Eva Rossmann

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Just Bubbles, Wien 2013.

Eva Rossmann (* 1. Jänner 1962 in Graz) ist eine österreichische Schriftstellerin, Journalistin, Feministin, Verfassungsjuristin und Köchin.

Eva Rossmann anlässlich einer Lesung in Ansfelden 2012

Leben[Bearbeiten]

Rossmann verbrachte ihre Kindheit und Jugend in ihrer Geburtsstadt und studierte dort bis zum vorletzten Semester Jus. Während eines Aufenthalts in Wien während der Semesterferien entschied sie sich – „zum Entsetzen meiner Eltern“[1] – ihr Studium hier zu beenden und übersiedelte nach Wien.

Juristin und Journalistin[Bearbeiten]

Ihre Karriere begann Rossmann als Verfassungsjuristin im Bundeskanzleramt. Nach eigenen Angaben waren ihr allerdings die bürokratischen und hierarchischen Abläufe fremd, worauf sie sich dem politischen Journalismus zuwandte und zunächst als freie Journalistin beim ORF-Hörfunk und bei der Neuen Zürcher Zeitung tätig war. Von 1989 bis 1994 leitete sie die Wiener Redaktion der Oberösterreichischen Nachrichten, seither arbeitet Eva Rossmann als freiberufliche Autorin. Seit 1994 schreibt sie regelmäßig im Magazin A la Carte zu den Themen Kochen und Gastronomie.

Feminismus und Politik[Bearbeiten]

1997 war die bekennende Feministin Rossmann Mitinitiatorin des österreichischen Frauenvolksbegehrens. 1998 unterstützte und koordinierte sie die Kandidatur der unabhängigen Kandidatin Gertraud Knoll beim Bundespräsidentschaftswahlkampf, wobei sie erste politische Erfahrungen sammelte. Selbst bezeichnet sie sich als sehr politischen Menschen und gehört keiner politischen Partei an, jedoch sympathisiert sie meistens mit den Grünen und „findet, dass man Politik nicht nur den BerufspolitikerInnen überlassen darf“.[2]

Als Autorin schrieb Rossmann ab 1995 Sachbücher zu Frauenthemen und Feminismus.

Krimiautorin[Bearbeiten]

Um 1998 herum entschied sie sich „nach den vielen Sachbüchern“[1] Kriminalromane zu schreiben:

„Ich wollte es mir einfach gönnen, einen Krimi zu schreiben, um in einer anderen Form, die mir selbst sehr sympathisch ist, etwas zu erzählen. Es war relativ schnell klar, dass ich keine Berufsdetektivin als Hauptfigur wollte. Da ich selber Journalistin war, und Journalistinnen bald irgendwo hineingeraten können, war auch das schnell entschieden.“

Eva Rossmann: Zitiert nach Krimi-Couch.de[3]

1999 erschien mit Wahlkampf ihr erster Kriminalroman rund um die Lifestyle-Journalistin und Hobbydetektivin Mira Valensky und ihre Putzfrau Vesna Krajner.

Ein wesentliches Element auch ihrer Kriminalromane sind umfangreiche Recherchen Rossmanns an den Orten der Handlung, meist in Wien und Umgebung. Für ihren Roman Ausgekocht arbeitete sie im Gasthaus „Zur Alten Schule“ von Haubenkoch Manfred Buchinger mit. Dabei fand sie so großen Gefallen am Kochen, dass sie dort die Kochlehre absolvierte und 2004 den Lehrabschlusses zur staatlich geprüften Köchin machte. Für Karibik – all inclusive „‚musste‘ [Rossmann] bloß mehrere Male in die Karibik auf Urlaub.... (na ja, und dort eben ein wenig gezielter nachfragen)“.[1]

Für die Fernsehserie SOKO Kitzbühel schrieb sie zwei Drehbücher.[4]

Privat[Bearbeiten]

1990 übersiedelte Eva Rossmann in das Weinviertel in Niederösterreich. Sie ist mit dem ORF-Radio-Redakteur (Ö1) Ernest Hauer verheiratet, sie leben und arbeiten in Auersthal.[2]

Werke[Bearbeiten]

Sachbücher[Bearbeiten]

  • Unter Männern. Frauen im österreichischen Parlament. Folio, Wien 1995, ISBN 3-85256-030-6.
  • Heim an den Herd? - Sparpaket, Arbeitsplatzmangel, konservative Trends und was Frau dagegen tun kann. Folio, Wien 1996, ISBN 3-85256-051-9.
  • Die Angst der Kirche vor den Frauen. Folio, Wien 1996, ISBN 3-85256-052-7.
  • Frauensache - Ein Ratgeber. Folio, Wien 1997, ISBN 3-85256-060-8.
  • Ganz normale Frauen – 14 Frauen erzählen aus ihrem Leben. Zsolnay 1998, ISBN 3-552-04905-3.
  • Go media! Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnenplanung. ÖGB-Verlag, 2000, ISBN 3-7035-0788-8.

Kriminalromane[Bearbeiten]

  1. Wahlkampf. Folio, Wien 1999. ISBN 3-85256-117-5.
  2. Ausgejodelt. Folio, Wien 2000. ISBN 3-85256-139-6.
  3. Freudsche Verbrechen. Folio, Wien 2001. ISBN 3-85256-163-9.
  4. Kaltes Fleisch. Folio, Wien 2002 ISBN 3-85256-220-1.
  5. Ausgekocht. Folio, Wien 2003. ISBN 3-85256-251-1.
  6. Karibik – all inclusive. Folio. Wien 2004. ISBN 3-85256-283-X.
  7. Wein & Tod. Folio, Wien 2005. ISBN 3-85256-311-9.
  8. Verschieden. Folio, Wien 2006. ISBN 3-85256-345-3.
  9. Millionenkochen. Folio, Wien 2007. ISBN 978-3-85256-378-7.
  10. Russen kommen. Folio, Wien 2008. ISBN 978-3-85256-444-9.
  11. Leben lassen. Folio, Wien 2009. ISBN 978-3-85256-496-8.
  12. Evelyns Fall. Folio, Wien 2010. ISBN 978-3-85256-528-6.
  13. Unterm Messer. Folio, Wien 2011. ISBN 978-3-85256-575-0.
  14. Unter Strom. Folio, Wien 2012. ISBN 978-3-85256-605-4.
  15. Männerfallen. Folio, Wien 2013. ISBN 978-3-85256-629-0.
  16. Alles rot. Folio, Wien 2014. ISBN 978-3-85256-648-1.

Romane[Bearbeiten]

  1. Krummvögel. Limbus, Innsbruck 2013. ISBN 978-3-902534-72-9.

Hörbücher[Bearbeiten]

Unter Strom. Sprecherin: Eva Rossmann, Mono Verlag, Wien, 2013. ISBN 978-3-902727-23-7

Sonstiges[Bearbeiten]

Rossmann schrieb 2007 ein Kochbuch, welches Rezepte, die in den Kriminalromanen vorkommen, beinhaltet.

Zu folgenden Büchern trug Eva Rossmann in Form von kurzen Beiträgen und Geschichten bei:

  • Leise rieselt der Schnee. Hrsg. Gisa Klönne, Ullstein 2003, ISBN 3-548-25787-9 (Beitrag: Jingle Bells – Weihnachten unter karibischen Palmen und mit viel Styropor.)
  • Jugend Sucht Sinn. Hrsg. BAWAG, Ueberreuther 2004, ISBN 3-8000-7069-3 (Beitrag: Die Heldinnentat – Eine fast ganz normale Lehrlings-Geschichte)
  • Tatort Wien. Hrsg. Edith Kneifl, Milena-Verlag 2004, ISBN 3-85286-124-1 (Beitrag: Wiener Kugel, mitten ins Herz)
  • Aus der Tiefe des Traumes!. Hrsg. Literaturhäuser.net, Luchterhand 2006, ISBN 3-630-62090-6 (Beitrag: Im Untergrund)
  • Von Bijeljina nach Eibesthal. Eine Studie zur Situation der Roma im niederösterreichischen Weinviertel. Hrsg. Ines Kälin Schreiblehner, Herwig Schinnerl, AVM 2010, ISBN 978-3899753769 (Beitrag: Vorwort)

Literatur[Bearbeiten]

  • Katrin Giritzhofer: Mörderisch und Kulinarisch: Eva Rossmanns Frauenduo Mira und Vesna zwischen Wien, Wein und Veneto. Diplomarbeit an der Universität Wien, Wien 2008 (mit Kurzporträt, S. 11; Volltext als PDF.)
  • Mörderjagd. Kriminalromane erleben eine Blüte. In: Tiroler Tageszeitung, Nr. 449, Rubrik Magazin, 21. April 2001, S. 6. (Zitiert in Giritzhofer, 2008, S. 125 ff.)
  • Heike Henderson: Eva Rossmann’s Mystery Novel «Russen kommen» The Russians Are Coming: New Crimes, Old Fears, and Intercultural Alliances. Studia Austriaca 20 (2012) 25-32. Volltext als PDF.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2000: Kommunikatorin des Jahres, verliehen vom Public Relations Verband Austria.[2]

2013: Großer Josef Krainer-Preis

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Zitiert nach Tiroler Tageszeitung, 2001.
  2. a b c Eva Rossmann. Eintrag in der Online-Bibliothek der kulturvernetzung Niederösterreich, ohne Datum. Abgerufen am 20. August 2012.
  3. Eva Rossmann. Eintrag in Krimi-Couch.de, ohne Datum. Abgerufen am 20. August 2012.
  4. Vgl. Interview mit Eva Rossmann in Krimi-Couch.de.