Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge

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Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge
Trägerschaft Evangelisches Diakoniewerk Königin Elisabeth, Von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel, Evangelischer Diakonieverein Berlin-Zehlendorf, Hoffnungstaler Anstalten Lobetal
Ort Berlin-Lichtenberg
Bundesland Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 31′ 36,5″ N, 13° 30′ 31″ O52.52679722222213.508611111111Koordinaten: 52° 31′ 36,5″ N, 13° 30′ 31″ O
Betten 621 (Stand 2012)
Mitarbeiter fast 800
davon Ärzte 120
Fachgebiete siehe Struktur
Gründung 1. Januar 1992
Website http://www.keh-berlin.de/
Hauptgebäude des KEH von Süden gesehen.

Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin-Lichtenberg ist ein aus dem Königin Elisabeth Hospital (Innere Medizin und Chirurgie) und dem Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Berlin-Lichtenberg hervorgegangenes modernes Krankenhaus der Regelversorgung. Die beiden genannten Einrichtungen entstanden im 19. Jahrhundert in verschiedenen Berliner Ortsteilen. Nach ihrer Fusion haben sie mehrfache organisatorische und Namensänderungen erfahren. Das Krankenhaus ist seit 2001 eine gemeinnützige GmbH. Es ist in zehn Fachbereiche gegliedert und verfügt über 621 Betten und insgesamt 120 Ärzte (Stand 2012).[1] Eine eigene Krankenpflegeschule gehört ebenfalls zu dieser Einrichtung. Seit einigen Jahren ist das KEH außerdem Akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Charité.

Geschichte der medizinischen Einrichtungen[Bearbeiten]

Königin Elisabeth Hospital[Bearbeiten]

Unter der Schirmherrschaft der damaligen Kronprinzessin Elisabeth von Preußen waren 1838 Kleinkinder-Bewahranstalten in Berlin gegründet und von Christen betrieben worden. Nachdem am Karfreitag, den 14. April 1843, zwei kranke Kinder in eine solche Einrichtung in einer Wohnung in der Berliner Friedrichstadt, Wilhelmstraße 133 aufgenommen worden waren, entstanden nunmehr zusätzliche Klein-Kinder-Kranken-Bewahr-Anstalten. Die Verwaltung der ersten derartigen Anstalt übernahm Oberst von Webern. Elisabeth von Preußen, ab 1840 Königin an der Seite Friedrich Wilhelm IV., nahm regen Anteil an der neuen Entwicklung und besuchte oft die Bewahranstalten. So äußerte sie Weihnachten 1842: „Wahrlich noch dringendere Liebespflicht würde es sein, zuvor für die körperliche Genesung der kleinen gebrechlichen Geschöpfe Sorge zu tragen und dann erst ihr sittliches und geistiges Wohl zu pflegen.“ Der Verwaltungsdirektor berief daraufhin ihm bekannte Herren des Adels und Bürgerliche zur Gründung einer ersten Berliner Kinderheilanstalt. Die in der oben genannten Wohnung aufgestellten 12 Betten genügten bald der gestiegenen Nachfrage nicht mehr. Die Heilanstalt zog 1844 in ein neu erworbenes Wohnhaus vor dem Halleschen Tor in Berlin-Kreuzberg, Pionierstraße 7a. Dieses Haus konnte schrittweise für den Gebrauch als Krankenanstalt hergerichtet werden. Die Kabinettsordre vom 4. November 1844 verlieh der Einrichtung nun den Namen seiner Protektorin: Elisabeth-Kinder-Hospital (EKH). Die Bettenanzahl konnte langfristig bis auf 60 erhöht werden. Ab etwa 1875 kam eine kostenfreie ambulante chirurgische und Augen-Behandlung hinzu. Der große Zulauf an Patienten bedingte weiterhin eine umfassende Vergrößerung des Hauses. Die Verwaltung erwarb nun ein Grundstück in Berlin-Kreuzberg, Hasenheide 80–87, und ließ darauf einen Neubau errichten. Im Beisein Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Auguste Viktoria wurde die neue Kinderheilanstalt am 21. März 1887 feierlich eingeweiht. Zuvor war bei der „Abschiedsfeier des alten Hospitals“ ein Diakonissenmutterhaus gegründet worden, für das die Oberin Anna von Lancolle und neun weitere Schwestern auf die vom Vorstand festgestellte Hausordnung nach den Grundsätzen der Kaiserswerther Mutterhausdiakonie verpflichtet wurden. An dem neuen Standort konnten nun bis zu 90 Kinder aufgenommen werden. Das Hospital entwickelte sich zu einem bekannten eigenständigen Kinderkrankenhaus in Berlin.

Als eine Filiale des Elisabeth-Kinder-Hospitals wurde am 7. Juli 1890 in Kolberger Deep in Hinterpommern ein Kinder-Seehospiz eingeweiht, das für die Aufnahme schwächlicher und kränklicher Kinder überwiegend aus Berlin bestimmt war.

Die pflegerische Betreuung der kleinen Patienten veranlasste einige diakonische Schwestern schließlich zur Eröffnung einer Krankenpflegeschule. Diese wurde am 24. Juni 1908 durch den Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten als Ausbildungseinrichtung anerkannt. Das schnelle Bevölkerungswachstum in Berlin und der Umgebung am Anfang des 20. Jahrhunderts führte dazu, eine Verlegung und Erweiterung des Kinderhospitals vorzusehen. Mit dem Landkreis Niederbarnim und den Gemeinden Oberschöneweide, Friedrichsfelde und Friedrichshagen konnten Verträge zum Neubau eines allgemeinen Krankenhauses vorzugsweise für diese drei Gemeinden abgeschlossen werden.

Gebäudetrakt des eh. Elisabeth-Hospitals in der Treskowallee

Zur Grundsteinlegung 1908 am Standort Treskowallee in Oberschöneweide erhielt die Einrichtung nunmehr den Namen Königin-Elisabeth-Hospital. Das Krankenhaus wurde am 10. Oktober 1910 mit 130 Betten eröffnet. Es behandelte Kinder und Erwachsene mit den neueingerichteten Abteilungen Chirurgie und Innere. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs hatte sich das Hospital kontinuierlich entwickelt. Am Tage der Kapitulation, dem 8. Mai 1945, wurde ein Teil des Krankenhauses von der Roten Armee besetzt und als Lazarett in Nutzung genommen.

Im November 1945 musste die gesamte Einrichtung dann nach Ausweisung der bisherigen Patienten innerhalb von drei Tagen nach Berlin-Friedrichshagen in eine Schule ausgelagert werden. 1946 bezogen die medizinischen Einrichtungen und die Patienten nach langen und zähen Verhandlungen schließlich die Häuser 1, 3 und 5 des Städtischen Krankenhauses Herzberge im Bezirk Lichtenberg.

Ab 1980 führte die Einrichtung den Namen Evangelisches Diakoniewerk Königin Elisabeth (EDKE) und gilt bis heute als Träger des Krankenhauses.

Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Berlin-Lichtenberg[Bearbeiten]

Am Ende des 19. Jahrhunderts begann die Berliner Stadtverordnetenversammlung mit der Einrichtung Städtischer Irrenanstalten am Stadtrand. Diese Nerven-Krankenhäuser wurden zur medizinischen Behandlung und ganztägigen Betreuung von unvermögenden Geistesgestörten, getrennt nach Kindern, Frauen und Männern, benötigt. Zwischen 1879 und 1907 entstanden in Dalldorf (I. Anstalt, 1879), in der Gemeinde Lichtenberg (II. Anstalt, 1893) und in Buch (III. Anstalt, 1907 eröffnet) drei derartige Einrichtungen.[2]

Der Erstbebauungsplan nach Hermann Blankenstein aus dem Jahre 1896 auf einer Infotafel des Krankenhausgeländes; OF – Offenes Haus für Frauen, OM – Offenes Haus für Männer, AF – Aufnahmehaus für Frauen, AM – Aufnahmehaus für Männer, UF – Überwachungshaus für Frauen, UM – Überwachungs- haus für Männer, LF – Landhäuser für Frauen, LM – Landhäuser für Männer, PF – Pflegehaus für Frauen, PM – Pflegehaus für Männer, I – Baracke für Infektionskranke, K – Küche, W – Waschküche, E – Eishaus, PW – Pförtner- und Waagehaus, CB – Centralbad, Z – Torhaus, G – Gutshof, L – Leichenhaus, M – Maschinen- und Kesselhaus, T – Teich, KB – Kegelbahn, KF – Kohlegleise nach Friedrichsfelde

Die II. Städtische Irrenanstalt wurde nach Plänen des Architekten Hermann Blankenstein auf einer vom Rittergutsbesitzer Hermann Franz Leo Roeder erworbenen Fläche errichtet. Sie diente als Ersatzbau der Dalldorfer Heil- und Pflegeanstalt, deren Kapazität bereits nach knapp zehn Jahren nicht mehr ausreichte.[3] Die Neueröffnung erfolgte am 21. Juni 1893. Sie erhielt die Bezeichnung Städtische Irrenanstalt zu Lichtenberg (Herzberge) und diente als Unterkunft für 1 050 erwachsene Patienten.[4] 1914 wurde auf dem Gelände mit einer eigenen Krankenpflegeausbildung im Hinblick auf die Betreuung Geisteskranker begonnen. Die Anstalt erhielt 1925 den Namen Städtische Heil- und Pflegeanstalt Herzberge.

In der nationalsozialistischen Zeit wurden an den hier lebenden Geistesgestörten „Forschungen“ vorgenommen, weil die psychisch Kranken in der Sprache der sogenannten Herrenmenschen „unwertes Leben waren, das nicht geschützt werden“ müsse. Dieses Kapitel der Historie des Krankenhauses, unter dem Begriff Euthanasie-Verbrechen zusammengefasst, wird heute in der Geschichtsdarstellung kaum erwähnt.[3][5]

Als 1942 die meisten Patienten „verlegt“ worden waren, benannte die Verwaltung das Klinikum in Städtisches Krankenhaus Lichtenberg um, nun wurden auch Kriegsversehrte und Infektionskranke zur Behandlung hierher eingeliefert. 1943 erfolgte eine Wiedereröffnung einer Psychiatrisch-Neurologischen Station. Unter dem Namen Städtisches Krankenhaus bestand es bis 1945, nach Kriegsende wurde es als Allgemeinkrankenhaus weitergeführt und 1946 kamen die Patienten des Königin-Elisabeth-Hospitals hinzu.

Die bessere Behandlung von Nervenkrankheiten zum Zwecke des Linderns oder Heilens führte 1950 zur Eröffnung der ersten psychiatrischen Klinik für Erwachsene, 1957 kam eine zweite Klinik auf dem Gelände hinzu. 1961 folgte eine entsprechende Kinderklinik. Die umfassende Behandlung von psychisch Kranken führte 1971 schließlich zur Umbenennung der Einrichtung in Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Berlin-Lichtenberg. Unter dieser Bezeichnung arbeitete das Klinikum bis zu seiner Fusion mit dem Elisabeth-Hospital am 1. Januar 1992.

Das KEH in seiner seit 1992 gültigen Struktur[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1992 erfolgte die Zusammenführung beider bisher selbstständiger Krankenhäuser als GmbH unter dem Dach des EDKE. Es wurde in Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) umbenannt. Zwischen 1992 und 2004 kamen weitere Fachabteilungen wie die Urologie, die Gefäßchirurgie, das Epilepsie-Zentrum, die Gastroenterologie, Infektiologie, Nephrologie samt einer Notaufnahmestation hinzu, 2010 die Geriatrie. Das Krankenhaus ist nun eine medizinische Einrichtung zur Regelversorgung und dient außerdem als akademisches Lehrkrankenhaus der Charité.

Seit dem 1. Januar 2001 ist das Krankenhaus eine gemeinnützige GmbH mit den Gesellschaftern Von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel, Evangelisches Diakoniewerk Königin Elisabeth, Evangelischer Diakonieverein Berlin-Zehlendorf und den Hoffnungstaler Anstalten Lobetal.

Geschichte der Bauten auf dem Gelände des KEH[Bearbeiten]

Der Haupteingang zum Haus 22

Auf dem Gelände von 95 Hektar wurden 1889-1892 die ersten Gebäude errichtet. Die Lageanordnung erfolgte streng symmetrisch: Das dreistöckige Hauptgebäude mit zentralen Funktionen steht an einem Hauptweg in Ost-West-Richtung ausgerichtet, in Verlängerung seiner kurzen Seitenflügel sind Wege in Nord-Süd-Richtung angelegt, von denen je drei zweigeschossige längliche Krankenpavillons, ebenfalls mit einer baulichen Mittelbetonung, abgehen. Alle Häuser sind im Neorenaissance-Stil ausgeführt und mit gelben und roten Klinkern verblendet. - Kritiker nannten den Baukomplex zur Zeit der Fertigstellung Kasernenbaukunst.[3] Alle Bauwerke sind in einer Grünanlage eingebettet, Bäume wurden gepflanzt und sogar ein Teich angelegt. Ab 1986 wurden schrittweise alle Gebäude rekonstruiert.[6]

Hauptgebäude[Bearbeiten]

Das Hauptgebäude ist durch einen fünfachsigen Mittelrisalit gegliedert, dessen Dach ein Uhrtürmchen mit Spitzhelm trägt. Zu diesem Haus gehört ein rückseitiger Mittelflügel, in dem eine Kapelle mit einem darüber liegenden Festsaal untergebracht ist.

Die Hauptfront des zentralen Gebäudes ist durch farbige Streifen, Sohlbankfriese, einen Balkon, Halbsäulen und einen Sinnspruch (Dem Geisteslicht zum Schutze, gemeinem Wohl zu Nutze) geschmückt. Im Inneren wurde ebenfalls schmückendes Zierwerk eingebaut: das Vestibül ist eine dreischiffige Halle mit Balustersäulen, Stuck an den Türrahmen und an den Deckenkehlungen. – Die auch alte Kapelle genannte Einrichtung im Mittelflügel enthält eine wertvolle Orgel des Orgelbaumeisters Johann Friedrich Turley aus Treuenbrietzen, die vor der Fertigstellung des Krankenhauses in der Dorfkirche von Wölmdorf stand. Das Musikinstrument wurde 1971–1976 restauriert.[7]

Vor dem Hauptgebäude wurde ein Rondell angelegt, das in der Mitte einen Springbrunnen trägt. Rasen, Blumen, Büsche und Bänke bilden einen Ruhepunkt.

Häuser 1–3 und 4–6, 9 und 10 sowie Landhäuser [Bearbeiten]

Häuser 1 bis 3 und 4 bis 6
Diese Gebäude mit dunklen braunroten Klinkern versehen, stehen symmetrisch am nach Norden führenden Weg, wobei die Häuser auf der östlichen Seite für die weiblichen Patienten, die auf der westlichen Seite für die männlichen Patienten bestimmt waren. Die Fenster waren teilweise vergittert, eine gesonderte Mauer umgab diese Bauten.
Häuser 9, 10
Diese Gebäude wurden 1899 und 1903 zwecks Erweiterung der Einrichtung neu hinzugebaut.
Landhäuser – Häuser 18, 19, 20, 21
Diese waren für die leichterkrankten Personen oder für die Angestellten des Krankenhauses vorgesehen und damit auch außen durch hellgelbe Klinker freundlicher gehalten.

Funktionale Gebäude[Bearbeiten]

Die neue Kapelle von 1986 auf dem Gelände des KEH
Lage einiger Häuser auf dem Gelände des KEH im Jahre 2008: 1 – Innere, Kardiologie, 2 – Physiotherapie, 3 – Innere, Dialyse, 4 – Epilepsie, 5 – Chirurgie und Urologie, 6, 8, 9 – Psychiatrie und Psychotherapie, 7 – Tagesklinik Psychiatrie, 22 – Verwaltung, Alte Kapelle, 24 – Patientenaufnahme, 63 – Neue Kapelle, 103 – Notfallambulanz, Ambulantes Zentrum, Funktionsdiagnostik
Werkstätten, Heizhaus, Verbindungsgänge
hier (oder in den Gärten oder auf den Feldern des Gutshofes) konnten die Krankenhausinsassen arbeiten. Eine Wäscherei, eine Leichenhalle, ein Entladebahnhof, eine Kegelbahn und dergleichen vervollständigten die erste Anstalt.
Torhaus
Dieses mit einer Wache versehene kleine neugotisch-spitzgieblig gehaltene Haus errichtete man erst 1903, es diente der Sicherheit der Patienten und der kontrollierten Zufahrt auf das Gelände durch Sonderfahrzeuge.
Neue Kapelle
Ein dunkelvioletter schlicht gestalteter Klinker-Kirchenbau, mit dem Haus 1 verbunden, wurde 1986 auf Betreiben des Evangelischen Krankenhauses als Solobau auf dem KEH-Gelände errichtet. Diese Kapelle wird jedoch nicht regelmäßig benutzt.

Die ab 1950 bis zuletzt 2001 vorgenommenen Erweiterungsbauten sind nun meist rein funktional gestaltet und weisen keine besonders erwähnenswerte Architektur auf.

Weitere, nicht medizinische Einrichtungen des KEH[Bearbeiten]

Freizeit- und Betreuungsangebote[Bearbeiten]

Für Patienten des Krankenhauses gibt es eine Bibliothek, eine Cafeteria, zwei Kapellen (in denen Gottesdienste oder Orgelkonzerte stattfinden), einen Club, einen Friseur. Schließlich werden zur umfassenden Betreuung Sozialdienste, Wohnstätten, ein Hygieneinstitut, eine Wäscherei und Seelsorge angeboten.

Museum Kesselhaus[Bearbeiten]

Das historische „Kesselhaus“ mit drei verschiedenen Dampfkesseln wurde bei den Renovierungsarbeiten Ende der 1990er Jahre stillgelegt. Es ist ein öffentliches technisches Museum, einige Räume werden für regelmäßige Kulturveranstaltungen als auch gelegentlich für private Feiern genutzt. Träger des Museums ist der Förderverein Museum Kesselhaus Herzberge e.V. mit Sitz vor Ort.[8]

Landschaftspark Herzberge[Bearbeiten]

Das große Gelände südlich der Trasse Herzbergstraße gehörte bei der Anlage des Krankenhauskomplexes als krankenhauseigener Gutshof zu dieser Einrichtung (siehe Plan von 1896). Insassen wurden hier auch zur therapeutischen Arbeit herangezogen. – Nach den großen Umstrukturierungen des Krankenhauses standen die Gewächshäuser und Technikeinrichtungen einige Jahre leer. Im Jahr 2004 begann eine Umgestaltung zum Landschaftspark Herzberge, initiiert von einem eigens gegründeten Förderverein. Mit finanzieller Hilfe der EU, des Bezirksamtes Lichtenberg und von Sponsoren werden vorhandene Flächen schrittweise rekultiviert und zu einem Komplex aus Nutzflächen und Freizeitmöglichkeiten entwickelt.[9]

Hauptartikel: Landschaftspark Herzberge

Kunst auf dem Gelände des KEH[Bearbeiten]

Eisenkörper
Holzkörper

In den Grünanlagen des KEH stehen mehrere Kunstwerke:

  • Vor dem Hauptgebäude befindet sich ein Springbrunnen mit einer Schale aus Sandstein von 8 m Durchmesser und einer Mittelfontäne, die bis ca. 5 m aufsteigen kann.
  • Weiterhin gibt es im Krankenhauspark die Tierplastik „Böckchen“ aus Reinhardtsdorfer Sandstein, gestaltet von Dietrich Grüning und 1983 aufgestellt.
  • Ein „Denkmal zur Befreiung vom Faschismus“ aus Kunststein und 5,50 Meter hoch wurde am Hauptweg des Krankenhausgeländes aufgestellt. Das Hauptelement des Denkmals ist ein Obelisk, der an drei Seiten einen symbolischen sowjetischen Orden als Relief trägt. Die vordere Sockelfläche enthält auf weißem Untergrund die vergoldete Inschrift 8. MAI 1945.
  • Auf einer Rasenfläche zwischen dem Hauptweg und Haus 1 sind sechs rotationsymmetrische Körper aus Eisen verteilt, Objekte aus der Serie „Kavex“ des Künstlers Herbert Mehler, die im Januar 2008 hier aufgestellt wurden. - Eine große Keule hängt in etwa 3 Meter Höhe zwischen zwei Bäumen und ein hölzernes abstraktes Werk (die jedoch beide von anderen Künstlern stammen), vervollständigt die Kunstgruppe.
  • Vor weiteren Häusern des Krankenhausgeländes finden sich sowohl abstrakte Skulpturen (Holz, Kalkstein) als auch eine kleine hölzerne Personengruppe und ein überdimensionaler Stuhl.
  • ...und hätte der Liebe nicht ist eine dreiteilige abstrakte Betonstelenkonstruktion der Künstlerin Birgit Knappe. Sie befindet sich vor dem Haus 8 auf dem Gelände[10]

Literatur[Bearbeiten]

  • Patienteninformation des KEH, Hrsg. KEH, 2005
  • Die Bau- und Kunstdenkmale in Berlin. Band II. Hrsg. Institut für Denkmalpflege im Henschelverlag, Berlin 1984, S. 183–185.
  • Jan Feustel: Spaziergänge in Lichtenberg. Haude & Spener, Berlin 1996, ISBN 3-7759-0409-3, S. 39–42.
  • Herbert G. Loos: Herzberge. Die Geschichte des psychiatrischen Krankenhauses Berlin-Herzberge von 1893-1993. be.bra Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-95410-021-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. KEH-Infoblatt vom April 2012 (PDF)
  2. Bernd Holdorff, Rolf Winau: Geschichte der Neurologie in Berlin. de Gruyter, Berlin, ISBN 3-11-016913-4, S. 216.
  3. a b c Jan Feustel: Wo einst die Linie 68 endete – Rund um Herzberge. In: Spaziergänge in Lichtenberg. S. 39–42.
  4. 10 Dokumente im „Archiv Krankenhausbau des XX. Jahrhunderts“ Landesarchiv Berlin, abgerufen am 6. September 2009
  5. Herzbergstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  6. 16. Juni. (Jahr 1998) In: Tagesfakten. des Luisenstädtischen Bildungsvereins. Erstes rekonstruiertes Haus übergeben.
  7. Die Orgel auf der Homepage des KEH, abgerufen am 27. Oktober 2011
  8. Homepage des Fördervereins Museum Kesselhaus Herzberge, abgerufen am 15. Februar 2014
  9. Förderverein Landschaftspark Herzberge, abgerufen am 25. April 2011
  10. Abbildung und Erläuterung zu ...und hätte der Liebe nicht auf lichtenberger-ansichten.de, abgerufen am 10. Oktober 2012