Fürstentum Erfurt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Fürstentum Erfurt (weißer Punkt) als französische Exklave in der Mitte des Rheinbundes (purpur)

Das Fürstentum Erfurt existierte von 1806 bis 1814 und umfasste Erfurt und das umliegende Land einschließlich der Grafschaft Blankenhain. Es unterstand direkt dem französischen Kaiser.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Fürstentum Erfurt, d.h. der ehemalige kurmainzische Erfurter Staat, wurde zusammen mit der Herrschaft Blankenhain nach der Niederlage Preußens in der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt als kaiserliche Staatsdomäne (domaine réservé à l'empereur) unter dem Namen Provinz Erfurt direkt Napoléon Bonaparte unterstellt, während die umliegenden thüringischen Staaten dem Rheinbund beitraten.

Erfurt wurde von einem Zivil- und einem Militärsenat verwaltet, die dem kaiserlich-französischen Gouverneur (später „Intendant“) unterstanden. Dieser hatte seinen Sitz in der Kurmainzischen Statthalterei.[1]

Napoleons und Alexanders Zusammenkunft in Erfurt. Historiengemälde des Erfurter Fürstenkongresses 1808 von Nicolas Gosse.

1808 ließ Napoléon in der französischen Exklave den Erfurter Fürstenkongress inszenieren.

Ab dem 25. Oktober 1813 wurde Erfurt nach der Völkerschlacht bei Leipzig durch preußische, österreichische und russische Verbände belagert. Im Januar 1814 rückten die Preußen vereinbarungsgemäß in die Stadt Erfurt ein, im Mai übernahmen sie auch kampflos die Zitadellen Petersberg und Cyriaksburg.[2] Auf dem Wiener Kongress wurde es 1815 Preußen zugesprochen, das jedoch den Ost- und Südteil des Erfurter Landgebiets und das Blankenhainer Gebiet an Sachsen-Weimar-Eisenach abtrat. Erfurt selbst wurde Hauptstadt des neu geschaffenen Regierungsbezirks Erfurt in der Provinz Sachsen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.erfurter-fuerstenkongress-1808.de/historie.htm
  2. http://www.3xk.de/erfurt/index.htm?afkchro6.htm

Literatur[Bearbeiten]

  • Marina Moritz, Horst Moritz: Das Fürstentum Erfurt und die Herrschaft des Großen Kaisers. Leben und Sterben in bewegter Zeit (1806-1814), Erfurt 2008, ISSN 0947-952-X