Eva Badura-Skoda

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Eva Badura-Skoda (geborene Eva Halfar, * 15. Jänner 1929 in München) ist eine deutsch-österreichische Musikwissenschaftlerin.[1]

Biografie[Bearbeiten]

Eva Halfar studierte am Konservatorium Wien Klavier und Viola d'amore und belegte die Fächer Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an den Universitäten von Regensburg, Heidelberg, Wien (bei Erich Schenk) sowie in Innsbruck. Dort wurde sie 1953 mit der Dissertation Studien zur Geschichte des Musikunterrichtes in Österreich im 16., 17. und 18. Jahrhundert promoviert.

1951 heiratete sie den Pianisten und Musikwissenschaftler Paul Badura-Skoda, mit dem sie auch für die Bücher Mozart-Interpretation (1957, letzte grundlegend überarbeitete Fassung 2008) und Bach-Interpretation zusammenarbeitete.

1962 und 1963 gab sie Kurse an der Sommerakademie des Salzburger Mozarteum. 1964 war sie die Brittingham-Gastprofessorin der University of Wise in Madison, wo sie als Professorin für Musikwissenschaft von 1966 bis 1974 wirkte. Sie war Gastprofessorin an der Boston University (1976), Queen’s University in Kingston, Ontario (1979), McGill University in Montreal (1981–1982), und der Universität Göttingen (1982–1983).

1986 wurde sie mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.

Eva Badura-Skoda trug zahlreiche Artikel über Klaviermusik, Klavierbau, Operngeschichte des 18. Jahrhunderts und ikonographische und biographische Studien zu Büchern sowie Rezensionen in wissenschaftlichen Zeitschriften bei, und sie edierte Kompositionen von Haydn, Dittersdorf, Mozart und Schubert.

Mit Peter Branscombe gab sie einen Band zu Stil- und Chronologiefragen bei Schubert heraus. Sie edierte auch den Bericht des von ihr selbst organisierten Internationalen Haydn-Kongresses (Wien 1982), und sie war auch eine der Herausgeberinnen des Bandes Schubert und seine Freunde (Bericht über die Schubert-Konferenz Wien 1997).

Ihr Buch Interpreting Mozart gemeinsam mit Paul Badura-Skoda verfasst, ist eine detaillierte Studie über Belange des Notentextes und aufführungspraktische Hintergründe, die für Pianisten, die sich mit der Interpretation von Mozarts Klaviermusik befassen, von hoher Relevanz sind.

Das Ehepaar Badura-Skoda hat vier Kinder, darunter als jüngsten Sohn den 2001 mit 37 Jahren verstorbenen Pianisten Michael Badura, ein ehemaliger Duo-Partner von Rico Gulda.[2]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Autorschaft[Bearbeiten]

  • Mit Paul Badura-Skoda: Mozart-Interpretation. Wancura, Wien/Stuttgart 1957 und Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1957. 2. revidierte Auflage 1996
    • Englisch London 1962; Interpreting Mozart: the performance of his piano pieces and other compositions. 2. Auflage. Routledge, New York/London 2008. (Mit 1 CD-ROM.)
    • Russisch: Moskau 1972; Italienisch: Padua 1981, Französisch: Paris 1995.
  • Mit Paul Badura-Skoda: Bach-Interpretation. Laaber 1990.
    • Englisch 1992.

Herausgeberschaft[Bearbeiten]

  • Mit Peter Branscombe: Schubert studies: problems of style and chronology. Cambridge University Press, 1982, ISBN 0521226066.
  • Bericht über den Internationalen Joseph Haydn Kongreß, Wien, Hofburg, 5.–12. September 1982. Henle, München 1986.
  • Mit verschiedenen Hrsg.: Schubert und seine Freunde. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1999.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eva Badura-Skoda, Badura-Skoda, Eva. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil, Band 1, Kassel 1999, pp. 1610–1612.
  2. Mitteilung in: Neue Musikzeitung Ausgabe 11/2001, abgerufen am 28. Dezember 2011

Weblinks[Bearbeiten]