Young European Socialists

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Demonstration in Paris im Jahr 2000

Young European Socialists (YES, dt. Europäische JungsozialistInnen) ist der Zusammenschluss der sozialistischen und sozialdemokratischen Jugendorganisationen in Europa. Gleichzeitig ist sie die Jugendorganisation der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE) und gehört der Sozialistischen Jugend-Internationalen IUSY an. Sitz von YES ist Brüssel. YES ging 2013 aus der "European Community Organisation of Socialist Youth" (ECOSY) hervor.

Mitgliedsorganisationen im deutschsprachigen Raum sind die Jusos in der SPD, die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken, die Sozialistische Jugend Österreichs, der Verband Sozialistischer StudentInnen Österreichs und seit November 2012 auch die JungsozialistInnen Schweiz (JUSO).

YES-Vorsitzende ist Kaisa Penny (Finnland, Demarinuoret und SONK), Thomas Maes (Belgien, Animo) ist Generalsekretär der Europäischen JungsozialistInnen.

Geschichte[Bearbeiten]

Unter dem Namen European Community Organisation of Socialist Youth wurde ECOSY am 7. November 1992 im niederländischen Oegstgeest bei Den Haag gegründet. Parallel dazu fand der Gründungsparteitag der SPE in Den Haag statt.

ECOSY knüpfte an die zuvor innerhalb der IUSY, insbesondere im European Leaders Meeting, koordinierten europäischen Aktivitäten an. Die ECOSY-Gründung war jedoch umstritten. Dabei ging es um die Frage, ob eine allein die EU umfassende Organisation angestrebt wird oder ob das Konzept eines gesamteuropäischen Zusammenschlusses bevorzugt würde. Letzteres – genannt European Socialist Youth (ESY) – wurde insbesondere von den Schweden und den Österreichern gefordert, die damals noch nicht der EU angehörten. Unterstützt wurden sie hier von den deutschen Jusos.

Letztlich wurden sowohl ECOSY als auch ESY gegründet. ESY blieb jedoch organisatorisch schwach und wurde wenig später in European Committee umbenannt und firmiert damit als Kontinentalausschuss der IUSY.

Bereits 2001 nahm ECOSY die ost- und mitteleuropäischen Organisationen, die zuvor als assoziierte Mitglieder zusammen nur über einen Sitz im ECOSY-Vorstand verfügten, als Vollmitglied auf.

Die JungsozialistInnen Schweiz (JUSO) besaßen lange Zeit, aufgrund der Nicht-Mitgliedschaft der Schweiz in der EU, nur einen Beobachterstatus. Auf dem Bureau Meeting am 3. November 2012 auf Zypern wurde ihnen endlich der Vollmitgliedschafts-Status verliehen.[1]

Auf ihrem Kongress in Bommersvik im März 2013 benannte sich ECOSY in YES - Young European Socialists um.[2] Damit wurde nachvollzogen, dass der Organisation nicht mehr nur Organisationen aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union bzw. der Europäischen Gemeinschaft angehören, worauf der alte Name verwies.

Struktur[Bearbeiten]

Bei der Gründung 1992 wurde beschlossen, dass die Posten des ECOSY-Vorsitzenden (President) und des stellvertretenden Vorsitzenden (Vice-President) analog zur Präsidentschaft der Europäischen Gemeinschaft zwischen den Mitgliedsorganisationen der jeweiligen Länder rotieren. 1994 wurde das Präsidium um zwei vom Kongress gewählte stellvertretende Vorsitzende, Umberto Gentiloni (Sinistra Giovanile) und Conall McDevitt (Labour Youth), erweitert. Seit Anfang 1997 steht an der Spitze von ECOSY ein in geheimer Wahl gewählter Vorsitzender. Damals wurde in Straßburg der Österreicher Andreas Schieder (SJÖ) gewählt.

Zwischen 1997 und 2005 fand der halbjährliche Wechsel nur noch auf einem der Posten als stellvertretender Vorsitzender statt. Sechs der stellvertretenden Vorsitzenden wurden geheim gewählt. Seit 2005 werden sämtliche – inzwischen acht – stellvertretende Vorsitzende durch die Wahl des Kongresses bestimmt.

Eine starke Stellung im Präsidium nimmt der seit 1992 vom Kongress gewählte hauptamtliche Generalsekretär (Secretary General) ein. Erster ECOSY-Generalsekretär war der Franzose Philip Cordery (MJS).

Der Vorstand (Bureau) setzt sich aus den von den Mitgliedsorganisationen nominierten Vertreterinnen und Vertretern zusammen. Jedes Land hat zwei Stimmen.

Der Kongress (Congress) findet alle zwei Jahre statt und ist das höchste Beschlussorgan. Jedes Land hat zwölf Stimmen.

In inhaltlichen Fragen wird grundsätzlich nach dem Mehrheitsprinzip verfahren. Beschlüsse zur EU-Politik sind dann für alle Mitgliedsorganisationen bindend, wenn sie auf dem Kongress eine Zwei-Drittel-Mehrheit gefunden haben.

Mitgliedsorganisationen[Bearbeiten]

Organisationen mit Beobachterstatus[Bearbeiten]

  • Albanien: Forumi i Rinisë Eurosocialiste të Shqipërisë (FESYA) und Rinisë Socialdemokrate
  • Armenien: Հայ Երիտասարդաց Դաշնակցութիւն / Armenian Youth Federation (AYF)
  • Bosnien und Herzegowina: Forum mladih SDP BiH (FOM)
  • Georgien: Akhalgazrduli Kavshiri Sotsialisturi Sakartvelos
  • Island: Samband ungra jafnaðarmanna (SUJ)
  • Israel: משמר נוער בתוך מפלגת העבודה / Mishmeret Tse’irah shel Mifleget haAwoda
  • Katalonien: Joventut Socialista de Catalunya (JSC)
  • Norwegen: Arbeidernes ungdomsfylking (AUF)
  • Polen: Młodzi Socjaliści (MS)
  • Russland: Российский социал-демократический союз молодёжи (РСДСМ) / Rossijskij social-demokraticheskij sojuz molodjozhi (RSDSM)
  • San Marino: Area Giovani Socialisti Sammarinesi (AGSS)
  • Serbien: Социјалдемократска омладина / Socijaldemokratska omladina
  • Serbien: Демократска омладина / Demokratska omladina
  • Weißrussland: Маладой Грамады (МСД-МГ) / Malada Hramada (MSD-MH)
  • Zypern: Αγώνας / Agonas

Aktuelles ECOSY-Präsidium (2013–2015)[Bearbeiten]

YES-Präsidentin Kaisa Penny
  • Präsidentin: Kaisa Penny (Sosialidemokraattiset Nuoret / Opiskelijat, Finnland)
  • Generalsekretär: Thomas Maes (Animo, Belgien)
  • Daniel Cornalba (MJS, Frankreich)
  • Naomi Dutzi (SJÖ, Österreich)
  • Ellinor Eriksson (SSU, Schweden)
  • Maruschka Gijsbertha (JS, Niederlande)
  • Lora Lyubenova (ELYA, Bulgarien)
  • Jonas Manthey Olsen (DSU, Dänemark)
  • Marin Radojević (SDY, Montenegro)
  • Andro Scholl (Jusos, Deutschland)
  • Mafalda Serrasqueiro (JS, Portugal)
  • Nina Živanović (SDY, Serbien)

ECOSY-Vorsitzende[Bearbeiten]

Rotierende Vorsitzende

Gewählte Vorsitzende

ECOSY-Generalsekretäre[Bearbeiten]

  • 1992–1997 Philip Cordery (Mouvement des Jeunes Socialistes / Frankreich)
  • 1997–1999 Pau Solanilla (Juventudes Socialistas de España)
  • 1999–2003 Yonnec Polet (Mouvement des Jeunes Socialistes / Belgien)
  • 2003–2005 Ilias Antoniou (Neolaia Pasok)
  • 2005-2009 Ania Skrzypek (Federacja Młodych Socjaldemokratów)
  • 2009-2011 Janna Besamusca (Jonge Socialisten in de PvdA)
  • seit 2011 Thomas Maes (Animo)

ECOSY-Kongresse[Bearbeiten]

ECOSY Summer Camps[Bearbeiten]

Die wohl wichtigsten Veranstaltungen der Europäischen JungsozialistInnen sind die Summer Camps, auf denen sich bis zu 3000 gleichgesinnte junge Menschen treffen. Die Camps finden, mit Ausnahme der IUSY-Festival-Jahre, jährlich statt.

ECOSY Summer Camp in Mazagón im Jahr 1997

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meldung in eigener Sache der Juso Schweiz vom 5. November 2012
  2. ECOSY is now YES! Young European Socialists, 13. März 2013, abgerufen am 29. März 2013 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Young European Socialists – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien