Förmitztalsperre

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Förmitztalsperre
Staudamm und Hochwasserentlastung
Staudamm und Hochwasserentlastung
Lage: Landkreis Hof
Zuflüsse: Förmitz, Lamitz
Größere Orte in der Nähe: Schwarzenbach an der Saale
Förmitztalsperre (Bayern)
Förmitztalsperre
Koordinaten 50° 11′ 50″ N, 11° 54′ 37″ O50.19722222222211.910277777778Koordinaten: 50° 11′ 50″ N, 11° 54′ 37″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1973–1978
Höhe über Talsohle: 29 m
Höhe über Gründungssohle: 32,5 m
Höhe der Bauwerkskrone: 531,6 m ü. NN
Bauwerksvolumen: 550.000 m³
Kronenlänge: 800 m
Kronenbreite: 8 m
Böschungsneigung luftseitig: 1:1,5 und 1:2
Böschungsneigung wasserseitig: 1:1,75
Kraftwerksleistung: 148 kW
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 529 m ü. NN
Wasseroberfläche 116 hadep1
Speicherraum 9,85 Mio. m³
Gesamtstauraum: 10,85 Mio. m³
Einzugsgebiet 14,1 km², mit Überleitungen 24,6 km²
Foermitz-Vorsperre04-2008.jpg
Vorsperre

Die Förmitztalsperre, der Förmitzspeicher oder Förmitzsee ist eine Talsperre westlich und auf der Gemarkung von Schwarzenbach an der Saale im oberfränkischen Landkreis Hof.

Beschreibung[Bearbeiten]

Förmitzquelle
Staudamm

Die Förmitz ist ein rechter Nebenfluss der Sächsischen Saale, die Quellfassung liegt am Nordhang des Bergkopfes östlich der Marktgemeinde Sparneck am Blaupunkt-Wanderweg Sparneck - Kirchenlamitz. Mit ihrem Wasser wird der Förmitzspeicher gefüllt. Die 1977 fertiggestellte Talsperre liegt am Nord-Fuß des Waldsteinzuges im muldenförmigen Tal der Förmitz. Erbauer und Betreiber ist der Freistaat Bayern. Der Wasserspeicher dient der Niedrigwasseraufhöhung der sächsischen Saale. In abflussreichen Zeiten (Winter/Frühjahr) zurückgehaltenes Wasser wird in abflussschwachen Zeiten der Saale zugegeben, so dass dort jederzeit ein garantierter Mindestwasserabfluss von ca. 1 m³/s gewährleistet ist. In begrenztem Umfang dient die Talsperre dem Hochwasserschutz sowie der Erzeugung elektrischer Energie. Die Leistung des im Jahr 1991 nachgerüsteten Wasserkraftwerkes, bestehend aus einer Durchströmturbine mit einem Ausbaudurchfluss von 0,8 m³/s und einem Asynchrongenerator, beträgt 148 kW. Damit werden jedes Jahr etwa 350.000 kWh Strom aus dem in die Förmitz bzw. Sächsische Saale abgegebenem Wasser erzeugt.[1] Der Stausee lädt zur Naherholung ein, hier sind Angeln, Baden, Segeln, Tauchen und Surfen möglich. Wasserfläche und Ufer bieten Zugvögeln eine gut angenommene Rast. Eine mittelalterliche Ringwallanlage befindet sich in der Nähe des Damms.

Technische Daten[Bearbeiten]

Hauptsperre[Bearbeiten]

Das Absperrbauwerk ist ein Steinschüttdamm mit Dichtkern. Die Innendichtung besteht aus einer Schlitzwand aus Erdbeton (Tonbeton), die einen beidseitigen Lehmkern und Stützkörper aus Fels und Gestein hat. Der Hauptspeicher hat eine Fläche von 116 ha und ein Stauvolumen von ca. 10 Millionen Kubikmetern. Länge und Breite des Stausees betragen ca. 1,2 km. Der Hauptdamm ist 800 m lang und 32,5 m hoch.

Vorsperre[Bearbeiten]

Am Zulauf der Förmitz gibt es eine Vorsperre. Der Vorspeicher hat eine Länge von rund 800 m und eine Breite von rund 120 m, eine Fläche von 10 ha und ein Stauvolumen von 3,5 Millionen Kubikmetern. Der Vordamm ist 160 m lang und über der Talsohle 12,5 m hoch (über der Gründung 17,5 m) und hat ein Bauwerksvolumen von 50.000 m³. Auch er ist als Schüttdamm aufgebaut. Er ist im Mittelteil gepflastert und überströmbar.

Lamitzüberleitung[Bearbeiten]

Da der Zulauf durch die Förmitz alleine nicht zur Füllung des Speichers ausreicht, wurde eine 7,2 km lange Wasserüberleitung mit natürlichem Gefälle aus der benachbarten Lamitz gebaut. Das Ausleitungsbauwerk befindet sich nahe dem Ortsteil Dörflas der Gemeinde Kirchenlamitz, (Koordinaten Ausleitungsbauwerk50.1799811.973925), die Einmündung in der Nordost-Bucht des Speichersees (Koordinaten Einmündung50.20165711.914987).[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Franke, Wolfgang Frey: Talsperren in der Bundesrepublik Deutschland, DNK - DVWK 1987, ISBN 3-926520-00-0
  • Dietmar Herrmann: Lexikon Fichtelgebirge - Bayerisches Vorgtland, Steinwald, Bayreuther Land. Ackermann Verlag. Hof 2000. ISBN 3-929364-18-2. S.181f.
  • Franz List: Erfahrungen beim Bau und Betrieb der Förmitztalsperre mit Dammdichtung und Untergrundabdichtung, Wasserwirtschaft 70 (1980) 3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschreibung der Wasserkraftanlage Förmitz auf der Internetpräsenz der Landeskraftwerke Bayern GmbH, abgerufen am 1. Juni 2013
  2. Bilder des Ausleitungsbauwerkes des Überleiters nahe Dörflas auf www.förmitzspeicher.de, abgerufen am 5. März 2014