Fügen (Zillertal)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fügen
Wappen von Fügen
Fügen (Zillertal) (Österreich)
Fügen (Zillertal)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Schwaz
Kfz-Kennzeichen: SZ
Fläche: 6,64 km²
Koordinaten: 47° 21′ N, 11° 51′ O47.34852777777811.85545Koordinaten: 47° 20′ 55″ N, 11° 51′ 0″ O
Höhe: 545 m ü. A.
Einwohner: 3.954 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 6263
Vorwahl: 05288
Gemeindekennziffer: 7 09 09
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 58
6263 Fügen
Website: www.fuegen.at
Politik
Bürgermeister: Walter Höllwarth (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
6 Fügener Wahlgemeinschaft,
2 Liste 1, 3 JuLiA, 2 SPÖ
2 Für unser Dorf
Lage der Gemeinde Fügen im Bezirk Schwaz
Achenkirch Aschau im Zillertal Brandberg Bruck am Ziller Buch in Tirol Eben am Achensee Finkenberg Fügen Fügenberg Gallzein Gerlos Gerlosberg Hainzenberg Hart im Zillertal Hippach Jenbach Kaltenbach Mayrhofen Pill Ramsau im Zillertal Ried im Zillertal Rohrberg Schlitters Schwaz Schwendau Stans Steinberg am Rofan Strass im Zillertal Stumm Stummerberg Terfens Tux Uderns Vomp Weer Weerberg Wiesing Zell am Ziller Zellberg TirolLage der Gemeinde Fügen (Zillertal) im Bezirk Schwaz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Fügen im Zillertal
Fügen im Zillertal
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Fügen ist eine Gemeinde mit 3954 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Zillertal und gehört zum Bezirk Schwaz in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Zell am Ziller.

Fügen gilt als Hauptort des vorderen Zillertals. Der Ort liegt auf dem breiten Murkegel des Rischbachs. Das Gemeindegebiet umfasst neben dem als Haufendorf angelegten Zentrum noch die Weiler Gagering im Norden, Kapfing im Süden, am Finsingbach in einer Mulde liegend die einstige Industriesiedlung Kleinboden und Haidach am Berghang. Zu Fügen gehört auch noch ein Teil von Finsing.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Fügen besteht aus dem Hauptort Fügen mit 2.264 Einwohnern (Stand 2001) und den Ortschaften Gagering im Norden mit 88 Einwohnern, Kapfing im Süden mit 789 Einwohnern und Kleinboden im Südwesten mit 269 Einwohnern.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Lans besteht aus einer einzigen, gleichnamigen Katastralgemeinde.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden Fügens sind: Bruck am Ziller, Fügenberg, Hart im Zillertal, Schlitters und Uderns.

Geschichte[Bearbeiten]

1982 gefundene Urnengräber in Kapfing belegen eine frühe Besiedlung während der Bronzezeit. Finsing wurde bereits 927 als „Funzina“ urkundlich genannt, Fügen selbst erst zu Beginn des 12. Jahrhunderts. Fügen gehörte kirchlich zur Diözese Brixen, staatsrechtlich jedoch bis 1803 zum Erzstift Salzburg. Einige Zeit war Fügen „Dingstätte“ des salzburgischen Gerichtes Zell.

Die große Not des Dreißigjährigen Krieges führte am 19. Mai 1645 zum Aufstand der Fügener Bauern gegen ihren Landesfürsten, den Salzburger Erzbischof, dem sie zinspflichtig waren. Diesem Aufstand schlossen sich alle Zillertaler Bauern an, die dem Salzburger Erzbischof unterstanden.

1678 wurde ein eigener Richter für das salzburgische Gericht Fügen eingesetzt, das 1849 als Bezirksgericht bezeichnet wurde. 1923 wurde der Gerichtsbezirk Fügen dem Bezirksgericht Zell am Ziller zugeteilt.

Bedeutung erhielt Fügen seit dem 15. Jahrhundert als industrielles Zentrum des Tals, hier wurden Kanonenkugeln und Harnischbleche sowie Eisenbleche erzeugt. 1697 errichtete das Fügener Eisenunternehmen eine Eisenhütte in Kiefersfelden (Bayern). Die Betriebe mussten Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund der Konkurrenz eingestellt werden.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In rotem Feld eine mit der Schneide nach rechts gekehrte silberne Hacke ober einer silbernen Rübe mit drei Blättern.[1]

Das 1964 verliehene Gemeindewappen erinnert an zwei bedeutende Adelsgeschlechter, die in Fügen ansässig waren. Die Hacke war das redende Wappen der Hackl, die Rübe entstammt dem Wappen der Keutschach.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Fügen
  • Schloss Fügen
  • Exponate aus der Geschichte des Ortes werden im Heimatmuseum gezeigt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft ist durch Landwirtschaft, Handel, Gewerbe, Industrie und nicht zuletzt Tourismus geprägt. Fügen als zweisaisonaler Tourismusort profitiert dabei von den beiden Skigebieten Hochfügen-Hochzillertal und Spieljoch. Unternehmen mit überregionaler Bedeutung sind Möbel-Wetscher und Binder Holz.

Am Stammsitz der Firma Binder Holz werden ca. 1 Million fm Jahreseinschnittleistung und 250.000 m³ Hobelware pro Jahr erzeugt. Mit ca. 1.300 Mitarbeitern ist Binder einer der größten Sägewerksbetriebe Europas. Die Massivholz-Produktpalette reicht von Dimensionsholz, Hobelware, ein- und mehrschichtig verleimten Massivholzplatten, Brettschichtholz, MDF-Platten sowie Brettsperrholz bis hin zu Holzbriketts und Holzpellets. Die Holztransporte wurden bis 2012 mit Normalspurwaggons, die auf schmalspurigen Rollwagen aufgebockt werden, über die Zillertalbahn durchgeführt. Binder betreibt neben der Schnittholzproduktion im Stammwerk in Fügen weitere Werke in Jenbach, St. Georgen bei Salzburg, Hallein, Unternberg sowie im bayerischen Kösching.

Verkehr[Bearbeiten]

Fügen liegt an der Zillertalstraße, vom Ortskern aus führt eine Bergstraße über den Fügenberger Ortsteil Pankrazberg auf der Hochfügen-Straße zu dem knapp 1480 hoch gelegenem Wintersportort Hochfügen. In der Gemeinde liegen zudem auch drei Haltestellen der Zillertalbahn, nämlich Gagering, Fügen-Hart und Kapfing.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fügen (Zillertal) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 52/1964. (Digitalisat)
  2.  Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 74.