Eyâlet Bosnien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Seiten Eyâlet Bosnien, Paschalik Bosnien und Vilâyet Bosnien überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Otberg (Diskussion) 10:11, 18. Dez. 2013 (CET)
Flagge des bosnischen Eyâlets
Wappen des bosnischen Eyâlets

Das Eyâlet Bosnien oder Ayâlet Bosnien, ab dem 10. Juni 1865 Vilâyet Bosnien, ist der Name einer osmanischen Provinz, die zu ihrer Blütezeit den folgenden heutigen Staaten entsprach: Bosnien und Herzegowina, großen Teilen Kroatiens (Dalmatien, Lika und Slawonien), Teilen Serbiens und Teilen Montenegros (Sandžak von Novi Pazar).

Geschichte[Bearbeiten]

Während der osmanischen Herrschaft war das bosnische Eyâlet zuerst ein Sandschak im Eyâlet Rumelien. Der bosnische Sandschak wurde nach der Exekution des letzten Despoten Stephen Tomašević von Bosnien im Jahre 1463 geformt, die ersten Gebiete wurden bereits im Jahr 1392 erobert. Im Jahre 1580 wurde es mit anderen Sandschaks zu einem eigenständigen Eyâlet zusammengefasst. Durch die Türkenkriege verringerte sich die Fläche ab dem Ende des 17. Jahrhunderts zunehmend. Den größten Verlust musste das Vilâyet mit dem Vertrag von Karlowitz hinnehmen.

Während der Zeit der Tanzimat-Reformen (Teşkil-i Vilâyet Nizamnâmesi) wurde das bosnische Eyâlet mit einem Ferman des Sultans vom 13. Mai 1865, der am 10. Juni 1865 in Sarajevo verlesen wurde, zum Vilâyet Bosnien transformiert.

Am 29. Juli 1878 griff Österreich-Ungarn das Vilâyet Bosnien an, stieß aber auf starken Widerstand der Bošnjaken unter der Führung von Hadži-Loja Hafiz. Auch die bosnischen Serben kämpften gegen die Armee Österreich-Ungarns, mit dem Ziel Bosnien und die Herzegowina an Serbien anzugliedern.[1] Die bosnischen Katholiken unterstützten hingegen Österreich-Ungarn, wie sie es auch schon in früheren Kriegen taten. Der Widerstand fiel noch im selben Jahr zusammen und das Vilâyet Bosnien wurde unter die österreich-ungarische Finanzhoheit gestellt. Am 5. Oktober 1908 wurde Bosnien von Österreich-Ungarn annektiert (Bosnische Annexionskrise).

Hauptstädte[Bearbeiten]

Wegen Unruhen mussten die Großgouverneure ihren Sitz immer wieder von Sarajevo nach Travnik verlegen.[2][3]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die Verwaltungsgliederung des Eyâlets änderte sich häufig und ist schlecht belegt, deshalb ist eine Rekonstruktion nicht in allen Jahren und nur ungenau möglich. Das bosnische Eyâlet war um das Jahr 1606 in folgende Sandschaks aufgeteilt:[4]

Bosanski Ejalet 1606.
Bosanski Ejalet 1609.
Sandschak
Sandschak Bosnien (Bosanski Sandžak)
Sandschak Herzegowina (Hercegovački Sandžak)
Sandschak Klis (Kliški Sandžak)
Sandschak Cernik (Cernički Sandžak)
Sandschak Krk (Krčki Sandžak)
Sandschak Zvornik (Zvornički Sandžak)
Sandschak Bihać (Bihaćki Sandžak)
Total: 7 Sandschaks

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Srećko Matko Džaja: Bosnien-Herzegowina in der österreichisch-ungarischen Epoche (1878–1918). Die Intelligentsia zwischen Tradition und Ideologie. (=Südosteuropäische Arbeiten Band 93), Verlag Oldenbourg, München 1994, ISBN 3-48656-079-4, S. 37ff,
  2. Adil Zulfikarpašić, "Eine politische Biographie aus dem heutigen Bosnien" Oldenbourg, 1996. (11) Google Books
  3. Biščević Vedad, "Bosanski namjesnici Osmanskog doba (1463-1878)" Sarajevo, 2006. Scribd
  4. Hazim Šabanović, "Bosanski pašaluk: postanak i upravna podjela" Naučno društvo NR Bosne i Hercegovine, 1959.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vilayet of Bosnia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Eyalet of Bosnia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien