Fédération républicaine

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Die Fédération Republicaine (dt.: Republikanische Vereinigung) war eine konservative französische Partei der dritten Republik. Sie bestand zwischen 1903 und 1940. Die wichtigste Konkurrenzpartei war die zentristische Alliance démocratique.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Fédération Républicaine entstand im November 1903 als rechte, aber dennoch gemäßigte und republikanische Partei. Ihre Mitglieder lehnten die Koalition aus Parti républicain (Republikanische Partei, liberalradikal) und dem Bloc des Gauches (Linker Block) von Pierre Waldeck-Rousseau ab. Einige von ihnen waren frustriert über den Verlauf der Dreyfus-Affäre und lehnten auch die Begnadigung des jüdischen Offiziers Alfred Dreyfus ab. Die ideologischen Vorbilder waren unter anderem Félix Jules Méline, Alexandre Ribot, Jean Casimir-Perier und Charles Dupuy. Sie vertraten die Interessen der oberen Schichten und der Wirtschaft, standen sozialen Reformen daher ablehnend gegenüber. Daneben waren sie für die Dezentralisierung. Die Mitglieder waren in der Regel Angehörige der Oberschicht. 1926 hatte die Partei 30.000 Mitglieder, 1939 waren es noch 18.000.

Bei den Wahlen im Jahr 1919 nahm die Partei auf der Liste des Nationalen Blocks teil. Im selben Jahr schloss sich die Fraktion mit der der katholischen Partei Action libérale zusammen. Die Fraktion erhielt den Namen Entente républicaine démocratique. Aufgrund von Beeinflussung durch anti-parlamentarische Gruppen und Wechsel auf der Führungsebene orientierte sich die Partei immer weiter nach rechts. In der Folgezeit erhielten die Mitglieder allerdings mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten, Jugendorganisationen entstanden. Als die Partei eine Zentrumskoalition mit der Alliance démocratique einging, forderte ein Großteil der Mitglieder den Zusammenschluss mit allen rechten Parteien. Dies geschah, als die linken Parteien die Front populaire bildeten. Nach dem Rechtsruck verließen viele bedeutsame Mitglieder die Partei.

Obwohl nur wenige Mitglieder aktiv am Vichy-Regime mitwirkten, wurde es von einem großen Teil akzeptiert. Dennoch gehörte die Partei dem Conseil national de la Résistance an. Aufgrund ihrer gleichgültigen Haltung während des Kriegs konnte sich die Partei nach der Befreiung im Jahr 1944 nicht wieder etablieren. Als Nachfolgepartei gilt das Centre national des indépendants et paysans.