Fürstenschule

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen Schule in Kempten siehe Fürstenschule (Kempten).

Die ersten Fürstenschulen waren die „Landesschulen für Knaben“, die ab 1543 von Herzog Moritz von Sachsen nach der Umwandlung von Klöstern gegründet wurden. Wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung dieser Schulen nahmen vor allem der herzogliche Rat Georg von Komerstadt und Johannes Rivius, der 1544 zum Inspektor der sächsischen Fürstenschulen ernannt wurde und auf deren Schulordnung maßgeblichen Einfluss nahm.

Rektor Walther von Schulpforta

Die ersten Fürstenschulen waren:

Nach dem Vorbild dieser drei Schule entstanden viele weitere, von denen manche auch den Namen Fürstenschule übernahmen: Die Fürstenschule Schwerin, gegründet 1553 von Herzog Johann Albrecht I., die Fürstenschule Heilsbronn, 1582 gegründet von Markgraf Georg Friedrich an der Stelle eines 1578 geschlossenen Klosters, das Joachimsthalsche Gymnasium, gegründet 1607 in Joachimsthal in Brandenburg unter Kurfürst Joachim Friedrich, die Fürstenschule Neustadt (Hochfürstlich Brandenburgisch-Culmbachische Teutsche und Lateinische Stadtschule).

[Bearbeiten] Zur Geschichte

Die Fürstenschulen entstanden aus säkularisiertem Klosterbesitz zur Vorbereitung auf die neu gegründeten Universitäten. Für die Lehrer war zunächst das Zölibat vorgeschrieben, weil die Mönchszellen für die Schüler gebraucht wurden und für alle Lehrer gemeinsam nur das Abthaus zur Verfügung stand, so dass bis auf den Rektor alle Lehrer sich ein Zimmer teilen mussten (zumindest in Schulpforta), aber auch weil man vermeiden wollte, dass die Schüler in ihrem Internatsleben mit Frauen zusammen lebten.

Als sich aber herausstellte, dass die Lehrer deshalb meist nur zwei bis drei Jahre blieben, wurde zunächst wenigstens dem Rektor die Ehe gestattet. Später wurde das auch auf die Lehrer ausgedehnt.

[Bearbeiten] Literatur

  • W. Corssen: Alterthuemer und Kunstdenkmale des Cisterzienserklosters St. Marien und der Landesschule zur Pforte. Halle 1868.
  • Heinrich Theodor Flathe: St. Afra, Geschichte der königlich sächsischen Fürstenschule zu Meißen. Leipzig 1879.
  • Jonas Flöter / Günther Wartenberg (Hrsg.): Die sächsischen Fürsten- und Landesschulen. Interaktion von lutherisch-humanistischem Erziehungsideal und Eliten-Bildung, Leipzig 2005, ISBN 3-937209-46-8.
  • Jonas Flöter: Eliten-Bildung in Sachsen und Preußen. Die Fürsten- und Landesschulen Grimma, Meißen, Joachimsthal und Pforta (1868–1933), Köln/Weimar/Wien 2009, ISBN 978-3-412-20319-1.
  • Karl Julius Rößler: Geschichte der Fürsten- und Landesschule Grimma. Leipzig 1891.

[Bearbeiten] Weblinks

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