European Extremely Large Telescope

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Vergleich einer Studie zum 39-m E-ELT mit einem Unit Telescope des Paranal-Observatoriums mit 8,2 m Spiegel-Durchmesser
Nächtliches Panoramabild des Cerro Armazones (Chile), des im April 2010 erwählten Standorts für das European Extremely Large Telescope

Das European Extremely Large Telescope (E-ELT), kurz Extremely Large Telescope (ELT), ist der Vorschlag der Europäischen Südsternwarte (ESO) für ein neues optisches Teleskop der nächsten Generation. Es wird einen Hauptspiegel mit 39,3 Metern Durchmesser haben, der aus knapp 1000 sechseckigen Spiegelelementen zusammengesetzt sein soll.[1] Voraussichtlich wird der Bau im Jahre 2018 abgeschlossen sein.[2]

Die Planungen befinden sich derzeit in einer dreijährigen Phase (Phase B), die im Dezember 2006 vom ESO genehmigt wurde. Ein wesentlicher Bestandteil der Phase ist die Arbeit an einem Basis-Design für das Teleskop (Baseline Reference Design: BRD), dessen dritte Version Ende 2008 in Arbeit war. Die Phase ist mit 57,3 Mio € finanziert. Die Begutachtung des finalen Designs fand vom 21. - 24. September 2010 statt.[3] Eine Inbetriebnahme wird derzeit für 2018 erwartet.

Die ESO hat ihre Planungen zugunsten dieses Teleskops geändert, da das ursprünglich geplante Overwhelmingly Large Telescope (OWL mit 100 Metern, etwa 2030) gemäß einer Studie über eine Milliarde Euro gekostet hätte und für die derzeitigen technischen Möglichkeiten zu komplex wäre. Eine andere, weiter in die Zukunft reichende Vorstudie betrifft das 50-m-Spiegelteleskop EURO 50, dessen Verwirklichung ebenfalls zu Gunsten des E-ELT zunächst aufgegeben wurde.

Am 9. Dezember 2011 fiel der Startschuss zum Bau des Teleskops in der chilenischen Atacamawüste, obwohl nicht alle 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Südsternwarte den zusätzlichen Finanzierungsbedarf des Geräts sichergestellt hatten. Die Kosten werden Ende 2011 auf 1,1 Milliarden Euro beziffert.[4]

[Bearbeiten] Standort

Als Standort kamen unter anderem Argentinien, Chile, Marokko, Spanien (La Palma), Südafrika, Tibet, Grönland und die Antarktis in Frage. Intensiv untersucht wurden vor allem die ersten vier Möglichkeiten.[5] Am 26. April 2010 wurde Cerro Armazones, ein Berg mit 3060m Höhe als Standort für das E-ELT fixiert.[6] Cerro Armazones liegt in der chilenischen Atacamawüste, ca. 130km südlich der Stadt Antofagasta und nur 20km entfernt von Cerro Paranal, dem Standort des Very Large Telescope (VLT). Eine Vereinbarung zwischen der ESO und dem Staat Chile, in der 189 km² Land um den Cerro Armazones für den Bau des Teleskopes an die ESO übertragen und weitere 362 km² in der Umgebung des Geländes für 50 Jahre zum Schutzgebiet erklärt wurde, um Beeinträchtigungen des E-ELT durch Lichtverschmutzung oder Bergbauarbeiten zu verhindern, wurde am 13. Oktober 2011 in Santiago de Chile unterzeichnet. Insgesamt wurde die Schutzzone des Paranal-Armazones-Komplexes somit auf 1270 km² ausgeweitet. Durch die unmittelbare Nähe zum VLT kann ein großer Teil der zum Betrieb der Teleskope notwendigen Infrastruktur gemeinsam genutzt werden.[7]

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Preparing a Revolution. Abgerufen am 27. April 2010.
  2. Riesenteleskope - Europas Sterngucker in der Wüste. Abgerufen am 27. April 2010.
  3. Projektseiten der ESO. Abgerufen am 5. März 2011.
  4. http://news.sciencemag.org/scienceinsider/2011/12/europes-extremely-large-telescop.html
  5. http://www.eso.org/public/astronomy/teles-instr/e-elt_sit.html
  6. http://www.eso.org/public/news/eso1018/
  7. ESO und Chile unterzeichnen Abkommen über das E-ELT. Abgerufen am 15. Oktober 2011.

-24.589007-70.192262Koordinaten: 24° 35′ 20″ S, 70° 11′ 32″ W

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