Fünfkirchen (Adelsgeschlecht)

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Familienwappen der Fünfkirchen auf der Grabplatte Martins von Fünfkirchen († 1458) in der Kirche von Stützenhofen

Die Fünfkirchen sind ein österreichisches Adelsgeschlecht.

Ursprung der Familie[Bearbeiten]

Die Familie ist bis ins 13. Jahrhundert nachweisbar, ihre Vorfahren flüchteten 1241 vor dem Einfall der Mongolen aus Fünfkirchen/Pécs nach Wien. 1275 scheint ein Leopold Fünfkircher als bürgerlicher Münzmeister und Richter in Wien auf, 1310 findet sich ein Udalricum Fünfkirchen in Falkenstein.

Um 1370 erwirbt Erasmus Fünfkirchen (1334–1400) die ersten Güter in Steinebrunn. Philipp (1355–1432) erweitert den Besitz und steigt in den Ritterstand auf, sein Nachkommen dehnen den Grundbesitz weiter aus.

Um 1500 zählen die Fünfkirchen zu den mächtigsten Grundherren im Weinviertel. Neben dem Stammsitz Steinebrunn gehören der Familie Güter in Neuruppersdorf, Ottenthal, Stützenhofen, Fallbach und Poysbrunn. Kaiser Friedrich III. belehnt sie mit Burg und Mühle Laa an der Thaya und setzt sie als Pfleger der landesfürstlichen Burg Falkenstein ein.

Die Fünfkirchen und die Reformation[Bearbeiten]

Die Fünfkirchen traten früh zum Protestantismus über und unterstützen die Täufer[1]. Mit der einsetzenden Gegenreformation gerieten sie in Opposition zum Landesfürsten. 1571 verloren sie die Pflegschaft und Burg Falkenstein, das Verwaltungszentrum der Region fiel an die Trautson.

Johann Bernhard von Fünfkirchen kämpft im Türkenkrieg an der Seite Rudolf II., der Kaiser verleiht ihm für seine Verdienste den Titel Freiherr. Johann Bernhard beginnt ab 1602 mit dem Bau von Schloss Fünfkirchen. Johann Bernhard ist eifriger Protestant und unterstützt 1618 den Aufstand der böhmischen Stände gegen die katholischen Habsburger, der Überlieferung nach beteiligt er sich eigenhändig am Prager Fenstersturz. Nach der Schlacht am Weißen Berg 1620 werden seine Güter eingezogen und er zu lebenslanger Festungshaft verurteilt.

Durch Vermittlung ihres Onkels Rudolf von Tiefenbach (oder Teuffenbach) erhalten Johann Bernhards Söhne, inzwischen wieder zum Katholizismus konvertiert, einige Familiengüter und das Stammschloss Steinebrunn zurück.

Die Grafen Fünfkirchen[Bearbeiten]

Familiengruft der Fünfkircher in Stützenhofen

Nach 1650 etablieren sich die Fünfkirchner am kaiserlichen Hof in Wien. 1698 erhebt Kaiser Leopold I. Johann Bernhard II. von Fünfkirchen in den erblichen Grafenstand.

Bis zum Ende der Monarchie dienen die Grafen Fünfkirchen den Habsburgern als höhere Beamte. Als eines von 64 gräflichen Geschlechter hatte es einen Sitz im Herrenhaus, das Oberhaus des österreichischen Reichsrates.

Als eine der letzten und direkten Nachfahren aus der Linie Otto Dionysius Franz Ferdinand Graf von Fünfkirchen (1859–1946) resp. seinem Sohn Franz de Paula Otto Graf von Fünfkirchen (1892–1965), leben noch Wolfgang Franz Michael Fünfkirchen (*1967) sowie seine Schwester Sonja Andrea Fünfkirchen (*1965) in Wien.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Heinrich Graf Fünfkirchen: Die Fünfkirchen in Wien, Enns, Steinebrunn und Falkenstein im Mistelbacher Bezirk. NÖ Landesbibliothek, Bib-Sigel: NÖIL IDN: 28241

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Klein-Geschichtsbuch der Hutterischen Brüder, Johannes Waldner, 1947, Seite 40

Weblinks[Bearbeiten]