Evapotranspiration

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Evapotranspiration bezeichnet in der Meteorologie die Summe aus Transpiration und Evaporation, also der Verdunstung von Wasser aus Tier- und Pflanzenwelt, sowie von Boden- und Wasseroberflächen. Der Evapotranspirationswert spielt eine wichtige Rolle in der Hydrologie und in der Landwirtschaft sowie im Gartenbau.

Die zur Verdampfung (Übergang flüssig - gas) notwendige Wärmemenge beträgt 2257 kJ/kg (20°C); sie wird bei der Kondensation (Übergang gas - flüssig) wieder frei.

Abhängigkeitsfaktoren[Bearbeiten]

Möglichkeiten der instrumentellen Messung[Bearbeiten]

Evaporimeter[Bearbeiten]

Verdunstungsmessungen werden mit Atmometern durchgeführt. Eine Möglichkeit der Verdunstungsmessung ist class-A-pan (Evaporimeter oder Verdunstungskessel), einem runden, wassergefüllten Messkessel zur Messung der potentiellen Verdunstung von Landflächen (Landverdunstungskessel).

Diese von den US-Amerikanern eingeführte Verdunstungsmessmethode besteht aus einer flachen, auf einem Holzgitterrahmen befestigten, mit Wasser gefüllten, zylindrischen Form. Der Wasserspiegel befindet sich etwa 35 cm über der Erdoberfläche. Das Evaporimeter hat eine Fläche von 1,17 m². Das Wasser ist an der freien Atmosphäre der Verdunstung ausgesetzt, der Wasserverlust wird im 24-Stunden-Takt z.B. durch Drucksensoren gemessen.

Mit dieser Messmethode kann die sog. potenzielle Evapotranspiration (ETp) gemessen werden. [1] Sie gibt an, wie viel Wasser bei gegebenen Umständen verdunsten würde, wenn genügend Wasser vorhanden ist. Diese Messmethode ist jedoch für eine Aussage der realen Verdunstung wenig geeignet. Die Wasseroberfläche ist eine Art "Insel" auf dem Land: durch immer neu herangeführte, ungesättigte Luft sowie eine höhere Bereitschaft des Wassers im Bassin, zu verdunsten (verglichen mit Bodenwasser), kann kein Rückschluss auf die reale Verdunstung (ETR) aus dem Boden getroffen werden. Die Wasseroberfläche ist nicht repräsentativ genug für die Landverdunstung. Die class-A-pan dient jedoch durch die genormte Größe gut für einen Vergleich der ETP verschiedener Gebiete. Parallel zur Verdunstungsmessung mit der class-A-pan muss auch der Niederschlag gemessen werden, um die in die Wanne eingetragene Wassermenge zu registrieren.

Für Verdunstungsmessungen, die Wind-Einfluss berücksichtigen, verwendet man Piche-Atmometer oder Czeratzki-Atmometer.

Lysimeter[Bearbeiten]

Des Weiteren kann auch ein Lysimeter zur Messung verwendet werden.

FAO-56[Bearbeiten]

Eine weit verbreitete Methode zur Messung der Evapotranspiration stellt die Berechnung aus den oben angeführten klimatischen Faktoren nach einer von der FAO empfohlenen Methode dar ("modified Penman-Monteith" Formel, FAO-56). Dabei werden die notwendigen Parameter - Lufttemperatur und relative Feuchte, Windgeschwindigkeit und Solarstrahlung - durch eine Wetterstation aufgezeichnet und in einem Computermodell verarbeitet. Diese so genannte Referenzverdunstung (ETo) entspricht der Verdunstung, wie sie auf einer ebenen, gleichmäßig mit Gras bewachsenen Fläche vorkommen würde. Da auch dieser Wert für die jeweilige Kultur wenig Aussagekraft besitzt, werden kulturspezifische Korrekturwerte verwendet. Mit deren Hilfe gelangt man zur kulturspezifischen Evapotranspiration (ETc), die unter Berücksichtigung der jeweiligen phenologischen Phase der Pflanzen einen bereits recht zuverlässigen Wert liefert. Von praktischer Bedeutung ist die Berechnung der Verdunstung vor allem für die adäquate Steuerung von Bewässerungsanlagen, die dem Boden und der Pflanze in Abhängigkeit von Verdunstung und Wachstumsbedarf wieder die richtige Menge an Wasser zuführen soll.

Folie[Bearbeiten]

Besonders aufwändig, dafür aber etwas genauer, ist es, eine Pflanze oder einen Standort komplett mit einer Folie abzudichten. Das in die Folie hinein verdampfende Wasser wird aufgefangen und gemessen. Es ist hierbei zu beachten, dass die Folie selbstverständlich einen nicht unerheblichen Einflussfaktor bildet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. hydroscript.de