Europäisches Amt für humanitäre Hilfe

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Das Europäische Amt für humanitäre Hilfe (englisch European Commission - Humanitarian Aid & Civil Protection, ECHO) ist eine 1992 gegründete Behörde der Europäischen Union. Als unselbständiger Teil der Kommission im Range einer Generaldirektion untersteht es dem Kommissar für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe. Derzeitiger Generaldirektor ist seit März 2008 der Deutsche Peter Zangl als Nachfolger des Portugiesen António Cavaco.

Im Zuge der Nahrungsmittelhilfe unterstützt ECHO auf der Grundlage der VO 1292/96 Länder mit strukturellem Nahrungsmittelmangel, wie etwa die Staaten der Sahelzone oder solche in konkreten Notsituationen. Auf diese Weise baut sie gleichzeitig Überschüsse aus der Gemeinsamen Agrarpolitik ab. Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit von ECHO ist die Soforthilfe für die Opfer von Naturkatastrophen, wie dem Erdbeben im Iran 2003 und dem Seebeben im Indischen Ozean 2004. Dazu kommt Unterstützung für Flüchtlinge, z. B. in Palästina, Afghanistan, Ostafrika oder Südostasien.

Eine große Hilfsaktion gilt seit August 2010 der Flutkatastrophe in Pakistan, wo Millionen Flutopfer obdachlos wurden und in der Südprovinz Sindh noch im November 3 Monate nach der Flutkatastrophe steht der Süden Pakistans noch immer teilweise unter Wasser bis zu 2 Meter hoch stand.[1]

ECHO unterstützt durch seine Tätigkeit jährlich etwa 18 Mio. Menschen in über 60 Ländern und gilt damit als Hauptakteur der Humanitären Hilfe weltweit. Dabei arbeitet das Amt eng mit über 200 Partnern zusammen, unter denen insbesondere UN-Organisationen wie das Flüchtlingswerk UNHCR oder das Weltnahrungsprogramm WFP, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, aber auch Nichtstaatliche Organisationen (NGOs) besondere Bedeutung zukommt. In Deutschland sind das vor allem die Deutsche Welthungerhilfe, World Vision und der Malteser Hilfsdienst.[2] Das finanzielle Volumen der Aktivitäten von ECHO beträgt etwa 0,5 Mrd. € jährlich.

Dem Amt untersteht auch der EU-Zivilschutz-Mechanismus im Fall von Katastrophen.

Weblink[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Millionen Pakistani leiden unter Hochwasser, Salzb. Nachrichten, 13. November 2010
  2. Berichte des ECHO: 2004 (PDF; 268 kB), 2005 (PDF; 126 kB), 2006 (PDF; 131 kB), 2007 (PDF; 224 kB), 2008 (PDF; 478 kB),2009 (PDF; 157 kB), 2010 (PDF; 235 kB).