Extremadura

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Extremadura
 
 
Extremadura

Flagge

Wappen
Karte
Basisdaten
Land: Spanien
Verwaltungssitz: Mérida
Fläche: 41.634 km²
Einwohner: 1.088.728
Bevölkerungsdichte: 26,1 Einw./km²
Ausdehnung: Nord-Süd: ca. 281 km
West-Ost: ca. 221 km
ISO 3166-2: ES-EX
Homepage: www.juntaex.es/
Internet-TLD:
Politik und Verwaltung
Amtssprachen: Spanisch
Autonomie seit: 26. Februar 1983
Präsident: Guillermo Fernández Vara (PSOE)
Vertretung in den
Cortes Generales:
Kongress: 10 Sitze
Senat: 8 Sitze
Gliederung: 2 Provinzen
Karte
Karte

Die Extremadura ist eine der 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens und liegt, an Portugal grenzend, im Südwesten des Landes. Die autonome Gemeinschaft umfasst die Provinzen Cáceres und Badajoz.

Der Name Extremadura stammt von „Extremos del Duero“, was “Jenseits des großen Flusses Duero” bedeutet.

Die Extremadura erstreckt sich über 8,3 % der spanischen Landmasse, stellt jedoch mit einer Bevölkerungsdichte von 25 Einwohnern pro km² nur 2,6 % der Einwohner Spaniens.

Die Bevölkerung, als Extremeña oder Extremeño bezeichnet, verteilt sich auf 383 Gemeinden. Die einzige Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern ist Badajoz (149.137 Einwohner). 57 % der Bevölkerung leben in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern. Die nächstgrößeren Städte sind Cáceres (91.000 Einwohner) und die Hauptstadt der autonomen Gemeinschaft, Mérida (53.915 Einwohner).

Die regionale Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren verbessert und hat zwischen 1985 und 1999 schneller als andere Regionen in Spanien aufgeholt. Die Extremadura hat von den EU-Kohäsionsfonds profitiert und damit Projekte in den Bereichen Bildung, Sozialer Schutz und Wirtschaft gefördert.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Die Extremadura hat eine Fläche von 41.634 km² und stellt damit 8,2 % der spanischen Landmasse. Sie ist größer als Dänemark, Belgien oder die Niederlande und die fünftgrößte autonome Gemeinschaft Spaniens.

Die Extremadura setzt sich zusammen aus der 19.868 km² großen Provinz Cáceres und der 21.766 km² großen Provinz Badajoz.

Der äußerste Norden der Region ist bergig. Die westlichen Ausläufer des Zentralsystems der iberischen Halbinsel bilden mehrere Gebirgszüge und Täler, die an die kastilische Sierra de Gredos anschließen. Höchster Berg ist der Calvitero (2.425 m) an der Grenze zur Provinz Salamanca. Diese Gebiete sind wasserreich und fruchtbar; bekannt sind die Kirschen aus dem Valle del Jerte oder Paprika aus der Region La Vera. Südlich des Flusses Tajo beginnt trockeneres Land mit weiten Ebenen, das bekannt ist für Weinbau (D.O. Ribera del Guadiana), aber vor allem für seine Steineichenhaine (spanisch dehesas), in denen das schwarze iberische Schwein (cerdo ibérico) gehalten wird, das sich hauptsächlich von Eicheln ernährt. Die besondere Rasse und Ernährung – beide unterliegen strengen Regelungen zum Schutz der Produktbezeichnung „ibérico“ – geben dem berühmten Jamón Ibérico (luftgetrockneter Schinken) seinen besonderen Geschmack und seine hohe Qualität.

Außerdem leben hier noch viele seltene, vom Aussterben bedrohte Tiere, wie z. B. der Pardelluchs, die Großtrappe, ein großer Bodenvogel, der dort auch das Wappentier darstellt, sowie der Kranich, der Schwarzstorch und auch der Wolf.

In der Region südlich des Río Tajo findet man neben Steineichen auch Korkeichen, deren Rinde in der portugiesischen Provinz Alentejo hauptsächlich zu Korken für die Weinindustrie verarbeitet wird.

Durch die Extremadura fließt im Norden der Tajo und im Süden der Guadiana.

[Bearbeiten] Klima

Die Extremadura wird geprägt durch ein mediterranes Klima. Nur im Norden herrschen in der Bergregion kontinentale Wetterbedingungen, die eine klimatische Teilung der Region bewirken. Der Boden im Norden ist wasserreich und fruchtbar. In der Region südlich des Tajo ist er trocken, was großflächige Areale mit fast unberührter Natur entstehen ließ.

Ein derartiges Klima wird von milden, regenreichen Wintern und trockenen Sommern geprägt. Die Jahresdurchschnittstemperatur der Extremadura liegt bei 16-17 °C. Im Norden wird ein Jahres-Temperaturdurchschnitt von 13 °C erreicht, im Süden hingegen beträgt er 18 °C.

Der Niederschlag in der Region liegt zwischen 450 und 500 l/m² im Jahr. Der Sommer bringt durchschnittliche Temperaturen um 26 °C mit sich, die bis auf 46 °C ansteigen können.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Extremadura erhielt ihren Titel tierra de conquistadores y lusitanos wegen der vielen Eroberer Amerikas, die aus der Region stammten, unter anderem Hernán Cortés, Francisco Pizarro oder Hernando de Soto.

Das Gebiet um Valencia de Alcántara ist mit 35 Dolmen eine der megalithreichsten Regionen Spaniens. Vor etwa 3000 Jahren besiedelten die Kelten die Region. Ihnen folgten die Karthager und danach die Römer. Die Römer machten die Extremadura unter dem Namen Hispana Ulterior Lusitana zu einer wichtigen Handelsregion und gründeten die Städte Norba Caesarina, das heutige Cáceres, und Emerita Augusta, heute Mérida. Bis heute sind viele historische Bauwerke, vor allem der Römer, sehr gut erhalten wie etwa Aquädukte, Theater, Festungen etc. Nahe der portugiesischen Grenze befindet sich mit der Brücke von Alcántara ein herausragendes Zeugnis römischer Ingenieurskunst.

Im Zuge der Reconquista (Beendigung der maurischen Herrschaft) nahm im Jahr 1230 König Alfons IX. von León die Region für Spanien in Besitz.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Im Vergleich mit dem BIP der EU - ausgedrückt in Kaufkraftstandards - erreicht die Extremadura einen Index von 71 (EU-27:100) (2006).[1] Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt bei 15.054 € Das sind nur 68% des spanischen Durchschnittes (Ø = 22.152).

Im Moment erlebt die Extremadura ein überdurchschnittlich hohes wirtschaftliches Wachstum. Deshalb werden vor allem in Tourismus und Handel neue Möglichkeiten entwickelt, den Markt zu stärken und auszubauen. Besonders im Tourismus wuchs die Nachfrage in den letzten Jahren erheblich an - der Anteil der Bevölkerung im Dienstleistungssektor beträgt inzwischen 57%.

Neben dem Dienstleistungssektor gibt es in der Extremadura ungefähr 8.000 Industriebetriebe, hauptsächlich kleine und mittelständische Unternehmen. Die wichtigsten Industriezweige sind Energie, Landwirtschaft, Kork, Stein, Schmuck, Textilien und Maschinenbau.

Des Weiteren wird in der Extremadura noch Landwirtschaft betrieben. Hier wird hauptsächlich auf chemiefreien Bioanbau gesetzt.

Ein wichtiger Handelspartner der Extremadura ist das angrenzende Nachbarland Portugal.

Vorne liegt die Extremadura im Energiesektor. Die Entwicklung und der Bau von Stauseen und Talsperren führt zu einer stabilen Nutzung der Wasserelektrizität. Es wird sogar mehr Energie produziert, als für die eigene Region notwendig wäre.

Weiterhin wird an der Nutzung von Biomassen-, Wind- und Sonnenenergie geforscht und entwickelt.

Die nördliche Region der Extremadura ist wasserreich und fruchtbar. Hier werden Kiwis, Feigen, Sonnenblumen, Kirschen, Paprika und Zitronen angebaut. Eine Spezialität aus dem Norden ist Pimentón de la Vera, ein aromatisches Paprikapulver.

Südlich des Tajo beginnt das trockene Land. Hier, in der Dehesa, stehen viel Kork- und Steineichen, aus denen hauptsächlich Korken für Weinflaschen hergestellt werden. Hier lebt das schwarze iberische Schwein (cerdo ibérico), das sich hauptsächlich von Eicheln ernährt. Es liefert den berühmten Jamón Ibérico (luftgetrockneter Schinken). Auf den flachgründigen, nährstoffarmen Böden wird zudem Wein angebaut (→ siehe auch die Artikel Weinbau in Spanien und Ribera del Guadiana).

[Bearbeiten] Politik

Im April 2002 beschloss die Regierung, die Computersoftware in Schulen und Behörden auf Linux und Freie Software umzustellen, um durch Investitionen in die regionale Wirtschaft speziell den IT-Sektor zu stärken. Zu diesem Zweck wurde die eigene Distribution LinEx ins Leben gerufen, die seither geholfen hat, Millionen einzusparen.

[Bearbeiten] Bevölkerung

In der Extremadura leben zur Zeit 1.088.728 Einwohner (2007), das sind 2,6 Prozent der spanischen Bevölkerung. Aufgrund seiner Größe zählt die Extremadura damit zu einem der am dünnsten besiedelten Gebiete Europas.

In der Extremadura leben 29.068 Ausländer. Damit hat die Extremadura einen Ausländeranteil von 2,67 %, der sich hauptsächlich aus Bürgern kolumbianischer, brasilianischer, portugiesischer, marokkanischer, rumänischer und asiatischer Herkunft zusammensetzt.

Der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahre liegt in Badajoz bei 17-19 %, in Cáceres sogar zwischen 19 und 23 %. Der spanische Durchschnitt beträgt 16,62 %. (Zahlen von 2005)

Zwischen 1900 und 2000 verzeichnete die Extremadura ein Wachstum der Bevölkerung von 0-50%. Im Gegensatz dazu hatten Regionen wie Madrid oder Barcelona ein Bevölkerungswachstum von über 300 %. Zwischen 1950 und 1981 ging die Bevölkerung der Region zwischen 0 und -20 % zurück. Erst ab 1981 stiegen die Zahlen wieder, mit Ausnahme von Cáceres. In Badajoz hingegen nahm die Bevölkerung zwischen 0 und 10 % zu.

[Bearbeiten] Städte

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Extremadura – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

[Bearbeiten] Quellen

  1. http://www.ine.es/prensa/np488.pdf Instituto Nacional de Estadística
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen