Eversberg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Eversberg (Begriffsklärung) aufgeführt.

51.3671528.336835377Koordinaten: 51° 22′ 2″ N, 8° 20′ 13″ O

Eversberg
Stadt Meschede
Wappen von Eversberg
Höhe: 377 m
Einwohner: 1865 (1. Jan. 2013)
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 59872
Vorwahl: 0291
Luftaufnahme (2013)

Luftaufnahme (2013)

Eversberg mit Burgruine um 1740
Blick auf Eversberg vom Bergfried der Burgruine aus

Eversberg ist ein Stadtteil der nordrhein-westfälischen Stadt Meschede im Naturpark Arnsberger Wald. Am 1. Januar 2013 hatte Eversberg 1865 Einwohner.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits im 11. Jahrhundert legte Graf Eberhard von Arnsberg die heute als Ruine erhaltene Burg Eversberg und zwei Ringmauern an. Im Jahr 1242 gründete Graf Gottfried III. von Arnsberg Eversberg und verlieh 1243 das Lippische Stadtrecht sowie eigene Münz- und Gerichtsbarkeit. 1247 erteilte Erzbischof Konrad von Köln der Stadtkirche das Tauf- und Begräbnisrecht. Mit der Grafschaft Arnsberg wurde Eversberg im Jahr 1369 kurkölnisch.

Das Gogericht entschied im Jahr 1453 einen Streit zwischen Eversberg und Velmede. In diesem Zusammenhang fand der erste Velmeder Schnadezug statt. Auf diesen gehen die heute noch stattfindenden traditionellen Schnadezüge zurück.

Eine bedeutende Rolle hatte die Tuchmacherei, deren Erzeugnisse von ortsansässigen Wanderhändlern im 18. Jahrhundert vorwiegend in den östlichen Gebieten Frankreichs vertrieben wurden.[2]

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam Eversberg als Teil des Herzogtums Westfalen unter die Herrschaft des späteren Großherzogtums Hessen. Nach dem Wiener Kongress 1815 gehörte es als Bürgermeisterei Eversberg im Kreis Meschede zur preußischen Provinz Westfalen. Darin gehörte es zunächst zum Amt Eversberg, das um 1840 in Amt Bestwig umbenannt wurde. Im Rahmen der kommunalen Neuordnung wurde Eversberg am 1. Januar 1975 ein Stadtteil von Meschede.[3]

1981 wurde Eversberg beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ als schönstes Dorf der Bundesrepublik Deutschland mit der Bundesgoldmedaille ausgezeichnet. Im Jahr 2000 drehte Detlev Buck hier für seinen Film LiebesLuder.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der ehemaligen Stadt Eversberg Blasonierung:

In Silber ein schwarzer Eber, darüber schwebend ein rechtsgeneigter blauer Schild, mit einem goldenbewehrten silbernen Adler.

Beschreibung:

Ein aus dem Jahr 1348 überliefertes Sekretsiegel zeigt als Siegelbild einen Eber und darüber schwebend einen rechtsgelehnten Schild mit dem Arnsberger Adler. Auch die Arnsberger Wappensammlung zeigt das gleiche Bild. Von 1917 bis 1937 führte die Stadt ein etwas anderes Wappen. Dort war der Schild von Blau und Silber geteilt, oben ein silberner, geneigter goldbewehrter Adler, unten ein schwarzer Eber. Das Wappen wurde offiziell durch Beschluss der Stadtvertretung von 1937.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Von der Burg Eversberg ist nur noch die Ruine des Bergfrieds erhalten, die als Aussichtsturm frei zugänglich ist. In einem der zahlreichen Fachwerk- und Schieferhäuser im historischen Ortskern ist das Museum für Bäuerliche Handwerks- und Gewerbegeschichte, Landschafts- und Kulturentwicklung untergebracht. Es dokumentiert das Wohnen und Arbeiten im Ort. Im Zentrum liegt die katholische Pfarrkirche St.-Johannes-Evangelist aus dem 13. Jahrhundert.

Nahe Eversberg liegt an der B 55 der Kriegsgräberstätte Eversberg mit Gefallenen des Zweiten Weltkriegs, die hauptsächlich im Verlauf der Ruhrkessel-Schlacht starben.

Der Lörmecke-Turm, der im Warsteiner Wald neben der höchsten Stelle des südlich benachbarten Warsteins bzw. nahe der höchsten Stelle des Naturparks Arnsberger Wald steht und am 7. Juni 2008 eingeweiht wurde, dient als Aussichtsmöglichkeit unter anderem über den Naturpark.

Ausblick von der Burgruine

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Heimatmuseum
Altes Rathaus

Literatur[Bearbeiten]

  • August Engel: Die westfälische Gemeinde Eversberg. Cotta, Stuttgart und Berlin 1902.
  • August Engel, Alfred Bruns: Geschichte der Stadt Eversberg. Stadt Eversberg, Eversberg 1972, ISBN 3-925680-12-8.
  • Carl Haase: Die Entstehung der westfälischen Städte. 4. Auflage. Aschendorff, Münster 1984, ISBN 3-402-05867-7.
  • Alfred Bruns: Geschichte der Stadt Eversberg II. Meschede 1992, ISBN 3-925680-14-4.
  • Wilfried Ehbrecht: Eversberg. Historischer Atlas westfälischer Städte. Band 1. Ardey-Verlag, Münster 2014, ISBN 978-3-87023-367-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eversberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadt Meschede: Einwohnerstatistik von Meschede (PDF; 116 kB), abgerufen am 6. März 2013
  2. Franz Honselmann: Sauerländisches Familienarchiv, unveränderter Nachdruck, Paderborn 1983, S. 146f.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 335.
  4. Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen. Arnsberg 1986, ISBN 3-87793-017-4, S. 146.
  5. Helmut Müller: Das Territorialarchiv des Herzogtums Westfalen, Bd. 1. Münster 2006, S. 148.
  6. Franz Honselmann: Sauerländisches Familien-Archiv, unveränderter Nachdruck, Paderborn 1983, S. 160.
  7. Franz Honselmann: Sauerländisches Familien-Archiv, unveränderter Nachdruck, Paderborn 1983, S. 85, 87.
  8. Franz Honselmann: Sauerländisches Familien-Archiv, unveränderter Nachdruck, Paderborn 1983, S. 144.
  9. Franz Honselmann: Sauerländisches Familien-Archiv, unveränderter Nachdruck, Paderborn 1983, S. 274.