Exodus (Album)

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Exodus
Studioalbum von Bob Marley & the Wailers
Veröffentlichung 3. Juni 1977
Label Tuff Gong/Island Records
Format CD, LP
Genre Reggae
Anzahl der Titel 10 (Bonus 12)
Laufzeit 37:24 (Bonus 50:20)

Besetzung

Produktion Bob Marley & the Wailers; Chris Blackwell
Studio Harry J. Studio in Kingston (Jamaika); Island Studios in London
Chronologie
Rastaman Vibration
(1976)
Exodus Kaya
(1978)

Exodus ist eines der wichtigsten Reggae-Alben der jamaikanischen Reggaelegende Bob Marley und seiner Band sowie das fünfte Studioalbum für Island Records. Die Songs wurden im Januar und Februar 1977 in London aufgenommen, das Album erschien am 3. Juni 1977. Exodus entstand im Londoner Exil, weil sich Marley dort von dem Mordanschlag vom Dezember 1976 sowie der angespannten politischen Situation in seiner Heimat erholte.

Unmittelbar nach der Ankunft der Band in England im Januar 1977 begannen die Aufnahme-Sessions. Eine ehemalige Wäscherei in Chiswick und eine umgewidmete Kirche in Notting Hill dienten als Aufnahmestudios. Nach Angaben von Chris Blackwell, Gründer von Island und Marleys Entdecker, wurden die Songs für Exodus und das Nachfolgealbum Kaya im selben Zeitraum aufgenommen. Die Auswahl der Songs sowie deren Reihenfolge auf beiden Platten überließ Marley seinem Koproduzenten Blackwell.

„Unsere Arbeitsteilung bestand darin, dass er die Tracks aufnahm und ich sie mischte. Ebenso wählte ich eine Titelfolge für das Album. Die Songs, die zu Exodus und seinem Nachfolger Kaya wurden, waren zur selben Zeit aufgenommen worden. Bob übergab sie mir, und ich teilte sie auf zwei Alben auf. Wir haben kaum über Abmischung oder Abfolge der Songs gesprochen. Unsere Beziehung basierte nicht darauf, viel Zeit miteinander zu verbringen oder alles lang und breit zu diskutieren.“ (Chris Blackwell)[1]

Eine Besonderheit des Albums ist das Vorhandensein ungewöhnlich vieler Liebeslieder. Die Songs Jamming, Waiting in Vain, Three Little Birds und One Love/People Get Ready waren allesamt ebenso wie der Titeltrack Exodus weltweite Erfolge und gelten heute als moderne Klassiker. Das Album erreichte in den Billboard-Popalbumcharts Platz 20, und Platz 15 in den Blackalbumcharts.

Das Entstehungsjahr 1977 bedeutete auch den Durchbruch von Punk und New Wave in England. Bei den Punks der ersten Generation war Reggae sehr beliebt, da er als ursprünglich und unverfälscht galt. Bob Marley und der jamaikanische Dub-Musiker Lee „Scratch“ Perry griffen den Trend auf und produzierten im Juli 1977 in London den griffigen Titel Punky Reggae Party. Da die meisten Wailers schon wieder auf Jamaika weilten, wurde dieser Song mit den Gruppen Third World und Aswad eingespielt. Im Text nimmt Marley Bezug auf die neue Musikrichtung (New wave, new craze) und nennt einige potenzielle Gäste seiner Punky Reggae Party:

Wailers still be there, The Jam, The Damned, The Clash, Dr. Feelgood too“.

Der Song ist heute als Bonustrack ein Bestandteil des Albums. Das TIME-Magazin kürte Exodus 1998 zum besten Musikalbum des 20. Jahrhunderts. Der Fernsehsender VH1 listete es auf Platz 26 der besten Alben aller Zeiten.

Titelliste[Bearbeiten]

  1. Natural Mystic (Bob Marley) – 3:27
  2. So Much Things To Say (Bob Marley) – 3:08
  3. Guiltiness (Bob Marley) – 3:19
  4. The Heathen (Bob Marley) – 2:36
  5. Exodus (Bob Marley) – 7:40
  6. Jamming (Bob Marley) – 3:31
  7. Waiting In Vain (Bob Marley) – 4:16
  8. Turn Your Lights Down Low (Bob Marley) – 3:39
  9. Three Little Birds (Bob Marley) – 3:00
  10. One Love/People Get Ready (Bob Marley, Curtis Mayfield) – 2:04
Extra-Tracks
  1. Jamming (Longversion) – 5:52
  2. Punky Reggae Party (Bob Marley, Lee Perry) – 6:50

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Williams (Hg.): Exodus - Exil 1977, Sonderausgabe zum 30. Jahrestag, Buch mit dem Originalalbum auf CD (12 Titel), 2007.

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Chris Blackwell: Die besondere Dynamik in: Richard Williams (Hg.): Exodus - Exil 1977. Sonderausgabe zum 30. Jahrestag, 2007.