Fóstbrœðra saga

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Die Fóstbrœðra saga (Schwurbrüdersaga) ist eine Isländersaga aus dem 13. Jahrhundert mit einer Handlung im frühen 11. Jahrhundert. Die Saga ist in einigen Sammelhandschriften überliefert, wie durch die Ólafs saga helga des Flateyjarbóks (AM 142,fol. ; AM 566a, 4°) der Arnamagnäanische Sammlung.

Handlung[Bearbeiten]

Die Saga handelt von den beiden Blutsbrüdern Þorgeirr und Þormóðr. Der Erste ist ein hartgesottener Krieger und der Zweite ein Dichter und Frauenheld. Þorgeirr ist ein Totschläger und beginnt seine „Laufbahn“ schon in jungen Jahren (mit 15), indem er seinen Vater rächt. Beide, auch Þormóðr steht dem Ersten kaum nach, nehmen ein Schiff, plündern mordend die Küsten Westislands und machen vor der bäuerlichen Bevölkerung keinen Halt. Þorgeirr wird infolge seiner Untaten geächtet und muss Island verlassen. Die Wege der beiden trennen sich, Þormóðr bleibt in Island und Þorgeirr geht nach Norwegen in den Kriegsdienst für König Olaf den Heiligen.

Rezeption[Bearbeiten]

Der isländische Schriftsteller Halldór Laxness griff für seinen satirischen Roman Gerpla (deutsch erschienen als Die glücklichen Krieger) wesentlich auf Motive der Fóstbrœðra saga zurück. Auch in Gerpla stehen Þorgeirr und Þormóðr im Mittelpunkt der Erzählung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Schier: Sagaliteratur. Sammlung Metzler, Bd. 78 Realienbücher für Germanisten. Metzler, Stuttgart 1970.
  • Rudolf Simek, Hermann Palsson: Lexikon der Altnordischen Literatur. Kröner, Stuttgart 1987.
  • The Saga of the Sworn Brothers. Translated by Martin S. Regal. In: Viðar Hreinsson (General Editor): The Complete Sagas of Icelanders including 49 Tales. Reykjavík: Leifur Eiríksson Publishing, 1997. Volume II, pp. 329-402. ISBN 9979-9293-2-4.