Europäisches Institut für Klima und Energie

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EIKE ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Der Vorname Eike wird im Artikel Eike beschrieben.

Das Europäische Institut für Klima und Energie e.V. (EIKE) wurde 2007 gegründet und ist als gemeinnütziger Verein eingetragen. EIKE sieht seine Aufgabe darin, „als ein öffentliches Forum die Klima- und Energiefakten ideologiefrei darzustellen, internationale wissenschaftliche Kongresse auszurichten und Veröffentlichungen zur Klimaforschung, insbesondere von EIKE-Mitgliedern, zu fördern und zu verbreiten“. EIKE ist jedoch in der rezipierten Klimawissenschaft nicht präsent und wird von dieser nicht als seriöses Institut betrachtet.

Europäisches Institut für Klima und Energie
(EIKE)
Zweck: Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit von Klimaskeptikern
Vorsitz: Stand: Dezember 2010[1]
  • Holger Thuss – Präsident
  • Michael Limburg – Vizepräsident
  • Wolfgang Müller – Generalsekretär[2]
Gründungsdatum: 2007
Mitgliederzahl: < 100[3]
Sitz: Eingetragen beim Amtsgericht Jena
Website: www.eike-klima-energie.eu

Struktur[Bearbeiten]

Organisatorisch besteht die Vereinigung aus einem Vorstand sowie einer Anzahl überwiegend aktiver Mitglieder, die sämtlich ehrenamtlich arbeiten. Die Mitglieder betreiben neben Öffentlichkeitsarbeit zum Teil auch eigene Forschung,[4][5][6] wobei die Mitglieder von ihrem Homeoffice aus arbeiten.[7][8] Abgesehen von einem Postfach verfügt der Verein über keine Infrastruktur, wie ein Büro oder ein Gebäude.[7][9]

Zu den Gründungsmitgliedern zählte auch der 2010 verstorbene Biologielehrer Ernst-Georg Beck, welcher durch seine Arbeiten[10] zur CO2-Messung auch in englischsprachigen Klimaskeptikerkreisen bekannt wurde.[11] Ein weiteres Gründungsmitglied ist der europäische Ableger der klimaskeptischen Organisation Committee for a Constructive Tomorrow (CFACT).[12]

Grundsätze des Vereins[Bearbeiten]

Die knapp hundert[3] Mitglieder des Vereins werden zu den Klimaskeptikern gezählt.[13] Sie selbst bezeichnen sich als „Klimarealisten“[13] und bestreiten in der Klimakontroverse den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel, bzw. halten dessen Folgen für nicht relevant. Der auf der Internetpräsenz des Vereins angegebene Leitspruch lautet „Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit! Umweltschutz: Ja! Klimaschutz: Nein“. Die Webpräsenz weist EIKE durch eine Vielzahl entsprechender Artikel als Kernenergie-Befürworter aus. Im Grundsatzpapier wird ein Ende der „Kernenergie-Diskriminierung“ gefordert.

Vereinsführung[Bearbeiten]

Vereinspräsident ist der Verleger, Historiker und lokale CDU-Politiker Holger Thuss.[14][15] Thuss ist zugleich Gründer und Vorsitzender von CFACT Europe,[7] einer in Struktur und Zielsetzung ähnlichen klimaskeptischen Dependance der US-amerikanischen Vereinigung Committee for a Constructive Tomorrow.

EIKE-Generalsekretär Wolfgang Müller[2] ist gleichzeitig im Vorstand des libertären Berlin Manhattan Instituts[16] und verantwortlich für das CFACT Climate Change Programme.[17][18] EIKE und CFACT Deutschland teilen sich eine Postfachadresse in Jena.

Fachbeirat[Bearbeiten]

EIKE hat einen Fachbeirat, dessen Aufgaben in der Beratung von Mitgliedern bei fachlichen Fragen bestehen. Der Pressesprecher des Vereins, der emeritierte Professor für Strömungstechnik[7] Horst-Joachim Lüdecke, wird mit dem Satz zitiert: „Wir brauchen keine Klimaforscher“. Denn es gebe keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass CO2 die Atmosphäre aufheizt. Deshalb ist es laut Lüdecke auch legitim, dass im Fachbeirat u. a. auch ein Materialforscher, ein Radiologe und ein Elektronikspezialist sitzen.[7] Im Beirat vertreten waren im Dezember 2010 beispielsweise Dieter Ameling (ehemaliger Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl und Vorsitzender des Stahlinstitut VDEh), Klaus Landfried (Professor für Politikwissenschaft und ehemaliger Präsident der Hochschulrektorenkonferenz), Eberhard Menzel (SPD-Politiker), Nils-Axel Mörner (Ozeanograph) und Gernot Patzelt (Glaziologe und Polarforscher). [19]

Finanzierung[Bearbeiten]

Im Unterschied zum Gründungsmitglied und Kooperationspartner[20] CFACT bekommt das EIKE laut eigenen Angaben kein Geld von Konzernen, sondern finanziert sich ausschließlich durch private Kleinspender und die eigenen Mitglieder. Eine Veröffentlichung der Finanzen findet jedoch nicht statt. Die Spender sind geheim.[21]

Aktivitäten[Bearbeiten]

EIKE veranstaltet seit seiner Gründung 2007 regelmäßige sogenannte „Klimakonferenzen“ (die exakten Namen variieren, z. B. 2010: „Dritte Internationale Klima- und Energiekonferenz“[22][23]). Die Konferenz im August 2008 mit dem Titel „Der Klimawandel - Ist der Mensch wirklich schuld und was sollte getan werden?“ wurde von Teilen der (Berliner) FDP um Henner Schmidt, Mieke Senftleben und Dietmar Ufer mitorganisiert.[24]

Das Gründungsmitglied E.G. Beck war vor seiner Mitwirkung bei der Gründung von EIKE schon bei der Gruppe um das Klimamanifest von Heiligenroth aktiv,[25] unterhielt eine bis heute aktive, umfangreiche Website mit klimaskeptischen Inhalten[26] und hielt zahlreiche Vorträge.[27]

In diesem Rahmen, sowie bei anderweitigen Aktionen (Pressekampagnen, Petitionen[28][29]), arbeitete EIKE u. a. mit Werner Kirstein[30], Hans Labohm[31], Benny Peiser[32], Fred Singer[33][34], Henrik Svensmark[34], Wolfgang Thüne, Nir Shaviv, Jan Veizer[32], und dem von der Kerntechnischen Gesellschaft finanzierten Verein Bürger für Technik e.V.[29]zusammen. Das Mitglied des EIKE-Fachbeirats Helmut Alt gehört zu den aktivsten Mitarbeitern der Bürger für Technik im Engagement gegen Energiewende und erneuerbare Energien sowie für Atomenergie. Weiterhin zu nennen ist Zusammenarbeit mit einem Teil der FDP-Bundestagsfraktion um Paul Friedhoff[35][36], dem "Liberalen Institut" der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit[37] und dem libertären Berlin Manhattan Institut[23] (vormals Institut für Unternehmerische Freiheit[32]) sowie Anti-Windkraft-Organisationen wie Sturmlauf[29] und Antiwindkraft[29].

Manche Mitglieder von EIKE (hauptsächlich Michael Limburg[38], das Beiratsmitglied Friedrich-Karl Ewert[39] und der Pressesprecher Horst-Joachim Lüdecke[3]) treten in Fernsehdiskussionen oder lokalen Veranstaltungen als Redner und Gesprächspartner auf.

Rezeption und Kritik[Bearbeiten]

Der Verein wurde von verschiedenen Seiten des Lobbyismus bezichtigt. So beschreibt etwa die Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau ihn als Speerspitze des klimaskeptischen Lobbyismus in Deutschland,[40] während die Vereinsmitglieder in einem Artikel der Welt gar als Klima-Revisionisten bezeichnet werden.[36][41][9]

Laut WDR spielen die Veröffentlichungen von EIKE im wissenschaftlichen Diskurs meist keine Rolle.[42] Die Argumente des Vereins werden als Falschaussagen[43] und "Bauernfängerargumente"[44] gesehen; die verantwortlichen Personen des Vereins hätten "keinerlei eigenen Bezug zur Klimaforschung".[43]

Die große Rezeption der vom Gründungsmitglied E.G. Beck vertretenen Argumente war einigen Klimaforschern aber eine kritische Stellungnahme wert.[45][46] Bei einem Besuch von Vertretern von EIKE beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im April 2011 nahm dessen Direktor, Hans Joachim Schellnhuber, zu den klimaskeptischen Positionen von EIKE Stellung und widersprach anhand von Fachliteraturquellen den vorgebrachten Argumenten in sieben Themengebieten.[47]

Webpräsenz[Bearbeiten]

EIKE entfaltet einen Großteil seiner Aktivität über eine Webseite, auf der in den Themengebieten Klima und Energie eine Mischung von eigenen Artikeln und Fremdarbeiten präsentiert wird (teilweise aus dem Englischen übersetzt, zum Beispiel aus Webseiten wie Watts Up With That[48] oder Marc Moranos Climate Depot[49]). Neben einer Reihe von Stammautoren treten auch Gastautoren wie Benny Peiser[50], Michael Miersch[51], Dirk Maxeiner[52], Vince Ebert[53], Gerhard Wisnewski[54], Lawrence Solomon[55] oder Fred Singer[56] auf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Achim Brunnengräber: Klimaskeptiker in Deutschland und ihr Kampf gegen die Energiewende. (Kapitel 7.2. EIKE - Europäisches Institut für Klima und Energie.) IPW Working Paper No. 1/2013, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien, ISSN 1995-7955, S. 37 ff. (PDF, abgerufen am 16. März 2013):

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. EIKE: Impressum
  2. a b Berlin Manhattan Institut 13. September 2010: Wissenschaftgespräch mit Prof. Dr. Fred Singer
  3. a b c Die Zeit, Benjamin Reuter, Toralf Staud 26. November 2010: Die Gehilfen des Zweifels
  4. R. Link, H.-J. Lüdecke: A new basic 1-dimensional 1-layer model obtains excellent agreement with the observed Earth temperatures. In: International Journal of Modern Physics C. Band 22, Nummer 5 (2011)doi: 10.1142/S0129183111016361Abstract online
  5. H.-J. Lüdecke: Long-term instrumental and reconstructed temperature records contradict anthropogenic global warming. In: Energy & Environment. Band 22, Nummer 6 (2011)
  6. H.-J. Lüdecke, R. Link, F.-K. Ewert:How natural ist the recent centennial warming? An analysis of 2249 surface temperature records. In: International Journal of Modern Physics C. Band 22, Nummer 10, S. 1139–1159. doi:10.1142/S0129183111016798
  7. a b c d e Klimaskeptiker: „Wir brauchen keine Klimaforscher“, Süddeutsche Zeitung, 31. März 2010
  8. EIKE 8. Dezember 2010:Das ZDF- der Klimawandel- und die Wahrheit: Mit dem Zweiten diffamiert man besser! – „Wir arbeiten alle – der Präsident eingeschlossen – von unseren Homeoffices aus.“
  9. a b http://michaelsclimate.wordpress.com/2011/03/07/eike-ein-institut-stellt-sich-vor/
  10. Energy & Environment: 180 years of atmospheric CO2 gas analysis by chemical methods Online, pdf
  11. Rabett Run 21. März 2008: GOGI**
  12. Holger Thuss: The Solar Cycle, Climate, Carbon and Crop Yields: EIKE Berlin. CFACT Europe, 19. April 2009, abgerufen am 20. November 2012: „The European Institute for Climate and Energy was founded in 2007 by scientists, economists and organizations and citizens from all walks of life to independently reassess current climate science. CFACT Europe is proud to be a founding member.“
  13. a b Klimaskeptiker unter sich auf TAZ.de
  14. Bund Freiheit der Wissenschaft 2009: Was ist rechts – was ist links? (PDF; 171 kB)
  15. Der Spiegel 4. Oktober 2010: Die Wissenschaft als Feind
  16. Berlin Manhattan Institut: Vorstand
  17. UNFCCC 10. Juni 2010: Provisional list of participants (PDF; 702 kB)
  18. CFACT 9. Dezember 2010: Meet the skeptics at CFACT’s COP16 press conference Monckon, Spencer & Rothbard on Climate Science & Policy
  19. Eine vollständige Liste der Mitglieder des Fachbeirates erscheint auf der EIKE-Webseite.Fachbeirat
  20. CFACT Europe: All Entries Tagged With: "EIKE" (auf Englisch)
  21. Die Klimakrieger, aus Die Zeit
  22. EIKE: Klima-Realismus in Berlin! Die 3. Internationale Klima- und Energiekonferenz erfolgreich beendet.
  23. a b Berlin Manhattan Institute: 3rd International Energy and Climate Conference (IECC)
  24. EIKE: Der Klimawandel - Ist der Mensch wirklich schuld und was sollte getan werden?
  25. Das Klimamanifest von Heiligenroth
  26. Biokurs.de
  27. Scienceblogs.de
  28. EIKE: Klimawandel: Offener Brief an Kanzlerin Merkel - "Temperaturmessungen ab 1701 widerlegen anthropogen verursachte Temperaturschwankungen"
  29. a b c d Sturmlauf: Wir brauchen eine zukunftsorientierte und realistische Energiepolitik !
  30. EIKE 30. Mai 2010: Spannende Klimadiskussionen in Leipzig! Keinesfalls versäumen!
  31. EIKE 27. April 2008: Der Klimawandel - Ist der Mensch wirklich schuld und was sollte getan werden??
  32. a b c Institut für Unternehmerische Freiheit (jetzt Berlin Manhattan Institut) 16. Juni 2009: Klimakonferenz
  33. CFACT Europe 2007-MAI-06: Berlin Climate Conference: May 30, 2007
  34. a b EIKE 8. November 2009: 2. Internationale Klimakonferenz am 4. Dezember 2009 in Berlin
  35. Paul Friedhoff: Diskussionsrunde im Deutschen Bundestag
  36. a b Die Welt 17. November 2010: Die Erde wird immer wärmer – na und?
  37. Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit: Internationale Klimakonferenz – Update zur Klimaforschung
  38. Phoenix 9. Dezember 2010: Kein prima Klima - Ist die Welt noch zu retten?
  39. Klimaretter.info 21. November 2010: Klimaskeptikers Tingeltangel durch die Provinz
  40. A. Kraft:Klares Ziel: Keine Kompromisse. In: Frankfurter Rundschau. Vom 29. November 2010
  41. siehe auch die vereinseigene Website unter über uns
  42. "Schöner Wissenschaftsschein - Wie seriös sind „Institute“?" (PDF; 114 kB) - Leonardo, 16. August 2011
  43. a b "Klimawandel - Klimaschwindel?" (PDF; 626 kB), Technische Universität Bergakademie Freiberg
  44. Recherche 2012 auf Pik-Potsdam.de
  45. Realclimate Beck to the future, Gastkommentar von Georg Hoffmann
  46. Rabett Run: Found in the margins; Beitrag vom 12. April 2007
  47. EIKE‐Besuch am PIK – Sammlung von Sachargumenten (PDF; 145 kB)
  48. EIKE 3. Dezember 2010: Dr. Ray Bradleys erstaunliches Photo! Wie man Kurven manipuliert!
  49. EIKE 30. August 2010: Wissenschaftlich begutachtete Studie erschüttert erneut offizielle Klimadoktrin! ‘Die Natur, nicht der Mensch, ist für die jüngste globale Erwärmung verantwortlich!
  50. EIKE 15. August 2008: Die Arktis weigert sich zu schmelzen, Alarmrufe beruhen auf vorläufigen Daten!
  51. EIKE 15. Dezember 2008: Die Lust an der Katastrophe
  52. EIKE 9. Januar 2010: ClimateGate Update 14: Extremismus-Sondereinheit ermittelt gegen Klima-Verräter
  53. EIKE 17. Oktober 2009: Klimapolitik: Schnee von gestern!
  54. EIKE 20. Dezember 2009: Zensur auf der Klimakonferenz: ARD & ZDF-der totgeschwiegene Hilfeschrei!
  55. EIKE 13. Dezember 2010: Der 7-Milliarden-CO2-Betrug
  56. EIKE 27. Dezember 2009: Climategate Update 10: IPCC Leit-Autor Ben Santer gibt Fälschung zu!