Fête des Vignerons

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Fête des Vignerons (dt: Fest der Winzer) ist ein Schweizer Weinfest, das ungefähr alle 25 Jahre in Vevey im Kanton Waadt stattfindet.

Gedenkplatte in Vevey mit den Jahreszahlen der durchgeführten Feste und der Aufschrift: «ORA ET LABORA - ICI SE CELEBRE LA FETE DES VIGNERONS» (deutsch: Bete und arbeite - hier wird die fête des vignerons gefeiert)

Geschichte[Bearbeiten]

Logo der Weinbruderschaft Confrérie des vignerons.

Die Fête des Vignerons wird von der örtlichen Weinbruderschaft namens Confrérie des vignerons organisiert. Ursprünglich war dies eine Vereinigung von Grundbesitzern, welche die eigenen Rebarbeiter, die Bürgergemeinde und die Berner Behörden kontrollierte. Wahrscheinlich wurde die Bruderschaft schon im Mittelalter unter dem Namen Abbaye de l'agriculture de Vevey oder Abbaye de Saint-Urbain gegründet. Belegte Aufzeichnungen existieren jedoch erst seit dem Jahre 1647.

Damals wurde nur eine schlichte Prozession in Form eines Umzugs jährlich in Vevey durchgeführt. Auf den Spitzen von Stäben wurden Holzfiguren (sogenannte marmousets) getragen und ab 1730 ebenfalls die Figur eines kleinen Jungen, der Bacchus darstellte und ab 1747 eine jugendliche Person, welche Ceres, die Erntegöttin darstellte.

Ab dem Jahre 1741 wurde der Umzug noch alle drei Jahre und ab 1783 nur noch alle sechs Jahre durchgeführt. Unter dem Einfluss der Ökonomischen Gesellschaft von Bern beschloss das Organisationskomitee, die besten Rebarbeiter im Rahmen einer Feier zu ehren und zu belohnen. Somit wurde im Jahre 1797 aus dem schlichten Umzug ein Weinfest.

Seither kann von einer Tribüne aus, deren Zutritt kostenpflichtig ist, die Bevölkerung an der Zeremonie teilnehmen. Das Fest wurde nach den vier Jahreszeiten gegliedert und ab 1819 war der thematische Reigen, der zu einem solchen Fest gehört, vollständig. Zu jedem Fest gehört die Darstellung der Feldarbeit, des weidenden Viehs, der Arbeit im Weinberg, der Lobpreis des Vaterlands, sowie Gestalten aus der griechischen-, lateinischen und der christlichen Mythologie. Seither feierte jede Generation an ihrem Fest den besten Rebarbeiter aus dem Lavaux (Gebiet zwischen Pully und Bex), wobei das wichtigste Ziel die Erinnerung und die Identität war.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wirken auch angesehene Musiker und Schriftsteller an diesem Volksfest mit.

Bisherige Feste[Bearbeiten]

Bisher wurden elf Weinfeste, wie sie im heutigen Rahmen durchgeführt werden, gefeiert. Das nächste Fest soll in der Zeit vom 26. Juli bis 11. August 2019 stattfinden.[1]

1797[Bearbeiten]

  • Datum: unbekannt
  • Ehrengast: Louis Levade
  • Bühnenbild: unbekannt
  • Arena: 2'000 Plätze
  • Anzahl der Schauspieler und Statisten: unbekannt

1819[Bearbeiten]

  • Datum: 5.-6. August
  • Ehrengast: Louis Levade
  • Bühnenbild: unbekannt
  • Arena: 2'000 Plätze
  • Anzahl der Schauspieler und Statisten: 730

1833[Bearbeiten]

  • Datum: 8.-9. August
  • Ehrengast: Vincent Doret
  • Bühnenbild: unbekannt
  • Arena: 4'000 Plätze
  • Anzahl der Schauspieler und Statisten: 780

1851[Bearbeiten]

  • Datum: 7.-8. August
  • Ehrengast: François Déjoux
  • Bühnenbild: unbekannt
  • Musik: François Grast
  • Arena: 8'000 Plätze
  • Anzahl der Schauspieler und Statisten: 900

1865[Bearbeiten]

Werbeplakat für das Fest im Jahre 1865.
  • Datum: 26.-27, Juli
  • Ehrengast: Louis Bonjour
  • Bühnenbild: unbekannt
  • Musik: François Grast
  • Arena: 10'500 Plätze
  • Anzahl der Schauspieler und Statisten: 1'200

1889[Bearbeiten]

1905[Bearbeiten]

Werbeplakat für das Fest im Jahre 1905.

1927[Bearbeiten]

1955[Bearbeiten]

Modell des Festgeländes 1955.

1977[Bearbeiten]

Modell des Festgeländes 1977.

1999[Bearbeiten]

Modell des Festgeländes 1999.

Trivia[Bearbeiten]

Die Schweizer Münzprägeanstalt Swissmint hat zu Ehren des Weinfestes 1999 zwei Gedenkmünzen herausgegeben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rendez-vous en 2019 pour la Fête des vignerons. In: 24 heures. 24. Juni 2011, abgerufen am 5. August 2011.