Extensionshülse

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Aushang der Hand bei distaler Radiusfraktur.
Darstellung einer medizinisch verwendeten Extensionshülse (Mädchenfänger)

Als Extensionshülse auch Mädchenfänger oder Fingerfalle wird eine Vorrichtung bezeichnet, mit deren Hilfe es auf einfache und schonende Weise möglich ist, einzelne Finger zu fixieren. Sie findet unter anderem in der Medizin, aber auch als Scherzartikel Anwendung.

Aufbau[Bearbeiten]

Die Extensionshülse ist ein aus einem Geflecht bestehendes Rohr, das an einem Ende verschlossen, am anderen offen ist. Das Geflecht besteht aus Bast oder Kunststoff und ist an einem Ende an einem zylinderförmigen Abschlussstück befestigt, das mit einem Haken versehen ist.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Funktionsweise

Schiebt man einen Gegenstand mit einem passenden oder etwas größeren Durchmesser in die Extensionshülse hinein, so staucht sich das aus Geflecht bestehende Rohr und sein Durchmesser vergrößert sich. Zieht man den Gegenstand (der Wandkontakt hat) wieder heraus, so zieht sich das Rohr in die Länge und sein Durchmesser verkleinert sich deutlich auf ein Niveau, das unter Umständen auch kleiner sein kann als der Ausgangsdurchmesser. So erhöht sich die Haftreibung und der eingebrachte Gegenstand ist in der Extensionshülse fixiert.

Anwendung[Bearbeiten]

Die Extensionshülse wird dabei über einen Finger oder Zeh gestülpt. Wird anschließend ein Zug auf die entsprechende Gliedmaße ausgeübt, zieht sie sich fest zusammen und fixiert diese, indem sie sie gleichmäßig fest umschließt, solange der Zug anhält.[1]

  • In der Medizin wird die Extensionshülse als Mädchenfänger bezeichnet und findet insbesondere bei der Reposition gelenksnaher Radiusfrakturen oder bei der Lagerung zur Arthroskopie des Handgelenkes Anwendung.[2][3]
  • Scherzartikel Fingerfalle
    An beiden Enden offen zur Einführung zweier Finger ist sie als Scherzartikel unter den Begriffen Fingerfalle, Chinese finger trap oder Chinese handcuffs bekannt.
  • Zum Einziehen von Kabeln in Rohre wird sie Kabeleinziehstrumpf genannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

 Commons: Chinese finger traps – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Ucke C.: Physikalische Spielereien, TU-München, 2006, pdf
  2. Tscherne H.: Tscherne Unfallchirurgie, Springer, 2001, S. 270–272, ISBN 3-540-63300-6, hier online
  3. Gerstorfer M., e. a.: 80 Fälle Chirurgie, Urban & FischerVerlag, 2006, S. 233, ISBN 3-437-42715-6, hier online