Europäischer Freiwilligendienst

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) (European Voluntary Service – EVS) bietet jungen Menschen von 16 bzw. 18 bis 30 Jahren die Möglichkeit, zwischen 6 Monaten und 12 Monaten (in speziellen Fällen auch kürzer; richtet sich vor allem an Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf) in einem anderen (europäischen und außereuropäischen) Land zu arbeiten. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Tätigkeit in den Bereichen Soziales, Jugend, Umwelt oder Kultur. Ziel des EFD ist es in erster Linie, jungen Menschen die Chance zu geben, mobil zu sein und somit Kompetenzen zu entwickeln, die eine aktive Beteiligung am gesellschaftlichen Leben und am Aufbau eines neuen Europas ermöglichen. Gleichzeitig soll der Einsatz der europäischen Freiwilligen den jeweiligen Einrichtungen einen Mehrwert bringen, d.h. man wird nicht in bereits vorhandenen Arbeitsplätzen eingesetzt, sondern arbeitet in lokalen Projekten mit.

Wichtige Aspekte zur Verwirklichung dieser Ziele sind dabei die obligatorische Teilnahme an Seminaren (vor, während und nach dem Freiwilligendienst) und an einem Sprachkurs sowie die Betreuung durch einen unabhängigen Tutor. Insbesondere soll der EFD auch für diejenigen Jugendlichen zugänglich sein, die anders nicht die Möglichkeit hätten, längere Zeit im Ausland zu leben; etwa für finanziell schwache oder körperlich benachteiligte Jugendliche.

Der EFD ist ein Aktionsprogramm der Europäischen Union (Programm JUGEND IN AKTION, Aktion 2). Er ist nicht zu verwechseln mit anderen Freiwilligendiensten in Europa, die auch im gemeinnützigen Bereich angesiedelt, aber anders organisiert sind (arbeiten in einer internationalen Gruppe, Unterbringung im Camp etc.)

In Deutschland wird der EFD durch JUGEND für Europa – Deutsche Agentur für das EU-Programm JUGEND IN AKTION umgesetzt. In Österreich ist die Nationalagentur JUGEND IN AKTION (Interkulturelles Zentrum) zuständig.

Am 9. Mai 2012 wurde mit Fraternité 2020 die erste Europäische Bürgerinitiative registriert. Diese hat zum Ziel 3 % des EU-Haushalts künftig für EU Austauschprogramme wie den EFD verfügbar zu machen (derzeit liegt der Anteil bei 1,2 %). Um erfolgreich zu sein müssen 1 Million Unterschriften bis 1. November 2013 gesammelt werden.

Weblinks [Bearbeiten]