Eustachius Kugler

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Frater Eustachius Kugler (* 15. Januar 1867 in Neuhaus bei Nittenau; † 10. Juni 1946 in Regensburg; eigentlich Josef Kugler) war Ordensbruder der Barmherzigen Brüder vom hl. Johannes von Gott und Erbauer des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Regensburg. Sein Engagement galt in besonderer Weise den Kranken und Behinderten. Am 4. Oktober 2009 wurde Fr. Eustachius von der katholischen Kirche seliggesprochen.

Leben[Bearbeiten]

Josef Kugler, Sohn eines Landwirts und Hufschmieds, erlitt während einer Lehre zum Bauschlosser in München einen Arbeitsunfall. Er fiel von einem Gerüst und zog sich eine Beinverletzung zu, an deren Folgen er sein ganzes Leben litt.

1884 kam er zurück nach Reichenbach in die Oberpfalz und zog zu seiner Schwester, die mit dem Schmied Reichenberger verheiratet war. Bei seinem Schwager konnte er wieder in seinem Beruf arbeiten. Zu dieser Zeit wurde die Reichenbacher Kirche nur unregelmäßig zum Gottesdienst genutzt, und so bürgerte es sich ein, dass der hinkende Josef Kugler am Sonntagnachmittag den Rosenkranz vorbetete. Die Leute im Dorf nannten ihn daraufhin den „Klostersepp“.

Nachdem die Barmherzigen Brüder 1890/91 das Kloster Reichenbach am Regen erworben hatten und als Pflegeanstalt für Arme, Epileptiker und Geisteskranke nutzen wollten, gab es viel Arbeit für den Schmied Reichenberger und seinen Gesellen. Dabei lernte dieser die Brüder und das Ordensleben kennen, was dazu führte, dass er am 11. Januar 1893 in Reichenbach ins Kloster eintrat. Beim Eintritt ins Noviziat nahm er den Ordensnamen Eustachius an.

Doch einfach war sein Weg in den Orden nicht. Der Konvent in Wörishofen lehnte die Zulassung Frater Eustachius' zur Profess wegen seiner Fußverletzung ab. Erst als der Provinzial die Wahl wiederholen ließ, konnte Fr. Eustachius 1898 in Reichenbach die Profess ablegen.

Von 1905 bis 1925 wurde ihm die Leitung der Einrichtungen für behinderte Menschen in Straubing und Gremsdorf sowie des Krankenhauses St. Wolfgang in Neuburg an der Donau übertragen. 1925 wurde Fr. Eustachius zum Provinzial der Bayerischen Ordensprovinz gewählt und trug somit die Verantwortung für Krankenhäuser, Pflegeheime, eine Erziehungsanstalt sowie ein Priesterhospiz.

Als seine größte Leistung kann jedoch der Bau des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Regensburg bezeichnet werden, da die Finanzierung des Großprojektes umstritten und die Durchsetzung des Bauvorhabens dementsprechend schwierig war. Bedenkenträgern antwortete Kugler: „Ich habe die Sache mit meinem Herrgott ausgemacht. Es wird nichts fehlen!“. Während des Zweiten Weltkrieges war das Regensburger Krankenhaus sehr gefährdet, weil es in unmittelbarer Nähe zu den Messerschmittwerken lag. Trotz der Bombardierung dieses Betriebes am 17. August 1943 blieb das Krankenhaus vor den Bomben verschont. Das Krankenhaus ist heute mit einem breitgefächertem Leistungsspektrum und als Lehrkrankenhaus der Universität Regensburg weit über die Grenzen Regensburgs hinaus bekannt.

Fr. Eustachius Kugler starb am 10. Juni 1946 im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg. Nach ihm sind in vielen bayerischen Orten Straßen, sowie eine Kapelle in Neuhaus und eine Behindertenwerkstatt in Straubing benannt.

Seligsprechung[Bearbeiten]

Am 19. Dezember 2005 wurde Frater Eustachius durch den Papst Benedikt XVI. der heroische Tugendgrad zuerkannt. Er trägt seitdem den Titel ehrwürdiger Diener Gottes. Am 17. Januar 2009 bestätigte Benedikt XVI. per Dekret ein Wunder, das auf die Fürsprache Eustachius Kuglers hin geschehen sein soll. Am 4. Oktober 2009 wurde er im Dom zu Regensburg seliggesprochen. Der Vertreter des Papstes bei der Feierlichkeit war der der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen, Erzbischof Angelo Amato. Es war die erste Seligsprechung in Bayern, nachdem Benedikt XVI. 2005 entschieden hatte, dass Seligsprechungsfeiern in den Heimatdiözesen der neuen Seligen stattfinden sollen.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]