Eva & Adele

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Eva & Adele (links) am 10. März 2013 auf der Vernissage ihrer Ausstellung Futuring im MARTa Herford

Eva & Adele (Eigenschreibweise: EVA & ADELE) ist ein Künstlerpaar aus Deutschland mit Wohnsitz in Berlin. Sie sind vor allem durch ihre Performanceauftritte bekannt, jedoch seit 1997 auch mit materiellen Werken im Ausstellungsbetrieb vertreten. Neben den Auftritten in der Öffentlichkeit arbeiten sie mit den Medien Fotografie, Video und Malerei.

Biographie[Bearbeiten]

Eva & Adele treten seit 1989 auf Kunstausstellungen und Vernissagen, aber auch im öffentlichen Raum auf. Dabei erscheinen sie in exzentrischen, oft pinkfarbenen Damenkostümen, Stöckelschuhen, Handtäschchen, mit kahlgeschorenen Köpfen und bunt geschminkten Gesichtern. Das stilisierte Äußere illustriert ihren Anspruch als lebendes Kunstwerk. Die Künstlerinnen verstehen sich selbst als „work of art“, Leben als Kunst und Kunst als Leben. Obwohl ihr Äußeres weiblich konnotiert ist, treten sie für eine Geschlechtsidentität ein, die sich nicht durch Gesellschaft definiert, sondern frei wählbar ist. Einer ihrer Slogans hierzu: Over the Boundaries of Gender (Über die Grenzen der Geschlechter hinweg).

Eva & Adele am 9. Juli 2007 in Mailand

Sie treten in den Ausstellungen wie jeder Besucher auf und lassen sich dabei kommunikativ auf die übrigen Besucher ein. Die hierbei entstehenden Fotografien lassen sie sich von den Rezipienten zusenden und verwandeln sie im Atelier in Bilder, das heißt, sie werden wieder dem Kunstkontext zugeführt. Dies ist der Werkkomplex Cum. Ähnlich gehen Eva & Adele mit Fotografien um, die sie von sich selbst in den Medien finden. Dieser Werkkomplex nennt sich Mediaplastic. In ihren Videos thematisieren sie das Verhalten „normaler“ Menschen, die mit ihnen konfrontiert werden.

Im Gegensatz zu Gilbert & George, die sich ebenfalls als lebendes Kunstwerk verstehen, verbergen Eva & Adele ihre reale Identität. Ihre artifizielle Erscheinung lässt keinerlei Rückschlüsse auf die beiden Personen zu. Als Referenz dient der Slogan: Coming out of Future. Als Biographie geben sie lediglich ihre Körpermaße an, so wie auch ein Kunstwerk vermessen wird:

Eva Adele
Körpergröße 176 161
Oberweite 101 86
Taille 81 68
Hüfte 96 96
Alle Angaben in cm

Da sich Eva & Adele als lebendes Kunstwerk verstehen, vollzieht sich Museum überall, wo sie auftauchen: Wherever we are is Museum (Wo immer wir auch sind, ist Museum).

Futuring[Bearbeiten]

Futuring (FUTURING) ist eine Worterfindung des Künstlerpaares Eva & Adele. Als Kunstwerk veröffentlichten Eva & Adele diese Worterfindung erstmals in Stempelform im Jahr 1991 anlässlich ihrer Performance Hochzeit Metropolis im Martin-Gropius-Bau, Berlin. Seither nimmt das Kunstwort Futuring eine Schlüsselfunktion im Werk der Künstler ein. Es folgten Veröffentlichungen des Wortes in nahezu allen künstlerischen Medien, auf Ausstellungen und in deren Begleitprogrammen.

Einzelausstellungen[Bearbeiten]

  • 2014. ADSILA, Nicole Gnesa, München
  • 2013. OBSIDIAN, MARTa Herford
  • FUTURING AUF BÖTZOW, Berlin
  • THE PERILOUS NIGHT, Nicole Gnesa, München
  • 2012. FUTURING, Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Europäisches Zentrum für Kunst und
  • Industriekultur, Völklingen
  • THE ARTIST= A WORK OF ART, MOCAK, Kraków
  • 2011. ECHO, Galerie Martin Mertens, München
  • 2010. FUTURING DORTMUND, Galerie Utermann, Dortmund
  • 2009. STEREOEFFEKT, Tallinn Art Hall, Tallinn
  • 2008. ROSA, Museum der Moderne Rupertinum, Salzburg
  • ROT, Lentos Kunstmuseum, Linz
  • ONE WAY TICKET, Kimura/Panetta, Project Room, Berlin
  • 2007. ANGELS, DEVILS & SEXMONSTER, Claire Oliver, New York
  • DAUERGEIL, White Trash Contemporary, Hamburg
  • 2006. NEON, Galerie Kaj Forsblom, Helsinki
  • GOLDENES MANIFEST, Galerie Brigitte March, Stuttgart
  • LASSO, Galerie Jérôme de Noirmont, Paris
  • 2005. DEATH OF PERFORMANCE, Claire Oliver, New York
  • HOUSE OF FUTURING, Sprengel Museum, Hannover
  • 2004. ACT, Brigitte March Galerie, Stuttgart
  • GET ON MY WINGS, Les Abattoirs, Toulouse
  • FRU FRU, Galerie Asbæk, København
  • GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT, Galerie Michael Schultz, Berlin
  • THE GOYA INSTALLATION, Villa Aurora, Los Angeles
  • 2003. SHY, Galerie Jérôme de Noirmont, Paris
  • PAINTING QUEER, CCA - Centro Cultural Andratx, Andratx
  • WATERMUSIC. Video Sculpture – steirischer herbst, Graz
  • DAY BY DAY PAINTING, Nordiska Akvarellmuseet, Skärhamn
  • 2000. LOGO, Moderne Galerie Saarland Museum, Saarbrücken
  • CLOSE-UP & BLOW-UP, Galerie Jérôme de Noirmont, Paris
  • LOGO, Overbeck-Gesellschaft, Lübeck
  • 1999. WHEREVER WE ARE IS MUSEUM, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin
  • 1997. CUM, Sprengel Museum, Hannover

Literatur[Bearbeiten]

  • EVA & ADELE: ADSILA. Nicole Gnesa, München 2014, ISBN 978-3-7774-2322-7.
  • Eva & Adele: Cum. Sprengel Museum Hannover, Ostfildern-Ruit 1997 (mit Textbeiträgen von Ulrich Krempel und Paolo Bianchi), ISBN 3-89169-118-1.
  • Eva & Adele: Wherever we are is Museum. Neuer Berliner Kunstverein, Ostfildern-Ruit 1999 (mit Textbeiträgen von Renate Puvogel, Robert Fleck, Thomas Wulffen und Paolo Bianchi), ISBN 3-89322-979-5.
  • Eva & Adele: Nota – Licht auf Weimar. Licht auf Weimar – Die ephemeren Medien, Ostfildern-Ruit 1999 (mit Textbeiträgen von Dietmar Kamper und Bernd Rosner), ISBN 3-89322-244-8.
  • Eva & Adele: Close-up & Blow-up. Galerie Jérôme de Noirmont, Paris 2000 (mit einem Textbeitrag von Robert Fleck).
  • Eva & Adele: Logo – Mediaplastic-Wings-Lingerie. Saarlandmuseum, Overbeck-Gesellschaft, Neuer Sächsischer Kunstverein, Ostfildern-Ruit 2000 (mit Textbeiträgen von Thea Herold, Gesine Last und Dietmar Kamper), ISBN 3-7757-9039-X.
  • Eva & Adele: Day by Day – Painting. The Nordic Watercolour Museum, Ostfildern-Ruit 2003 (mit Textbeiträgen von Bera Nordal, Andreas Schalhorn und Sabine Kampmann), ISBN 3-7757-9184-1.
  • Eva & Adele: Geschlossene Gesellschaft. Galerie Michael Schultz, Berlin 2004 (mit einem Textbeitrag von Mark Gisbourne).
  • Eva & Adele, ROSA ROT. Museum der Moderne Salzburg, Lentos Kunstmuseum Linz [Hg., DuMont Buchverlag, Köln 2008, ISBN 978-3-8321-9096-5] (mit Textbeiträgen von Margit Zuckriegl, Sabine Kampmann und Nina Kirsch).
  • Eva & Adele: STEREOEFFECT. Tallinn Art Hall, Tallinn 2009 (mit Textbeiträgen von Harry Liivrand und Eugenio Viola).
  • Eva & Adele: Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst. München 2010 (mit einem Textbeitrag von Hans-Joachim Müller).
  • Eva & Adele: The Artist = a Work of Art, Mocak Krakau, Krakau 2012 (mit Textbeiträgen von Masza Potoska, Ulrich Krempel, Angeli Janhsen, Delfina Piekarska u. a.).
  • Eva & Adele: FUTURING. Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Heidelberg 2012 (mit Textbeiträgen von Meinrad Maria Grewenig, Frank Krämer und Angeli Janhsen).
  • Eva & Adele: OBSIDIAN. Marta Herford 2013 (mit Texten von Roland Nachtigäller, Reinhard Ermen und Jan-Philipp Fruehsorge).
  • Eva & Adele: FUTURING. Bötzow, Berlin 2013 (mit Texten von Ulrich Krempel, u. a.).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eva & Adele – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien