Microsoft Exchange Server

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Der Exchange Server ist ein Groupware- und Nachrichtensystem der Firma Microsoft. Er kann für umfangreiche und vielfältige Aufgaben in von Microsoft-Produkten geprägten Infrastrukturen eingesetzt werden und eignet sich für alle Größen von Netzwerken. Es können beispielsweise Intranets aufgebaut und gepflegt, E-Mails verwaltet und gefiltert, Zeitpläne erstellt, Termine vereinbart und Diskussionen geführt werden.

Microsoft Exchange Server benutzt ein proprietäres RPC-Protokoll namens MAPI, welches unter anderem auch von Microsoft Outlook verwendet wird. Entourage, Microsofts PIM-Software und Exchange-Client für Mac OS X, nutzt WebDAV anstelle von MAPI.

Zu Microsoft Exchange Server existieren viele Konkurrenzprodukte wie Lotus Notes / Domino von IBM, Novell GroupWise, sowie die Open-Source Alternativen Open-Xchange, OpenGroupware.org und exchange4linux.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Ursprünglich entstand der Microsoft Exchange Server aus dem Programm Microsoft Mail. Dieses wurde bis zur Version 3.5 gepflegt und danach eingestellt. Um die Nähe zu Microsoft Mail darzustellen und den Kunden den Umstieg auf Exchange nahezulegen, wurde beim ersten Exchange Server die Versionsnummer 4.0 verwendet.

[Bearbeiten] Versionshistorie

Version Veröffentlichungsdatum
3.5 (letzte Version Microsoft Mail) 12.09.1995
4.0 (erste Version MS Exchange) 11.06.1996
5.0 23.05.1997
5.5 03.02.1998
2000 29.11.2000
2003 28.09.2003
2007 2006/2007

[Bearbeiten] Exchange Server 2003

Das Produkt trägt die Bezeichnung Exchange Server 2003 und ist in den Versionen Standard und Enterprise erhältlich. Die Standardversion ist für den Einsatz in kleineren Firmen optimiert, da er nur eine Speichergruppe mit zwei Datenbanken erlaubt. Bis zum Service Pack 1 von Exchange 2003 waren diese Datenbanken auf 16 GB beschränkt. Mit dem Service-Pack 2 (SP2) für Exchange Server 2003 hat Microsoft die Speichergrenze für die Standardversion auf 75 GB erhöht. Zudem wurde der Intelligent Message Filter um weitere Funktionen erweitert, wie z. B. Sender ID und die Always uptodate-Funktion für mobile PocketPCs. Unter Umständen können die Standard- und die Enterprise-Version gemeinsam in einem Verbund betrieben werden, falls die Firma beispielsweise mehrere Standorte hat.

Die Enterprise-Version erlaubt gegenüber der Standardversion bis zu vier Speichergruppen à fünf Datenbanken, die sogar jeweils bis zu 16 TB groß werden können. Damit können auch große Datenmengen problemlos verarbeitet werden. Zudem erlaubt die Enterprise Version die Verbindung über Connectoren und den Betrieb mehrerer Server in einem Cluster zur Verbesserung der Ausfallsicherheit.

Der Exchange Server 2003 kann unter Windows Server 2003 oder Windows 2000 Server SP3 oder höher installiert werden, aber nur unter Windows Server 2003 steht der vollständige Funktionsumfang zur Verfügung. Die Benutzerverwaltung unterliegt der vollständigen Kontrolle des Active Directory des Servers. Nach Installation des Exchange-Servers hat der Administrator in der Benutzerverwaltung weitere Funktionen zum Exchange-Server zur Verfügung.

[Bearbeiten] Funktionsumfang

Mit jeder Version wurde der Funktionsumfang und die Leistungsfähigkeit erweitert. Aus dem anfänglich einfachen E-Mail-System wurde eine umfangreiche Groupwarelösung. Ab der Version 2000 wurde der Exchange Server in das Active Directory integriert. Somit war es erstmals nicht mehr notwendig, für jeden am Exchangesystem teilnehmenden Benutzer einen doppelten Benutzeraccount zu erstellen.

Es gibt jeweils eine Standard- und eine Enterprise-Edition. Diese unterscheiden sich meist durch die Möglichkeiten, mehrere Speichergruppen zu definieren, mehrere Datenbanken zu erstellen, die maximale Größe der Datenbanken sowie das mögliche Clustering.

In der Version 2003 wurde mit dem Intelligent Message Filter (IMF) erstmals eine Filterung implementiert, die es ermöglicht, Spam auszusortieren. Ebenfalls wurden Sender ID und die Always-uptodate-Funktion für mobile PocketPCs eingeführt. Seit der Version 2007 gibt es den Exchange-Server nur noch in einer nativen 64-Bit-Version.

  • E-Mails
  • Termine und Kalender
  • Aufgaben
  • Kontakte und Adressen
  • Notizen
  • Dokumente
  • E-Mail-Zugriff via Microsoft-Direct-Push-Technologie
  • E-Mail-Abruf mittels POP3/IMAP4
  • Datenkomprimierung bei Datenübertragung
  • globales Adressbuch
  • zertifikatbasierte Authentifizierung
  • Unterstützung für Secure/Multipurpose Internet Mail Extensions (S/MIME)
  • ActiveSync für die Synchronisierung mit mobilen Geräten wie zum Beispiel palmOne, PDA, Handy, Symbian, Smartphone und PocketPC
  • intelligenter Anti-Spam-Filter: SmartScreen-Filtertechnologie (Intelligent Message Filter (IMF))
  • globale Annahme- und Verweigerungsliste (Whitelist/Blacklist)
  • Viren-API, mit der Drittanbieter Antivirensoftware angebunden werden kann (VSAPI 2.5)
  • Unterstützung für das Sender-ID-E-Mail-Authentifizierungsprotokoll
  • vollständige Unterstützung der Novell-GroupWise-6.x-Konnektoren und -Migrationstools
  • Outlook Web Access: Bereitstellung eines abgespeckten Outlooks über den integrierten Internet Information Server
  • Rechtschreibprüfung für Deutsch und weitere Sprachen

Grundsätzlich werden Daten aufgeteilt in einerseits private und benutzerabhängige und andererseits öffentliche Daten wie zum Beispiel öffentliche Kalender, wodurch Gruppenarbeit möglich wird.

Als Frontendanwendung wird Outlook beziehungsweise Entourage genutzt. Als Alternative unter Linux kann auch Evolution verwendet werden. Jedoch ist eine Nutzung des Exchange-Servers auch über Internet mittels Outlook Web Access oder über mobile Geräte mittels Outlook Mobile Access möglich.

Somit ist ein Zugriff auf die Daten über Datenfernübertragung möglich.

Auch das Apple iPhone - ab Softwareversion 2.0 (Erscheinungsdatum Juli 2008) - unterstützt den Zugang zu einem Exchangeserver [1].

Bei Nutzung von Outlook 2003 zusammen mit Exchange Server 2003 wird der Funktionsumfang von Outlook erweitert. Es wird ein Abwesenheitsassistent angeboten. Outlook-Regeln werden teilweise direkt auf dem Server abgearbeitet, auch wenn der Benutzer Outlook nicht gestartet hat. Eine genaue Übersicht, welche Funktionen mit und welche ohne Client-Server-Verbindung möglich sind, existiert aber nicht. Eine Delegation des Benutzerpostfaches, Kalender usw. kann vom Benutzer an andere Benutzer erlaubt werden (Gruppenarbeit). Bei Einladung zu Terminen mit weiteren Benutzern, die ebenfalls Exchange Server benutzen, wird dem Einladenden sofort angezeigt, ob der Eingeladene bereits einen Termin hat oder „frei“ ist (Gruppenarbeit).

Exchange Daten können den Windows-SharePoint-Services und dem SharePoint-Portal-Server zur Verfügung gestellt werden. Damit sind öffentliche Daten auch in den vorgenannten Portalen verfügbar und bei Änderungen werden die Daten synchronisiert.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.apple.com/iphone

[Bearbeiten] Weblinks

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