Excitotoxizität

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Schaubild über die Hypothese der chronischen Excitotoxizität

Excitotoxizität (vom lateinischen excitare = antreiben und griechischen toxikon = Gift), deutsch auch Exzitotoxizität genannt, bezeichnet in den Neurowissenschaften das Phänomen, dass bei der Reizüberflutung so viele Neurotransmitter, insbesondere Glutamat/Kainsäure/NMDA,[1] ausgeschüttet werden, dass eine Calcium-induzierte Apoptose in den Nervenzellen ausgelöst wird.[2] Greift dieser Prozess immer weiter um sich, können größere Hirngebiete geschädigt werden und absterben. Die Excitotoxizität kann durch eine Ausschüttung von TNF-α im Zuge einer Immunreaktion verstärkt werden.[3]

Excitotoxizität spielt eine Rolle bei Rückenmarksverletzungen, Schädel-Hirn-Traumata, Schlaganfall,[1] Vergiftungen mit manchen Neurotoxinen sowie bei neurodegenerativen Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) wie z. B. multiple Sklerose, Alzheimerkrankheit, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Parkinsonkrankheit, Alkoholismus, Huntington-Krankheit.[4] Auch bei der Hypoglykämie und dem Status epilepticus wurde eine erhöhte Glutamatkonzentration rund um die Neuronen festgestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b K. Szydlowska, M. Tymianski: Calcium, ischemia and excitotoxicity. In: Cell calcium. Band 47, Nummer 2, Februar 2010, S. 122–129, ISSN 1532-1991. doi:10.1016/j.ceca.2010.01.003. PMID 20167368.
  2. J. Puyal, V. Ginet, P. G. Clarke: Multiple interacting cell death mechanisms in the mediation of excitotoxicity and ischemic brain damage: a challenge for neuroprotection. In: Progress in neurobiology. Band 105, Juni 2013, S. 24–48, ISSN 1873-5118. doi:10.1016/j.pneurobio.2013.03.002. PMID 23567504.
  3. G. Olmos, J. Lladó: Tumor necrosis factor alpha: a link between neuroinflammation and excitotoxicity. In: Mediators of inflammation. Band 2014, 2014, S. 861231, ISSN 1466-1861. doi:10.1155/2014/861231. PMID 24966471. PMC 4055424 (freier Volltext).
  4. A. Mehta, M. Prabhakar, P. Kumar, R. Deshmukh, P. L. Sharma: Excitotoxicity: bridge to various triggers in neurodegenerative disorders. In: European journal of pharmacology. Band 698, Nummer 1–3, Januar 2013, S. 6–18, ISSN 1879-0712. doi:10.1016/j.ejphar.2012.10.032. PMID 23123057.
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