Eurozone

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Die Mitglieder der Eurozone (Stand 1. Januar 2014)
  • Staaten mit Euro als gesetzlicher Währung
  • EU-Staaten mit anderer gesetzlicher Währung
  • Nicht-EU-Staaten, die den Euro de facto verwenden
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt ist die länderübergreifende Währungsbehörde der Eurozone (Neubau, ab 2014 EZB-Hauptsitz)

Als Eurozone (amtlich auch Euro-Währungsgebiet oder Euroraum) wird die Gruppe der EU-Staaten bezeichnet, die den Euro als offizielle Währung haben. Die Eurozone besteht aus 18 EU-Staaten und wird deswegen als Euro-18 bezeichnet. Zuletzt übernahm Lettland zum 1. Januar 2014 als 18. EU-Land den Euro als offizielle Währung.[1] Zum 1. Januar 2015 wird Litauen das 19. EU-Land der Euro-Zone.[2]

Die derzeit 18 EU-Staaten der Eurozone sind Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern. Von den übrigen zehn EU-Staaten sind acht verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald sie die vereinbarten Konvergenzkriterien erreichen. Dänemark und das Vereinigte Königreich (Großbritannien) haben de jure eine Ausstiegsoption.

Für die Geldpolitik der Eurozone ist die Europäische Zentralbank zuständig und verantwortlich. Zusammen mit den nationalen Zentralbanken der Staaten der Eurozone bildet sie das Eurosystem. Im Rahmen der Euro-Gruppe stimmen die Staaten der Eurozone ihre Steuer- und Wirtschaftspolitik untereinander ab, allerdings ohne formale Entscheidungsbefugnis.

Begriffsverwendung und Abgrenzung zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion[Bearbeiten]

In den Gründungsverträgen der Europäischen Union kommt der Begriff Eurozone selbst nicht vor; ihre Mitglieder werden nur als „Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist“ (Art. 136ff. AEU-Vertrag) bezeichnet. Auch das Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union gebraucht den Begriff nicht, sondern nutzt stattdessen Euro-Währungsgebiet oder Euroraum, um „die am Euro teilnehmenden Länder als Ganzes“ zu bezeichnen.[3] Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich im Deutschen jedoch die Bezeichnung Eurozone etabliert.[4]

Synonym dazu wird bisweilen der Ausdruck Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) verwendet. Allerdings kennzeichnet dieser Ausdruck einen Politikbereich der EU allgemein. Mitglieder der EWWU sind formal alle EU-Mitgliedstaaten, wobei diejenigen Länder, die den Euro nicht eingeführt haben, im Vertragstext als „Mitgliedstaaten, für die eine Ausnahmeregelung gilt“ (Art. 139ff. AEU-Vertrag) bezeichnet werden.

Bisweilen wird Eurozone auch im weiteren Sinn für alle Staaten verwendet, die den Euro nutzen, auch wenn sie keine EU-Mitglieder sind. Diese haben entweder ein Währungsabkommen mit einem EU-Mitgliedstaat, den Euro einseitig als Währung eingeführt oder den Kurs ihrer Währung an die Leitwährung Euro gekoppelt.

Eurozone im engeren Sinn[Bearbeiten]

Der Euroraum[Bearbeiten]

  • Mitglieder der Eurozone im engeren Sinn (Euro-18)
  • Mitglieder des WKM II
  • EU-Mitglied mit festem Wechselkurs zum Euro (Bulgarien)
  • EU-Mitglieder mit freiem Wechselkurs zum Euro
  • Nicht-EU-Mitglieder, welche den Euro benutzen
  • Nicht-EU-Mitglied mit festem Wechselkurs zum Euro (Bosnien und Herzegowina)
  • Nicht-EU-Mitglieder mit freiem Wechselkurs zum Euro (Schweiz: Mindestkurs)

Im engeren Sinn umfasst die Eurozone diejenigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die den Euro als Währung eingeführt haben. Bedingung hierfür ist die Erfüllung der EU-Konvergenzkriterien, die eine gewisse wirtschaftspolitische Harmonisierung der Eurozone gewährleisten sollen.

Bei der Einführung des Euro als Buchgeld zum 1. Januar 1999 wurden diese Kriterien zunächst von elf der damals fünfzehn Mitgliedstaaten erfüllt. Griechenland gab 2000 an, die Kriterien ebenfalls zu erfüllen, und trat der Eurozone am 1. Januar 2001 bei. Am 1. Januar 2002 wurde der Euro mit Euromünzen und Eurobanknoten als offizielle Währung in den zwölf Staaten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien eingeführt.[5] Slowenien erfüllte 2006 die Kriterien und führte am 1. Januar 2007 den Euro als Währung ein.[6] Malta[7] und Zypern[8] erfüllten 2007 die Kriterien und führten am 1. Januar 2008 den Euro als Währung ein. Die Slowakei erfüllte 2008 die Kriterien und führte am 1. Januar 2009 den Euro als Währung ein.[9] Estland erfüllte 2010 die Kriterien und führte am 1. Januar 2011 den Euro als Währung ein.[10] Lettland führte den Euro am 1. Januar 2014 ein.

Allerdings gibt es einige Gebiete der Mitgliedstaaten, die den Euro nicht oder nur eingeschränkt gebrauchen. Dies gilt etwa für Büsingen und Campione d’Italia, eine deutsche und eine italienische Exklave in der Schweiz, in denen der Euro zwar offizielle Währung ist, faktisch jedoch der Schweizer Franken verwendet wird.[11] Zudem verwendet keines der Außengebiete der Niederlande (ehemalige Niederländischen Antillen) den Euro, sondern den US-Dollar oder daran gebundene lokale Währungen. Einige französische Außengebiete im Pazifik nutzen den CFP-Franc, der allerdings fest an den Euro gebunden ist. Ein Sonderfall ist Nordzypern, das sich als unabhängigen Staat betrachtet und offiziell die Türkische Lira benutzt, während es aus Sicht der EU Teil der Republik Zypern und damit der Eurozone ist. Faktisch kursieren beide Währungen, wobei der Euro als Mittel zur Förderung des innerzyprischen Handels und zur Reduzierung der Abhängigkeit von der Türkei gesehen wird.[12]

Mitglieder[Bearbeiten]

Als Bezeichnung für statistische Bemessungen sind amtlich:[13]

  • EA-11: Erstländer 1999/2000 (AT, BE, DE, ES, FI, FR, IE, IT, LU, NL, PT)
  • EA-12: Erstländer 2001 und bei der Bargeldeinführung 2002 (EA-11 + GR)
  • EA-13: ab 2007 (EA-12 + SI)
  • EA-15: ab 2008 (EA-13 + CY, MT)
  • EA-16: ab 2009 (EA-15 + SK)
  • EA-17: ab 2011 (EA-16 + EE)
  • EA-18: seit 2014 (EA-17 + LV)

Es ist auch Euro-11 und ähnlich üblich, seit 2011 Euro-17, seit 2014 Euro-18

Euro-18
Land Einführung Einwohner[14] Ausnahmen
BelgienBelgien Belgien 1. Jan. 1999 11.161.642 (2013)
DeutschlandDeutschland Deutschland 1. Jan. 1999 80.523.746 (2013) Büsingen am Hochrhein (faktisch)
EstlandEstland Estland 1. Jan. 2011 1.324.814 (2013)
FinnlandFinnland Finnland 1. Jan. 1999 5.426.674 (2013)
FrankreichFrankreich Frankreich 1. Jan. 1999 65.663.194 (2013) NeukaledonienNeukaledonien Neukaledonien[15]
Franzosisch-PolynesienFranzösisch-Polynesien Französisch-Polynesien[15]
Wallis FutunaWallis und Futuna Wallis und Futuna[15]
GriechenlandGriechenland Griechenland 1. Jan. 2001 11.062.508 (2013)
IrlandIrland Irland 1. Jan. 1999 4.591.087 (2013)
ItalienItalien Italien 1. Jan. 1999 59.685.227 (2013) Campione d’Italia (faktisch)
LettlandLettland Lettland 1. Jan. 2014 2.023.825 (2013)
LuxemburgLuxemburg Luxemburg 1. Jan. 1999 537.039 (2013)
MaltaMalta Malta 1. Jan. 2008 421.364 (2013)
NiederlandeNiederlande Niederlande 1. Jan. 1999 16.730.632 (2012) ehemalige Niederländische Antillen:
OsterreichÖsterreich Österreich 1. Jan. 1999 8.451.860 (2013)
PortugalPortugal Portugal 1. Jan. 1999 10.487.289 (2013)
SlowakeiSlowakei Slowakei 1. Jan. 2009 5.410.836 (2013)
SlowenienSlowenien Slowenien 1. Jan. 2007 2.058.821 (2013)
SpanienSpanien Spanien 1. Jan. 1999 46.704.308 (2013)
Zypern RepublikRepublik Zypern Zypern 1. Jan. 2008 865.878 (2013) NordzypernTürkische Republik Nordzypern Türkische Republik Nordzypern[19]
EuropaEuropa Eurozone 333.149.687

Wirtschaft der Eurozone[Bearbeiten]

Die folgende Tabelle zeigt den Verlauf des Harmonisierten Verbraucherpreisindex in der Eurozone:[20]

Jahr (jeweils Mitte) 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Harmonisierter Verbraucherindex in Prozent 1,0 % 2,0 % 2,8 % 1,9 % 1,9 % 2,5 % 2,0 % 2,5 % 1,9 % 4,0 % −0,1 % 1,5 % 2,7 % 2,4 % 1,6 % 0,5 %
Steigerung auf Basis eines Euros 1998 1,00 € 1,01 € 1,03 € 1,06 € 1,08 € 1,10 € 1,13 € 1,15 € 1,18 € 1,20 € 1,25 € 1,25 € 1,27 € 1,30 € 1,34 € 1,36 € 1,36 €

Eurozone im weiteren Sinn[Bearbeiten]

Staaten und Gebiete außerhalb der EU, die den Euro als Währung nutzen[Bearbeiten]

Auch außerhalb der Europäischen Union benutzen einige Staaten den Euro als Währung. Diese meist sehr kleinen Staaten hatten teilweise zum Zeitpunkt der Euro-Einführung Abkommen mit einem EU-Mitgliedstaat über eine Währungsunion; teilweise verzichteten sie einseitig auf die Einführung einer eigenen Währung und ließen stattdessen den Euro als Fremdwährung in Umlauf bringen (sog. Euroisierung). Die Staaten, die den Euro außerhalb der EU verwenden, nehmen nicht am Eurosystem oder der Euro-Gruppe teil. Auch wird die wirtschaftliche Lage in diesen Ländern von der Europäischen Zentralbank bei der Festlegung ihrer Geldpolitik formell nicht berücksichtigt.

Mit formellen Abkommen[Bearbeiten]

Staat/Gebiet Einführung Abkommen Einwohner
AndorraAndorra Andorra (1. Jan. 1999)
1. April 2012
30. Juni 2011[21] 85.015
MonacoMonaco Monaco 1. Jan. 1999 24. Dez. 2001[22]
13. Okt. 2012[23]
36.136
San MarinoSan Marino San Marino 1. Jan. 1999 29. Nov. 2000[24]
27. März 2012[25]
32.471
Saint-Barthélemy Saint-Barthélemy 1. Jan. 1999 29. Okt. 2010[26] 8.673
Saint-Pierre und MiquelonSankt Pierre und Miquelon Saint-Pierre und Miquelon 1. Jan. 1999 31. Dez. 1998[27] 6.314
VatikanstadtVatikanstadt Vatikanstadt 1. Jan. 1999 29. Dez. 2000[28]
17. Dez. 2009[29]
836

Mehrere Staaten und abhängige Gebiete außerhalb der EU benutzen den Euro als ihre offizielle Währung. Für eine Einführung, welche das Recht auf Prägung eigener Münzen umfasst, muss ein Abkommen mit der EU und einem Staat der Eurozone geschlossen werden. Solche Vereinbarungen gibt es mit Monaco, San Marino und der Vatikanstadt.

Monaco, San Marino und Vatikanstadt

Diese Länder benutzten bis zur Euroeinführung ihre eigenen Währungen, die im Verhältnis 1:1 an die Währung des jeweiligen Nachbarlandes gebunden und dort auch gleichberechtigt im Umlauf waren. San Marino und der Vatikan hatten ihre Währungen an die italienische Lira gebunden und Monaco benutzte den monegassischen Franc, der an den französischen Franc gebunden war.[30]

Diese Länder haben Vereinbarungen mit der EU und den Mitgliedstaaten: San Marino und der Vatikan mit Italien und Monaco mit Frankreich, die ihnen die Nutzung und Prägung einer begrenzten Zahl von Euromünzen (mit ihren eigenen nationalen Motiven auf der Rückseite) gestattet. Ihre Münzen gelten in der gesamten Eurozone. Sie haben jedoch keine Erlaubnis, Banknoten zu drucken.

Andorra

Andorra hatte bis zum 1. Januar 2002, dem Termin der Einführung des Euro-Bargeldes in der Eurozone, de facto den französischen Franc und die spanische Peseta als Zahlungsmittel, aber nie eine Vereinbarung mit Spanien oder Frankreich. Verhandlungen mit der Europäischen Union über den offiziellen Status des Euro in Andorra wurden bereits 2004 aufgenommen, es konnte aber jahrelang keine Einigung erzielt werden. Größtes Hindernis war dabei das andorranische Bankgeheimnis. Schließlich wurde am 30. Juni 2011 die Währungsvereinbarung unterzeichnet, die am 1. April 2012 in Kraft trat.[31] Erst am 20. November 2013 wurden die im Rahmen der Währungsvereinbarung erforderlichen Dekrete zur Umsetzung europäischer Normen von der andorranischen Regierung verabschiedet.[32] Die EU gab daraufhin Anfang Dezember 2013 grünes Licht für die Prägung andorranischer Euromünzen, deren Ausgabe somit nicht, wie ursprünglich vorgesehen, zum 1. Januar 2014 erfolgen kann, sondern erst im Verlauf des ersten Quartals 2014.[33] Das Prägerecht hat einen Umfang von 2,4 Millionen Euro jährlich.

Saint-Pierre und Miquelon, Mayotte

Währungsvereinbarungen wurden auch für zwei französische Überseegebiete geschlossen: Saint-Pierre und Miquelon vor der Küste Kanadas und Mayotte im Indischen Ozean, die zum Zeitpunkt der Euro-Einführung nicht zur EU gehörten, durften dennoch von Anfang an den Euro als Währung benutzen. Sie dürfen jedoch keine eigenen Münzen prägen. Da Mayotte am 31. März 2011 das 101. Département Frankreichs und am 1. Januar 2014 ein Überseegebiet der Europäischen Union wurde, ist es seitdem auch offiziell Teil der Eurozone.[34]

Saint Barthélemy

Die französische Insel Saint Barthélemy ist ab 1. Januar 2012 als assoziiertes überseeisches Hoheitsgebiet (ÜLG) nicht mehr Teil der Europäischen Union,[35] behält jedoch aufgrund eines Vertrages von Frankreich mit der EU den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel.[36]

Ohne formelle Abkommen[Bearbeiten]

Staat/Gebiet Einführung Übernahme Einwohner
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Akrotiri und Dekelia 1. Jan. 2008 informell 14.500
KosovoKosovo Kosovo 1. Jan. 2002 informell 2.100.000
MontenegroMontenegro Montenegro 1. Jan. 2002 informell 684.736

Montenegro und der Kosovo benutzen den Euro seit seiner Einführung; davor war ihre Währung jeweils die Deutsche Mark, die den Jugoslawischen Dinar ersetzt hatte. Als die D-Mark vom Euro abgelöst wurde, übernahmen sie den Euro durch einseitige Euroisierung. Eine Vereinbarung mit der EZB über die Verwendung des Euro besteht nicht.[37][38] Im Kosovo ist außerdem noch der Serbische Dinar im Umlauf, der von den serbischen Minderheiten benutzt wird.[39]

Die Einführung des Euro in Montenegro und im Kosovo brachte wirtschaftliche Vorteile für die Länder. Aus diesem Grund förderte der Kommissar für Wirtschaft und Währung Joaquín Almunia die Einführung des Euro in kleinen Staaten. Der damalige Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet stellte klar, dass die EZB – welche die einseitige Einführung des Euro nicht unterstützt – keine Gründe für die Einführung des Euro in anderen Ländern sieht.

Mit der Einführung des Euro in Zypern haben auch die britischen Militärbasen Akrotiri und Dekelia, die vor der Euroeinführung das Zypern-Pfund als Währung benutzten, den Euro übernommen. Die Militärbasen sind zwar Überseegebiete des Vereinigten Königreiches, aber kein Teil der EU, und stehen unter militärischer Rechtsprechung. Unabhängig von ihrer Rechtsprechung wurde die Euroeinführung im Einklang mit der Rechtsprechung Zyperns vollzogen.[40]

Seit der Aussetzung des Simbabwe-Dollar im April 2009 gilt der Euro in Simbabwe neben dem US-Dollar und dem Südafrikanischen Rand als gesetzliches Zahlungsmittel.

Staaten und Gebiete, die ihre Währung an den Euro gebunden haben[Bearbeiten]

Afrikanische Staaten mit an den Euro gebundenen Währungen (hellblau) und afrikanische Gebiete mit Euro (dunkelblau)

Einige Staaten haben ihre Währung zu einem festen Wechselkurs an den Euro gebunden. Wirtschaftlich hat das ähnliche Auswirkungen wie eine einseitige Einführung des Euro, durch die Fortexistenz einer nominal eigenen Währung ließe sich diese Bindung jedoch etwa bei einer währungspolitischen Neuorientierung leichter aufheben.

Die Währung von Kap Verde ist an den Euro gebunden, weil der Kap-Verde-Escudo vor der Euroeinführung an den portugiesischen Escudo gebunden war. São Tomé und Príncipe hat durch ein Abkommen mit Portugal seine Währung, den Dobra, ab Anfang 2010 fest an den Euro gekoppelt. Der CFA-Franc und der Komoren-Franc, die in früheren Kolonien Frankreichs benutzt werden, und der CFP-Franc, der in den Französischen Überseegebieten im Pazifik benutzt wird, sind an den Euro gebunden, da sie vorher an den französischen Franc gebunden waren. Die Währung von Bosnien und Herzegowina, die Konvertible Mark, war vor der Euroeinführung an die D-Mark gebunden, die vom Euro abgelöst wurde.

Mit Bulgarien und Litauen haben auch zwei EU-Mitgliedstaaten ihre Währung in einem festen Wechselkurs an den Euro gebunden. Der Lew, die bulgarische Währung, wurde 1999 im Verhältnis 1:1 an die Deutsche Mark gekoppelt, so dass die Währung heute einen festen Umrechnungskurs von 1,95583 BGN = 1 EUR hat.[41] Die Einführung des Euro selbst scheiterte jedoch bislang an der bulgarischen Inflation, die zu hoch für die Erfüllung der EU-Konvergenzkriterien ist. Zudem wäre ein Beitritt zum Wechselkursmechanismus II Voraussetzung für eine Euro-Einführung, was bislang nicht geschehen ist. Der litauische Litas war seit 1994 erst an den US-Dollar gebunden, im Vorfeld des litauischen EU-Beitritts wurde er im Februar 2002 im Kurs von 1 EUR = 3,4528 LTL auf Euro umgestellt. Litauen ist zudem Mitglied im Wechselkursmechanismus II.

Staaten der EU, die ihre Währung mit bestimmten Wechselkursbandbreiten an den Euro gebunden haben[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wechselkursmechanismus II

Einige EU-Mitgliedstaaten haben ihre Währung nicht fest, sondern nur innerhalb einer bestimmten Wechselkursbandbreite an den Euro gebunden. Sie nehmen an einem Verfahren teil, nach dem ihre Zentralbanken intervenieren müssen, wenn der Wechselkurs um mehr als einen bestimmten Prozentsatz von einem zuvor festgelegten Leitkurs abweicht. Dabei handelt es sich um den sogenannten Wechselkursmechanismus II (WKM II), der bei der Euro-Einführung 1999 als Nachfolger des 1979 gegründeten Europäischen Währungssystems eingeführt wurde. Die mindestens zweijährige Teilnahme eines Landes am WKM II ist eine Vorbedingung zur Einführung des Euro.

Derzeit (Stand: Januar 2014) haben Dänemark und Litauen ihre nationalen Währungen über den WKM II an den Euro gekoppelt. Er sieht einen Schwankungsbereich der Wechselkurse zwischen Euro und jeweiliger nationaler Währung von ± 15 % vor. Dänemark hat darüber hinaus eine Vereinbarung mit der EU geschlossen, den Wechselkurs nur um ± 2,25 % schwanken zu lassen. Litauen hat bereits 2002 einseitig einen festen Wechselkurs zum Euro festgelegt.

Zusammen mit Dänemark sind auch seine beiden Autonomiegebiete Grönland und die Färöer, die nicht der EU angehören, über den WKM II mit dem Euro verbunden. In Grönland wird die dänische Krone benutzt, auf den Färöern die färöische Krone, die 1:1 an die dänische Krone gebunden ist.

Am 29. März 2005 wurde in einer Erklärung der dänischen Regierung klargestellt, dass im Falle des Beitritts Dänemarks zur Eurozone die Färöer (analog zu Grönland) die Krone behalten können, wenn sie es so beschließen. Es könnte jedoch nach dem Willen der Partei Sjálvstýrisflokkurin umgekehrt kommen: Während sich die Dänen gegen den Beitritt zur Euro-Zone aussprachen, beantragten die Färöer im August 2009 ihren Beitritt.[42][43]

Mitglieder im Wechselkursmechanismus II
Land Währung ISO 4217 Leitkurs
(1 EUR =)
Garantierte
Wechselkursbandbreite
WKM-II-Beitritt Sperrfrist für
Euro-Einführung
(Geplante)
Euro-Einführung
DanemarkDänemark Dänemark Dänische Krone DKK 7,46038 ± 2,25 % (beidseitig) 1. Januar 1999 abgelaufen keine aktuellen Pläne
LitauenLitauen Litauen Litas LTL 3,45280 ± 0 %1 (einseitig durch Litauen) 27. Juni 2004 abgelaufen 1. Januar 2015[44]
1 Darüber hinaus beidseitig garantierte Wechselkursbandbreite von ±15%


Nicht-EU-Staaten, die ihre Währung über Wechselkursgrenzen an den Euro binden (Schweiz/Liechtenstein)[Bearbeiten]

Die Schweiz hat, zusammen mit dem ebenso den CHF nutzenden Liechtenstein, einen eigenständigen Weg entwickelt, die Währung nicht zu sehr erstarken zu lassen. Angesichts der Abwertung des Euro mit der Schuldenkrise wurde der bis auf 1 Euro = Fr. 1.0451 (10. August 2011[45]) gefallene Kurs als untragbar empfunden, weil es den Export der Schweiz lähmt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legte in der Folge am 6. September 2011 einen Mindestkurs fest, der bei Fr. 1.20 liegt.[46] Um das zu erreichen, wird der Franken in eine vorsätzliche Entwertung getrieben, indem solange Geld geschöpft wird und Euro gekauft werden, bis sich der gewünschte Kurs einstellt. „Die Nationalbank wird den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen und ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen“, teilte die SNB mit. Ziel sei „eine deutliche und dauerhafte Abschwächung des Frankens“. Diese Maßnahme ist rein national und erfolgt ohne jede Absprache mit der EZB (und ist damit keine eigentliche Koppelung).[47] Die Schweiz hatte schon vorher den Euro gestützt, das aber 2010 aufgegeben.

Staaten mit einseitigem Wechselkursfluktuationslimit zum Euro
Land Währung ISO 4217 Leitkurs
(1 EUR =)
Kriterium Seit
SchweizSchweiz Schweiz
LiechtensteinLiechtenstein Liechtenstein
Schweizer Franken CHF ≥ 1.20 Untergrenze SNB September 2011

Staaten, die ihre Währung über einen Währungskorb an den Euro gebunden haben[Bearbeiten]

Verschiedene Staaten außerhalb der Europäischen Union haben die Wechselkurse ihrer Währung an Währungskörbe gebunden, an denen neben anderen Währungen auch der Euro beteiligt ist. Dies gilt etwa für den marokkanischen Dirham, dessen Wechselkurs zu 80 % vom Euro und zu 20 % vom US-Dollar abhängig ist.[48] Auch der russische Rubel ist an einen Währungskorb gebunden, der zu 45 % vom Euro und zu 55 % vom Dollar abhängig ist.[49] In ähnlicher Weise hängt der chinesische Renminbi von einem Währungskorb ab, an dem der Euro beteiligt ist, wenn auch zu einem deutlich niedrigeren Anteil als der US-Dollar.

Auch das Sonderziehungsrecht (SZR) des Internationalen Währungsfonds ist an einen Währungskorb gekoppelt, in dem im Zeitraum 2011 bis 2015 der Euro mit einem Gewicht von 37,4 % vertreten ist (neben dem US-Dollar, dem japanischen Yen und dem britischen Pfund als weiteren Währungen).

Übersicht[Bearbeiten]

Vergleich zwischen Eurozone und Dollarzone
  • Mitglieder der Europäischen Währungsunion mit Euro
  • Andere Länder mit Euro
  • Währungen mit fester Wechselkursbindung zum Euro oder mehrheitlich vom Euro abhängigen Währungskörben
  • Währungen mit enger Wechselkursbandbreite zum Euro
  • Vereinigte Staaten von Amerika
  • Andere Länder mit US-Dollar
  • Währungen mit fester Wechselkursbindung zum US-Dollar
  • Währungen mit enger Wechselkursbandbreite zum US-Dollar
Kategorie Einwohner Länder und Gebiete
EU-Mitglieder, die den Euro benutzen (Euro-18) 332,0 Mio. Belgien, Estland, Deutschland, Finnland, Frankreich (inkl. zur EU gehörende Überseegebiete), Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern
Andere europäische Länder und Gebiete, die den Euro benutzen 3,0 Mio. Akrotiri und Dekelia, Andorra, Kosovo, Montenegro, Monaco, San Marino und Vatikan
Nicht-EU-Gebiete außerhalb Europas, welche den Euro benutzen 0,2 Mio. Saint-Barthélemy, Saint-Pierre und Miquelon, Französische Süd- und Antarktisgebiete (de jure, da nur von vorübergehend stationiertem Stationspersonal bewohnt) und Clipperton-Insel (de jure, da unbewohnt)
EU-Mitglieder, deren Währung fest an den Euro gebunden ist 10,3 Mio. Bulgarien, Litauen
Andere europäische Länder, deren Währung fest an den Euro gebunden ist 4,0 Mio. Bosnien und Herzegowina
Afrikanische Staaten, deren Währung fest an den Euro gebunden ist 110,0 Mio. CFA-Franc BEAC/BCEAO: Benin, Burkina Faso, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Elfenbeinküste, Äquatorialguinea, Gabun, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Republik Kongo, Senegal und Togo
1,3 Mio. Kap Verde, Komoren und São Tomé und Príncipe
Ozeanische Gebiete, deren Währung fest an den Euro gebunden ist 0,5 Mio. CFP-Franc: Französisch-Polynesien, Neukaledonien und Wallis und Futuna
EU-Mitglieder, deren Währung mit Wechselkursbandbreiten an den Euro gebunden ist 7,5 Mio. Dänemark
Summe 468,0 Mio. 45 Staaten und 8 Gebiete

Geplante Erweiterungen der Eurozone[Bearbeiten]

Karte der Eurozone
  • Eurozone (18)
  • EU-Mitgliedstaaten, welche aufgrund vertraglicher Verpflichtung den Euro einführen müssen (8)
  • EU-Mitgliedstaat mit Ausstiegsklausel zur Euroeinführung (2)
  • Nicht-EU-Mitglieder, welche den Euro offiziell benutzen (Andorra, Monaco, San Marino und Vatikan)
  • Nicht-EU-Mitglieder, welche den Euro inoffiziell benutzen (2)

Geplante Erweiterungen über den WKM II[Bearbeiten]

Zehn Mitglieder der Europäischen Union benutzen nicht den Euro. Es sind: Bulgarien, Dänemark, Kroatien, Litauen, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechien, Ungarn und das Vereinigte Königreich. Dänemark und das Vereinigte Königreich setzten im Vertrag von Maastricht für sich Ausnahmeregelungen (sogenannte Opt-outs) durch und sind nicht zur Einführung des Euro verpflichtet. Alle anderen Mitgliedstaaten haben sich vertraglich dazu verpflichtet, den Euro einzuführen. Acht dieser Länder nehmen bislang jedoch nicht am WKM II teil und verfehlen so automatisch zumindest eines der Konvergenzkriterien. Zudem löste die Finanzkrise ab 2007 in vielen Ländern große wirtschaftliche Probleme aus, durch die weitere Konvergenzkriterien verfehlt wurden.

Da eine mindestens zweijährige Mitgliedschaft im WKM II Voraussetzung zur Euro-Einführung ist, können Länder, die aktuell nicht am WKM II teilnehmen, in den nächsten zwei Jahren nicht der Eurozone beitreten.

  • Bulgarien hat seine Währung einseitig an den Euro gebunden, ist aber nicht Mitglied des WKM II, da ihm hierzu der Beitritt aufgrund von Inflationsproblemen verwehrt ist. 2009 war noch geplant, 2013 beizutreten.[50] Dies musste aber wegen eines hohen Defizits 2010 verschoben werden. Infolge der globalen Finanzkrise betrug 2009 das Defizit 3,7 % statt 1,9 % des BIP, womit der vorgeschriebene Maximalwert von 3,0 % für dieses Konvergenzkriterium verfehlt wurde.[51]
  • Dänemark verfügt über ein vertraglich vereinbartes Recht zum „Opt-out“, also zum Nichtbeitritt zum Euroraum. Das Land nimmt aber am WKM II teil. Bei einem ersten Referendum am 28. September 2000 stimmten 53,1 % der Wähler gegen die Euro-Einführung.[52] Die dänische Regierung unter Anders Fogh Rasmussen kündigte 2007 an, nach der Annahme des Vertrags von Lissabon ein Referendum über den Euro-Beitritt abzuhalten, was 2009 von seinem Nachfolger Lars Løkke Rasmussen bestätigt wurde.[53][54] Im Frühjahr 2010 nahm die Regierung hiervon jedoch aufgrund der globalen Wirtschaftskrise Abstand, um zunächst die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. Eine neuerliche Abstimmung werde es geben, wenn Dänemark wieder die EU-Konvergenzkriterien erfülle und die Mehrheit des Parlaments eine Euro-Einführung unterstütze.[55] Im März 2011 deutete Rasmussen erneut die Möglichkeit eines Referendums noch vor den Parlamentswahlen im Herbst an.[56] Die Ankündigung eines Referendums der Regierung Thorning-Schmidt wurde im Juni 2012 zurückgezogen.[57] Dänemark hat zugesichert, dass im Fall einer Euro-Einführung die färöische Krone erhalten bleiben könnte; diese wäre dann über einen festen Kurs an den Euro gebunden.
  • Kroatien möchte rasch den Euro einführen, mit Zieldatum 2017 oder 2018.[58] Dies würde einen Beitritt zum WKM II spätestens im Jahr 2015 bzw. 2016 voraussetzen.
  • Litauen führt am 1. Januar 2015 den Euro ein.[59]
  • In Polen kündigte der neue Ministerpräsident Donald Tusk 2007 in seiner ersten Regierungserklärung an, er wolle „so schnell wie möglich“ den Euro einführen[60] und nannte auf dem 18. Wirtschaftsforum in Krynica das Jahr 2011 als Ziel für die Euroeinführung.[61] Im August 2009 gab der stellvertretende Finanzminister jedoch bekannt, dass Polen nicht vor 2014 den Euro einführen wird. Grund sei die globale Finanzkrise.[62] In einem Interview mit „Spiegel Online“ sagte Tusk im April 2011 „Polen wird der Euro-Zone beitreten“. Ein Datum wollte er nicht nennen, er sagte aber: „2015 werden wir alle Kriterien erfüllen, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert.“[63] Am 2. Dezember 2011 äußerte der polnische Außenminister Radek Sikorski in einem Hörfunkinterview, dass Polen innerhalb von vier Jahren, also bis 2015/16 den Euro als offizielle Währung einführen kann und möchte, wenn bis dahin bestimmte Reformen umgesetzt würden und die Einführung der Gemeinschaftswährung polnischen Interessen diene.[64] Am 26. Februar 2013 sagte Präsident Bronisław Komorowski nach einer Besprechung mit dem Ministerpräsidenten, dass eine „politische Entscheidung“ über den Beitritt zur Eurozone nach den Parlamentswahlen 2015 fallen könnte, sofern Polen die Kriterien zur Euroeinführung erfülle.[65] Problematisch ist, dass gemäß der polnischen Verfassung nur die Polnische Nationalbank Geld ausgeben darf. Nach Aussage von Polens Ministerpräsident Donald Tusk im Juli 2013 sei jedoch voraussichtlich die nötige Mehrheit zu einer Änderung der Verfassung auch in der nächsten Legislaturperiode (2015–2019) nicht gegeben. Mit einer Euroeinführung wäre damit erst in den 2020er-Jahren zu rechnen.[66] Im Zuge der Krimkrise wurden Anfang 2014 in Polen allerdings verstärkt Stimmen laut, noch enger als bisher mit Westeuropa zu kooperieren. So sprach sich etwa der Leiter der polnischen Zentralbank Marek Belka, bislang eher ein Euro-Skeptiker, am 10. März für einen beschleunigten Kurs seines Landes zur Euro-Einführung aus.[67] Der polnische Wirtschaftsminister Janusz Piechocinski erklärte am 11. Oktober 2014 wiederum, dass Polen erst nach 2020 den Euro einführen werde.[68]
  • Rumänien ist erst seit 2007 EU-Mitglied und beabsichtigt, den Euro einzuführen. Wie auch Bulgarien hat Rumänien Probleme, die Inflationsrate einzuhalten. Das geplante Euro-Einführungsdatum wurde daher mehrmals verschoben. 2007 setzte sich die Rumänische Nationalbank 2015 zum Ziel.[69] Im November 2011 bekräftigte der rumänische Präsident das Ziel, 2015 den Euro einführen zu wollen.[70] Staatspräsident Basescu äußerte im März 2013 die Einschätzung, dass 2015 als Beitrittstermin nicht mehr zu halten sei.[71] Anfang Mai 2013 erklärte Rumäniens Staatschef, dass 2017 das „optimale Datum“ für einen Euro-Beitritt sei.[72] Im Mai 2014 gab die rumänische Regierung den 1. Januar 2019 als geplanten Beitrittstermin bekannt.[73]
  • Schweden hat sich durch den EU-Beitritt im Jahr 1995 dazu verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald es alle Konvergenzkriterien erfüllt. Dennoch unterwarf die schwedische Regierung die Euro-Einführung einem Referendum, in dem am 14. September 2003 eine Mehrheit dagegen stimmte. Um diesem Dilemma zu entgehen, entschied sich die Regierung, dem Wechselkursmechanismus II nicht beizutreten und somit dauerhaft die Erfüllung der Konvergenzkriterien – die ansonsten aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage in Schweden verhältnismäßig unproblematisch wäre – zu umgehen.[74] Dieser Zustand wird von der Europäischen Kommission bislang toleriert, wobei Schweden allerdings als Sonderfall betrachtet wird, da es nach dem Beschluss zur Währungsunion, aber noch vor der Euro-Einführung der EU beigetreten war. Die allgemeine Übereinkunft der politischen Parteien beinhaltete, dass das Ergebnis zehn Jahre lang respektiert werden und keine Euro-Einführung ohne weiteres Referendum stattfinden sollte. Die seit 2006 von Fredrik Reinfeldt geführte Regierung ist zwar größtenteils generell für die Einführung des Euro,[75][76] beabsichtigt aber derzeit nicht, ein Referendum zum Euro-Betritt durchzuführen. Nachdem 2009 Umfragen kurzzeitig eine kleine Mehrheit für die Einführung des Euro gezeigt hatten[77], hat sich danach doch eine deutliche Mehrheit gegen die Einführung gebildet.[78]
  • Tschechien wollte den Euro ursprünglich 2010 einführen. Dieses Ziel wurde jedoch aufgegeben, indem ein höheres Haushaltsdefizit als erlaubt in Kauf genommen wurde, um damit die Infrastruktur des Landes aufbauen zu können. Im Laufe des Jahres 2009 sollte ein Fahrplan für die Einführung des Euros erarbeitet und am 1. November 2009 ein endgültiger Termin genannt werden.[79] Dieser Termin wurde aufgrund der verschlechterten Wirtschaftslage auf unbestimmte Zeit verschoben.[80] Im März 2010 hieß es aus dem tschechischen Finanzministerium, dass auch das Jahr 2015 kaum noch zu schaffen sei.[81] Im März 2013 äußerte Staatspräsident Zeman die Einschätzung, dass Tschechien frühestens 2018 den Euro einführen könne.[82] Im Juni 2014 hielt Zeman einen Euro-Beitritt bis 2017 für möglich.[83]
  • In Ungarn wurde von der Regierung zunächst 2008, später 2010 als Termin für die Euro-Einführung angekündigt, beide Daten konnten wegen des kontinuierlich hohen Staatsdefizits jedoch jeweils nicht eingehalten werden. Seit 2006 gibt es kein offizielles Zieldatum mehr. Im Februar 2011 äußerte Ministerpräsident Viktor Orbán im Rahmen eines Interviews, den Euro in Ungarn nicht vor 2020Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren einführen zu wollen.[84]
  • Das Vereinigte Königreich besitzt ebenso wie Dänemark eine Opt-out-Möglichkeit. Nach Äußerungen des damaligen britischen Premiers Tony Blair sollte die Bevölkerung 2006 über einen Beitritt zum Euro abstimmen, zeitgleich sollte auch ein Referendum über den EU-Verfassungsvertrag erfolgen. Durch die Ablehnung des Verfassungsvertrags in Frankreich und den Niederlanden im Jahr zuvor und die darauffolgende Absage des Verfassungsreferendums im Vereinigten Königreich wurde jedoch auch die Euro-Abstimmung auf unbestimmte Zeit verschoben. Die seit Mai 2010 amtierende konservativ-liberale Koalition unter David Cameron hat in ihrem Regierungsprogramm[85] einen Beitritt zum Euro oder Vorbereitungen dazu für die Amtszeit ausgeschlossen.

Mögliche einseitige Euroeinführungen[Bearbeiten]

  • Islands damalige Außenministerin Valgerður Sverrisdóttir sagte in einem Interview vom 15. Januar 2007, dass sie überprüfen möchte, ob Island den Euro einführen kann, ohne ein Mitglied der EU zu sein. Sie sagte, dass es schwierig sei, sich mit einer unabhängigen Währung in einer kleinen Volkswirtschaft auf dem offenen europäischen Markt zu behaupten.[86] Eine umfassende Umfrage vom 11. September 2007 von Capacent Gallup ergab, dass 53 % der Befragten für die Annahme des Euro, 37 % gegen den Euro und 10 % unentschlossen waren.[87] Die aus den Parlamentswahlen am 28. April 2013 siegreich hervorgegangene konservative Partei kündigte an, die 2009 begonnenen EU-Beitrittsverhandlungen abzubrechen.[88]
  • In der Türkischen Republik Nordzypern wird teilweise auch der Wunsch geäußert, den Euro einzuführen,[37] wobei er dort aus Sicht der EU bereits offizielle Währung ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Focus: Lettland führt den Euro ein: Grünes Licht der EU, zugegriffen am 9. Juli 2013.
  2. Spiegel Online: Treffen der Finanzminister: EU schließt Steuerschlupfloch für Konzerne, zugegriffen am 20. Juni 2014.
  3. Länder, Sprachen, Währungen. In: Interinstitutionelle Regeln für Veröffentlichungen. Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union. Abgerufen am 6. Januar 2011.
  4. Vgl. EUabc.com: Eurozone.
  5. EZB: Erste Bargeldumstellung (2002)
  6. EZB: Die Euro-Bargeldumstellung in Slowenien
  7. EZB: Die Euro-Bargeldumstellung in Malta
  8. EZB: Die Euro-Bargeldumstellung in Zypern
  9. EZB: Die Euro-Bargeldumstellung in der Slowakei
  10. EZB: Die Euro-Bargeldumstellung in Estland
  11. Informationen der Gemeinde Büsingen zur Währung
  12. International Herald Tribune, In north Cyprus, the Turkish lira is the official currency, but euro is embraced (Version vom 8. Dezember 2008 im Internet Archive)
  13. Glossary:Euro area enlargements, Eurostat, epp.eurostat.ec.europa.eu.
  14. http://epp.eurostat.ec.europa.eu/tgm/table.do?tab=table&language=de&pcode=tps00001&tableSelection=1&footnotes=yes&labeling=labels&plugin=1
  15. a b c Die französischen Überseegebiete im Pazifik benutzen den CFP-Franc.
  16. Aruba benutzt den Aruba-Florin, der an den US-Dollar gebunden ist.
  17. a b Curacao und St. Maarten benutzen den Antillen-Gulden, der an den US-Dollar gebunden ist.
  18. Die BES-Inseln benutzen den US-Dollar.
  19. Die Türkische Republik Nordzypern wird nicht von der EU anerkannt und benutzt die Neue Türkische Lira. Jedoch ist der Euro im Umlauf.
  20. Euro area (changing composition) – HICP – Overall index, Annual rate of change, Eurostat, Neither seasonally or working day adjusted
  21. Währungsvereinbarung zwischen der Europäischen Union und dem Fürstentum Andorra (PDF, 778 KB), abgerufen am 2. Januar 2012
  22. Währungsvereinbarung zwischen der Regierung der Französischen Republik und der Regierung Seiner Durchlaucht des Fürsten von Monaco Abgerufen am 15. April 2014
  23. Währungsvereinbarung zwischen der Europäischen Union und dem Fürstentum Monaco Abgerufen am 14. April 2014
  24. Währungsvereinbarung zwischen der Italienischen Republik und der Republik San Marino Abgerufen am 15. April 2014
  25. Währungsvereinbarung zwischen der Europäischen Union und der Republik San Marino Abgerufen am 14. April 2014
  26. Währungsvereinbarung zwischen der EU und der Französischen Republik über die Beibehaltung des Euro auf Saint-Barthélemy Abgerufen am 12. Januar 2014
  27. Stellungnahme der EZB zur Währungsregelung in den französischen Gebieten Saint-Pierre-et-Miquelon Abgerufen am 12. Januar 2014
  28. Währungsvereinbarung zwischen der Italienischen Republik und dem Staat Vatikanstadt, vertreten durch den Heiligen Stuhl Abgerufen am 15. April 2014
  29. Währungsvereinbarung zwischen der Europäischen Union und dem Staat Vatikanstadt Abgerufen am 14. April 2014
  30. The euro outside the euro area
  31. Amtsblatt der Europäischen Union, 5. Oktober 2012: Inkrafttreten des Währungsabkommens mit dem Fürstentum Andorra PDF (604 KB), abgerufen am 1. Januar 2014
  32. Die andorranische Regierung genehmigt zwei Dekrete zur Umsetzung europäischer Normen (katalanisch) Abgerufen am 29. Dezember 2013
  33. Diari d'Andorra: Martí rubrica l’acord monetari que permet encunyar euros propis (katalanisch)
  34. Agreements concerning the French territorial communities
  35. BESCHLUSS DES EUROPÄISCHEN RATES vom 29. Oktober 2010 zur Änderung des Status der Insel Saint-Barthélemy gegenüber der Europäischen Union. 2010/718/EU. In: Amtsblatt der Europäischen Union. Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, 9. Dezember 2010, abgerufen am 5. Januar 2012 (PDF).
  36. WÄHRUNGSVEREINBARUNG ZWISCHEN der Europäischen Union und der Französischen Republik über die Beibehaltung des Euro auf Saint-Barthélemy nach der Änderung seines Status gegenüber der Europäischen Union. In: Amtsblatt der Europäischen Union. Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, 20. Juli 2011, abgerufen am 5. Januar 2012 (PDF).
  37. a b International Herald Tribune, 1. Januar 2007: Euro used as legal tender in non-EU nations (Version vom 28. Januar 2007 im Internet Archive)
  38. KOUCHNER SIGNS REGULATION ON FOREIGN CURRENCY (Version vom 2. Dezember 2008 im Internet Archive)
  39. Kosovo – Economic profile
  40. The Times, 27. Dezember 2007: Euro reaches field that is for ever England
  41. Euro-Anwärter: Euroeinführung in Bulgarien, abgerufen am 20. August 2007
  42. Euro wanted as currency in Faroe Islands. Abgerufen am 26. März 2011 (englisch).
  43. Uppskot til samtyktar um at taka upp samráðingar um treytir fyri evru sum føroyskt gjaldoyra. Abgerufen am 26. März 2011 (PDF; 32 kB, färöisch).
  44. EU-Staats- und Regierungschefs für Euro-Beitritt Litauens Abgerufen am 27. Juni 2014.
  45. http://www.ecb.int/stats/exchange/eurofxref/html/eurofxref-graph-chf.en.html
  46. Medienmitteilung der Schweizerischen Nationalbank vom 7. September 2011 (PDF; 57 kB), abgerufen am 25. März 2013.
  47. Notenbank legt Mindestkurs fest: Schweizer Franken wird an Euro gekoppelt, tagesschau.de, 6. September 2011; Zitate ebenda
  48. L'Économiste, Comment le dirham est-il coté?.
  49. Online-artikel.de, 15. Januar 2010: Über Moskaus Unzufriedenheit mit dem Rubel-Kurs.
  50. Bulgarien plant Euro-Einführung bis 2013
  51. Neue Zürcher Zeitung, 9. April 2010: Bulgarien verschiebt Beitritt zur Euro-Zone.
  52. EU-Info Deutschland: Im Jahr 2000 stimmten 53,1 Prozent der Dänen gegen die Euro-Einführung
  53. Newsvine, 22. November 2007: Denmark to Hold New Referendum on Euro; Financial Times: Denmark to hold new referendum on euro; EurActiv, 23. November 2007: Dänemark vor zweitem Euro-Referendum
  54. Politiken, 13. Mai 2009: Løkke: Vi skal stemme om euroen (dänisch)
  55. Businessweek/Bloomberg: Frederiksen Says Euro Adoption Still ‘Good Idea’ for Denmark; Deutschlandradio, 10. Mai 2010: In weiter Ferne.
  56. EUobserver, 3. März 2011: Denmark eyeing referendum on euro.
  57. Dänemark plant EU-Referendum Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 12. August 2013
  58. Kroatien will den Euro so schnell wie möglich Quelle: FAZ, abgerufen am 1. Juli 2013
  59. EZB: Litauen tritt am 1. Januar 2015 Eurogebiet und einheitlichem Aufsichtsmechanismus bei Abgerufen am 24. Juli 2014
  60. Der Spiegel, 23. November 2007: Tusk will Polen rasch in die Euro-Zone führen.
  61. Berliner Zeitung, 11. September 2008: Polen will den Euro im Jahr 2011 einführen.
  62. Die Presse, 9. August 2009: Polen: Traum vom „Euro zur Euro“ geplatzt
  63. Spiegel Online, 9. April 2011: „Ich bin unfähig, sauer auf Angela Merkel zu sein“
  64. Polen will in vier Jahren den Euro einführen
  65. Website des Präsidents der Republik Polen, 26. Februar 2013: „Poland should meet euro adoption criteria by 2015“ (englischsprachig)
  66. In Polen hat der Euro vorerst keine Chance
  67. Polen will dicht an Westeuropa rücken
  68. Polen führt Euro frühstens nach 2020 ein
  69. Euro-Anwärter: Erklärung der rumänischen Regierung (PDF; 409 kB), abgerufen am 20. August 2007
  70. Rumänien will 2015 den Euro einführen, abgerufen am 23. Januar 2012
  71. Romania's goal to join euro in 2015 'unfeasible': president. Englisch. Globalpost.com vom 12. März 2013, Zugriff: 5. April 2013.
  72. foonds.com:Rumänischer Staatschef für Euro-Einführung 2017 9. Mai 2013, Zugriff: 30.Mai 2013
  73. Romania Sets 2019 as Target Date to Join Euro Area, Voinea Says 6. Mai 2014, Zugriff 23. Mai 2014
  74. Euro-Anwärter: Schweden, abgerufen am 26. Juni 2006
  75. Reuters, 5. November 2008: Finanzminister: Schweden sollte Eurozone nach 2013 beitreten.
  76. Göteborgs-Posten, 14. Januar 2010: KD, M och C vill utreda euro; Dagens Nyheter 14. Januar 2010: Dags att på nytt debattera om Sverige ska införa euron; Die Presse, 14. Januar 2010: Schweden diskutiert wieder über Euro-Einführung.
  77. Dagens Nyheter, 19. April 2009: Fler positiva till euron.
  78. Statistisches Zentralamt SCB, Pressemitteilung Nr. 2011:36020 vom 13. Dezember 2011: [1]
  79. Radio Prag: Topolánek: Im November wird das Datum der Euro-Einführung bekannt gegeben
  80. Radio Prag Nachrichten 13. November 2009: „Tůma: Festlegung eines Termins für Euro-Einführung hat keinen Sinn“
  81. Deutschlandfunk, Internationales Pressegespräch, 18. März 2010
  82. Czech President Zeman Signs Euro-Area’s Permanent Bailout Fund. Englisch. Bloomberg.com vom 3. April 2013, Zugriff: 5. April 2013.
  83. http://www.prag-aktuell.cz/nachrichten/milos-zeman-haelt-euro-einfuehrung-tschechien-bis-2017-moeglich-12062014-7760
  84. orf.at 5. Februar 2011: „Orban: Keine Euro-Einführung in Ungarn vor 2020“
  85. The Coalition: our programme for government (PDF; 641 kB), abgerufen am 6. Juni 2010
  86. Slovenia celebrates full entry into euro club
  87. Euro support in Iceland hits five-year high
  88. Isländer entscheiden sich gegen Europa Focus, 28. April 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Eurozone – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen