Exekias

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Töpfersignatur des Exekias

Exekias (griechisch Ἐξηκίας) war ein griechischer Vasenmaler und Töpfer des schwarzfigurigen Stils, der um 550 bis 530 v. Chr. in Athen tätig war.

Leben, Stil und Werk[Bearbeiten]

Exekias gilt als einer der bedeutendsten und innovativsten Künstler des schwarzfigurigen Stils.[1] Anders als viele andere Vasenmaler begann Exekias seine Laufbahn als Töpfer. Seine ersten Arbeiten, zwei Amphoren, schuf er für Maler der E-Gruppe. Aus dieser Künstlergruppe ging Exekias auch hervor. Mehrere Vasenformen (Halsamphoren, Bauchamphoren des Typs A, Augenschalen, Kelchkratere) hat er, wohl angeregt durch ostgriechische Keramikformen, neu oder umgestaltet. Seine Töpferarbeiten haben die Töpfer der folgenden Generationen nachhaltig beeinflusst. Insgesamt sind heute 15 Vasen bekannt, die mit der Töpfersignatur des Exekias versehen sind. Heute ist Exekias jedoch noch bekannter für seine Vasenmalerei. Drei von ihm getöpferte Vasen tragen auch seine Malersignatur.[2] Etwa 30 weitere Werke konnten ihm aufgrund stilistischer Analysen zugewiesen werden. Es ist nur eine sehr kurze Schaffensphase für Exekias als Maler anzunehmen, da sowohl auf frühen wie auf späten Vasen der Kalos-Name Onetorides angegeben ist und Epheben wie Onetorides nur eine begrenzte Zeit in dieser Weise gewürdigt wurden. Seine Malerarbeiten werden in das dritte Viertel des 6. Jahrhunderts v. Chr. datiert. Auch als Maler scheint er von frühen Vertretern der E-Gruppe beeinflusst worden zu sein, wenngleich ein größerer Einfluss des Nearchos angenommen wird.[1]

Teil der Berliner Grabtafeln

Als Maler gab er der schwarzfigurigen Vasenmalerei entscheidende Impulse. Die Anordnung der Dekorationen sowie die Wahl und Ausführung der Ornamente sollten den schwarzfigurigen Stil bis zu seinem Ende mitprägen. Seine Spiralmuster unter den Henkeln sind von besonderer Feinheit.[3] Von ihm und Amasis wurden auch die ersten bedeutenden Bildfeldamphoren erstellt, bei denen beidseitig jeweils ein erzählendes Bild vorhanden ist. Mit seiner Kunstfertigkeit erschloss Exekias trotz der Einschränkung des schwarzfigurigen Stils ganz neue Aussagemöglichkeiten. Das gelang ihm zum Teil durch neue Bildideen, vor allem jedoch durch die Darstellungsweise, die den Figuren ein für den Zeichenstil ganz neues Eigenleben einhaucht. Er ist der erste Vasenmaler, der bei den Bildern nicht erst das Ergebnis einer Aktion zeigt, sondern schon den Weg zu dieser. Seine Figuren erreichen eine besondere Tiefe, wie es bis dato in der griechischen Kunst nur die Dichter darzustellen vermochten.[1] So zeigt er auf einer sich heute in Boulogne-sur-Mer befindlichen Amphore mit der Darstellung des Selbstmords des Ajax den Helden des Trojanischen Krieges bei der Vorbereitung zu der Tat, und nicht wie bislang erst nach der Durchführung. Exekias gelingt es, die Gefühle und Entschlossenheit des Ajax zum Ausdruck zu bringen.[1] Exekias schafft es in seinen Werken, den Figuren Würde zu verleihen.[3] Wo die alten Vasenmaler Menschen nur als Puppen darstellen konnten und es der Amasis-Maler schon erreichte, sie wie Menschen zu zeigen, schaffte es Exekias, die Menschen göttlich zu zeigen und damit die Klassische Kunst vorwegzunehmen.[3] Boardman sieht in Exekias den ersten Künstler der europäisch-westlichen Kultur.[3]

Auf seiner bekannten Augenschale in München stellte er den Gott Dionysos dar, der wie ein Zecher auf einem Schiff liegt. Das ihn als göttliche Figur darstellende Attribut ist eine am Schiffsmast entlang wachsende Weinranke, das Symbol des Gottes. Ein drittes besonders bekanntes Bild ist das des Ajax und des Achill beim Brettspiel. Für diese Szene gibt es keine literarische Grundlage, sie entsprang einzig der Kreativität des Malers. Überhaupt hat er ein besonderes Interesse für den Trojanischen Krieg und ganz besonders für den Helden Ajax. Ein Motiv, das ebenfalls bei ihm zum ersten Mal auftauchte, war der umkehrende Streitwagen.

Seine Arbeiten sind technisch sehr sauber und scheinen sich an den Bildhauern seiner Zeit zu orientieren.[1] Da seine Werke alle qualitativ hochwertig sind – John Boardman spricht von Exekias als einem „Perfektionisten“ –, ist eine Stilentwicklung nur schwer nachzuvollziehen.[3] Exekias muss auch zu seinen Lebzeiten als Handwerker hoch angesehen gewesen sein, anders ist es kaum zu erklären, dass er für einen wohlhabenden Athener einen Satz von mindestens 15 Grabpinakes bemalt hat, deren Fragment sich heute in der Antikensammlung Berlin befinden. Auch hier erschloss er neue Betrachtungsweisen. In der Gesamtkonzeption sind die Grabtafeln des Exekias mit der gleichzeitigen Tafelmalerei ebenbürtig. Der Erfinder der rotfigurigen Vasenmalerei, der Andokides-Maler, war wahrscheinlich Schüler des Exekias und malte auch im neuen Stil noch in der Art seines Lehrmeisters.

Werkliste (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Exekias – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b c d e Heide Mommsen: Exekias. In: Der Neue Pauly. Band 4, Sp. 340
  2. Halsamphore in Berlin, Bauchamphoren im Vatikan und in Tarent
  3. a b c d e John Boardman: Schwarzfigurige Vasen aus Athen. S. 63
  4. FAZ vom 2. Oktober 2010, Seite 42