Europäisches Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität

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Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität
EC3

Logo der Organisation
Englische Bezeichnung European Cyber-Crime Centre
Französische Bezeichnung Centre européen de lutte contre la cybercriminalité
Organisationsart Abteilung von Europol
Sitz der Organe

Den Haag, Niederlande[1]

Vorsitz Wil van Gemert (ad interim)[2]
Gründung

11. Januar 2013[1]

Oberorganisation EUROPOL

Das Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (englisch European Cybercrime Center, kurz EC3) ist eine Einrichtung der Europäischen Union, die beim Europäischen Polizeiamt Europol in Den Haag angesiedelt ist. Das Zentrum soll die grenzübergreifende Strafverfolgung in der EU koordinieren, und wurde von der EU-Kommission mit zunächst 3,6 M€ budgetiert.[3] Das EC3 wurde am 11. Januar 2013 offiziell eröffnet. Es besteht zunächst aus 30 Mitarbeitern, eine spätere Aufstockung auf 40 ist bis 2015 geplant.[4] Der Leiter des EC3 ist dem Leiter von Europol direkt unterstellt.[5]

Erster Leiter war der frühere Chef des dänischen Nachrichtendienstes Deputy-Director Troels Oerting,[1][5] der im Januar 2051 als Sicherheitschef von Barclays in die Privatindustrie wechselte[2].

Teilnehmende Staaten[Bearbeiten]

Für die Arbeit wurde neben den EU-Mitgliedern auch die Zusammenarbeit mit Nicht-EU-Ländern vereinbart, darunter Australien, Kanada, Kroatien (inzwischen Vollmitglied der EU), Republik Mazedonien, Norwegen, Schweiz, Monaco, Bosnien und Herzegowina, Kolumbien, Moldawien, Russland, Türkei, Republik Serbien, Montenegro, Ukraine sowie Vereinigte Staaten von Amerika.[5] Zusätzlich werden an die USA auch personenbezogene Daten ausgetauscht.[5]

Kooperationen mit anderen Stellen[Bearbeiten]

Im Rahmen seiner Aktivitäten kooperiert das EC3 mit dem EU Intelligence Centre, dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNDCP), der Weltzollorganisation (WCO), Frontex und Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF).[5]

Konfliktpotential[Bearbeiten]

Konflikte aufgrund von fehlender Abstimmung kann mit dem Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) entstehen, da sich die Aufgabengebiete überschneiden und keine Abgrenzung erfolgte.[5]

Aufgabenabgrenzung[Bearbeiten]

Auf einer Pressekonferenz am 10. Februar 2014 grenzte der Leiter der Einheit, Troels Oerting die Aufgaben von EC-3 ein.[6] Die Bekämpfung von politisch motivierten Hacks und oder Spionagetätigkeiten gegen EU Institutionen seien nicht im Aufgabengebiet des EC-3.[6]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Nach Angaben von Troels Oerting am 10. Februar 2014 konnte das EC-3 2013 verschiedene Erfolge erzielen.[6] 2013 seien Schutzgelderpresser im Internet überführt worden und 13 Festnahmen vorgenommen worden.[6] Des Weiteren sei EC-3 an der Bekämpfung von Malware-Attacken auf Banken durch Botnetze beteiligt gewesen und habe in Zusammenarbeit mit Microsoft und Experten des Bundeskriminalamt das ZeroAccess Botnetz ausgehoben.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Michele Cercone und Tove Ernst, Europäisches Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität: Eröffnung am 11. Januar; Pressemitteilung der EU zur Eröffnung des EC3 vom 9. Januar 2014; abgerufen am 5. März 2014.
  2. a b SC Magazin vom 27. April 2015, Exclusive: Barclays builds out security team with second Europol hire; abgerufen am 8. Mai 2015.
  3. dpa; EU will Cybercrime mit eigenem Zentrum bekämpfen; Heise, 10. Februar 2012.
  4. dpa/futurezone (2013) EU-Zentrum gegen Cybercrime wird eröffnet; Futurezone vom 9. Januar 2013.
  5. a b c d e f Günther K. Weiße, Bekämpfung der Cyber-Kriminalität durch EUROPOL - Folgen für die deutsche Wirtschaft; auf Sicherheitsmelder; abgerufen am 5. März 2014.
  6. a b c d e Monika Ermert, Chef der EU-Cybercops zieht Erfolgsbilanz, Heise, 10. Februar 2014.