (Tinker Tailor Soldier Spy)

Niels SejerDie Königin und der Leibarzt (En kongelig affære)
Jelena SchukowaFaust (Фауст)

Beste Filmmusik[Bearbeiten]

präsentiert von Jim Sheridan

Alberto IglesiasDame, König, As, Spion (Tinker Tailor Soldier Spy)

Cyrille Aufort und Gabriel YaredDie Königin und der Leibarzt (En kongelig affære)
François Couturier – Io sono Li
George FentonAngels’ Share – Ein Schluck für die Engel (Angels’ Share)

Offizielle Auswahlliste – Spielfilme[Bearbeiten]

Die 16 nominierten Filmproduktionen – drei mehr als im Vorjahr – waren aus einer Auswahlliste („Longlist“) von den 2700 Mitgliedern der Europäischen Filmakademie ermittelt worden. Die Auswahlliste der Europäischen Filmakademie war am 11. September 2012 in Berlin vorgestellt worden. Sie enthielt 47 Filme aus 31 europäischen Ländern, zwei mehr als im vergangenen Jahr. Qualifizieren konnten sich europäische Spielfilmproduktionen, die nach dem 15. Juni 2011 öffentlich auf einem Filmfestival uraufgeführt bzw. eine Kinoauswertung erfahren hatten (die offizielle Einreichungsfrist endete am 15. Juni 2012).[6] Die 20 Länder mit den meisten EFA-Mitgliedern bestimmten jeweils direkt einen nationalen Film. Das weitere Teilnehmerfeld wurde durch ein Komitee aus EFA-Vorstandsmitgliedern sowie Pierre-Henri Deleau aus Frankreich, der Schwedin Marit Kapla, dem Bulgaren Stefan Kitanow, Paz Lázaro aus Spanien, dem Briten Derek Malcolm und Elma Tataragić aus Bosnien und Herzegowina als eingeladene Experten ergänzt.[7]

In die Auswahlliste gelangten unter anderem die Hauptpreisträger der Filmfestspiele von Venedig 2011 (Faust), Berlin 2012 (Cäsar muss sterben, Italiens Oscar-Kandidat 2013 auf eine Nominierung in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film) und Cannes 2012 (Liebe, Österreichs Oscar-Kandidat 2013). Ebenfalls auf der Auswahlliste befanden sich die offiziellen Oscar-Beiträge für 2013 aus Belgien (À perdre la raison), Bosnien und Herzegowina (Djeca), Bulgarien (Kezowe), Dänemark (Die Königin und der Leibarzt), Deutschland (Barbara), Griechenland (Ungerechte Welt), den Niederlanden (Kauwboy), Rumänien (Beyond the Hills), der Schweiz (Winterdieb) und Ungarn (Just the Wind).[8]

Die für die regulären Kategorien nominierten Filme (Barbara, Cäsar muss sterben, Liebe usw.) sind hellblau hervorgehoben.

Film Regie Land Darsteller (Auswahl)
À perdre la raison Joachim Lafosse Belgien, Frankreich, Schweiz, Luxemburg Niels Arestrup, Tahar Rahim, Émilie Dequenne
Alpen (Alpeis) Giorgos Lanthimos Griechenland Angeliki Papoulia, Aris Servetalis, Johnny Vekris, Ariane Labed
Angels’ Share – Ein Schluck für die Engel (Angels’ Share) Ken Loach Großbritannien, Frankreich, Belgien, Italien Paul Brannigan, John Henshaw, Gary Maitland, Jasmin Riggins
Avalon Axel Petersén Schweden Johannes Brost, Peter Carlberg, Léonore Ekstrand, Charlotte Wandt
Barbara Christian Petzold Deutschland Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Rainer Bock
Beyond the Hills (După dealuri) Cristian Mungiu Rumänien, Frankreich, Belgien Cosmina Stratan, Cristina Flutur, Valeriu Andriuţă
Cäsar muss sterben (Cesare deve morire) Paolo Taviani
Vittorio Taviani
Italien Salvatore Striano, Cosimo Rega, Giovanni Arcuri, Antonio Frasca
Cigán (Gypsy) Jan Svěrák Tschechische Republik, Slowakei Miroslav Gulyas, Martina Kotlárová, Ján Mižigár, Attila Mokos
Dame, König, As, Spion (Tinker Tailor Soldier Spy) Tomas Alfredson Frankreich, Großbritannien, Deutschland Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, Mark Strong
Diaz – Don’t Clean Up This Blood (Diaz) Daniele Vicari Italien, Rumänien, Frankreich Elio Germano, Jennifer Ulrich, Claudio Santamaria
Djeca (Children of Sarajevo) Aida Begić Bosnien & Herzegowina, Deutschland, Frankreich, Türkei Marija Pikić, Ismir Gagula, Bojan Navojec
Es war einmal eine Frau (Жила-была одна баба / Schila-byla odna baba) Andrei Smirnow Russland Darja Jekamassowa, Nina Ruslanowa, Wladislaw Abaschin
The Exchange (ההתחלפות /Hahithalfut) Eran Kolirin Israel, Deutschland Rotem Keinan, Sharon Tal, Dov Navon, Shirili Deshe
Faust (Фауст) Alexander Sokurow Russland Johannes Zeiler, Anton Adassinski, Isolda Dychauk, Hanna Schygulla
Der Geschmack von Rost und Knochen (De rouille et d’os) Jacques Audiard Frankreich Marion Cotillard, Matthias Schoenaerts
Grupo 7 (Unit 7) Alberto Rodríguez Spanien Antonio de la Torre, Mario Casas, Joaquín Núñez
Hasta la vista (Hasta la Vista!) Geoffrey Enthoven Belgien Charlotte Timmers, Roos Van Vlaenderen, Robrecht Vanden Thoren
Hinter der Tür (Az ajtó) István Szabó Ungarn, Deutschland Helen Mirren, Martina Gedeck
Im Nebel (V Tumane) Sergei Loznitsa Deutschland, Russland, Lettland, Niederlande, Weißrussland Wladimir Swirski, Wladislaw Abaschin, Sergei Kolessow
In Darkness (W ciemności) Agnieszka Holland Deutschland, Polen, Kanada Robert Więckiewicz, Kinga Preis, Agnieszka Grochowska, Maria Schrader, Herbert Knaup
Io sono Li Andrea Segre Italien, Frankreich Tao Zhao, Rade Šerbedžija, Marco Paolini, Roberto Citran, Giuseppe Battiston
Iron Sky Timo Vuorensola Finnland, Deutschland, Australien Julia Dietze, Götz Otto, Udo Kier, Tilo Prückner
Die Jagd (Jagten) Thomas Vinterberg Dänemark Mads Mikkelsen, Thomas Bo Larsen
Just the Wind (Csak a szél) Benedek Fliegauf Ungarn, Deutschland, Frankreich Katalin Toldi, Gyöngyi Lendvai, Lajos Sárkány
Kauwboy Boudewijn Koole Niederlande Rick Lens, Loek Peters, Cahit Ölmez
Kezowe (Кецове, Sneakers) Iwan Wladimirow
Walerij Jordanow
Bulgarien Iwo Arakow, Philip Awramow, Iwan Barnew, Wassil Draganow
Die Königin und der Leibarzt (En kongelig affære) Nikolaj Arcel Dänemark Mads Mikkelsen, Mikkel Boe Følsgaard, Alicia Vikander
Kriegerin David Wnendt Deutschland Alina Levshin, Jella Haase, Gerdy Zint
Liebe (Amour) Michael Haneke Österreich, Frankreich, Deutschland Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert
Once Upon a Time in Anatolia (Bir Zamanlar Anadolu'da) Nuri Bilge Ceylan Türkei Muhammet Uzuner, Yılmaz Erdoğan, Taner Birsel
Parada Srđan Dragojević Serbien Nikola Kojo, Miloš Samolov, Goran Jevtić
Paradies: Liebe Ulrich Seidl Österreich, Deutschland, Frankreich Margarethe Tiesel, Peter Kazungu, Inge Maux
Policeman (השוטרHashoter) Nadav Lapid Israel Tracy Abramovich, Ben Adam, Michael Aloni
Poupata (Flower Buds) Zdeněk Jiráský Tschechische Republik Vladimír Javorský, Małgorzata Pikus, Marika Soposká, Miroslav Pánek
Róża (Rose) Wojciech Smarzowski Polen Marcin Dorociński, Agata Kulesza, Malwina Buss, Kinga Preis
Shame Steve McQueen Großbritannien Michael Fassbender, Carey Mulligan, James Badge Dale
Sueño y silencio (The Dream and the Silence) Jaime Rosales Spanien, Frankreich Celia Correas, Yolanda Galocha, Laura Latorre, Alba Ros
Smrt čoveka na Balkanu (Death of a Man in Balkans) Miroslav Momčilović Serbien Emir Hadžihafizbegović, Radoslav Milenković, Nataša Ninković
Sons of Norway (Sønner av Norge) Jens Lien Norwegen Sven Nordin, Åsmund Høeg, Sonja Richter, Johnny Rotten
Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld Miguel Gomes Portugal, Deutschland, Brasilien, Frankreich Teresa Madruga, Laura Soveral, Ana Moreira, Carloto Cotta
Ungerechte Welt (Άδικος Κόσμος Adikos kosmos) Filippos Tsitos Griechenland, Deutschland Antonis Kafetzopoulos, Christos Stergioglou, Theodora Tzimou
La voz dormida (The Sleeping Voice ) Benito Zambrano Spanien Inma Cuesta, María León, Marc Clotet
Vuosaari (Naked Harbour) Aku Louhimies Finnland Alma Pöysti, Aino Louhimies, Sean Pertwee
Winterdieb (L’enfant d’en haut) Ursula Meier Schweiz, Frankreich Léa Seydoux, Kacey Mottet Klein, Martin Compston, Gillian Anderson
The Woman Who Brushed Off Her Tears Teona Strugar Mitevska Mazedonien, Belgien, Slowenien, Deutschland Victoria Abril, Labina Mitevska, Jean-Marie Galey
Ziemlich beste Freunde (Intouchables) Olivier Nakache
Éric Toledano
Frankreich François Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny

Weitere Preise[Bearbeiten]

Helen Mirren

Beste europäische Leistung im Weltkino[Bearbeiten]

präsentiert von Alexei Popogrebski und Michael Gambon

Helen Mirren, britische Schauspielerin

Preis für ein Lebenswerk[Bearbeiten]

präsentiert von Marisa Paredes und Wim Wenders

Bernardo Bertolucci, italienischer Filmregisseur und Drehbuchautor

Europäischer Koproduzentenpreis – „Prix EURIMAGES“[Bearbeiten]

präsentiert von Kim Rossi Stuart

Helena Danielsson (Hepp Film/Tre Vänner Produktion AB, Schweden)

Bester Erstlingsfilm[Bearbeiten]

präsentiert von Caterina Murino

Am 16. Oktober 2012 hatte die Europäische Filmakademie die Nominierungen für die Kategorie „Bester Erstlingsfilm“ bekannt gegeben, in der fünf Debütregisseure mit ihren Spielfilmproduktionen gegeneinander antreten. Den Sieger kürten die 2700 Mitglieder der EFA, der auf der Preisverleihung am 1. Dezember bekannt gegeben wurde. Ausgewählt wurden die nominierten Filme von einer Jury bestehend aus zwei EFA-Vorstandsmitgliedern (die Schwedin Helena Danielson und die Niederländerin Els Vandevorst), zwei EFA-Mitgliedern (der Franzose Pierre-Henri Deleau und der Däne Jacob Neiiendam) sowie drei europäischen Mitgliedern der internationalen Filmkritikervereinigung FIPRESCI (die Türkin Alin Taşçıyan, der Portugiese Paulo Portugal und der Rumäne Mihai Chirilov).[9]

Kauwboy – Regie: Boudewijn Koole (Niederlande)

10 timer til Paradis (Teddy Bear) – Regie: Mads Matthiesen (Dänemark)
Broken – Regie: Rufus Norris (Vereinigtes Königreich)
Portret v sumerkach (Портрет в сумерках / Twilight Portrait) – Regie: Angelina Nikonowa (Russland)
Die Vermissten – Regie: Jan Speckenbach (Deutschland)

Bester Kurzfilm[Bearbeiten]

präsentiert von Grigori Dobrygin

14 Filme qualifizierten sich für den Preis in der Kategorie Bester europäischer Kurzfilm, einer weniger als im Vorjahr. Unter den Nominierten sind auch zwei Kurz-Dokumentarfilme (L’ambassadeur & moi, Miten marjoja poimitaan) sowie mit Rolando Colla (Einspruch VI) und Albert Sackl (Im Freien) zwei Regisseure aus dem deutschsprachigen Raum vertreten. Den Sieger küren die 2700 Mitglieder der EFA, der auf der Preisverleihung am 1. Dezember bekannt gegeben wird.[10]

Film Regie Land Länge (in min.) Nominierung (Festival)
L’ambassadeur & moi Jan Czarlewski Schweiz 15’ Angers
Back of Beyond Michael Lennox Vereinigtes Königreich 25’ Locarno
Csicska (Beast) Attila Till Ungarn 20’ Tampere
Demain, ça sera bien Pauline Gay Frankreich 16’ Ghent
Einspruch VI Rolando Colla Schweiz 17’ Drama
Im Freien Albert Sackl Österreich 23’ Rotterdam
Manhã de Santo António (Morning of Saint Anthony’s Day) João Pedro Rodrigues Portugal 25’ Vila do Conde
Miten marjoja poimitaan (How To Pick Berries) Elina Talvensaari Finnland 18’ Bristol
Sessiz – Be Deng (Silent) L. Rezan Yeşilbaş Türkei 14’ Grimstad
Superman, Spiderman sau Batman (Superman, Spiderman or Batman) Tudor Giurgiu Rumänien 11’ Valladolid
Titloi telous (Out of Frame) Yorgos Zois Griechenland 10’ Venedig
Two Hearts Darren Thornton Irland 17’ Cork
Vilaine fille mauvais garçon (Two Ships) Justine Triet Frankreich 30’ Berlin
Villa Antropoff Vladimir Leschiov
Kaspar Jancis
Lettland/Estland 13’ Krakau

Europäischer Dokumentarfilmpreis[Bearbeiten]

präsentiert von Danis Tanović

Die Nominierungen waren von einem Komitee festgelegt worden, dem der Brite Nik Powell (Leiter der britischen Filmschule NFTS und stellvertretender EFA-Vorstandsvorsitzender), die EFA-Mitglieder Francine Brücher (Schweiz) und Despina Mouzaki (Griechenland) sowie die Dokumentarfilm-Experten Claas Danielsen (Deutschland, Direktor des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm), Ally Derks (Niederlande, Internationales Dokumentarfilmfestival Amsterdam) und Jacques Laurent (Belgien, Produzent) angehörten. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr war kein Beobachter des Fernsehsenders Arte vertreten, weshalb der Preis in den vergangenen Jahren auch als „Prix ARTE“ bekannt war.[11]

Winternomaden (Hiver Nomade) – Regie: Manuel von Stürler (Schweiz)

London – The Modern Babylon – Regie: Julien Temple (Vereinigtes Königreich)
Le thé ou l'électricité (Tea or Electricity) – Regie: Jérôme le Maire (Belgien, Frankreich, Marokko)

Bester Animationsfilm[Bearbeiten]

präsentiert von Caterina Murino

Die drei Nominierungen für den besten europäischen Animationsfilm wurden Mitte September 2012 in Berlin bekannt gegeben. Die Vorauswahl oblag dem EFA-Vorstandsmitglied Antonio Saura (Produzent, Spanien), EFA-Mitglied Per Holst (Produzent, Dänemark) sowie Brigitte Baronnet (Frankreich), Tony Loeser (Deutschland) und Tomm Moore (Irland), Repräsentanten des europäischen Verbands für Animationsfilm CARTOON. Den Sieger kürten die 2700 Mitglieder der Europäischen Filmakademie, der auf der Preisverleihung am 1. Dezember bekannt gegeben wurde.[12]

Alois Nebel – Regie: Tomáš Luňák (Tschechische Republik, Deutschland, Slowakei)

Arrugas – Regie: Ignacio Ferreras (Spanien)
Die Piraten! – Ein Haufen merkwürdiger Typen (The Pirates! – In an Adventure with Scientists) – Regie: Peter Lord (Großbritannien, Vereinigte Staaten)

Europäischer Publikumspreis[Bearbeiten]

präsentiert von Sergi López

Durch den Publikumspreis (People’s Choice Award) hatten Kinozuschauer die Möglichkeit bis zum 31. Oktober 2012, ihren Favoriten via Internet aus einer Auswahlliste zu küren. Die Kandidaten waren am 1. September 2012 vorgestellt worden. Darunter waren die auf der offiziellen Auswahlliste befindlichen Barbara, Cäsar muss sterben, Dame, König, As, Spion, Hasta la vista, In Darkness, Shame und Ziemlich beste Freunde sowie die im Vorjahr für den Europäischen Filmpreis nominierte Produktion The Artist von Michel Hazanavicius, die bei der Oscarverleihung 2012 triumphieren konnte.[13]

Hasta la vista – Regie: Geoffrey Enthoven

The Artist – Regie: Michel Hazanavicius
Barbara – Regie: Christian Petzold
Best Exotic Marigold Hotel – Regie: John Madden
Cäsar muss sterben (Cesare deve morire) – Regie: Paolo und Vittorio Taviani
Dame, König, As, Spion – Regie: Tomas Alfredson
Die Eiserne Lady – Regie: Phyllida Lloyd
Headhunters – Regie: Morten Tyldum
In Darkness – Regie: Agnieszka Holland
Lachsfischen im Jemen – Regie: Lasse Hallström
Shame – Regie: Steve McQueen
Ziemlich beste Freunde – Regie: Olivier Nakache und Éric Toledano

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The European Film Awards Silver Jubilee bei europeanfilmawards.eu, 22. November 2012 (abgerufen am 1. Dezember 2012).
  2. Helen Mirren receives European Achievement in World Cinema Award bei europeanfilmawards.com, 25. September 2012 (abgerufen am 30. September 2012).
  3. Co-production Award – Prix EURIMAGES – for Helena Danielsson bei europeanfilmawards.com, 13. November 2012 (abgerufen am 21. November 2012).
  4. Ausstrahlungstermine bei europeanfilmacademy.org (englisch; abgerufen am 1. Dezember 2012).
  5. Nominations 2012 bei europeanfilmawards.eu (abgerufen am 3. November 2012).
  6. Regularien für Spielfilme bei europeanfilmacademy.org (englisch; abgerufen am 30. September 2012).
  7. EFA Selection 2012 bei europeanfilmacademy.org, 12. September 2011 (abgerufen am 30. September 2012).
  8. Oscar’s 2012 Foreign-Language Submissions: The Master List (So Far) bei thewrap.com, 25. September 2012 (abgerufen am 30. September 2012).
  9. Five Debut Films Nominated for EFA Discovery Award bei europeanfilmawards.eu, 16. Oktober 2012 (abgerufen am 16. Oktober 2012).
  10. EFA Short Film Nominations 2012 completed bei europeanfilmawards.eu (abgerufen am 16. Oktober 2012).
  11. Three Documentaries Nominated for the European Film Awards bei europeanfilmawards.eu, 23. Oktober 2012 (abgerufen am 25. Oktober 2012).
  12. EFA Nominates Three Animation Films bei europeanfilmacademy.org, 17. September 2012 (abgerufen am 30. September 2012).
  13. People’s Choice Award bei europeanfilmawards.eu (abgerufen am 30. September 2012).