Euthenics

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Euthenics (im Deutschen auch selten Euthenik genannt) bezeichnet die Lehre von der Weiterentwicklung der Menschheit durch Verbesserungen der Umwelt. Im Rahmen der Euthenics-Forschung beachtete Umweltbedingungen sind vor allem Bildung, Ernährung, Wohnbedingungen und Seuchenprävention. Das Wort kam im 19. Jahrhundert auf und leitet sich ab vom altgriechischen euthenein „florieren“. Eine der ersten Wissenschaftlerinnen, die das Wort benutzten, war 1905 die amerikanische Ökologin Ellen Richards in ihrem Werk Cost of Shelter.

Ellen Swallow Richards eine der Hauptfürsprecherinen der Euthenik

Begriffsherkunft[Bearbeiten]

Die Bezeichnung „Euthenics“ wurde im 19. Jahrhundert vom griechischen Verb eutheneo, εὐθηνέω (eu, die Wurzel τίθημι tithemi, verursachen) und („prosperieren“ — Demosthenes. „Vigilant sein“.—Herodotus) abgeleitet.

Auch das griechische Wort Euthenia, Εὐθηνία. („guter Zustand des Körpers / Überfluss“) kommt als Wurzel in Frage.

Beispiele[Bearbeiten]

Als Beispiele für Euthenics gelten der Flynn-Effekt (Zunahme der gemessenen Intelligenz) und die stetige Zunahme der Körpergröße in den Industrieländern seit Anfang des 20. Jahrhunderts.

Zitate[Bearbeiten]

„Not through chance, but through increase of scientific knowledge; not through compulsion, but through democratic idealism consciously working through common interests, will be brought about the creation of right conditions, the control of the environment.“

Nicht durch Zufall, sondern durch Vermehrung der wissenschaftlichen Erkenntnisse; nicht durch Zwang, sondern durch demokratische Idealismus der an gemeinsamen Interessen arbeitet, werden die richtigen Bedingungen entstehen, und die Umwelt unter Kontrolle gebracht werden.

(Ellen H. Swallow Richards)[1]

„It is within the power of every living man to rid himself of every parasitic disease.“

Es steht in der Macht eines jeden lebenden Menschen zu sich selbst jedem parasitären Leiden zu befreien.

(Louis Pasteur)[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Eugenik („Stärkung des genetischen Potentials“)

Literatur[Bearbeiten]

  • John K. Grandy: Euthenics. In: H. James Birx (Hrsg.): Encyclopedia of Anthropology. 5 Bände. Sage, Thousand Oaks 2006, ISBN 0-7619-3029-9 (englisch).
  • Ellen H. Richards: Euthenics, the Science of Controllable Environment. A Plea for Better Conditions As a First Step Toward Higher Human Efficiency. 3. Auflage. Barrows, Boston 1929, ISBN 0-405-09827-8 (englisch; original 1910).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ellen H. Swallow Richards [1910]: Euthenics: The Science of Controllable Environment : A Plea for Better Conditions As a First Step Toward Higher Human Efficiency, 2nd, Whitcomb & Barrows, Boston 1912, ISBN 0405098278.