Extreme

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Extreme
Gary Cherone und Nuno Bettencourt bei einem Live-Auftritt in Madrid, 31. Oktober 2008.
Gary Cherone und Nuno Bettencourt bei einem Live-Auftritt in Madrid, 31. Oktober 2008.
Allgemeine Informationen
Genre(s) Funk Rock, Hard Rock
Gründung 1985
Auflösung 1995
Neugründung 2008
Website www.extreme-band.com
Aktuelle Besetzung
Gary Cherone (seit 1985)
Nuno Bettencourt (seit 1985)
Pat Badger (bis 1994, seit 2008)
Kevin Figueiredo (seit 2008)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Peter Hunt (1985)
Bass
Paul Mangone (1985–1986)
Bass
Carl Restivo (2004)
Schlagzeug
Mike Mangini (1994–1996)
Schlagzeug
Paul Geary (bis 1994, 2004)

Extreme ist eine US-amerikanische Funk-Metal-Band, die 1985 gegründet wurde und zu Beginn 1990er Jahre ihre größten Erfolge feierte.

Geschichte[Bearbeiten]

Extreme ging aus der 1981 gegründeten Band The Dream hervor, die 1983 ein sechs Lieder umfassendes Album aufnahm und veröffentlichte. 1985 gewann die Gruppe mit ihrem Lied Mutha (Don’t Want to Go to School Today) einen vom Musiksender MTV veranstalteten Wettbewerb, im gleichen Jahr benannten sich die Musiker in Extreme um und holten mit Nuno Duarte Gil Mendes Bettencourt einen zweiten Gitarristen in die Band. Nach nur drei Proben mit Nuno trennte sich die Band vom ursprünglichen Gitarristen Peter Hunt, der mit Bettencourts technischen Fähigkeiten nicht konkurrieren konnte. 1986 stieß Bassist Pat Badger als Ersatz für Paul Mangonen zur Gruppe. In dieser neuen Besetzung erspielte sich Extreme in kurzer Zeit einen guten Ruf in der Umgebung ihrer Heimatstadt Boston. Die Gruppe spielte 1986 erstmals in Europa und nahm an Festivals in Portugal, Bettencourts Heimat, teil. 1987 gewann die Band den Boston Music Award und unterzeichnete einen Plattenvertrag bei A&M. Das Lied Play with Me erschien als Teil des Soundtracks des Films Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit.

Ihr Debütalbum veröffentlichte die Gruppe im Jahr darauf, doch es gelang ihr vorerst nicht, über ihren Bundesstaat hinaus bekannt zu werden. Erst mit dem zweiten Album Pornograffitti, das 1990 erschien, änderte sich dieser Umstand: Die nur mit Akustikgitarre begleitete Single More Than Words erreichte Platz 1 der US-Charts und avancierte zu einem internationalen Hit. Als weitere Hitsingles konnten sich Hole Hearted und Get the Funk Out hoch in den Charts platzieren. Extreme besetzten mit ihrem Funk-Rock eine eigene Nische, Gitarrist Nuno Bettencourt wurde ein gefragter Gastmusiker für zahlreiche Aufnahmen anderer Künstler. Er spielte mit Janet Jackson auf ihrem Lied Black Cat und nahm auch mit TM Stevens mehrere Titel auf.

Mit dem dritten, überaus ehrgeizigen Album III Sides to Every Story konnte die Band wegen des Fehlens einer radiofreundlichen Single nicht an den kommerziellen Erfolg des Vorgängers anknüpfen. Viele Kritiker hielten die Platte für überambitioniert. Extreme nahm 1992 am Freddie Mercury Tribute Concert zu Ehren des verstorbenen Queen-Sängers teil. Für diesen Auftritt studierte die Band ein eigens zusammengestelltes Queen-Medley drei Wochen vor dem Konzert in ihrer Heimatstadt Boston ein. Außer den Hits More Than Words und Get the Funk Out hatte die Band keine Lieder, die die eingeteilte Auftrittsdauer von gut 20 Minuten gefüllt hätten. Da alle Extreme-Musiker große Queen-Fans waren, einigte man sich auf das Medley und schließlich als Zugabe More Than Words. Noch heute gilt der Auftritt nach einer Umfrage des Rolling Stone Magazine von 2008 (5) als einer der zehn besten Live-Auftritte aller Zeiten (Platz 1: Queens Live-Aid-Auftritt 1985).

1994 verließ Geary die Band. Als Ersatz stieg der ehemalige Annihilator-Schlagzeuger Mike Mangini für das Monsters-of-Rock-Festival in Castle Donington ein. Das vierte Album Waiting for the Punchline wies deutliche Grunge-Einflüsse auf und floppte kommerziell. Daraufhin löste sich die Band auf.

Der Sänger Gary Cherone wurde als Ersatz für Sammy Hagar bei Van Halen verpflichtet. Das mit der Gruppe veröffentlichte Album III war kommerziell nicht erfolgreich, was zur Trennung von Cherone führte. Bettencourt startete derweil eine Solokarriere und veröffentlichte u. a. das Album Schizophonic. 2004 traten die Extreme-Musiker anlässlich des 20. Maré de Agosto Internacional Music Festival auf der portugiesischen Insel Santa Maria auf den Azoren, dem Geburtsort von Bettencourt, erstmals wieder gemeinsam auf. Anstelle von Pat Badger spielte bei diesem Konzert Carl Restivo den Bass. Anlässlich des WAAF’s Hillmann 15th Anniversary Concert trat die Gruppe am 18. September 2004 im City Hall Plaza in Boston neben Puddle of Mudd und den Dropkick Murphys auf. Weitere Auftritte folgten 2006, im Dezember 2007 spielte die Band anlässlich der Boston Music Awards und gab bei diesem Anlass bekannt, dass sie ein neues Album veröffentlichen werde.

Am 12. August 2008 erschien das Saudades de Rock betitelte Album, 2010 veröffentlichte die Gruppe das Live-Album und die DVD Take Us Alive, die beide bei einem Konzert in Boston aufgenommen worden waren.

Im Juni/Juli 2014 kehren Extreme in der Besetzung mit Gary Cherone, Nuno Bettencourt, Pat Badger und Kevin Figueiredo zum ersten Mal seit sechs Jahren für drei Konzerte (Mannheim - Alte Seilerei, Köln - Live Music Hall und Nürnberg - Rockfabrik) nach Deutschland zurück.

Trivia[Bearbeiten]

  • Mike Mangini wurde auf dem Album Waiting for the Punchline zwar als Bandmitglied genannt, nahm tatsächlich aber nur drei Lieder mit der Gruppe auf. Bei den restlichen Titel spielte Paul Geary noch das Schlagzeug.
  • Anfang der 1990er Jahre hatte Nuno Bettencourt einen Cameo-Auftritt, als er selbst im Videoclip von Stuttering John zu I’ll Talk My Way Out of It (neben Gene Simmons und Sting) auftrat.
  • Extreme steuerte 1994 mit der Coverversion des Kiss-Liedes Strutter einen Titel zum Tribute-Album Kiss My Ass bei.
  • Das Album Pornograffitti wurde mit dem Lied More than Words promotet.
  • Mike Mangini und Pat Badger spielten bei Gary Cherones Projekt Tribe of Judah und auf deren CD Exit Elvis mit.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1][2] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Austria.svg AT Flag of Switzerland.svg CH Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the United States.svg US
1989 Extreme 80
(32 Wo.)
1990 Extreme II Pornograffitti — A Funked Up Fairytale 15
(39 Wo.)
17
(12 Wo.)
10 Gold
(17 Wo.)
12 Platin
(61 Wo.)
10 Doppelplatin
(75 Wo.)
1992 III Sides to Every Story – Yours, Mine and the Truth 20
(13 Wo.)
27
(4 Wo.)
14
(9 Wo.)
2 Gold
(11 Wo.)
10 Gold
(23 Wo.)
1995 Waiting for the Punchline 46
(9 Wo.)
37
(2 Wo.)
24
(7 Wo.)
10
(3 Wo.)
40
(5 Wo.)
2008 Saudades de Rock 78
(1 Wo.)
weitere Alben
  • 1998: Running Gag
  • 2010: Take Us Alive – Boston 2009 (Livealbum)

Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1990: Extragraffitti (EP, Japan)
  • 1992: Remixes & B-Sides
  • 1998: The Best of Extreme: An Accidental Collication of Atoms?
  • 2002: 20th Century Masters – The Millennium Collection: The Best of Extreme
  • 2002: Hole Hearted
  • 2002: The Collection
  • 2004: 20th Century Masters – The DVD Collection: The Best of Extreme
  • 2007: Best of Extreme
  • 2012: Tragic Comic

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1][2] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Austria.svg AT Flag of Switzerland.svg CH Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the United States.svg US
1991 More Than Words
Extreme II: Pornograffitti
8
(23 Wo.)
13
(12 Wo.)
3
(21 Wo.)
2 Silber
(11 Wo.)
1 Gold
(24 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1990
1991 Get the Funk Out
Extreme II: Pornograffitti
19
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1990
1991 Hole Hearted
Extreme II: Pornograffitti
48
(13 Wo.)
12
(7 Wo.)
4
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1990
1991 Decadence Dance
Extreme II: Pornograffitti
36
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1990
1992 Song for Love
Extreme II: Pornograffitti
12
(6 Wo.)
1992 Rest in Peace
III Sides to Every Story
20
(3 Wo.)
13
(5 Wo.)
96
(3 Wo.)
1992 Stop the World
III Sides to Every Story
22
(2 Wo.)
95
(3 Wo.)
1993 Tragic Comic
III Sides to Every Story
15
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1992
1995 Hip Today
Waiting for the Punchline
44
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1994
weitere Singles
  • 1989: Little Girls
  • 1989: Kid Ego
  • 1989: Mutha (Don’t Wanna Go to School Today)
  • 1994: There Is No God
  • 1995: Cynical
  • 1996: Running Gag (EP)

Videos[Bearbeiten]

  • 1991: Photograffitti (VHS, Gold in den USA)[2]
  • 2005: Classic Extreme (DVD)
  • 2006: Videograffiti: The Definitive (DVD)
  • 2007: Essential Videos
  • 2010: Take Us Alive

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: Singles Alben US1 US2
  2. a b c Gold-/Platin-Datenbanken: CH UK US

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Extreme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien