Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Freiburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Freiburg (frz.: Eglise Evangélique Réformée du canton de Fribourg) ist die reformierte Kantonalkirche im Schweizer Kanton Freiburg. Sie ist Mitglied im Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und in der Conférence des Eglises protestantes romandes (CER).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kanton Freiburg ist traditionell katholisch. Durch die gemeinsame Herrschaft von Freiburg und Bern über die Region Murten war es den Gemeinden Murten, Kerzers, Môtier, Meyriez und Ferenbalm möglich, sich 1530 für die Reformation zu entscheiden. Aufgrund von reformierten Zuwanderern gründete sich im Jahr 1836 in der Stadt Freiburg die erste Diasporagemeinde im Kanton. Nach der Gründung des Bundesstaates 1848 nahm die Wanderung aus den umgebenden reformierten Kanton Bern und Waadt weiter zu. Die Verhältnisse, vor allem im Sensebezirk, waren für die Zuwanderer schlecht. Die Väter weigerten sich, ihre Kinde in die katholischen Dorfschulen zu schicken. Auf Initiative von Berner Pfarrern wurden die ersten reformierten Schulen gegründet, wie zum Beispiel im Weissenstein, in Berg und im Kessibrunnholz. Im Jahr 1854 verabschiedete der Grosse Rat des Kantons Freiburg erstmals ein Kirchengesetz, von dem auch die reformierte Kirche betroffen war. So wurde im Jahr 1863 im Sensebezirk die erste reformierte Kirchgemeinde gegründet, die Kirchgemeinde St. Antoni. Erst im Jahr 1998 hat der Kanton den Steuereinzug für die reformierte Kirche übernommen und sie so mit der katholischen Kirche gleichgestellt. Die aus der Kirchgemeinde St. Antoni hervorgegangene Kirchgemeinde Sensebezirk - zu diesem Zeitpunkt die grösste im Kanton - wurde zum 1. Januar 1999 in fünf selbständige Kirchgemeinden aufteilt und 2001 erfolgte die Teilung der Kirchgemeinde Romont - Châtel-St-Denis.

Kirchgemeinden und Kirchengebäude[Bearbeiten]

Die Freiburger Kirche umfasst 16 Kirchgemeinden mit 41'577 Mitgliedern (Stand 2013)[1] und den folgenden Kirchengebäuden:
Im Seebezirk:

Kirchgemeinde Kirche
Murten Deutsche Kirche
Französische Kirche
Schlosskirche Münchenwiler(a)
Meyriez/Merlach Reformierte Kirche Merlach
Môtier - Vully Reformierte Kirche Môtier
Kerzers Reformierte Kirche Kerzers
Ferenbalm Kirche Ferenbalm(b)
Cordast Reformierte Kirche Cordast
(a) Die Kirchgemeinde von freiburgisch und bernisch Murten umfasst die beiden bernischen Gemeinden Münchenwiler und Clavaleyres. Daher wird auch der Kirchenraum im Schloss Münchenwiler für Gottesdienste und Anlässe genutzt.
(b) Die Kirchgemeinde von freiburgisch und bernisch Ferenbalm nutzt die Kirche in der bernischen Gemeinde Ferenbalm.

Im Sensebezirk:

Kirchgemeinde Kirche
Bösingen Arche Bösingen
Wünnewil-Flamatt - Ueberstorf Davidkirche Flamatt
Düdingen Reformierte Kirche Düdingen
St. Antoni FR Reformierte Kirche St. Antoni
Weissenstein/Rechthalten Kirche Weissenstein

Die übrigen 5 Kirchgemeinden entsprechen den jeweiligen Bezirksgrenzen:

Leitung[Bearbeiten]

Der Sitz der durchgehend zweisprachig organisierten Kantonalkirche ist aus historischen Gründen in Murten. Die legislative Gewalt hat die Synode und die exekutive der Synodalrat. Präsident des Synodalrats ist seit dem 1. Juli 2012 Pierre-Philippe Blaser, Pfarrer in der Kirchgemeinde Môtier-Vully. [2]

Bisherige Synodalratspräsidenten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg: Kirchliche Statistik 2013. Abgerufen am 18. Oktober 2014 (PDF).
  2. Synodalrat der Kantonalkirche
  3. Protestinfo: «Vully: un couple de pasteurs pour un poste»

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Noëlle-Laetitia Perret: Schöpferische Minderheit oder Partnerschaft in Verantwortung? Die staatliche Anerkennung der evangelisch-reformierten Kirche im Kanton Freiburg im Jahr 1854. Vorwort und Übersetzung von Daniel de Roche. Edition Heinstein, Neuenburg 2006, ISBN 9782839902304.