Everard des Barres

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Großmeisterwappen Everards des Barres

Everard des Barres († 15. November 1176 in Clairvaux) war ein Großmeister des Templerordens.

Leben[Bearbeiten]

Everard entstammt der Familie derer von Barres, einem in der Geschichte von Brie, Gâtinais, Nivernais, Burgund und Bourbon oft erwähnten mittleren Adelsgeschlecht.

Bei dem großen Ordenskapitel von Paris am 27. April 1147, an dem neben 130 Tempelrittern auch Papst Eugen III. teilgenommen hatte, wird Everard als einer im Range eines „Magister Galliae“ erwähnt. Er war vermutlich seit 1143 Hofmeister der Templer in Frankreich und als solcher einer der höchsten Würdenträger des Ordens als der Großmeister Robert de Craon im Januar 1147 starb. Er wurde daraufhin zu dessen Nachfolger gewählt. Er war der erste Templergroßmeister, der mit dem Titel „Magister Dei Gratia“ angesprochen wurde.

Nur einige Wochen später begleitete er König Ludwig VII. von Frankreich auf den Zweiten Kreuzzug. Everard gehörte zu der Gesandtschaft die nach Konstantinopel voreilte, bevor Ludwig dort eintraf. Später soll er in Pisidien dem König im Gefecht mit seldschukischen Türken das Leben gerettet haben. Der Chronist Odo von Deuil lobt seine Frömmigkeit und Tapferkeit; Everards scheint großen Einfluss auf den König gehabt zu haben. Nach dem Scheitern der Belagerung von Damaskus 1148, folgte Everard, der die königliche Staatskasse mitführte, dem König nach Frankreich. Sein aus Frankreich mitgebrachtes Kontingent von Tempelrittern blieb gleichwohl im Heiligen Land, wo es 1149 Jerusalem gegen einen seldschukischen Überfall verteidigte.

Zurück in Frankreich dankte er im Herbst 1152 ab und wurde Mönch in der Zisterzienserabtei Clairvaux, wo er am 15. November 1176 starb. Was ihn zu seinem Abdanken bewog, ist nicht bekannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alain Demurger: Die Templer. Aufstieg und Untergang 1120–1314. C.H. Beck, München 1991.
Vorgänger Amt Nachfolger
Robert de Craon Großmeister des Templerordens
1147–1152
Bernard de Tromelai